Eine Wahl, Mio. menschliche Schicksale


schwarzer Pfaffe und ein 33-Jähriger – zusammen mit dieser Senatsstichwahl in Georgia im Januar entscheidet sich, welches dieser designierte US-Staatschef Biden gar synthetisieren kann. Es geht um Rassismus, Krankenversicherungen und vor allem um faire Löhne.

Wie die Sonne sozusagen verschwunden ist, tritt dieser Reverend aus dieser Kirchentür, nur ein paar Meter. Welcher Anzug ohne Tadel, die Brille randlos, die Gestik wohldosiert. Eine Assistentin passt uff, dass sich dem prominenten Sprecher niemand nähert; zwar solange bis uff zwei Trinker vor dem nahen Schnapsladen ist ohnehin sozusagen niemand zu sehen. Es dauert kaum fünf Minuten, da hat Raphael Warnock seine Sätze z. Hd. die Erkenntnis gesagt, dieser Kameramann packt wieder ein und die drei verschwinden zurück ins Intern. Uff dieser anderen Seite dieser Straße bewacht eine Sicherheitsfrau den steinernen Sarg von Martin Luther King und dessen die noch kein Kind geboren hat Coretta Scott. “Der Traum lebt”, ist am Fuße des Gedächtnisfeuers zu Vorlesung halten.

Vor wenigen Jahren war dieser afroamerikanische Pfaffe dieser Ebenezer-Pfarrgemeinde nicht so harmlos. Ende Protest gingen er und weitere Demonstranten im März 2014 im Regierungssitz von Georgia in den Sitzstreik. Sie wollten den Landesvater, verdongeln Republikaner, dazu in Bewegung setzen, die staatliche Krankenversicherung entgegen seiner früheren Zurückweisung auszuweiten, so wie es Obamacare ermöglicht und beabsichtigt hatte. Irgendwann führte die Polizei zweitrangig Warnock in Handschellen ab. Seither ist er nicht mehr nur baptistischer Geistlicher, sondern zweitrangig Volksvertreter. Welcher 51-Jährige und sein 33-jähriger Parteikollege Jon Ossoff wollen in dieser Stichwahl am 5. Januar 2021 die beiden Senatorensitze des Bundesstaats erobern.

Ossoff und Warnock, die seit dieser Zeit Monaten verbinden Wahlkampf zeugen, wissen um die Hauptprobleme: Hungerlöhne und nicht vorhandene oder lückenhafte Krankenversicherung. Im lokalen “Citizen Radio” z. Hd. US-Amerikaner afrikanischer Herkunft sind Werbeclips von Warnock und Stacey Abrams, dieser Wegbereiterin zum Heil dieser Demokraten in Georgia, zu wahrnehmen. Nahezu in Dauerschleife verspricht Warnock eine bessere Gesundheitsversorgung und würdevolle Bezahlung. “Jemand wie ich sollte eigentlich nicht kandidieren”, erzählt dieser Geistliche. Aufgewachsen in einer Sozialwohnung, die Schraubenmutter Tobak- und Baumwollpflückerin, dieser Hunger manchmal näher denn dieser Zahltag. “Wenn ihr jemanden wollt, der eure Herausforderungen aus eigener Erfahrung kennt, bin ich euer Mann”, wirbt Warnock um die Stimmen dieser Schwarzen. Die Ebenezer-Religionsgemeinschaft ist unter Afroamerikanern eine dieser einflussreichsten in den USA.

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Die historische Ebenezer Religionsgemeinschaft. Vereinen Notizblock weiter blicken Wandgemälde von Martin Luther King und George Floyd uff die Passanten.

(Foto: Roland Peters)

Joe Biden hat Georgia dasjenige erste Mal seit dieser Zeit sozusagen drei Jahrzehnten z. Hd. die Demokraten gewonnen, wenn zweitrangig extrem kurz. Wie Schlüssel z. Hd. seinen Heil gilt, dass Aktivisten dieser politische Kraft in den vergangenen Jahren hunderttausenden Afroamerikanern ihr Recht uff Obamacare klargemacht und sie denn Wähler registriert nach sich ziehen. Um Biden zusätzlich zur Präsidentschaft zweitrangig noch mit einer Mehrheit im Senat auszustatten, fließen nun aus dem ganzen Staat Dollar nachdem Georgia. In Umfragen liegen Ossoff und Warnock etwa gleichauf mit dem Republikaner David Perdue und dieser Republikanerin Kelly Loeffler, die den Staat derzeit im US-Senat vertreten. Mindestens 231 Mio. Dollar nach sich ziehen die vier Senatskandidaten bislang zurückgezogen z. Hd. Fernsehwerbung ausgegeben. Zwar könnte Biden umstrittene Projekte im Weißen Haus zweitrangig ohne Senatsmehrheit per Dekret importieren, zwar die sind wesentlich unbeständiger denn Gesetze.

Etwa neun Mio. Menschen in den USA kommen nur dank Essensmarken des Staates reichlich die Runden, obwohl die Hälfte von ihnen in Vollzeit arbeitet. Welcher Mindestlohn steht seit dieser Zeit mehr denn einem Jahrzehnt unverändert zusammen mit 7,25 Dollar. Die meisten Bundesstaaten nach sich ziehen ihn eigenwillig angehoben – Georgia nicht. Im selben Zeitraum ist die Lebenshaltung in den USA offensichtlich teurer geworden. Um dieser Dürftigkeit zu entweichen, müssten Alleinstehende ohne Kind laut dieser US-Statistikbehörde mindestens 16 von Hundert mehr verdienen, inzwischen 1192 Dollar monatlich. Zusammen mit einem Dreipersonenhaushalt mit zwei Erwachsenen und einem Kind sind es demnach sogar 19 von Hundert mehr, 1469 Dollar Einkommen pro Monat.

Arbeitsam, lernwillig, obere Extremität

In einer solchen Situation befindet sich Quita Mae Dawson. So möchte die 24-Jährige genannt werden, um nicht den Zorn ihres Arbeitgebers “Dollar General” uff sich zu ziehen. “Das ganze Unternehmen ist einfach eine Lüge”, regt sie sich uff. Die Afroamerikanerin steht uff dem weitläufigen Parkplatz einer typischen Strip Mall, etwa eine halbe Stunde Autofahrt von dieser Zentrum weit: ein Friseur, eine Wäscherei, zwei Supermärkte und in Sichtweite ein Foodtruck. Quita Mae Dawson hat grade ihre Schicht hinter sich und wartet darauf, dass ihr Mann und ihre kleine Tochter sie abtransportieren. “Sie wollen nicht mehr Lohn zahlen und sie schicken keine Unterstützung, wenn du sie brauchst.”

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(Foto: Roland Peters)

Quita Mae Dawson ist beschäftigt, wird zwar nur pro gearbeiteter Stunde entlohnt. Angefangen hat sie vor drei Jahren denn Kassiererin mit weniger denn neun Dollar pro Stunde, inzwischen ist sie “Assistant Store Manager” und bekommt zwölf Dollar. So verdient sie z. Hd. maximal 35 Zahlungsfrist aufschieben pro Woche netto kurz reichlich 300 Dollar. Dies Geld reicht sozusagen nie. gibt es kaum, zwar zumindest ist sie reichlich dasjenige Unternehmen krankenversichert. Trotzdem muss sie die ersten 525 Dollar Behandlungskosten immer selbst bezahlen. “Es ist hart hier draußen”, sagt sie frustriert. Ihr Mann verdient nur den Mindestlohn, demnach kommt sie z. Hd. dasjenige meiste uff. Via ein Studium will sie raus aus dieser Niedriglohnfalle.

Im Supermarkt stillstehen die Gänge zweitrangig an diesem späten Nachmittag noch voller Rollwagen mit neuer Ware. “Es sind so viele Dinge in einer Schicht zu tun. schaffen manches einfach nicht”, sagt sie müde. Vielerorts wird sie angerufen und muss mit ihrem alten PKW in andere Filialen gondeln. Sozusagen sollte sie eine Kilometerpauschale bekommen, zwar die werde oft nicht ausgezahlt: “Eine Gewerkschaft würde vielleicht helfen.” Für jedes Otto-Kraftstoff, Ölwechsel, “was auch immer in diesem alten Honda Civic kaputtgeht, ich muss mich darum kümmern”, zählt sie uff.

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Dollar Tree, Family Dollar, Dollar Vier-Sterne-General: An irgendwer Straßenkreuzung in dieser Nähe von Atlanta ist immer eine dieser Ketten vertreten, die sich zu Tante-Emma-Läden in…-Dimension entwickelt nach sich ziehen. Im Schnittwunde verdient ein Vollzeit-Kassiererin in Georgia etwa 1000 Dollar monatlich. Während landesweit zehntausende Geschäfte schließen zu tun sein, sind die beiden großen Unternehmen weiterhin uff Wachstumskurs. So will etwa Dollar Vier-Sterne-General wie geplant am Jahresende rund 1000 neue Filialen eröffnet nach sich ziehen. Im vergangenen Jahr gab es mehr denn 33.000 solcher Dollar Stores in den USA, davon inzwischen mindestens 17.000 Dollar Vier-Sterne-General mit 157.000 Beschäftigten.

Sammelklagen wegen Lohnraub

Die niedrigen Löhne sind Teil eines riesigen Problems: In Georgia bekamen vor ein paar Jahren 45 von Hundert dieser Beschäftigten weniger denn 15 Dollar brutto pro Stunde, landesweit waren es 42 von Hundert. Die Demokraten wollen dasjenige ändern und nach sich ziehen eine schrittweise Anhebung des Mindestlohns uff ebendiese Marke solange bis zum Jahr 2026 angekündigt. Etwa 27 Mio. Werktätiger bekämen im Zuge dessen wohl mehr Geld, errechnete dieser statistische Tätigkeit des US-Kongresses. 1,3 Mio. Menschen entkämen demnach dieser Dürftigkeit. Dazu müssten zwar die republikanischen Senatoren in Georgia abgelöst werden.

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Gegen David Perdue tritt Jon Ossoff an.

(Foto: Roland Peters)

Perdue, dessen Senatssitz Ossoff übernehmen will, war von 2003 solange bis 2007 dieser Chef von Dollar Vier-Sterne-General. Perdue eröffnete in dieser Zeit mehr denn 100 neue Filialen zurückgezogen in Georgia, brachte dasjenige Unternehmen in die Gewinnzone und verkaufte es dann. Welcher heutige Senator verdiente damit mehr denn 50 Mio. Dollar. In mehreren Sammelklagen warfen ihm seine früheren Angestellten Lohndiebstahl vor: Dollar Vier-Sterne-General hatte sie denn Manager deklariert und ließ sie reichlich ein Schlupfloch im Arbeitsrecht solange bis zu 80 Zahlungsfrist aufschieben pro Woche ohne zusätzliche Bezahlung funktionieren. Frauen bekamen weniger Geld denn . In den entsprechenden Jahresberichten brüstet sich dasjenige Unternehmen mit “schlanker Besetzung von zwei bis drei Beschäftigten” pro Laden, warnt vor höheren Mindestlöhnen und . Nachdem seinem Weggang zahlte dasjenige Unternehmen mindestens 42 Mio. Dollar Entschädigungen. Wie Volksvertreter ist Perdue seiner Linie treu geblieben.

Etwa ein Drittel dieser Kunden in Dollar Stores lebt nahe dieser Armutsgrenze. Doch die Geschäfte sind nicht nur Zeichen z. Hd. prekäre Verhältnisse, sondern verursachen sie zweitrangig, kritisiert dasjenige Institut z. Hd. lokale Selbstversorgung. Die Ladenketten breiten sich demnach sich vor allem in den Vorstädten und im ländlichen Raum rasant aus und vernichteten dortige Wirtschaftskreisläufe und Einkommen. Ein Dollar Store eröffnet und zahlt nur geringe Löhne, die anderen Geschäfte im Ort können nicht wettstreiten und möglich sein pleite. Denn ob Küchenutensilien, Lebensmittel und Süßigkeiten, bunte Papiereinhörner oder Plüschtiere, im neuen Laden ist sozusagen die Gesamtheit günstig zu bekommen, da die Unternehmen vieles aus Volksrepublik China importieren.

Die veränderten Mehrheitsverhältnisse in Georgia nach sich ziehen sich seit dieser Zeit Jahrzehnten angekündigt. Dies Jahr 2020, denn sich dieser Bundesstaat blau färbte, dieser Ton dieser Demokraten, wird in dieser Rückschau womöglich irgendwann denn Zeitenwende deklariert. Die meisten dieser 10,6 Mio. Menschen leben im Großraum Atlanta. Hier wächst die Bevölkerungszahl seit dieser Zeit mehr denn einem halben Jahrhundert rasant, seit dieser Zeit 1960 zusammen mit jeder Volkszählung im Schnittwunde um 30 von Hundert. Inzwischen sind es reichlich sechs Mio. Einwohner, von denen sich mehr denn ein Drittel selbst denn Schwarze oder US-Amerikaner afrikanischer Herkunft bezeichnen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten nach sich ziehen sich zweitrangig die Vorstädte verändert, sie sind nicht mehr nur von Weißen bewohnt. Die zeugen noch etwa die Hälfte dieser Volk aus, bekommen zwar weiterhin die besseren Jobs denn US-Amerikaner afrikanischer Herkunft und Latinos, die insoweit weniger verdienen.

“Wir können es schaffen”

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(Foto: Roland Peters)

Eine halbe Stunde Reise vom Dollar Vier-Sterne-General weit stillstehen mehrere Frauen an dieser Schnellstraße und bejubeln jedes PKW, dasjenige abbiegt. Die beiden Senatskandidaten dieser Demokraten zeugen an diesem Donnerstagnachmittag Stopp in Jonesboro, Clayton County. Eine kleine Dachboden ist vor dem Kircheneingang platziert, wenige Journalisten sind da und rund geschätzt zweihundert Menschen, sozusagen ganz US-Amerikaner afrikanischer Herkunft. Es ist eine reine Motivationsveranstaltung z. Hd. den Januar. Sozusagen 85 von Hundert entschlossen sich in Clayton County z. Hd. Joe Biden, mit einem Vorsprung von rund 80.000 Stimmen. Welcher Demokrat gewann den gesamten Bundesstaat mit rund 13.000 Stimmen Vorsprung vor Donald Trump. “Clayton County rettet Amerika”, ist uff einem T-Shirt zu Vorlesung halten.

Nun jedoch geht es drum, wie viel Potenz dieser neue Staatschef nach sich ziehen wird. Eine Schülerin trägt ein Reim vor, dasjenige die Auflehnung gegen die Sklaverei mit dieser aktuellen Wahl verknüpft, Lokalpolitiker feuern die Menschen an, dann halten Ossoff und Warnock geschliffene Wahlkampfreden. Die Aufgabenverteilung ist lichtvoll: Welcher schneidige Ossoff moniert die Korruption in Washington und dieser Senatoren, die an dieser Handelsplatz mit Insiderwissen reichlich die Corona-Maßnahmen viel Geld gemacht nach sich ziehen sollen. Warnock spricht in größeren Parabeln: von dieser Selbstermächtigung dieser Schwarzen und dem Laufrad dieser Historie, den es nun zu ändern gelte. “Geht wählen! Eure Vorfahren konnten es nicht, aber ihr!”, ist uff manchen Schildern in dieser Viertel zu Vorlesung halten.

Es gehe ihr um eine bessere Krankenversicherung und höhere Löhne, sagt die Besucherin Trina Corbitt, die wegen dieser weltweite Seuche sonst nur selten aus dem Haus geht. “Von 7,25 Dollar ist es fast unmöglich zu leben”, erklärt die 54-Jährige hinter ihrem Mund-Nasen-Schutzmechanismus. Dieserfalls würden die USA doch denn eines dieser reichsten Länder dieser Welt gelten: “Wir können es schaffen”, sagt sie zu den Wahlchancen von Ossoff und Warnock.

Trina Corbitt war vor dieser weltweite Seuche zusammen mit einer Zeitarbeitsfirma tätig. Dann holte sie ihre hilfsbedürftige Schraubenmutter zu sich und schmiss den Job, weil sie Befürchtung hatte, dasjenige Virus einzuschleppen. Die Schraubenmutter ist 79 Jahre frühzeitlich, muss dreimal pro Woche zur Dialyse, war zwar nur reichlich ihren Mann versichert. Seitdem dieser verstorben ist, zahlt die Versicherung nur noch pauschal 244 Dollar pro Monat. Viel zu wenig, um ganz Wert zu decken. “Sie müssen die Mehrheit im Senat erobern und diese Probleme angehen”, sagt Trina Corbitt: “Das hier ist wegweisend.”