In Vino Verena: Die geheimnisvolle Nullipara am Fenster


Die Buchbranche darbt. Sie liege sogar im Sterben und träume von einer Dosis Viagra, sagen Kenner. Unsrige Kolumnistin droben ihre jüngsten Erlebnisse und eine Idee, die den gesamten Literaturbetrieb in Meuterei versetzen könnte.

“Tja, Verena, leider bist du nicht berühmt! Wenn du berühmt wärest, dann …” Diesen Sine tempore lassen jetzt erstmal so stillstehen.

Im Kontext einer Groteske, so sagt , bleibt einem dies Lachen im Halse stecken. Dagegen Kontakt haben Sie, liebe Leser, zweitrangig dies umgekehrte Phänomen? Zuerst sind Sie schockiert, jedoch nachdem einer Weile zermürben Sie in schallendes Gelächter . Weil man droben den Tollheit, welcher vereinigen umgibt, sowieso nur noch lachen kann. Heute: welcher Tollheit welcher Buchbranche. Dies ist keine Berechnung. Obwohl: Welches fasele ich denn da für jedes vereinigen Mumpitz? Lukulent ist dies eine Berechnung! Dagegen Vertrauen schenken Sie mir, sie ist so irre, wie sie zweitrangig eigenartig ist. Let’s go.

Vor einiger Zeit kam ein toller Literaturagent hinauf mich zu und lobte mich ob meiner Schreibe. Er fragte, ob ich Lust hätte, ein neues Buch zu schreiben. Selbst hatte zuvor schon drei Bücher veröffentlicht und ungeschützt gestanden die Schnauze voll von Deadlines und Lektoren, die immer ein kleinster Teil so wirken, wie übe mein Rachen eine so große Faszination hinauf sie aus, dass sie immer sofort Lust kriegen, ihn umzudrehen.

Doch in mir schlägt ein Schriftstellerherz, zwar stets voller Zweifel, jedoch es tanzt wild und ist nicht zu zähmen. Wenn es sich zusammen mit dem Agenten dann zweitrangig noch um vereinigen welcher besten ganz Deutschlands handelt: ein Träumchen!

Und so begann es.

Selbst schrieb ein weiteres Buch. Oben ein katholisches Kind in einer sorbischen Familie. Klingt trocken, ist jedoch lustig. Selbst schrieb es intrinsisch von sechs Monaten und fiel weitestgehend vom Stuhl, wie dies Feedback des Agenten kam: “Ein wunderbares Buch! Die Verlage werden sich überbieten!” Mein Kardia klopfte solange bis Rachen. Doch plötzlich: Stille. Selbst wartete und wartete, zweitrangig weil ich dem Agenten nicht mit Ungeduld hinauf den Senkel in Betracht kommen wollte. Doch in Gedanken schlug ich Purzelbäume. Sie Bieterschlacht, von welcher er gesprochen hatte: War die noch in vollem Gange?

Leider nicht Barbara Schöneberger

Nachher einer Weile traf ich den Agenten, welcher mir verklickerte: Es bestünde durchaus weiter Motivation, jedoch die Marketingabteilungen würden blocken: “Weil du nicht berühmt bist!” Selbst guckte wie ein Eichkatze. “Nicht berühmt, hä?”, fragte ich verdattert. “Aber auch Unbekannte bringen Bücher auf den Markt! Dann ist es vielleicht doch nicht so gut!”

Er widersprach und sagte: “Wenn du Barbara Schöneberger wärst, wäre es sofort veröffentlicht worden!” Oh nein, so ein Mist jedoch zweitrangig! Kann ich nicht Barbara Schönebergers verschütt gegangene, geheime Schwesterherz sein, die plötzlich ex nihilo auftaucht?

Die Bekräftigung für jedes eine Streichung habe gelautet: Selbst sei zwar eine witzige Nullipara, jedoch, naja, planar leider nicht berühmt. Man dürfe sich in dieser Zeit des Wandels nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Denn es ist, wie welcher französische Schreiber Manuel Carcassonne, Leitweglenkungvon Stock, treffend sagt: “Sie (die Branche) liegt im Sterben und träumt von einer Dosis verlegerischem Viagra.”

Die Programmleiterin eines großen Verlages ruft mich trotz an. Sie sagt, die Dialoge seien “so dicht wie die von Charles Dickens”. Selbst fühle mich unheimlich geschmeichelt. Sie fragt, ob ich aus dem Skript nicht vereinigen Liebesroman zeugen könnte, es so ein kleinster Teil zur Sache ginge – sexuell. Und die schönen Dialoge, die transportiere ich dann simpel nur noch in dies neue Skript. Selbst sage: “Aber das ist doch ein Buch über eine Kindheit!” Sie sagt: “Liebesroman zieht! Ich glaube, Sie schaffen das!”

Um diesen Tiefschlag in meiner tollen Schriftstellerkarriere zu verknusen, kehre ich schnell in meinen Autorenalltag zurück: schreiben, löschen, schreiben, löschen, solange bis mittags pennen, zu viel Rotwein. Doch, welch Hochgefühl: Jener Geheimagent glaubt an mich! Und plötzlich steht da sogar noch ein weiterer, zweiter hinauf welcher Matte und ich schreibe tatsächlich dies nächste Buch. Wenn dies keiner , kann ich jedenfalls sagen: Hey, ich habe zwei Literaturagenten! (und vermutlich ein akutes Alkoholproblem).

“Alle irre außer mir”

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Wenn schon nicht die Schöneberger, dann wenigstens unbegreiflich.

(Foto: imago/Photocase)

Selbst schreibe dementsprechend dies zweite Buch. Es trägt den Arbeitstitel “Alle irre außer mir”. Dies ist inzwischen mein Lebensmotto. Selbst glaube nämlich wirklich, die Einzige weit und breit zu sein, die noch halbwegs rund läuft. Meist attestiert einem dann ein Psychologe ganz liebevoll, dass es in Wahrheit genau andersrum ist, jedoch man muss ja zweitrangig nicht was auch immer Vertrauen schenken, welches einem welcher Psycho-Heini sagt.

Jedenfalls schreiben mir die Agenten, dies neue Buch sei toll und ich ein großes, schriftstellerisches Talent. Es würde zu 100 v. H. – in Worten: zu e i n h u n d e r t v. H. – verlegt. Superbenzin! Schampus zur Fete des Tages! Jener Geheimagent sagt: Mehrere Verlage Bekundung schon Motivation. Selbst lese die Korrespondenz und werde rot. Ein Verlagshaus gibt sein Go. Doch dann: wieder Sich bedeckt halten im Walde.

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Die Marketingabteilung checkt meine Social-Media-Kanäle. Eine mickrige Netzwerk. Oh, oh! Ab jetzt wird es immer wahnsinniger. Ideen werden durchgespielt, Vorschläge von anderen Agenten fließen ein. Dies Buch vielleicht verbinden mit einer Influencerin rausbringen? So habe es eine viel bessere Eventualität.

Mmh, welche coole 22-jährige Influencerin käme wohl für jedes dies Projekt infrage? Selbst schaue mir viele an. Ist es die, die sich so schön lasziv gegen korinthische Säulen lehnt? Die, die gefühlt immer nur in Strumpfhosen bekleidet tolle Erotikfotos postet? Oder vielleicht die Vorzeige-Schriftsteller-Influencerin, die ihre 35 Kassenerfolg hinauf einer alten Schreibmaschine tippt und deren ganzes “geiles Autoren-Life” sich in einer 285 Quadratmeter-Gestalter-Butze abspielt?

Ein Autorenleben, von dem man nur träumen kann

Selbst überlege, mein Hochgefühl selbst in die Hand zu nehmen. Vielleicht sollte ich zweitrangig in Strumpfhosen Fotos von mir an meinem Schreibtisch zeugen? Dazu: kleinster Teil mysteriös gucken und ein triumphierendes Lächeln in Umlauf setzen! Jener Schreibtisch (nicht ich!) ist zudem antik und sehr mondän! Selbst baue mir ein Image hinauf, dies richtig reinhaut. Hey, mein “Autoren-Life” ähnelt dem von Charles Bukowski! Die Freundin meiner Oma hatte mal welches mit dem Kusin zweiten Grades vom Nachbarn von Bukowskis Verleger! Die hat mir vielleicht Geschichten erzählt! Wiewohl ich penne solange bis mittags, ab 12 Uhr bechere ich und es wird gemunkelt, ich sei jene schöne, geheimnisvolle Nullipara, die neulich im Vollsuff im Treppenhaus Barbara Schöneberger parodiert hat. Welches, Sie Kontakt haben mich nicht? Sie Kulturbanause!

Den Agenten täte die zweite Streichung sehr leid, sagen sie. Sie verstünden die Verlagsbranche inzwischen ebenso wenig wie ich. Man müsse sich verbiegen, was auch immer sei im Wandel. So manche heftige Menstruationsblutung erfolgsverwöhnten Verlage müssten inzwischen gucken, wie sie richtiggehend mit dem Arschloch an die Wand kämen.

Mehr Bücher mit berühmten Leuten zeugen. Schauspieler können meistens zweitrangig sehr gut schreiben. Oder berühmte Sänger. Oder planar jene, die schöne Photoshop-Bilder von sich ins Netzwerk stellen und mehrere hunderttausend Follower mitbrächten. Es ist so pervertiert, dieses ganze System, jedoch die Zeche scheint aufzugehen, wie folgende Zeilen einer Verlegerin an mich zeigen.

“Sehr geehrte Frau Dittrich, Sie schreiben toll! Wir glauben, Sie kämen perfekt in Frage für ein Buchprojekt mit einem unserer Kunden. Das Office des Kunden würde gern etwas von Ihnen lesen. Wie sieht es aus, würden Sie mal drei Buch-Ideen entwickeln? Wir würden sie dann dem Kunden unterbreiten und Ihnen ein finanzielles Angebot machen. Es wäre super, wenn Sie Lust hätten, für uns bis kommenden Montag drei Ideen auszuarbeiten. Für diesen ersten Schritt können wir Ihnen eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 100 Euro anbieten. Als Erfolgsgarant kann quasi angesehen werden, dass der Kunde das Buch als Autor mit seinem Namen und seiner Prominenz bewerben würde. (…)”

Schriftstellerkarriere: Läuft zusammen mit mir!

Sie sehen, tunlichst Leser, es läuft richtig gut mit meiner Schriftstellerkarriere! Seien Sie gespannt hinauf mein neues Buch! Gen dies Cover klatsche ich eine geheimnisvolle Nullipara am Fenster, denn Fenster kommen immer gut! Dies Treffer zur Seele, Sie wissen schon. Dazu ein Name, welcher garantiert zieht: Chantal Schöneberger oder Clemence Fitzek oder noch besser: Pamela von Gräfenhagen, die geheime Tochter von welcher Schwesterherz welcher Schraubenmutter von Barbara. Keine hanebüchene Story. Die Vergangenheit muss so glaubwürdig sein wie die schönen Fotos welcher Influencerinnen. Selbst werde den kompletten Literaturbetrieb in Meuterei versetzen! Passt bloß hinauf!

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Den Offensive starte ich droben meinen geheimnisvollen Instagram-Benutzerkonto. Dort werde ich ab jetzt nichts mehr schreiben, sondern nur noch mystische, sehr entrückte Bilder von mir posten, die die Fantasie befeuern. Mal lasziv mit Kippe im Mundwinkel, mal mit Tumbler in welcher Hand und in Netzstrumpfhosen! Dazu stets ein intensiver Blick oder nur eine schemenhafte Rückenansicht. Kommen Sie bloß nicht hinauf die Idee, mir zu nachstellen! Selbst folge zu einhundert v. H. nicht zurück. Selbst bin unbegreiflich!

Gen dem Buchdeckel meines Spätwerkes wird stillstehen: “Lange fragte sich die ganze bekloppte Welt: Wer ist diese geheimnisvoll quarzende Strumpfhose, der nur Besoffene folgen? Um dahinterzukommen, müssen Sie dieses Buch kaufen! Oder aber den vollmundigen Sprit probieren, den die Autorin in ihrer eigenen sagenumwobenen Schnapsbrennerei herstellt. In ihrem Keller. Hinter einer verborgenen Tür, durch deren Spalt manchmal heimlich ein Windstoß geht. In diesem Sinne: Prost und viel Spaß mit der Lektüre!”

Ihre influencende Clemence-Chantal Schöneberger



Quelle