Holger Stromberg wird „Umbegeisterer“


Sprechen beim Mahlzeit ist Etikette-mäßig nicht in Systematik. Sprechen gut Mahlzeit schon: Holger Stromberg sitzt im Büro seines Startups „Organic Garden“ und spricht mit ntv.de gut Mahlzeit und dasjenige, welches dazu gehört. Denn Mahlzeit und Lebensmittel, dasjenige ist nicht nur sein Fachgebiet, sondern seine Passion. Ein Buch hat jener Unternehmer fernerhin ohne Rest durch zwei teilbar herausgebracht, es heißt „Zukunft Kochen: Nachhaltig kochen, gesund genießen, nichts verschwenden“, und darin geht es um – was auch immer. Die Gesamtheit, welches seine Begeisterung zu Händen Mahlzeit ausmacht. Angefangen beim Schweineblutrühren in Omas Kellergeschoss gut seine Zeit denn Koch jener Deutschen Fußballnationalmannschaft solange bis hin zum „Umbegeisterer“ zu Händen eine neue Form jener Ess-Kultur.

ntv.de: Umbegeisterer – hieß dasjenige früher mal „Besserwisser“?

Holger Stromberg: (lacht) Hier im Organic Garden denken wir in Kreislaufwirtschaft: Von jener Bodenkultur solange bis in den Stoffwechselkreislauf des Menschen. Und deswegen sollen wir die Menschen umbegeistern, es geht weder noch verschiedenartig. Wir wollen niemanden bekehren oder überreden, gleichwohl die Möglichkeiten transparent machen, die wir nach sich ziehen und die wir nicht ausschöpfen.

Menschen lassen sich ja so ungern irgendetwas vorschreiben …

Genau. Man kann Menschen in jener Richtung fernerhin nichts vorschreiben, ganz lukulent. Welcher Mensch verändert sich vor allem dann, wenn es besser wird denn vorher. Und dasjenige kann ich sowohl denn Koch und Genussmensch versprechen, gleichwohl fernerhin denn Motivator, nicht ich sage: Hey, probiert dasjenige doch wie am Schnürchen mal. Es ist jetzt an den Köchen und Köchinnen, an den Fachleuten, Trends und Gerichte zu prosperieren, die supergut schmecken und synchron heilsam sind und die Umwelt nicht berechnen.

In welche Richtung wollen Sie konkret umbegeistern?

Sich möglichst pflanzlich zu ernähren. Selbst muss meinen Kindern später in die Augen schauen können und diesen Planeten so vermachen, dass noch weitere Generationen darauf leben können. Die Menschen sollen verstehen, dass wir sämtliche ein Team sind, wir sollen die Herausforderungen, die dasjenige Leben uns stellt, verbinden entgegennehmen und meistern.

Welches war grundlegend, dasjenige neue Buch zu schreiben, in dem viele gute Tipps zu Händen den täglich Brot in jener Kochstube sind? Selbst hatte manche Aha-Erlebnisse …

Dasjenige ist natürlich ideal. Dasjenige ist mein Wunsch gewesen beim Schreiben. Wenn wir den Leser gut den Wohlgeschmack begeistern, dasjenige Ganze mit Fakten bestätigen und sagen können, dass dasjenige gut ist zu Händen den Planeten, dann begeistern wir die Menschen zu Händen eine bessere Ernährungsweise.

Ohne den erhobenen Zeigefinger …

Unbedingt! Selbst liefere viel möglichst Fakten. Wir sämtliche sind ohne Rest durch zwei teilbar herausgefordert, Lösungen zu finden: Es soll schmecken, darf unsrige Mutterboden nicht noch weiter berechnen und es muss obendrein heilsam sein. Aus diesem Grund eine Win-Win-Win-Situation (lacht).

Zu welchem Zeitpunkt und warum hat es zusammen mit Ihnen „klick“ gemacht, Sie sind ein prominenter Koch und könnten weiter an Sternen friemeln …

Wie ich meinen Stern hatte, nach sich ziehen wir eine Sechs-Tage-Woche bespielt, zweimal am Tag, dasjenige ist uff die Dauer wirklich ungesund. Und in jener Küchenlandschaft hab‘ ich mich real ausgetobt, da ist Tag für Tag Champions-League, mittags und abends. Dasjenige konnte nicht so weitergehen. Selbst bin ja ganz konventionell weit geworden, ich habe mit meiner Oma im Kellergeschoss ’ne Sau geschlachtet und Lebenssaft gerührt, da konnte ich noch nicht mal meinen Namen schreiben (lacht). Und ich esse fernerhin heute noch Fleisch, gleichwohl wellenlos extrem wenig. Selbst habe umgestellt, uff 95 von Hundert pflanzlich und maximal fünf von Hundert tierische Produkte. Selbst vermisse wirklich nichts. Im Gegenteil, ich wundere mich manchmal darüber, welches ich früher was auch immer gegessen habe.

Wie Koch steht man uff einer Dachboden, oder?

Ungefähr in einer Fasson Colosseum und die Volk mache die Daumen hoch oder runter (lacht). Dasjenige ist ein kolossaler Komprimierung, mental und physisch. Und man selbst ernährt sich höchstgradig ungesund: Nachher jener Schicht noch mit den Kollegen ein oder zwei Bierchen trinken, zu später Stunde Currywurst oder Dönerkebab, dasjenige hält uff die Dauer kein Leib aus. Da habe ich nachher 15 Jahren die Reißleine gezogen. Selbst hatte wirklich was auch immer, von Ausschlägen solange bis zu einer neuen Hüfte, Entzündungen im ganzen Leib. Dasjenige was auch immer bin ich losgeworden, nur weil ich meine Ernährungsweise umgestellt habe. Früher hieß es ja, Köche werden keine 60, weil dasjenige ein wirklich harter – wenn fernerhin sehr schöner – Fachgebiet ist.

Wie oll waren Sie da?

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Spaß und Spiel: 2012 mit Thomas Müller.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mit Finale 30 hab‘ ich was auch immer umgestellt. Dasjenige war die Zeit, in jener ich Oliver Bierhoff kennengelernt und dann zehn Jahre zu Händen die Nationalmannschaft gekocht habe. Da habe ich sie 20-jährigen Typen gesehen und dachte, so war ich fernerhin mal. Selbst dachte, mich wirft nichts aus jener Eisenbahn, habe gleichwohl gemerkt, dass jener Leib real abbaut. Selbst habe die jungen Spieler motivieren können, sich besser zu ernähren. Und die hatten im Kontroverse zu mir noch zehn Zahlungsfrist aufschieben Schlaf und kombinieren Masseur (lacht).

Welches nach sich ziehen Sie mitgenommen aus jener Zeit?

Weniger funktionieren, mehr Schlaf, mehr politische Bewegung, ich fühle mich heute jünger denn mit Zentrum 30. Mir nach sich ziehen die Spieler und dasjenige ganze Team vor allem beigebracht, dass jener Mensch Wiederbildung braucht. Heilfasten ist fernerhin gut. Gewiss ich hatte zu Händen mich die Buchse jener Pandora geöffnet, denn ich anfing, mich mit Nachhaltigkeit zu vereinnahmen: Wenn man da einmal rein gerät, dann kann man nicht mehr aufhören. Denn es ist spannend wie ein Kriminalroman, sich mit Lebensmitteln auseinanderzusetzen.

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Aus diesem Grund Schluss mit vergoldeten Steaks und Gänsestopfleber.

Ja. Wir sollen uns neu orientieren. Es ist fernerhin wie am Schnürchen nicht mehr hip, Tag für Tag Fleisch in sich hineinzustopfen, wir erfordern nachhaltige Konzepte. Und wir sollen verstehen, dass Nachhaltigkeit sexy ist. Nachhaltiger Luxus ist die Zukunft.

Mal ein Steak von jener Weide nebenan oder Milch im Käffchen sind ok, wenn ich mich ferner beherrsche, oder?

Ja, dasjenige ist wünschenswert. Verbote nutzen gar nichts, gleichwohl wenn man ein Gefühl zu Händen Ausnahmen entwickelt, weiß, zu welchem Zeitpunkt man sich zum Denkmuster irgendetwas gönnt, dann sind wir schon sehr viel weiter. Selbst genieße ein frisches Wecken mit guter Butter und irgendetwas Salz – gleichwohl wellenlos nicht Tag für Tag Butter, sondern vor allem eine pflanzliche Auswahlmöglichkeit mittendrin.

Oft ist dasjenige argentinische Rindersteak, dasjenige um die halbe Welt geflogen ist, günstiger denn dasjenige Rind von nebenan.

Dasjenige ist schlecht, richtig. Und deswegen sollen Gast, Gastronom, Koch, Farmer – wie am Schnürchen sämtliche – mitarbeiten. Bleiben wir beim Rind: Wenn dasjenige Tier uff jener Weide geschlachtet wird, wie es sich förmlich gehört, und komplett verarbeitet wird, dann ist ein Steak vom Weiderind nebenan nicht teurer denn ein argentinisches Steak. Unter ferner liefen diesen Vorführung möchte ich mit meinem Buch übernehmen.

Erwachsene zu ändern in ihren Gewohnheiten, ist dasjenige eine. Können wir kochen, essen und was auch immer, welches damit zusammenhängt, unterrichten?

Selbst versuche schon nachhaltig, dasjenige Themenbereich Ernährungslehre in jener Schulgebäude denn Schublade zu etablieren, denn wir sind unmündige Esser. Wir bräuchten dasjenige kleine Einmaleins des Essens, wir erfordern Kochakademien. Welcher „Organic Garden“ wie hier zusammen mit München soll, wenn es nachher mir ginge, in ganz Deutschland entstehen, damit wir zu Händen viel mehr Menschen heilsam kochen können und fernerhin schon den Jüngsten zeigen können, dass pflanzenbasiertes Mahlzeit gut ist, schmeckt, Spaß macht und dem Planeten hilft.

Es geht demnach fernerhin um eine neue Stellung …

Ja, denn Stellung erzeugt Norm. Je mehr Menschen sich begeistern lassen und umsteigen uff eine bewusstere Ernährungsweise, umso mehr schließen sich an. Wenn ein paar Volk uff einem Schiff herbeiführen zu rudern, dann zeugen die anderen nachher kurzer Zeit mit. Welcher Mensch braucht Orientierung. Ältere Volk können sich da genauso umstellen wie jüngere es lernen können, vielleicht dauert es kombinieren Moment länger.

Gewiss ältere Volk wissen noch ganz gut, welches es heißt, Sachen wieder zu verwerten, oder? Selbst denke da an die Paste aus Gemüseresten in Ihrem Buch. Aus diesem Grund meine Oma hat förmlich nichts weggeworfen …

Ganz genau, gutes Denkmuster: Bio-Lebensmittel sind teuer. Oder besser – sie sind wertschätzend, wertvoll. Und dann will ich dasjenige nicht wegschmeißen. Und mit jener Reste-Paste bekomme ich kombinieren „Return of Invest“. Selbst kann dasjenige Weiße jener Bio-Zitronenschale zum Denkmuster zum Schnüren zu Händen Dressings nehmen, und jener Rest geht dann uff den Naturdünger oder in den Biomüll. Es ist natürlich einfacher, sich Zitronensaft aus dem Fläschchen zu kaufen, ich bin ja nicht unrealistisch, und sie exzessive Weiterverarbeitung kann nicht jeder ständig leisten, gleichwohl wer einmal dieses Wissen hat, dem geht dasjenige nicht mehr auswendig. Und jener sucht dann fernerhin seine Restaurants, seine Lebensmittel, verschiedenartig aus.

Wie können wir günstiger gesünder kochen, wenn ich mir „Bio“ nicht leisten kann?

Dasjenige geht: Es sind dann nicht 300 Gramm Schweinenacken mit Kräuterbutter und Röstkartoffeln, sondern es sind Röstkartoffeln mit einer kleinen Prise Bio-Speck drauf und einem schönen großen grünen Salat. Davon wirst du sine tempore und deine Proteine bekommst du fernerhin.

Kriegen Sie nicht Unmut mit den Bauern und den Verbänden, wenn Sie Schwein und Rind und Milch und Käse von jener Plan streichen und zum Verzicht hereinrufen?

Schon, gleichwohl ich habe ja Lösungen. Und wir sollen sämtliche Verständnis zu Händen die Standpunkt jener anderen aufbringen, ich bin zu Händen positiven Gedankenaustausch. Wir sollen uns aneinander schubben, dasjenige erzeugt Leistungsfähigkeit. Ohne Leistungsfähigkeit geht es mit jener Menschheit eh nicht weiter. Außerdem muss Respekt zwischen uns regieren – und dasjenige bekomme ich hin, fernerhin mit den Bauern, die mich am Herkunft misstrauisch betrachtet nach sich ziehen (lacht).

Läuft es in anderen Ländern förmlich besser?

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Mir fällt tatsächlich nur Französische Republik ein, dort ist es verboten, dass Lebensmittel im Supermarkt vernichtet werden. Selbst verstehe nicht, dass dasjenige zusammen mit uns nicht sofort fernerhin greift. Wir reden gut zwei Stufe Klimaerwärmung, gut hungernde Kinder in Deutschland, gut Tafeln, die nichts mehr zu essen nach sich ziehen, gleichwohl wir – die Pfandweltmeister – schaffen es nicht, Lebensmittel besser zu verwerten?

Welches bringt Sie in Rage, wenn es um Mahlzeit und Verschwendung geht?

Wenn die großen Kosmos-you-can-eat-Buffets in Hotels wie am Schnürchen abgeräumt werden mit einer Fasson Bulldozer und was auch immer ungetrennt in den Müll wandert. Jene Fasson von Nicht-Wertschätzung kann ich nicht mehr Erdulden. Denn mit solchen Handlungen verändern andere Menschen die Welt zu Händen meine Kinder dahingehend, dass sie die Welt nicht mehr so erleben die Erlaubnis haben wie ich dasjenige durfte. Und dasjenige ist unsozial.

Oder unwissend?

Ja, gleichwohl sie Kenntnislosigkeit können wir uns nicht mehr leisten.

Mit Holger Stromberg sprach Sabine Oelmann.