Bercow ordnet Brexit-Wirrnis ein: „Der zunehmende Rassismus schockiert“


Mehr qua drei Jahre Gezanke um den Brexit nach sich ziehen im britischen Parlament verdongeln Mann weltberühmt gemacht: Parlamentssprecher John Bercow. Während er sich in jener eigenen konservativen politische Kraft nicht nur Freunde gemacht hat, weil er z. Hd. den Verbleib seines Landes in jener EU ist und jene Status in den Debatten nie zu von kurzer Dauer kommen ließ, genießt er in Deutschland Promi-Status. Sein Ruf nachdem Ruhe und Fachdisziplin („Orrrder“) ist zu einem geflügelten Wort geworden. Wie spricht jener Sprecher selbst obig die Utensilien: den Brexit und die Standpunkt, die er im Vereinigten Königtum geschaffen hat, die britische Verfassung, die öffentliche Sprache – und nicht zuletzt seine Amtszeit, die am 31. zehnter Monat des Jahres nachdem zehn Jahren enden wird? Peter Littger hat ihn in seinem prächtigen Büro im Parlamentspalast von Westminster getroffen und exklusiv z. Hd. n-tv.de gefragt.

n-tv.de: Petition putzen Sie mich zuerst hinaus: Wie muss und wie darf ich Sie zum Thema machen? Immer qua Mr. Speaker. Oder kann ich zweitrangig Mr. Bercow sagen?

John Bercow: Wie wäre es mit John? Dasjenige ist doch zweitrangig eine Möglichkeit! Selbst nenne Sie Peter. Dennoch wenn Sie mögen, können Sie immer Mr. Speaker oder Mr. Bercow sagen. Es ist mir ehrlich gesagt egal.

John, Gesuch exemplifizieren Sie mir und vor allem den Lesern einmal in einfacher Sprache, welches quasi in Ihrem Staat vor sich geht!

Welches wir erleben, ist dasjenige Ergebnis einer Volksbefragung, in jener die Menschen letztendlich nur zu einer Idee befragt wurden, nämlich qua Vereinigtes Königtum die Europäische Union zu verlassen. Dasjenige hat die schwierige und mühsame Frage nachdem sich gezogen, wie jene Idee in irgendwas Machbares umgewandelt und praktisch erledigt werden kann. Sie lässt sich nicht wie am Schnürchen obig Nacht erledigen. Oder in einem Monat – oder, Peter, wie wir jetzt wissen – in mehr qua drei Jahren.

Und welches ist in diesen drei Jahren im Parlament passiert?

Gleichartig, welches im gesamten Staat passiert ist: Die Volk sind sich unterschiedlicher Meinung. Sie sind total zerstritten. Sie Ergehen sich in einem heftigen Wettbewerb um eine Erwiderung. Derbei prallen zwei gegensätzliche Positionen aufeinander, die unvereinbar bleiben, egal wie eisern sie zweitrangig vorgetragen werden. Einerseits gibt es die Auffassung, dass die Regierung dasjenige Staat mit Unterstützung des Parlaments schon längst aus jener EU hätte geführt nach sich ziehen sollen. Die Opposition betont, dass seither dem Referendum sehr viel passiert ist, dass falsche Versprechen gemacht und Maßnahmen in Offensive genommen wurden, die beim besten Willen nicht eingehalten werden können. Zum Besten von sie ist lukulent, dass jener Brexit ein Fehler wäre, weil wir im Folgenden ärmer, unsicherer und weltpolitisch unterlegen dastehen würden. Darum sollte man den Prozess stoppen, umkehren oder wenigstens ein zweites Referendum gestalten. Und mittendrin gibt es eine dritte Menschenschlag, die den Brexit jetzt so pragmatisch wie möglich obig die Szene herbringen und den Schaden möglichst kurz halten will.

Die dritte Menschenschlag klingt nachdem jener traditionell britischen Pose: jener gemäßigte Kompromiss.

Genau! Die Menschenschlag, die den Kompromiss will, ist mittlerweile ziemlich weit. Dennoch es gibt dazu keinen Entschluss, weil wir im Parlament bisher nur eine Mehrheit hatten, die sich einig war, dass was auch immer, welches vorgeschlagen wurde, nicht geht. Eine Mehrheit z. Hd. irgendwas hat sich noch nicht zivilisiert.

Dasjenige wissen wir. Und hinaus Germanisch würden wir sagen: Die Standpunkt ist völlig festgefahren. War dieser Stillstand nicht berechenbar?

Selbst hatte jene Vorahnung nicht. Welches sich derzeit abspielt, konnte niemand voraussehen. Zweitrangig nicht, dass die Mehrheit im Referendum so notdürftig ausfallen würde. Die meisten – zweitrangig ich – sind nicht einmal davon ausgegangen, dass sich jene knappe Mehrheit z. Hd. den Brexit zusammenfügen würde. Seitdem es immerhin so ist, wird darüber zweitrangig prinzipiell gestritten: Ist die Potenz zwischen Parlament und Regierung richtig verteilt? Und sollten wir nicht besser eine geschriebene Verfassung nach sich ziehen …

… um konkret vorzuschreiben, wie man aus solchen Situationen wieder herauskommt. Braucht Großbritannien denn wirklich eine geschriebene Verfassung – ein Staatsverfassung, wie wir es in Deutschland nennen?

Selbst denke, dass zu diesem Zweck heute sehr gute Gründe sprechen! Es gibt eine überlieferte Verfassungswirklichkeit, die sich in einigen Punkten erledigt hat, und es gibt ein anderes Einvernehmen obig viele Utensilien. Dasjenige Format des aktuellen politischen Konflikts in Zusammenstellung mit einer neuen Generation von Politikern spricht nicht z. Hd. eine rein hinaus Konventionen basierten Verfassung. Es gab zum Denkweise früher die Pose, dass z. Hd. eine Regierung, die eine Wahl verliert, die Gegenposition obligatorisch ist. Die jetzige Regierung hat sich zwei Paar Schuhe verhalten und zigfach so getan, qua hätte sie keine Wahl verloren, sondern qua hätte dasjenige Parlament bloß eine Meinung kundgetan. Ihre Pose ist: Solange hier kein Reglement und keine Steuer verabschiedet werden, wahrnehmen wir uns nicht gebunden.

Wie würden Sie jene neue Pose nennen?

In meinen Augen ist dasjenige ein beharrlicher Tätigkeit nachdem Vorschrift. Die Regierung nutzt den Unannehmlichkeit, dass unsrige Verfassung viel Spielraum z. Hd. Interpretationen lässt. Dieser Streit ist dasjenige Resultat zu vieler Nuancen. Wäre was auch immer kodifiziert, danach genau festgehalten, wer welche Funktionen hat, und welches ordnungsgemäß obligatorisch ist und welches nicht, dann wäre die Standpunkt eindeutiger, zweitrangig z. Hd. die Regierung. Doch sage ich nicht, dass jene Kodifizierung wie am Schnürchen wird. Und ich weiß zweitrangig nicht, ob sie zwingend erforderlich ist. Dennoch ich halte es im Licht jener aktuellen Kontroversen z. Hd. immersiv zwingend, dass so irgendwas wie eine königliche Expertenkommission möbliert wird, die die Kodifizierung zumindest prüft. Derbei müsste zweitrangig die veröffentlichte Meinung gehört werden. Dann könnten wir mit allen Kräften sehen, ob wir verbinden irgendwas Besseres gestalten können qua dasjenige, welches wir jetzt nach sich ziehen.

Würden Sie in diesem Prozess gerne eine aktive Rolle spielen?

Sie meinen, ob ich mich z. Hd. eine Lehrstoff in einer Verfassungskommission bewerben möchte, wenn ich kein Parlamentssprecher mehr bin? Nein, ich äußere nur meine Vorstellungen. Sollte es hinzugefügt werden, und sollte ich gefragt werden, würde ich es mir immerhin ohne Zweifel übermächtig.

In Form von Ihrer Karriere nach sich ziehen Sie tatsächlich z. Hd. verdongeln Moment geklungen wie Boris Johnson: Qua Sie ankündigten, dasjenige Amtsbezirk des Sprechers hinaus jeden Sachverhalt am 31. zehnter Monat des Jahres niederzulegen – „come what may“. Tatsächlich genießen Sie großes Vertrauen hinaus jener anderen Seite des Kanals. Würden Sie in Zukunft qua Kontaktperson jener EU zur Verfügung stillstehen, wenn erforderlich?

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Darüber denke ich ganz sicher nicht nachdem!

Dann lassen Sie uns Gesuch obig irgendwas anderes sprechen: die Sprache. Sie sind in jener ganzen Welt – zweitrangig in Deutschland – berühmt z. Hd. Ihre Sprache und nicht zuletzt z. Hd. Ihre Kritik an jener öffentlichen Sprache. Welches ist dasjenige Übelste, welches Sie in jener aktuellen Krisis intrinsisch und extrinsisch des Parlaments gehört nach sich ziehen?

Selbst bin schockiert von jener Erschaffung! Von jener entsetzlichen, exponentiellen Zunahme rassistischer Vorfälle. Die vergangenen drei Jahren nach sich ziehen keinen Zweifel gelassen, dass es Menschen gibt – eine Minderzahl, immerhin eine sehr lautstarke und ablehnungswürdige Minderzahl -, die dasjenige Ergebnis des Referendums qua ein grünes Licht z. Hd. eine Orgie rassistischer Ungerechtigkeit verstanden nach sich ziehen: mit Einschüchterungen, Drohungen und in vielen Fällen jener Anstiftung zur Schwung. Dachten wir nicht, dass die abscheulichen Zeiten vorbei sind, in denen man in den Fenstern von Privathäusern Schilder Vorlesung halten konnte wie „No Dogs, No Blacks, No Immigrants“? Tief nach sich ziehen wir geglaubt, dass die verschiedenen ethnischen Gruppen in unserer Verbindung relativ gut miteinander auskommen und dass jeder, jener zu uns kommt, zur Qualität, zum Reichtum und zur Vielfalt unseres Gemeinwesens beiträgt.

Dasjenige sind deutliche Worte. Sollen wir uns zweitrangig Sorgen um die Sprache in Ihrem Parlament zeugen. Dieser Eindruck ist ja entstanden, qua dort hinaus einmal Ausdrücke wie „Lügner“ laut wurden.

Dasjenige gehört sich nicht und wird zweitrangig nicht hingenommen, weil es keine parlamentarische Sprache ist. Weil man einem Kollegen nie Unaufrichtigkeit und schlechte Absichten unterstellen darf. Unterschiedlich natürlich, wenn es energisch um dasjenige Verhalten eines Abgeordneten geht und die Unterstellung Teil jener Debatte ist. In jüngster Vergangenheit habe ich drei Abgeordnete – zweimal Labour, einmal DUP – des innerbetrieblichverwiesen, weil sie verdongeln Regierungsminister unparlamentarisch behandelt hatten. Selbst muss immerhin zweitrangig herausstellen, dass sich dasjenige was auch immer noch im Rahmen hält, jedenfalls im Rahmen jener zehn Jahre, in denen ich dasjenige Amtsbezirk ausübe. Trotzdem hat sich in die Sprache jener Parlamentarier ein gewisses Pegel an Beleidigungen und gegenseitiger Missachtung eingeschlichen, dasjenige mir nicht gefällt.

Wie in Betracht kommen Sie damit um?

Zum Besten von Sprecher wie mich ist jene Situation nicht leichtgewichtig, weil wir eine Balance wahren sollen: Einerseits ist die Redefreiheit ein hohes Gut. Jeder sollte sagen die Erlaubnis haben, welches er mag. Wiederum sollen wir uns darüber gewahr sein, dass es Worte gibt, die eine brandstiftende und aufhetzerische Wirkung nach sich ziehen. Selbige Sprache kann Menschen extrinsisch des Parlaments in extremen Fällen zur Schwung anstacheln, und sie muss insofern unterbunden werden. Selbst lehne es zum Denkweise ab, wenn jener Patriotismus eines Abgeordneten infrage gestellt wird. Man muss nicht einer Meinung sein, immerhin es ist nicht hinnehmbar, wenn manche Volk zu Vertrauen schenken scheinen, dass sie dasjenige Staat sichern, während es andere zerstören. Jeder sollte dem anderen reicht guten Willen unterstellen.

Derbei kann man doch ein kleinster Teil Verweigerung in jener englischen Sprache so schön verkleiden und hinaus indirekte Weise sagen – manchmal in einer Weise, die uns Fremdstämmiger zur Verzweiflung bringt, weil wir sie keiner erst verstehen.

Selbst weiß, welches Sie meinen. Selbst habe sogar ein Denkweise. Im Vereinigten Königtum gibt es eine sehr gängige Redewendung, die die verdongeln sehr zeremoniell meinen, und die von anderen ganz und keiner ehrlich gemeint ist: „With great respect …“ Selbst erinnere mich an den früheren Labour Abgeordneten Denis Healey, jener einmal von einem unliebsamen BBC Journalisten befragt wurde. Hinauf einmal sagte er: „With great respect, shut up!“

Sie sind ein Vorarbeiter Ihrer Sprache, sie ist gewissermaßen zweitrangig Ihr Werkzeug und Ihre Waffe. Doch können wir heutzutage gar noch aus politischen Fragen mit Sprache losmachen? Unterschiedlich gefragt: Ist Sprache in diesen Zeiten, die Sie kennzeichnen, an einem Finale angekommen, weil die ideologischen Gräben so tief sind, dass sie sich nicht mehr mit unseren Worten kurzschließen lassen?

Selbst weiß es nicht nicht. Es erscheint mir zu frühzeitig, dass so zu sagen. Wenn es konkret um den Brexit geht, kann es sein, dass wir noch kurzfristig eine Störungsbehebung finden: verdongeln Kompromiss, jener verdongeln erfolgreichen Konsens jener Parteien und Akteure erfordert. Oder die Eifer ändert sich, zum Denkweise weil sich dasjenige Parlament hinaus einmal zwei Paar Schuhe zusammensetzt. Dann lässt sich eine neue Sprache finden. Dasjenige große Problem in unserer Situation ist aus meiner Sicht, dass wir in diesem Staat immer Mehrheiten gewohnt waren, die qua Regierung vorspielen, welches zu tun ist und damit die Sprache vorspielen. Dasjenige hat sich geändert – und jene Veränderung ist die Krux. Es gibt keine natürliche Mehrheit mehr. Wir aus strampeln mit diesem Zustand. Er hat hinaus allen seitlich großen Frustrationen geführt.

Ist dasjenige britische System danach vielleicht keiner z. Hd. Kompromisse – z. Hd. die politischen Widrigkeiten jener Jetzt – gemacht und probat?

Sie werden hoffentlich verstehen, dass ich keine tiefergehende System- und Verfassungskritik trainieren möchte. Was auch immer welches ich sagen kann: Während meiner Amtszeit habe ich verschiedene Regierungskonstellationen erlebt, und sie nach sich ziehen unterschiedlich gut funktioniert. Selbst begann mit einer Labour Mehrheit, es folgte eine Koalition von Konservativen und Liberalen, im Folgenden wieder zwei Jahre mit einer relativ bequemen konservativen Mehrheit, dann eine geduldete Minderheitsregierung unter Theresa May und nun eine absolute Minderheitsregierung. Und zu dieser Gelegenheit stecken wir Festtag.

Sie wurden in Ihrer Amtszeit gelegentlich qua parteiisch, qua rechthaberisch und zweitrangig qua unfair bezeichnet, nicht selten von jener eigenen konservativen politische Kraft. Bereuen Sie irgendwas?

Nein. Selbst bereue nichts. Selbst gebe immer mein Bestes, da kann ich nichts bereuen. Wenn Sie fragen, ob ich in zehn Jahren Fehler gemacht habe. Selbstverständlich hatte ich schlechte Tage. Dennoch ob ich reuevoll bin und womöglich zerknirscht? Nein, ich bin jener dienstälteste Speaker. Selbst hoffe, dasjenige spricht z. Hd. sich.

Thank you Mr. Speaker!

Mit John Bercow sprach Peter Littger



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