Corona-Krisis löst Kleinanleger-Boom aus


Mitten in jener größten Wirtschaftskrise stürmen weltweit Mio. Kleinanleger an die Börsen. Während sich die Profis vor einem zweiten heftigen Niedergang fürchten, steigen immer mehr Amateure ein – trotz Höchstkursen. Bislang wurde dieser Optimismus reichlich belohnt.

Zum Besten von die Profis ist die Stellung klar: Nahezu vier von fünf Fondsmanagern sind laut einer weltweiten Umfrage jener Geldinstitut of America jener Meinung, dass die Aktienmärkte überbewertet sind. So schwarzseherisch waren die professionellen Investor noch nie, zumindest seit dieser Zeit Beginn jener regelmäßigen Erfassung vor mehr denn 20 Jahren. Denn die schrumpft weltweit rasant. Zudem dürfte sich jener erwartete expansive Phase, wenn er nicht von einer zweiten Epidemiewelle komplett ausgebremst wird, langsamer und zäher gestalten denn zu Beginn jener Corona-Krisis erhofft. Doch es sind derzeit nicht die Manager jener Reserve mit ihren Milliardenvermögen und hinauf professionellen Analysen beruhenden Anlageentscheidungen, die wie gewohnt die Richtung jener Weltbörsen vorspielen. Von Frankfurt/Oder solange bis New York steigen die Kurse nachher dem massiven Einbruch im März zeitweise in Rekordgeschwindigkeit – vor allem, weil neue Kleinanleger die Börsen stürmen.

“Die ersten sechs Monate 2020 sind mit circa 70.000 neuen Depotkunden ein absolutes Rekordhalbjahr für Flatex”, sagt jener Vorstandschef des Onlinebrokers, Frank Niehage, ntv.de. Nicht nur die Zahl jener Investor stieg in jener Corona-Krisis damit um sozusagen 20 v. H., nebensächlich die Handelsaktivitäten jener Kunden nahmen fühlbar zu. Wohnhaft bei jener Comdirect-Geldinstitut eröffneten bloß in den Monaten März und vierter Monat des Jahres jeweils mehr denn 50.000 Investor neue Depots, drei- solange bis viermal so viele wie in den entsprechenden Vorjahresmonaten. ING, die größte deutsche Direktbank, berichtet laut “Welt am Sonntag” von mehr denn 70.000 neuen Depotkunden pro Monat hinauf dem Höhepunkt jener Krisis. Umfragen verschiedener Medien zufolge nach sich ziehen sich hierzulande wohl weit mehr denn 500.000 Menschen mit neuen Depots an die Markt gewagt, darunter viele zum ersten Mal.

Zur Verortung: Im vergangenen Jahr besaßen weniger denn zehn Mio. Krauts gar Aktien oder Aktienfonds. Jene Unterzahl erlitt im Februar und März gigantische Verluste. Die im deutschen Leitindex Dax notierten Aktien verloren etwa zeitweise ein Drittel ihres Wertes. Doch statt wie von manchen Beobachtern befürchtet, flohen die Kleinanleger nicht verschreckt aus dem Markt. Im Gegenteil setzte ein regelrechter Run hinauf Aktien ein – und zwar nicht nur in Deutschland. “Diesen Neukunden-Boom bei den Depots und bei der Tradingaktivität sehen wir europaweit in den 18 Ländern, in denen Flatex und Degiro tätig sind”, sagt Flatex-Chef Niehage. Verbinden mit dem jüngst übernommenen niederländischen Onlinebroker Gegiro kommt Flatex gegenwärtig hinauf eine Million Kunden in Europa. “Das wollen wir absehbar auf zwei Millionen verdoppeln”, so Niehage, jener kein schnelles Finale des Booms erwartet.

Neue Dotcom-Brandblase?

Vor allem in den USA ist ein regelrechter Börsen-Hype um die “Retail Bros” genannten Kleinanleger entstanden, die oft genau dasjenige Gegenteil tun, welches professionelle Analysten und Experten raten. Lediglich mit jener Trading-App Robinhood handeln inzwischen mehr denn 13 Mio. US-US-Amerikaner mit Aktien und anderen Wertpapieren – rund drei Mio. mehr denn vor jener Corona-Krisis. Wie jener Sender CNBC berichtet, investieren die meist jungen Nutzer teilweise ihre Checks aus dem Corona-Konjunkturpaket jener Regierung. Skeptische Analysten, die vor einer Überhitzung jener Börsen und Rückschlägen c/o den Kursen warnen, werden etwa vom Social-Media-Star jener Szene Dave Portnoy denn “Schwachköpfe” und “Idioten” beschimpft.

Dasjenige offensichtliche Risiko, mitten in einer Wirtschaftskrise in Aktienmärkte hinauf oder nahe an Rekordkursen einzusteigen, reicht vielen jener “Retail Bros” in den USA in diesem Zusammenhang offensichtlich nicht denn Nervenkitzel. Zeitweise extreme Kursanstiege c/o sehr wahrscheinlich wertlosen Aktien insolventer Konzerne wie Hertz oder JC Penny waren in den vergangenen Wochen zumindest teilweise hinauf die Spekulation von Robinhood-Nutzern zurückzuführen. Ebenfalls wenn die Aktien von Hertz und anderen inzwischen wieder abstürzten, hat sich jener Optimismus jener Kleinanleger bislang rentiert. Laut einem gesondert geschaffenen Un… jener Investmentbank Goldman Sachs nach sich ziehen die Amateure mit ihren Portfolios während jener Rally vom Tiefpunkt des Corona-Crashs im März solange bis Mittelpunkt Monat der Sommersonnenwende ein Plus von mehr denn 60 v. H. erzielt. Eine Vergleichsgruppe von Fondsmanagern kam nur hinauf 45 v. H..

Ein Vergleich mit dem Börsenhype um die Jahrtausendwende liegt nahe. Einst legten nebensächlich in Deutschland Hunderttausende Kleinanleger erstmals ihr Reichtum in Aktien an und erzielten zunächst hohe Gewinne – solange bis die sogenannte Dotcom-Brandblase platzte. Dasjenige Vertrauen jener Deutschen in den Aktienmarkt, die teilweise mit denn grundsolide angepriesenen Investitionen in angebliche Volksaktien ihr Vermögen verloren, galt seitdem denn nachhaltig erschüttert. Dass sich die Historie sich nun c/o dem aktuellen Boom wiederholt, sieht Neuhage schon nicht. Ebenfalls dass nun etwa jener Wirbel um den Wirecard-Skandal den neuen Aktienenthusiasmus schon wieder beendet, sei zumindest c/o seinen Kunden nicht zu befürchten. Die verfügten extra überdurchschnittliches Finanzwissen. “Sie wissen, dass es auch mal abwärts geht und wie man sich absichern kann. Deshalb wird ein einzelnes Ereignis wie die Wirecard-Insolvenz sie auch nicht generell abschrecken, in Aktien zu investieren.”