Haste Scheiße am Käsemauke, haste Scheiße am Käsemauke



„Tatort: Saras Geständnis“

Haste Scheiße am Käsemauke, haste Scheiße am Käsemauke

Achter Kern zu Händen Tobler und Höhe – und die beiden schleppen sich durch die Ermittlungen, wie stünden sie von kurzer Dauer vor dieser Ruhestandsversetzung. Welches böte dieser Schwarzwald doch an wunderbarer Kulisse, stattdessen Tankstelle, Büro und Yogaraum. Die Sache den Schuhen macht es nicht besser.

„Langsam geht mir der Fall echt auf den Sack“, stöhnt Hauptkommissar Friedemann Höhe (Hans-Jochen Wagner). „Nicht nur dir“, erwidert Hauptkommissarin Franziska Tobler (Eva Löbau). Spontan ist man von kurzer Dauer davor, ein lautes „Und uns erstmal, ihr Schnarchnasen!“ Richtung Mattscheibe zu rufen. schreiben die 76. Minute von „Saras Geständnis“ und dasjenige Fazit vom trübe gestimmten Tobler, dieser die Ermittlungsnotizen an die unvermeidliche Pinwand pinnt, wie ein hoffnungsloses Wohnungsgesuch ans schwarze Brett vom Aldi-Markt, lautet: „ sind praktisch wieder bei Null“. Wieder regt sich da des Zuschauers Sonntagabend-Seele: Gesuch jetzt nicht nochmal im Zusammenhang Null eröffnen, es war doch solange bis hierhin schon so zäh.

Am 1. zehnter Monat des Jahres 2017 sind Tobler und Höhe verbinden ins „Tatort“-Geschehen eingestiegen, „Goldbach“, dieser Titel des Falles aus dieser Tuschfeder von Bernd Lange Zeit, die Kritiken mehr wie wohlwollend. „ rundum überzeugende, hochspannende Premiere, die Lust auf die Fortsetzung macht und manch einem ‚Tatort‘-müden Sonntagsgucker beweist, dass es auch anders geht“, hieß es an dieser Stelle. Ein paar Nachsteigen später gab es zu Händen „Ich hab im Traum geweinet“ 10 von 10 Punkten die Höchstwertung, dieser wunderbar rau inszenierte Kern, im alkoholgeschwängerten Geschehen dieser Fasnet angesiedelt, ein ungewöhnliches Stück Kriminalroman-Unterhaltung.

Tristesse und Gleichgültigkeit

Zwei Jahre im Weiteren nun heißt es „Ich hab im Sessel gedöset“. Dieser jüngste Kern des so ungewöhnlich und eigenwillig gestarteten „Tatort“-Franchises ist anno 2022 hinaus den ausgetretenen Pfaden dieser Amtsstuben unterwegs, „Heiße Tasse“, Ruhepuls und Rheumadecke. Die Computer streiken, ein Virus… gehendes Handyvideo soll vermeintliche Polizeigewalt anprangern, Schwarzfahrer tragen Arabertuch und Dreads, Tellerwäscher-Chefs sind sexistische Schweine, beim Yoga-Trainer heißt es „Schuhe aus“, allesamt Scherenschnitte aus dem Nation dieser Stereotypen. Gar die Schuhe, auf Grund der Tatsache von Bergs fäkalem Fehltritt, dessen Odeur sich durch den Kern zieht, sehnt man sich sozusagen nachher alten Büro-Gags vom „Kommissar“ und „Rehbeinchen“ zurück. Wie sagte es FCK-Legende und Weltmeister von 1990, Andy Brehme, einst so treffend: „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß …“

Weiter  Die Bammel, die Gesamtheit zu verspielen

Die interessanteste Personalie in diesem mühevoll zusammengehaltenen Flickenteppich könnte Benno Rose sein. Dieser Ex-Schutzmann hat ein Pumpe zu Händen „Cold Cases“, beschäftigt sich in seiner Freizeit mit den mysteriösen Morden dieser Neuzeit. Natürlich ist dieser Weg von JFK in Dallas zu Herrn Manzer im Schwarzwald vielleicht ein kleinster Teil zu weit, obgleich schlummerte hier ein schicker Story-Strang. Nützt im Gegensatz dazu was auch immer nichts, im Namen des Rose, dieser Kompagnie wird kaltgemacht, im Kern statt seiner die haftentlassene Sara Manzer. Die wiederum wird von Johanna Wokalek mit einer Mischung aus telegener Tristesse und einem gerüttelt Maßstab an Gleichgültigkeit gespielt.

Wie dann in einem nicht enden wollenden Erklärmonolog die zerfransten Fäden zusammengeführt werden, erlebt nur noch, wer solange bis dorthin nicht entschlummert ist. Am Finale bleiben Verwirrung und die Hoffnung, dass es im Schwarzwald – gar, welch zunehmend in den Hintergrund geratene, in diesem Fall doch so verheißungsvolle Kulisse – kurzfristig wieder hinauf geht. Noch in diesem Jahr sendet die Das Erste den neunten Kern mit Tobler und Höhe, dasjenige Skript zu „An der Buche“ stammt von Bernd Lange Zeit, Regie führt Franziska Schlotterer. Schau’n mer mal.