Die Familienalben welcher Sowjetische Besatzungszone durchblättern


Fotografin Jessica Barthel hatte die stereotype Berichterstattung obig Ostdeutsche sine tempore – und richtete mit “” kombinieren Instagram-Wasserweg ein, hinaus dem frühere Sowjetische Besatzungszone-Volk Aufnahmen aus alten teilen und Kindheitserinnerungen wieder munter werden lassen.

Mausgrau, knapp, und jeder Zweite war ein Spitzel: So linear schien welcher Leipziger Fotografin Jessica Barthel die Berichterstattung obig dasjenige in welcher ehemaligen Sowjetische Besatzungszone in den meisten Fällen. “Dabei konnte der Alltag durchaus vielseitig und bunt sein. Die Menschen haben dort schließlich auch den ersten Kuss erlebt, sich für die Diskothek herausgeputzt oder sind mit ihrer Familie in den Sommerurlaub gefahren”, sagt die 36-Jährige.

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Schwalbenjahre: ein Erinnerungsportrait welcher Sowjetische Besatzungszone

*Datenschutz

Ebendiese Facetten des ostdeutschen Alltags sah sie zugegeben zur Mitte hin gelegen kaum repräsentiert. Im vergangenen Jahr saß sie dann mit ihrer zweijährigen Tochter zusammen mit strömendem Regen hinaus einer sächsischen Landstraße im Personenwagen unverzagt und lauschte einer Radioapparat-Sendung zum Themenkreis “30 Jahre Mauerfall”. Darin geklärt wurden vorrangig Fragen wie jene, ob man mit einer Feinstrumpfhose wirklich den Keilriemen eines Trabis reparieren konnte. Wie sie wieder nur jene alten Klischees hörte, wurde Barthel wütend – und wollte es verbessern.

Ende ihrer Wut entstand hinaus Instagram dasjenige “Schwalbenjahre”, dasjenige nun gleichwohl qua Buch erschienen ist. Dieser Name ist eine Huldigung an den in welcher Sowjetische Besatzungszone überaus beliebten Simson-Tretroller, kann zugegeben gleichwohl metaphorisch verstanden werden. “Der Vogel Schwalbe ist ein Symbol für Hoffnung, Liebe, aber auch für die persönliche Freiheit. Momente der Hoffnung, der Liebe und auch der Freiheitsgefühle konnten in der trotz Mauer durchaus existieren”, so Barthel. In wöchentlichen Take-Overs bespielen jeden Montag unterschiedliche Personen den Instagram-Wasserweg, öffnen ihre Familienalben und gewähren so intime und berührende Einblicke in dasjenige wahre Leben hinter welcher Wand – obig dasjenige viele trotz unzähliger Dokumentationen zum Themenkreis und Kinohits wie “Good Bye, Lenin!” immer noch erstaunlich wenig wissen.

Dies Private, nicht dasjenige Politische

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Jessica Barthel ist selbst ein Kind welcher Sowjetische Besatzungszone.

(Foto: Daniel Boeck)

“Eine Frau, die in den sechziger Jahren in Westdeutschland aufgewachsen ist, schrieb mir und bedankte sich, dass sie auf ‘Schwalbenjahre’ die ‘richtige DDR’ zu sehen bekommt. Als Kind seien ihr völlig falsche Bilder und Vorstellungen vermittelt worden – sie war dann sehr bewegt, zu sehen, dass es ‘drüben’ auch glückliche Kinder gab. Das hat mich wirklich sehr berührt”, erzählt Barthel.

Derbei will sie keinesfalls die Vergangenheit idealisieren. Viele ihrer Abonnenten und Mitwirkenden seien Nachwendekinder, die obig Ehefrau Familienalben kombinieren Zugang zum Leben ihrer Erziehungsberechtigte und Großeltern suchen. “Ich wollte Menschen den Raum geben, Erinnerungen und Alltägliches aus der DDR-Vergangenheit zu zeigen – ohne die Reduzierung auf vorgefertigte Erzählmuster, wie Fluchtgeschichten oder Mangel. Ich habe Instagram als Medium gewählt, weil es ermöglicht, in Interaktion miteinander zu treten, Fragen zu stellen und sich auszutauschen”, so Barthel. Dies Projekt ist nun kognitiv nicht politisch, sondern konzentriert sich hinaus die privaten Momente extra von Sozialistische Einheitspartei Deutschlands-Parteitagen, FDJ-, Pioniertreffen oder Montagsdemonstrationen.

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Prochnows Erinnerungen stammen aus Gera.

(Foto: privat/Jana Prochnow)

Eine Mitschnitt zeigt zum Paradigma kombinieren Vater, welcher mit seinem kleinen Sohn in welcher Wanne sitzt, davor steht seine Tochter im Kinderschlafanzug und blickt zur Seite. In welcher Bildbeschreibung hinaus Instagram schildert Jana Prochnow, die hinaus welcher Mitschnitt aus dem Jahr 1983 zu sehen ist, die Szene: “Mein drei Jahre jüngerer Bruder und ich liebten das Baden. Beheizt wurden diese Badezimmer mehr schlecht als recht mit einer Wärmelampe, die an der Wand hing. Das Geräusch, wenn sie sich erwärmte, und den zunehmenden Rotton der Heizstäbe kann ich aktiv in meiner Erinnerung abrufen. Ich staune heute noch gelegentlich über die Vielzahl an Shampoos und Duschgels, mit denen wir förmlich überschüttet werden. Wir hatten in der DDR einen Kinderbadezusatz, auf dem Etikett war eine gelbe Ente abgebildet, die Flüssigkeit war blau und die Glasflasche war zum Teil mit einer welligen Oberfläche versehen. Der Geruch war ziemlich ernüchternd, aber die Hauptsache war: Wir konnten eine Schaumparty feiern.” In Alltagsszenen wie diesen finden viele andere ihre Kindheitserinnerungen wieder. “Zum Riechen und Anfassen nah”, schreibt eine Abonnentin.

Nachher dem Mauerfall war nicht die Gesamtheit eitel Sonnenschein

Barthels Zugang zur Materie ist gleichwohl Personal… motiviert: Ihre Familie stammt aus Leipzig, ihre Erziehungsberechtigte stellten nachher ihrer Hochzeit im Jahr 1989 kombinieren Ausreiseantrag hinaus eine Honigmond-Reise nachher Ungarn. Zwei Tage nachher welcher Trauung flohen sie mit welcher einst fünfjährigen Jessica im Trabant obig Ungarn und Ostmark nachher Bayern und kamen wenige Tage vor dem Mauerfall in ihrer neuen westdeutschen Heimat an. Barthel wuchs im Berchtesgadener Nation hinaus.

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Ihre Erziehungsberechtigte hätten es zu Beginn dort nicht immer leichtgewichtig gehabt, sagt die Fotografin. “Mein Vater betont immer, dass die Bilder vom Mauerfall, von Ost- und Westdeutschen, die sich in den Armen liegen und Sektflaschen köpfen, nicht der Realität entsprechen. Wir wurden im Westen eher mit Mitleid als großer Freude empfangen, nach dem Motto: Ihr Armen, jetzt habt ihr es auch geschafft”, sagt sie. Ihre Familie erfuhr vor allem zu Beginn gleichwohl Ungerechtigkeit: Barthels Vater arbeitete qua Installateur und bekam statt dem Fünfmarkstück, dasjenige seine westdeutschen Kollegen qua Trinkgeld erhielten, oft Bananen zugesteckt. “Meine Eltern haben auch bei der Wohnungs- und Jobsuche viele Absagen erhalten und mussten lange mit Vorurteilen kämpfen”, so Barthel.

Nachrangig heute noch sei Deutschland immer noch zwischen Ost und West gespalten, sagt sie. “Wie weit wir von einer wirklichen deutschen Gerät fern sind, ist zusammen mit den Unterschieden in Renten und Löhnen und dem geringen Quotient von Ostdeutschen in Führungspositionen immer noch spürbar. Vielfach würden Ostdeutsche vor allem qua abgehängte AfD-Wähler dargestellt, ins Lächerliche gezogen und Erfolgsgeschichten immer noch zu selten erzählt. Ihr Projekt versteht sie qua Gegenentwurf dazu.