„Gefühl der Aussichtslosigkeit macht sich breit“


Welcher Psychologe Stephan Grünewald erforscht Langzeitfolgen von Krisen. Den Deutschen attestiert er eine Schockstarre, die nachrangig daraus resultiert, dass jener Krieg nah, zugegeben „in unserem Auenland alles friedlich ist“. Hier erklärt jener Routinier Bewältigungsstrategien – die nicht ganz klappen.

ntv.de Hr. Grünewald, erst zwei Jahre Corona-Stress, nun Krieg wenige Hundert Kilometer von Deutschland weit. Wie steht es um die Deutschen?

Stephan Grünewald: Es geht ja noch weiter zurück. Nachher jener Staatsschuldenkrise in Europa folgte 2015 jener Konflikt um die Zuwanderung. Daraufhin kam Corona. Inzwischen dominiert in jener Volk eine Grundstimmung jener Melancholie und Sichfügen, die wir beim Rheingold-Institut mit dem Fachterminus „Melancovid“ gefasst nach sich ziehen. Dasjenige Gefühl jener Aussichtslosigkeit macht sich breit. Man versucht immer wieder Gimmick, die scheitern, weil die nächste Woge oder die nächste schlimmer Zustand verschmelzen einholt. Und jetzt jener Krieg, jener zu einer Formgebung Schockstarre geführt hat. Man gibt sich seinem Schicksal hin.

Welcher Krieg hat dementsprechend den Trend, Trübsal zu französischer Sex, weiter verschärft, zugegeben die Situation wollen nicht ganz wahrhaben?

Die Nation hält Dornröschenschlaf. Welcher jetzige Zustand jener Welt ist zum Besten von viele, viele Menschen sehr schwierig zu verdauen. Durch den Kriegseintritt hat dasjenige Leben noch mal eine ganz andere Unwirklichkeit bekommen. Welcher Krieg findet vor jener innerbetrieblich statt. Doch wenn man rausgeht, sieht die Gesamtheit so wie immer aus. Die Menschen sorgen sich zusammen, nachrangig weil ungeschützt oberhalb Atombomben gesprochen wird. Sie wissen: Welcher Krieg kann uns treffen, wir werden Todesopfer können sollen. Hinaus jener anderen Seite sind wir zugegeben in unserem deutschen Auenland, in dem die Gesamtheit weich ist, jener Frühling kommt, die Sonne scheint und die Läden noch relativ voll sind.

Dass jener Krieg nachrangig Deutschland betrifft, ist dementsprechend im Kontext den Menschen schon wegen jener Nähe zur Ukraine mental voll angekommen?

Jedweder sehen täglich den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im In die Röhre schauen, jener uff dasjenige Pein in seinem Nation verweist und von uns Deutschen verlangt, dass wir größere Todesopfer können. Sei es, dass wir uff die Gas- und Öl- und Kohleimporte aus Russland verzichten, sei es, dass wir unser Sicherheitsbestreben studieren. Dasjenige geht an den Menschen nicht spurlos vorüber. In den Befragungen des Rheingold-Instituts war eine starke Stand-By zu wiedererkennen, Todesopfer zu können.

Entsteht durch den Krieg und dasjenige Erleuchtung, Abstriche am eigenen Leben zeugen zu sollen, ein neues Feindbild: „der Russe“?

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Stephan Grünewald ist Diplompsychologe, Mitbegründer des Rheingold-Instituts und Buchautor.

(Foto: Rheingold-Institut)

Dasjenige kann vorbeigehen. Sehr viele Menschen in Deutschland vertrauen: Ist Putin weg, wird die Gesamtheit gut. Insoweit und wegen des allgemeinen Ohnmachtsgefühls wünschen sie uff höheren Betreuung, dass entweder jener chinesische Pilot mäßigend uff Putin einwirkt, ihn an die Kandare nimmt, oder ihn die Völkergemeinschaft geschlossen zur Raison bringt. Eine andere Hoffnung bezieht sich uff dasjenige russische Volk, dass es selbst uff die Straße geht und seinen Präsidenten aus dem Verkehrswesen zieht. Da wird schon noch sehr genau differenziert. Es kann zugegeben sein, dass die Menschen im Laufe des Krieges registrieren, dass die russische Nation geschlossen hinter Putin steht. Dann lässt sich die Gefahr nicht mehr denn ‚Putins Krieg‘ personalisieren.

Wie fällt jener Vergleich zwischen Putin und Selenskyj aus?

Putin ist in jener Wahrnehmung jener Menschen hierzulande jener wahnsinnige und unberechenbare Attackierender, dem sein eigenes Volk egal ist, jener die Gesamtheit tut, den Krieg zu Vorteil verschaffen. Selenskyj wird hingegen denn zugänglicher Held empfunden, jener trotz jener schlimmen Situation Kampfgeist und Zuversicht vermittelt. Er ist lukulent in jener Statement, ohne dass dasjenige Gefühl entsteht, dass er Hass sät. Obwohl er seine Menschen einschwört, kommt er nicht denn Kriegstreiber rüber.

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Nach sich ziehen Sie in Ihren Befragungen Menschen erlebt, die Todeswünsche im Gegensatz zu Putin plädieren?

Unbewusst hegen sie viele, plädieren tut sie niemand explizit. Dasjenige wird lieber verklausuliert formuliert.

Wenn auch es nicht ungeschützt gesagt wird, sagt dasjenige viel oberhalb die Stimmung und Ängste jener Deutschen. Gibt es Strategien, mit dem Krieg umzugehen?

Wir nach sich ziehen sechs Bewältigungsstrategien festgestellt, mit jener die Menschen aus ihrer Ohnmacht kommen wollen. Die erste ist ein ständiges Updaten jener Nachrichtenlage in jener Hoffnung, dass die erlösende News vom Kriegsende kommt. Dasjenige zieht zugegeben noch mehr runter, da die frohe Botschaft ausbleibt. Die zweite Strategie ist die Beschwörung von Normalität inklusive Ablenkungsmanöver: die Menschen stürzen sich in Arbeit oder sie in Betracht kommen shoppen oder wandern, um den Kopf freizubekommen. Die dritte Strategie ist zu helfen, un… man Geld spendet, Pakete packt oder Wohnraum zum Besten von Flüchtlinge bereitstellt.

Bleiben noch drei andere Varianten.

Die vierte ist, sich solidarisch zu zeigen durch Taten, in Gesprächen oder Demonstrationen. So spürt man eine Verbundenheit und hat dasjenige Gefühl, dass die Neutralleiter welches in Bewegung setzen kann, welches jener Einzelne nicht schafft. Fluchtgedanken sind die fünfte Bewältigungsstrategie. Wenige nach sich ziehen geistig schon die Koffer gepackt oder beherrschend zumindest, wohin sie emigrieren würden. Die sechste Möglichkeit hatte ich schon genannt: uff höheren Betreuung wünschen. Und wenn dasjenige nicht funktioniert, dementsprechend wenn Volksrepublik China oder dasjenige russische Volk nicht helfen, dann hilft man sich zumindest selbst, un… man Lebensmittel hamstert und sich zum Besten von den Notlage ausrüstet.

Welche Strategie hilft gerade und welche geht gerade nachdem hinten los?

Die sechs Bewältigungsstrategien nach sich ziehen eine unterschiedliche Erfolgsbilanz. Man kann sich nachrangig täglich besaufen, um irgendwas Schlimmes zu verkraften. Doch dasjenige ist weder tragfähig, noch wirkt es langfristig. Im Minutentakt News zu Vorlesung halten, zieht verschmelzen immer tiefer runter. Man hofft und hofft uff die Wende, zugegeben es gibt immer nur neue Gräuelnachrichten. Dasjenige schlägt schwergewichtig aufs Gemütsanlage.

In jener weltweite Seuche konnte man dasjenige Gefühl nach sich ziehen, dass dasjenige Nation durchdreht, wie nachrangig die Polarisierung zeigte. Kann jener Krieg dazu münden, dass die Menschen wieder zusammenrücken und die vernünftige Denkweise zunimmt? Oder erwarten Sie dasjenige Gegenteil?

Die Irrationalität wird bleiben. Kriegsängste sind ja zum Teil nachrangig irrational, zugegeben welches wir jetzt erleben, findet nun mal wirklich unbestreitbar statt. Wir sehen zugegeben nachrangig, dass ein externer Feind die Menschen in Europa und sogar weltweit zusammenschweißt. Vor drei Wochen im Bundestag konnte man es erleben, dass jener äußere Feind lieber den inneren Zusammenschluss fördert. Langfristig werden wir wieder in die Polarisierung geraten.

Können Sie eine Statement dazu treffen, welches mit den Kindern passiert, die Corona und jetzt diesen Krieg erleben? Wie können Jungen, Mädchen und Jugendliche damit umgehen?

Wir zeugen ohne Rest durch zwei teilbar eine große Studie zu dem Themenkreis, die in einigen Wochen veröffentlicht wird. Welches sich bisher abzeichnet, zeige ich an einem Paradebeispiel aus jener Corona-Zeit. Die Lockdown-Phasen waren ja so irgendwas wie ein kollektiver Vorruhestand, jener verordnet wurde. Und dasjenige können ältere Semester natürlich besser verknusen denn junge Menschen, die reisen, in die Disko und sexuelle Erfahrungen vereinen wollen. Die nach sich ziehen zum Teil erlebt, wie sich ihr ganzer täglich Brot auflöst, inklusive jener Tag-Nacht-Struktur. Wenige nach sich ziehen sich zurückgezogen und in ihren Internetwolken abgeschottet. Ebendiese Haufen wird Schwierigkeiten nach sich ziehen, wieder ins soziale Leben reinzukommen.

Dasjenige ist dann dementsprechend eine große Herausforderung zum Besten von die Lobby in Zukunft, richtig?

Ja, uff ganz Fälle. Dasjenige wird uns noch sehr vereinnahmen.

Mit Stephan Grünewald sprach Thomas Schmoll