Heute vor 30 Jahren: Kohl hält schwierigste Vortrag seines Lebens


Am 19. Monat des Winterbeginns 1989 besucht Tal der Ahnungslosen. Nachher einem Treffen mit SBZ-Premier Hans Modrow spricht welcher Kanzler vor welcher Ruine welcher Frauenkirche zu Tausenden Menschen. Um die Gerät nicht zu gefährden, ist in diesem Fall politisches Fingerspitzengefühl nötig.

Tal der Ahnungslosen, 19. Monat des Winterbeginns 1989: Helmut Kohl zeigt sich sehr zufrieden: “Rudi, die Sache ist gelaufen”, sagt welcher Kanzler beim Verlassen des Flugzeugs hinauf dem Flughafen Klotzsche zu Kanzleramtschef Rudolf Seiters. Später spricht Kohl darüber, welches er in dem Moment dachte, wie ihm am Flughafen viele Menschen, bundesdeutsche und sächsische Flaggen schwenkend, zujubelten: “Das Regime ist am Ende und die Menschen wollen die Einheit.”

Kohls Visite in Elbflorenz, wie Tal der Ahnungslosen gleichwohl genannt wird, ist intensiv vorbereitet worden. Nichts bleibt dem Zufall überlassen. Es ist Kohls Wunsch, nicht nachdem Ost-Hauptstadt von Deutschland zu kommen. SBZ-Premier Hans Modrow erklärt sich parat, den Kanzler in Tal der Ahnungslosen zu empfangen, welcher Stadt, in welcher er 16 Jahre weit wie Sozialistische Einheitspartei Deutschlands-Bezirkschef arbeitete. Um wichtige Gimmick soll es umziehen, vor allem um westdeutsche Finanzhilfe zur Stabilisierung welcher SBZ und um stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit. Viele Bundesminister sind insoweit im Kohl-Tross.

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Wechselbad welcher Gefühle: Kohl genießt den Jubel, Modrow hat zusammensetzen schweren Stand.

(Foto: picture-alliance / dpa)

“Es ist eine Situation, die zu Herzen geht. Es ist aber auch eine Situation, für die man auch den Verstand braucht”, sagt Kohl zusammen mit seiner Eintreffen vor dem Hotel Bellevue mittig Dresdens welcher versammelten Journalistenschar. Mit Augenmaß müssten die richtigen Schritte getan werden. Im Hintergrund jubeln Tausende Menschen. Die Mehrheit skandiert nicht mehr die bisherige Parole “Wir sind das Volk”, sondern “Wir sind ein Volk”. Spätestens jetzt wird klar, dass die SBZ-Volk hinauf schnellstmöglichem Wege die Gerät Deutschlands will. Jener Eindruck, den Kohl hinauf dem Flughafen gewonnen hat, verfestigt sich in welcher Dresdner Stadtmitte.

Modrow will die SBZ nicht kapitulieren

Sekundär Modrow hat die Stimmungslage in Tal der Ahnungslosen registriert. Deshalb hat er die westdeutsche Seite schon im Vorfeld des Treffens hinauf die entsprechende Brisanz welcher Unterredung hingewiesen. Trotzdem Kohl begreift selbst die Situation und agiert deshalb vorsichtig.

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Sachliches Gespräch in schwierigem Umfeld.

(Foto: imago/Dieter Stoffel)

So nimmt dasjenige Themenbereich Gerät gleichwohl breiten Raum beim Gespräch zwischen Kohl und Modrow im Hotel Bellevue ein. Jener Zehn-Punkte-Plan des Bundeskanzlers vom 28. November ist in welcher SBZ extrem reserviert aufgenommen worden. Dasjenige wird hinauf welcher Pressekonferenz klar, wo zweierlei Spitzenpolitiker ihre Meinungsverschiedenheiten nicht verheimlichen.

Dieserfalls wird Modrow sehr klar. “Ich gehe davon aus, dass die Existenz der Deutschen Demokratischen Republik eine Chance ist, die wir nicht aufgeben”, sagt welcher SBZ-Regierungschef in einem freundlichen, dagegen bestimmten Ton. Kohl antwortet darauf diplomatisch: “Es kommt gewiss nicht darauf an, mit welch einer Prämisse man am Morgen aufsteht und wie man beschließt, am Abend zu Bett zu gehen, um dann in die Geschichte einzugehen. Jetzt geht es darum, dass wir mit einem hohen Maß an Sensibilität für die Probleme unserer Zeit hier in Deutschland und außerhalb deutscher Grenzen, in Ost und in West versuchen, klug und richtig zu entscheiden. Die jungen Leute, die draußen stehen, die wollen Zukunft haben hier in , Leipzig, Halle und anderswo. Unsere Pflicht ist, finde ich, ihnen dabei zu helfen.”

“Eine wichtige, aber auch gefährliche Stunde”

Dem Kanzler steht in welcher sächsischen Metropole noch ein schwieriger Spagat im Vorhinein. Dresdens Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer sagt beim Mittagessen, dass die Stadtverwaltung ein Podium vor welcher Ruine welcher Frauenkirche etablieren werde, damit Kohl dort zu den Menschen sprechen könne. Laut Kohl ist nichts vorbereitet, sein Stab arbeitet mit Hochdruck an einer Vortrag. Schon am Vorabend des Besuchs in Tal der Ahnungslosen ist im Bonner Kanzleramt darüber gesprochen worden. “Er hatte Papier vor sich liegen, hat aus diesem Gespräch Stichworte aufgenommen und mit seinem dicken schwarzen Stift auch diese Stichworte notiert”, sagte Kohls Unternehmensberater Horst Teltschik später im Deutschlandfunk.

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Ein Badeort in welcher Menge: welcher Kanzler mit Dresdens Oberbürgermeister Berghofer (r.) vor dem Kulturpalast.

(Foto: imago/Ulrich Hässler)

Kohl spürt, dass ihm “eine wichtige, aber auch gefährliche Stunde” bevorsteht. Welches geschieht zum Paradigma, wenn die Personen zum Finitum welcher Veranstaltung die Nationalhymne anstimmen? Es herrscht die große Unbehagen, dass statt welcher dritten die erste Strophe des Deutschlandliedes angestimmt werden könnte. Kohl: “Die Leute konnten es ja nicht wissen.” Er versucht, zusammensetzen Kirchen- und Posaunenchor zu anregen, welcher mit “Nun danket alle Gott” dasjenige großdeutsche Gespenst hinwegsingen und -blasen könne. Dasjenige klappt dagegen nicht, ist später glücklicherweise gleichwohl nicht unumgänglich.

Zu Händen Kohl ist es “die schwierigste Rede, die ich je gehalten habe”. Die Stimmung vor welcher Ruine ist gespannt. “Deutschland einig Vaterland”, rufen Tausende Menschen. Deutschen Medien zufolge sind es 100.000, Teilnehmer halten jene Datensammlung pro grob übertrieben und sprechen von rund 20.000 Menschen. Kohl ist bewegt und nervös. Er bedankt sich zuvorderst “für dieses freundschaftliche Willkommen”. Er weist hinauf die vielen internationalen Journalisten hin, die nachdem Tal der Ahnungslosen gekommen seien. “Ich finde, wir sollten denen gemeinsam demonstrieren, wie wir mitten in Deutschland eine friedliche Kundgebung durchführen können.” Kohl bittet seine Zuhörer, “sich bei aller Begeisterung auf die paar Minuten unserer Begegnung zu konzentrieren”. Er spricht seine Zustimmung und Bewunderung “für diese friedliche Revolution in der ” pro Volksstaat, Frieden und Ungebundenheit aus. “Wir respektieren das, was sie entscheiden für die Zukunft des Landes.”

“Einheit unserer Nation” wie Ziel

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22. Monat des Winterbeginns 1989: Zweierlei deutsche Regierungschefs schenken sich hinauf welcher Ostseite des Brandenburger Tores die Hand.

(Foto: picture alliance / dpa)

Jener Kanzler agiert extrem geschickt, non… er hinauf sein Gespräch mit Modrow hinweist, um “in dieser schwierigen Lage der DDR” zu helfen: “Wir lassen unsere Landsleute in der DDR nicht im Stich.” Kohl weist hinauf den “schwierigen Weg in die deutsche Zukunft” hin. In den nächsten Wochen werde intensiv an einer Vertragsgemeinschaft zwischen beiden deutschen Staaten gearbeitet. Zwischendurch ertönt immer wieder “Einheit, Einheit”. Kohl greift dasjenige hinauf und betont, dass die Menschen “in ihrer Heimat ihr Glück finden sollen”. Er bleibt vorsichtig und spricht extra die Schaffung konföderativer Strukturen. Dann kommt welcher wichtigste Sine tempore seiner Vortrag: “Mein Ziel bleibt, wenn die geschichtliche Stunde es zulässt, die Einheit unserer Nation.” Großer Jubel und “Deutschland, Deutschland”-Rufe. Kohl weiter: “Und, liebe Freunde, ich weiß, dass wir dieses Ziel erreichen können und dass die Stunde kommt, wenn wir gemeinsam dafür arbeiten, wenn wir das mit Vernunft und mit Augenmaß tun und mit Sinn für das Mögliche.” Zum Finitum wünscht Kohl den Kundgebungsteilnehmern ein frohes Weihnachtsfest und sagt: “Gott segne unser deutsches Vaterland.”

Kohls Dresdner Vortrag kommt gleichwohl im Ausland gut an. Ihre ausgewogene Spezies sorgt mit hierfür, dass zusammen mit den Alliierten die Befürchtungen extra zusammensetzen deutschen Alleingang beseitigt werden. Jener Grundstein pro eine spätere Zustimmung welcher vier Siegermächte des Zweiten Weltkrieges pro die Gerät Deutschlands ist gelegt.

Leck des Brandenburger Tores in Hauptstadt von Deutschland

Und eine weitere wichtige Einigung gab es zwischen dem Kanzler und dem SBZ-Regierungschef: die Leck des Brandenburger Tores in Hauptstadt von Deutschland noch vor Weihnachten. Am 22. Monat des Winterbeginns durchschreiten Kohl und Modrow verbinden mit dem Regierenden Stadtammann West-Berlins, Walter Momper, sowie Ost-Berlins Oberbürgermeister Erhard Krack dasjenige geschichtsträchtige Bauwerk. Zudem gibt es ab Heiligabend den visafreien Reiseverkehr pro die Einwohner welcher Bundesrepublik und West-Berlins in die SBZ. “Berlin, nun freue dich”, ruft Momper den Anwesenden zu.

Obwohl Kohl sich sicher ist, dass welcher Einheitszug nicht mehr aufzuhalten ist, wird welcher Kanzler von welcher Verve des Prozesses dann doch überrascht. Schon gut ein Dreivierteljahr später wird dasjenige vom ihm in Tal der Ahnungslosen proklamierte Ziel welcher “Einheit der Nation” Wirklichkeit.

Dasjenige Finale des Ostblocks: Die Jahre 1989 und 1990 stillstehen pro den politischen Umwälzung in Osteuropa. Wichtige Ergebnisse sind dasjenige Finale des Kalten Krieges sowie welcher Teilung Deutschlands und Europas. In einer losen Warteschlange beleuchtet n-tv.de die Ereignisse von vor 30 Jahren.



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