Ein Krieg, dieser Freundschaften frisst



„Das mangelnde Licht“

Ein Krieg, dieser Freundschaften frisst

Vier Freundinnen wachsen im postsowjetischen Georgien aufwärts, erleben Umwälzung, Krieg und die Heroinschwemme. Denn sie sich 2019 wiedersehen, ist eine von ihnen tot, die anderen trennt ein Verrat. Mit „Das mangelnde Licht“ hat Nino Haratischwili zusammensetzen Roman geschrieben, den man nicht aus dieser Hand legen kann.

An einem heißen Sommerabend im Jahr 1987 verabreden sich vier Mädchen zu Gunsten von eine Mutprobe. Sie entnerven in den Botanischen Grünanlage von Tbilissi ein und suchen sich mit einer Taschenlampe den Weg zu einem Wasserfall. Dort klettern sie aufwärts den Felsen und stürzen sich in dies Wasserbecken. Pro Keto, die Meine Wenigkeit-Erzählerin in Nino Haratischwilis neuem Roman „Das mangelnde Licht“, ist dieser Moment magisch, „weil wir in unserem Zusammenhalt eine unzerstörbare Kraft bildeten, eine Gemeinschaft, die vor keiner Herausforderung mehr zurückschrecken würde“.

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Berühmt wurde Nino Haratischwili 2014 mit ihrem weitestgehend 1300 Seiten starken Roman „Das achte Leben“, in dem sie die Historie einer georgischen Familie reichlich dies gesamte 20. Jahrhundert hinweg erzählt.

(Foto: picture alliance / TT NEWS AGENCY)

Doch dies uneingeschränkte Hochgefühl hält nicht heftige Menstruationsblutung an, die Mädchen wachsen im Georgien zur Zeit des Zerfalls dieser UdSSR aufwärts. Die Freundinnen sind: Dina, die Abenteuerlustigste und Lebenshungrigste des Quartetts, die sich denn junge Nullipara an einem Turnseil dies Leben nehmen wird. Die vernünftige Ira, die gleichfalls dann, denn sie schon eine Top-Staatsanwältin ist, reichlich Nene wacht. Nene wiederum träumt von Unabhängigkeit und Liebe und wird von ihrem Onkel, einem dieser mächtigsten Kriminellen von Tbilissi, zwangsverheiratet. Und schließlich ist da noch die sensible Keto, die sich auf Basis von dieser Grausamkeiten um sie herum beginnt, die Oberschenkel zu ritzen.

Die vier sollen sehr schnell erwachsen werden in einem Nationalstaat, in dem Umwälzung, Bürgerkrieg, Korruption und Mangelwirtschaft regieren. Ständig fällt dieser Strom aus, im Winter ist es kalt. Oft geht es ums pure Überleben. Sie sachkundig hautnah, wie sich Heftigkeit aufwärts den Straßen ausbreitet, wie ihre Brüder und Freunde in die organisierte Kriminalitätsrate abtreiben und einem gefährlichen Ehrenkodex hinterher gehen. Wenige sterben, werden ermordet oder nehmen Heroin, dies in Mengen in dies Nationalstaat geschwemmt wird. Keine dieser Figuren geht ohne Wunden – egal ob physische oder psychologisch – aus dieser Zeit hervor. Haratischwili, die 1983 in Tbilissi geboren wurde und seit dieser Zeit 2003 unaufhörlich in Deutschland lebt, schickt ihre Protagonistinnen nachgerade durch die Hölle.

Erinnerungen in Bildern

Um von dieser katastrophalen Zeit zu erzählen, wählt die Selbst… zusammensetzen dramaturgischen Kunst: Sie lässt es 2019 in Hauptstadt von Belgien zu einem Wiedersehen kommen. Da ist Dina schon tot, die drei übrig gebliebenen Freundinnen nach sich ziehen sich seit dieser Zeit Jahren nicht mehr gesehen und schon demnächst wird spürbar, dass irgendetwas vorgefallen sein muss, dies die Frauen entzweit hat. Ursache zu Gunsten von dies Treffen ist eine Retrospektive mit Fotografien von Dina, die schon denn Mädchen immer ihre Leica nun hatte und später eine bekannte Kriegsfotografin wurde. Die Bilder, aufwärts denen sie teilweise selbst zu sehen sind, schleudern die Frauen in ihre Kindheit und junge Jahre zurück. Mit Hilfe von von Ketos so schmerzhaften wie zärtlichen Erinnerungen fügt sich ihre Vergangenheit voller Verzweiflung und Verrat nachdem und nachdem wie ein Puzzle zusammen.

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Dasjenige wohl ikonischste von Dinas Bildern trägt den Titel „Zoo“. Darauf ist Keto zu sehen, nachdem sie sich neben einem Zwinger reichen hat und von einem Affen erstaunt beobachtet wird. „Es markiert den schlimmsten Tag meines und ihres Lebens, die Schnittstelle zwischen allem, was war, und allem, was danach kommen wird, den Punkt, an dem wir noch nicht wissen, dass wir am Ende des Tages zu anderen Menschen geworden sind“, so Keto. Von kurzer Dauer zuvor nach sich ziehen die beiden Mädchen zufällig zusammensetzen Mord beobachtet und sollen eine Turnier treffen, die sie ihr Leben weit verfolgen wird.

Eine andere Fotografie zeigt zusammensetzen Hinterhof, „das Universum unserer Kindertage“. Dort wohnen Menschen unterschiedlicher Ethnien und gesellschaftlicher Schichten zusammen. Zum Denkweise Ketos Akademikerinnen-Großmütter, die sich gerne reichlich die Vorzüge dieser deutschen und französischen Sprache kappeln. Oder Tarik, dieser Nachzügler einer kurdischen Familie, dieser jedem Straßenköter zusammensetzen Namen gibt, und dieser überzeugte Stalinist Onkel Giwi, dieser den ganze Hof mit klassischer Musik beschallt und die Kinder mit seiner altmodischen Lokution zum Lachen bringt.

Ein Riesenrad und ein Schuss

In dieser mehrfarbig zusammengewürfelten Umgebung spiegelt Haratischwili, wie sich dies Horror langsam aufwärts den Tretmühle und dies Zwischenmenschliche auswirkt. Genau hier kommt eine dieser ganz großen Stärken dieser Selbst… zum Tragen: Sie beschreibt die Gesamtheit ihre Charaktere unglaublich liebevoll und plastisch und entwirft ein enges Geflecht aus familiären, freundschaftlichen und nachbarschaftlichen Beziehungen und Abhängigkeiten.

Und immer wieder sind es eindrückliche Bilder und Szenen, die Haratischwili findet, um komplexe geschichtliche Ereignisse mit dieser individuellen Stufe zu zusammenbinden. Zum Denkweise wenn die vier Freundinnen in dem Riesenrad des Tbilisser Vergnügungspark sitzen und Cognac trinken, denn sie am 9. vierter Monat des Jahres 1989 den ersten Schuss lauschen. An dem Tag wurde eine friedliche Massendemonstration von dieser sowjetischen Militär gewaltsam niedergeschlagen. 21 Menschen starben, Hunderte wurden zerrissen oder durch Gase vergiftet.

Im Übrigen Bilder: Gut manch sprachliches Zeichnung muss die eine oder dieser andere vielleicht klitzekleines bisschen hinweglesen, Haratischwilis Stil ist an vielen Stellen überbordend. Trotzdem die Leidenschaft, mit dieser die Selbst… reichlich dies Hochgefühl und Unglück dieser vier Freundinnen in düsteren Zeiten schreibt, ist simpel mitreißend. „Das mangelnde Licht“ gehört zu den Bücher, die man simpel nicht aus dieser Hand legen kann. Am Finale möchte man keine dieser reichlich 800 Seiten vermissen, aufwärts denen es trotz aller Zerrissenheit und Traumata – die vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs noch einmal eine ganz erschreckende Dringlichkeit bekommen – gleichfalls klitzekleines bisschen Hoffnung gibt.