“Ich werde euch schlagen, bis ihr verreckt!”


Nachher jener Präsidentenwahl in landen Tausende Menschen unschuldig in Gefängnissen. Diejenigen, die jetzt wieder ungenutzt sind, schildern dasjenige erlebte Horrortrip. In ihren Berichten ist von sinnloser und sadistischer Karacho die Referat, von Verzweiflung und Hoffnung, von Furcht und Tod.

“Diesen Blick vergesse ich nie. Sie schauen dir im Vorbeigehen direkt in die Augen, herausfordernd und voller Hass. Sie empfinden keinerlei Mitleid.” Aliaksei Paluyan, belarussischstämmiger Filmemacher aus Kassel, steht vor den Toren des Okrestina-Gefängnisses in Minsk und beobachtet, wie Polizisten jener Sondereinheit Omon aus ihren Bussen steigen. Vorher die Männer in schwarzen Uniformen hinter den hohen Mauern jener Institution verschwinden, marschieren sie – ihre Übermacht genießend, ihre Gesichter hinter Sturmhauben versteckt – an einer verängstigten Menschenmenge vorbei. Neben Aliaksei stillstehen Dutzende Frauen und Männer. Sie harren hier tage- und nächtelang aus, in jener Hoffnung, dasjenige Schicksal ihrer Verwandten und Freunde zu sachkundig.

Nachher jener Wahl in Weißrussland wurden mindestens 7000 Menschen festgenommen, von Dutzenden weiteren fehlt solange bis jetzt jede Spur. Die Behörden sprechen von drei Toten und weisen damit jegliche Verantwortung zurück: Ein 43-jähriger “Angreifer” sei gestorben, nachdem Sicherheitskräfte Schusswaffen zum “Schutz des Lebens und der Gesundheit” einsetzten, einem 25-Jährigen sei es in jener Haft “plötzlich schlechter” gegangen, ein weiterer 34-jähriger Protestler habe “einen Sprengkörper in der Hand gehabt”, jener plötzlich explodierte. Wie Tage später ein Video auftauchte, hinaus dem zu sehen ist, wie jener Mann im Kugelhagel jener Einsatzkräfte stirbt, konnte Minister für Inneres Juri Karaew die Empörung jener Verband nicht reproduzieren: “Ja, der ist tot. Wie viele Menschen starben bei den Unruhen in Amerika?”, sagte er vor laufenden Kameras des Nachrichtenportals “Tut.by”.

47 Menschen in einer Fünfbettzelle

“Das Schrecklichste, was ich in diesen Tagen gesehen habe, sind nicht die Blendgranaten, nicht die brutalen Straßenschlachten. Es sind die verzweifelten Gesichter der Eltern, die mit Fotos auf ihren Smartphones auf jeden losrennen, der aus dem Gefängnis rauskommt, um zu fragen, ob sie ihre Kinder gesehen haben”, sagt Aliaksei ntv.de. Dieser 30-jährige Regisseur kam aus Nordhessen in sein Heimatland zurück, um vereinigen Dokumentarfilm jenseits den täglich Brot unabhängiger Theaterschauspieler zu kreisen. Jetzt begleitet er seine Protagonisten in so gut wie kriegsähnlichen Zuständen.

Die meisten jener Festgenommenen sind zehn Tage nachher jener Wahl wieder zu Hause oder in Krankenhäusern. Doch zum Verbleib von Dutzenden weiteren Menschen nach sich ziehen die Behörden noch immer keine Schalter gegeben. In den sozialen Medien vermuten viele Nutzer unter dem Eindruck jener zahlreichen Berichte jenseits Marter und Misshandlungen von Gefangenen, dass manche jener Vermissten längst tot sind.

Mikhail Chuprynski, Mitbegründer des IT-Unternehmens Rozum Robotics, verbrachte fünf Tage im Okrestina-Loch. In einem von seinen Kollegen hinaus Facebook veröffentlichten Video behauptet er, im Innenhof jener Haftanstalt zwei Leichen gesehen zu nach sich ziehen. “Wir waren 47 Mann in einer Fünfbettzelle. Als sich die Leute darüber beschwerten, dass sie nicht mehr atmen können, sprühten die Aufseher uns Pfefferspray in die Zelle.” Mikhail sagt, er habe gesehen, wie die Insassen einer Nachbarzelle gewaltsam verprügelt wurden, nachdem sie sich geärgert hatten, dass sie seit dem Zeitpunkt drei Tagen nichts zu essen bekamen. Diejenigen, die sich nicht mehr in Bewegung setzen konnten, wurden laut Mikhail in den Hof gezerrt. Basta dem Fenster seiner Zelle habe er beobachtet, wie zwei regungslose Leib mit Tüchern trübe und weggebracht wurden.

“Meine größte Befürchtung ist, dass wir, wenn die ganze Wahrheit ans Licht kommt, sehr viele Tote haben werden. Vielleicht sogar mehr als in der Ukraine”, sagt Regisseur Aliaksei mit Blick hinaus den Euromaidan in Kiew, im Rahmen dem im Jahr 2014 mehr qua 100 Menschen ums Leben kamen.

“Wir hatten Angst, dass eine von uns nicht mehr aufwacht”

Ebenfalls Inessa verbrachte drei Tage in einer überfüllten Zelle des “Gestapo-Gefängnisses”, wie sie die Haftanstalt im Westen jener belarussischen Kapitale bezeichnet. Die 51-Jährige wurde zusammen mit ihrer ganzen Familie festgenommen, qua sie am Abend nachher dem Urnengang vor ihrem Wahllokal hinaus die Kundgabe jener Ergebnisse wartete. Nachher eineinhalb Zahlungsfrist aufschieben des Wartens tauchten vor dem Wahllokal plötzlich Omon-Polizisten hinaus. “Sie fingen einfach an, Leute zu schlagen und sie in einen Gefangenentransporter zu schleppen. Ich schrie vor Schmerz, meine jüngere Tochter wollte mir helfen, doch auch sie wurde in den Wagen gezerrt. Meine ältere Tochter forderte die Menschen in Schwarz auf, sich vorzustellen und den Grund für die Festnahme zu nennen.” Während sie noch versuchte, “Lauf weg!” zu rufen, sah Inessa, wie vier Uniformierte ihren Mann niederschlugen.

Im Loch angekommen, mussten sich die Frauen komplett Wohnung räumen – zum Besten von eine “Untersuchung” – und sich zahlreichen weiteren Erniedrigungen unterziehen. “Ihr seid keine Frauen! Frauen sitzen zu Hause und schneiden Salat”, dasjenige war nur eine jener milderen Beleidigungen, die harten Schimpfwörter will die 51-Jährige im Gespräch mit ntv.de nicht wiedergeben.

In einer Vierbettzelle, die rund neun Quadratmeter misst, befanden sich 33 Frauen. Sie bekamen drei Tage weit nichts zu essen, nichts zu trinken. Es gab kein Toilettenpapier, überall Lebenssaft- und Urinpfützen, ein “schrecklicher Gestank”. Ein Mädchen sei umgekippt: “Sie gaben ihr eine Spritze und warfen sie zurück in die Zelle.” Jeder Quadratzentimeter jener Zelle war voll: Menschen saßen hinaus dem Land, lagen unter den Einbetten und unter dem Tisch. Inessa und ihre Töchter konnten nicht schlafen, und zwar nicht nur wegen des Sitz- und Luftmangels: “Unsere Lippen waren blau, wir hatten Angst, dass eine von uns nicht mehr aufwacht”, erzählt die 51-Jährige. Die Frauen saßen meist schweigend in jener Zelle, um die Leiter nicht zu necken. Denn sie hörten, welches sich hinter jener Tür abspielt: Prügel, Schreie ohne Finale, “Ihr Mistviecher, ich werde euch schlagen, bis ihr verreckt.”

Irgendwann fragte Inessa die Leiter, welches mit ihrem Mann los sei. “Wenn er sich gut benimmt, wird ihm nichts passieren”, war die Replik, die sie bekam. Am dritten Tag wurden die Frauen hinaus dem Innenhof zusammengetrieben: “Die männlichen Inhaftierten waren auch schon da. Sie knieten nieder, Köpfe auf dem Boden, Hände hinter dem Rücken. Wer sich bewegte, bekam Prügel.” Die Frauen durften stillstehen bleiben. “Gesicht zur Wand!” Inessa betete, “ich dachte, das sei mein Ende”. Letztendlich wurde die 51-Jährige zusammen mit ihren Töchtern in ein anderes Loch transportiert. Dieser Sitz dort habe sich nachher den Schrecken des Okrestina “wie im Paradies” angefühlt.

Zwei weitere Tage später kamen die Frauen endlich ungenutzt. Vorher sie dasjenige Loch jedoch verlassen konnten, wurde ihnen zum Besten von die Zeit ihres Aufenthalts eine Zeche zum Besten von die “Verpflegung” ausgestellt. Die Geschichten von Mikhail und Inessa sind keine Einzelfälle. Zahlreiche Aktivisten dokumentieren Gehorchen jener Karacho, in jener Hoffnung, dass die Verantwortlichen irgendwann zur Verantwortung gezogen werden.