Ein “Van Gogh” ohne “Vincent”


Ein Hamburger Auktionshaus versteigert ein Gemälde, dasjenige dasjenige erste von van Gogh sein soll, dasjenige noch existiert. Es ist signiert, zwar nicht mit dem berühmten “Vincent”-Schriftzug. Die Versorger sind “fasziniert”. Dasjenige Van-Gogh-Museum in Hauptstadt der teilt die Begeisterung nicht.

Dasjenige Hamburger Aktionshaus Dechow ist so ziemlich dasjenige genaue Gegenteil von Sotheby’s und Christie’s. Es versteigert keine empfindlichen Objekte längst vergangener Zeiten, sondern handfestes Zeug von heute: Produktionsanlagen, Baufahrzeuge, Maschinen, Werkzeuge. “Ab und an werden uns skurrile Dinge angeboten”, sagt Projektmanager Jens-Peter Franz. Denn Beispiele nennt er Flugzeugteile und -simulatoren. “Einmal war es sogar ein Atomkraftwerk, ein anderes Mal ein Mondfahrzeug.” Handkehrum ? “Extrem selten.”

Vor rund zwei Jahren stellte jedoch eine Kollegin aus dem Callcenter verschmelzen Anrufer mit den Worten zu ihm durch: “Mensch, hier ist jemand am Apparat, der einen van Gogh versteigern will.” Franz ist nicht unbedingt Kunstexperte. Handkehrum den Namen Vincent van Gogh, den genialen Vorreiter jener modernen Malerei, kannte er natürlich. Selbstverständlich wusste er gleichermaßen, dass Gemälde des Niederländers horrende Millionenbeträge wert sind. Franz nahm sich jener Sache an. “Ich ließ mir von dem Anrufer erklären, wie er an das Bild kam, und forderte, wie wir es sonst auch tun, Unterlagen an. Später besuchten wir die Eigentümer. Uns hat das überzeugt.” Und so kam es, dass Dechow den Zuschlag erhielt, dasjenige Gemälde feilzubieten.

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So sah er sich selbst: Vincent van Gogh hinauf einem Selbstporträt von 1889.

(Foto: imago images/Everett Collection)

Finale August oder am 1. September soll die eintägige Online-Versteigerung zusätzlich die Speicher umziehen. Hinauf jener Webseite des Unternehmens wird dasjenige Objekt mit dem Titel “Die Mühle von Wijk” qua “ein Van Gogh nach Jacob van Ruisdael” angepriesen. Wie es dort heißt, kamen “zahlreiche Experten” trotz aller “kontroversen Debatten unter Sammlern” zu dem Ergebnis: “ein Original!” Und ein “Stück Kunsthistorie”. Denn dasjenige Gemälde ist mit “van Gogh” signiert, welches eine Einmaligkeit im Schaffen des Niederländers wäre. Es existiert kein einziges Werk des Künstlers, hinauf dem er seinen Nachnamen hinterließ. Wenn van Gogh Bilder signierte, dann stets mit dem berühmten Schriftzug “Vincent”. Dasjenige Auktionshaus erklärt dazu: “Genau diese Eigenart macht die Geschichte hinter dem Werk so faszinierend.”

Dasjenige Van-Gogh-Museum in Hauptstadt der Niederlande teilt die Begeisterung nicht. Es erkennt dasjenige Grafik nicht qua Urfassung an, wie es hinauf Fragestellung von ntv.de erklärt. Dasjenige ist Teer zum Besten von die Eigentümer, zwar durchaus Glücksgefühl zum Besten von Dechow. Denn hätten die Amsterdamer Experten ihren Daumen gehoben, wäre dasjenige Gemälde niemals im Rahmen dem Hamburger Unternehmen, sondern sehr wahrscheinlich im Rahmen Christie’s oder Sotheby’s gelandet. Doch die lehnten ab, wie Franz bestätigt. Tatsächlich ist dasjenige Museum in Hauptstadt der Niederlande die zum Besten von den internationalen Kunstmarkt einzig anerkannte Instanz mit jener Respektsperson, ein Gemälde qua echten van Gogh zu gegenzeichnen – oder wellenlos nicht. Wohlsein gleichermaßen so gesehen wollten sich mehrere von ntv.de angefragte deutsche Museen und Experten nicht dazu schildern.

Auktionshaus zitiert “zahlreiche Experten”

Die Amsterdamer Fachleute wollten dasjenige Grafik nicht einmal unter die Lupe nehmen. Hinauf explizite Nachfrage von ntv.de machten sie keine Geprotze dazu, wie sie zu dem Schluss kamen, dass es sich keinesfalls um ein Gemälde von van Gogh handele. “Ich verstehe das nicht”, sagt Franz. “Ich habe mehrfach hartnäckig nachgefragt und eindringlich darum gebeten, dass sie das Werk untersuchen. Es wäre doch für alle Kunstliebhaber schön, zu wissen, was Sache ist.” Linie dasjenige Van-Gogh-Museum sollte Motivation daran nach sich ziehen, herauszufinden, ob dasjenige Grafik wirklich dasjenige erste Gemälde des Malers sei, dasjenige noch existiere.

Dasjenige jedenfalls glaubt einer jener “zahlreichen Experten”, von denen hinauf jener Dechow-Webseite die Vortrag ist: Ulrich Kuder, emeritierter Kunstprofessor jener Universität Kiel. Gerd Mettjes, Entstehen 2017 verstorbener “Gemäldegutachter der IHK Stade”, sei “nach eingehender Prüfung” des Gemäldes ebenfalls zur “festen Überzeugung” gelangt, es könne nur real sein. Dasjenige Auktionshaus verweist zudem hinauf Materialanalysen eines Labors in Bornheim und jener Universität Antwerpen.

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Selbige Signatur ist ungewöhnlich.

(Foto: Auktionshaus Dechow)

Dasjenige Gemälde befindet sich in Schleswig-Holstein. Es orientiert sich ohne wenn und aber an dem Gemälde “Die Mühle von Wijk bij Duurstede” oder, wie Kuder meint, einem Stahlstich von van Goghs Zeitgenossen Christiaan Lodewijk van Kesteren nachdem van Ruisdaels Urfassung. “Dafür sprechen verschiedene Details.” Veröffentlicht ist, dass van Gogh, jener 1880 mit 27 Jahren zu malen begann, zum Entstehen seiner künstlerischen Laufbahn niederländische Barockmaler wie Rembrandt und van Ruisdael unausgefüllt kopierte, in Folge dessen vom Vorbild abwich. Seine ersten Gemälde orientierten sich an jener traditionellen niederländischen Schulgebäude und nach sich ziehen mit jener explosiven Gestalt und Farbgestaltung jener Bilder, die er später solange bis zu seinem Suizid 1890 schuf, nichts gemein.

Die Vorbesitzerin des Bildes hatte “die Mühle” nachdem Darstellung von Kuder, jener sich hinauf die heutigen Eigentümer beruft, von einem Leipziger Kaufmann geerbt, jener dasjenige Grafik 1904 in Paris hinauf einem “Petit Boulevard” gekauft nach sich ziehen will. Den Fachbegriff verwendete van Gogh zum Besten von die Künstlerszene, die sich Finale jener 1880er-Jahre von den berühmten und teils sehr gut verdienenden Impressionisten des “Grand Boulevards” abgrenzte. Doch fehlt jener zum Besten von den Kunstmarkt wichtige Kaufbeleg.

Weder Urfassung noch Imitat bewiesen

An eine Imitat glaubt jener Professor nicht: Analysen hätten vertrauenswürdig, dass dasjenige Grafik nur vor 1900 gemalt sein könne. Welcher Van-Gogh-Boom, jener eine Fälschungswelle nachdem sich zog, begann von kurzer Dauer nachdem jener Jahrhundertwende. Genug damit Kuders Sicht hätte es keinen Sinn vertrauenswürdig, ein Werk um 1904 nachzuahmen und es nicht mit “Vincent” zu signieren. Franz sagt: “Wir haben keinen Beweis, aber Indizien, dass es ein Original ist. Es existieren allerdings auch keine Hinweise, dass das Bild eine Fälschung ist.”

Dasjenige heißt die Gesamtheit und nichts. Die Frage ist in Folge dessen, ob Kunstsammler dem Urteil eines ehemaligen Gutachters jener Industrie- und Handelskammer einer deutschen Provinzstadt sowie eines Professors im Ruhestand gehorchen und verschmelzen Millionenpreis zum Besten von ein Grafik bezahlen werden, dasjenige dasjenige Museum in Hauptstadt der Niederlande nicht qua Urfassung ausflaggen will. Kuder listet in seiner Vita hinauf jener Uni-WWW-Seite weitestgehend 100 Veröffentlichungen hinauf. Sie trudeln sich weitestgehend nur um mittelalterliche Kunst. Eine Ausnahmefall ist darunter. Sie trägt den Titel: “Ein van Gogh nach Jacob van Ruisdael in schleswig-holsteinischem Privatbesitz”.