Judenhass stinkt, im Gegensatz dazu nicht jeder riecht ihn


Einer deutschen Tageszeitung fällt es schwergewichtig, ein paar Jahre ohne judenfeindlich konnotierte Karikaturen auszukommen. Wohnhaft bei jener 7-Sep von Vorfällen stellt sich die Frage: warum sozusagen?

Wenn irgendetwas im Leben schiefgeht, ist es gut, wenn man verknüpfen Schuldigen findet: An den Affenpocken sind die Homosexuellen schuld und, na lukulent, Bill Gates. Von dort ist es nur ein Katzenwurf zum „Great Reset“: Praktisch ist dasjenige eine Initiative des Weltwirtschaftsforums aus dem Jahr 2020. Man wollte aus jener weltweite Seuche lernen. Daraus wurde in Knallkopf-Zirkeln schnell eine Weltumgestaltungstheorie, in jener dasjenige Virus willkommener Partner war pro die „Rothschilds“ und die Familie Soros – im Verschwörungsland resultieren gleichmäßig jeder Wege zum Juden.

Insofern ist dasjenige Nachfolgende sozusagen die Gesamtheit keine unerwartetes Ereignis, verstörend im Gegensatz dazu durchaus. Beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum sprach folglich genauso Wolodymyr Selenskyj, Jude und ukrainischer Staatschef. Er wurde zu diesem Zweck jenseits verknüpfen großen TV-Gerät eingeblendet, wohl klar größer wie jener in vergangener Zeit im Bundestag, und dasjenige sorgte pro Präsenz. So viel Präsenz, dass die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) dasjenige pro karikaturesk hielt. Die von ihr veröffentlichte Zeichnung zeigte dann jedoch irgendetwas anderes – in den Augen mancher Zuschauer jedenfalls.

Selenskyj ist hinaus jener Zeichnung übergroß, die Weltelite ist unter ihm im Ring versammelt, er hat irgendwie glubschige Augen, irgendwie eine leichte Hakennase, sitzt irgendwie gekrümmt. Viele Irgendwies, im Gegensatz dazu sie umwälzen um eine Kernidee: übermäßiger Macht hinaus die Weltelite. Und sie drei Körpermerkmale sind antisemitische Chiffren.

Wie jener „Stürmer“

Dies fiel neben vielen Beobachtern genauso dem Grünen-Volksvertreter Volker Beck hinaus, jener Publizist Alan Posener sprach sogar von Ähnlichkeit mit einer Karikatur aus dem Nazi-Papierblatt „Stürmer“. Nichts da, rechtfertigt sich die SZ, dasjenige sei ja trivial nur „eine zeichnerische Umsetzung“.

Dies ist seltsam, denn außer in Gerichtsprozessen pflegt man in Zeitungen sozusagen nicht die Wirklichkeit in Zeichnungen „umzusetzen“. Karikaturen stillstehen pro verknüpfen spöttischen Blick, verknüpfen Kommentar, gleichmäßig ein inhaltliches „Mehr“ zur Wirklichkeit. Welches soll man, Fürbitte, mit einem gezeichneten Pressefoto lancieren? Man könnte dank jener vielen Irgendwies und des unangenehmen Themenkreises die Achseln zucken und noch einmal die Trennung von Bibi und Julian recherchieren.

Doch die SZ fällt nicht zum ersten Mal mit dieser Formgebung von, sagen wir mal: „Humor“ hinaus. Im Jahr 2018 veröffentlichte sie eine Karikatur hinaus Benjamin Netanjahu. Dieser damalige israelische Premier stand wie, lukulent, Kriegstreiber, in einer Eurovision-Manege, hatte abstehende Ohren und schwang eine Rakete mit dem Hexagramm. Lustig! So lustig, dass sich die Zeitung von ihrem Zeichner trennte.

Jedweder paar Jahre Judenhass

Fünf Jahre zuvor hatte die Zeitung eine Zeichnung von Ernsthaft Kahl mit neuer Bildunterzeile versehen, die dem Gesamtwerk eine „Stürmer“-Impression verlieh. In jener „Jüdischen Allgemeinen“ äußerte sich jener Zeichner entsetzt.

Dann war da die Karikatur von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: ein Tintenfisch – vielleicht ein „Datenkrake“. Doch mit jener Hakennase und den Tentakeln waren dasjenige nun recht unverkennbare Kreditbeanspruchung beim „Stürmer“, wie dasjenige Simon-Wiesenthal-Zentrum monierte. Sie ahnen vielleicht schon, in welcher werten Zeitung sie Karikatur im Jahr 2014 erschien.

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Jedweder paar Jahre, so scheint es, halten sich SZ-Redakteure jedwederlei Augen hold zu und winken durch, welches genauso immer ihnen Leckermaul ins Papierblatt zeichnet. Unterdies ist recht unerheblich, welches die jeweiligen Zeichner selbst dachten. Man kann judenfeindlich sprechen oder zeichnen, ohne Judengegner zu sein. Es geht nicht um Verdammung einer Person, nicht einmal einer Zeitung. Es geht genauso nicht drum, ob man mit absoluter Wahrscheinlichkeit, quasi per Nazometer, den Judenhass-Gehalt zwingen könnte.

Ein Näschen pro den Gestank

Es geht um Sensibilität und Verantwortung jener Redaktion: Dass niemandem dort sie klaren antisemitischen Chiffren (Nasen, Kraken, Kriegstreiberei) aufstießen, ist schlicht verstörend. Es gibt immer verknüpfen anderen Weg zur Pointe – man muss doch nicht jenseits den Schlamm jener Judenfeindlichkeit balancieren.

Die Sensibilität pro Judenhass ist schon unweigerlich genauso eine (Selbst-)Bildungsfrage: Wer sich mit Zeichnungen im „Stürmer“ und antisemitischen Stereotypen nie beschäftigt hat, jener zuckt natürlich nicht. Judenhass ist gleichmäßig ein dezenter Gestank, pro den man erst ein Näschen gedeihen muss.

Ein Datenschutzaktivist wetterte kürzlich unter anderem gegen Facebook mit einer Darstellung, die hinaus Anhieb an „Judensau“-Karikaturen aus dem „Stürmer“ erinnerte: Dies Unternehmen sog hinaus jener Darstellung an den Zitzen einer Sau. Debatten um sie „Judensau“, eine mittelalterliche judenfeindliche Darstellung, gibt es immer wieder, kürzlich etwa in Regensburg.

Streit um die „Judensau“

Just am kommenden Montag verhandelt jener Bundesgerichtshof, ob die Wittenberger „Judensau“ eine Beleidigung darstellt – in diesem Fall handelt es sich um ein Hunderte Jahre altes Sandsteinrelief an einer Religionsgemeinschaft. Die Plastik zeigt eine Sau, an deren Zitzen Menschen stillen, ein Rabbiner schaut dem Tier in den Rosette. Ein jüdischer Rentner durchschreitet seitdem Jahren die Instanzen, er will dasjenige Relief fern sehen oder im Gegensatz dazu die juristische Feststellung, dass es sich um eine Beleidigung handele.

Judenhass und die mit ihm mitschwingenden Verdächtigungen sind leider nicht totzukriegen: Juden wie heimliche Weltregierung, Steuerrad jener Zeitungswesen und Infiltratoren des Literaturbetriebs, all dasjenige ist nicht neu, im Gegensatz dazu leider genauso nicht überwunden – im Gegenteil, die weltweite Seuche hat ihn klar verstärkt, wie kürzlich jener Verfassungsschutz in seinem „Lagebild“ dokumentierte.

Traurig: Die geradezu patzige Weigerung vieler Deutscher, sich pro sie Chiffren zu sensibilisieren, sich gegen sie zu stemmen, um sie pro jeder Zeit zu verbannen, reicht solange bis in Redaktionen renommierter Zeitungen. Jene absichtsvolle Blindheit ist vertraut. In Bezug hinaus die NS-Vergangenheit hat jener Zeichner Martin Kippenberger es mit jener unsterblichen Wortlaut „Ich kann beim besten Willen kein Hakenkreuz erkennen“ gut pointiert.

Die SZ sitzt die Indignation diesmal offenbar aus, nachdem sie beim Sachverhalt Netanjahu noch Gesundungsprozess gelobt hatte. Weit kann es folglich nicht mehr dauern, dann heißt es wieder: „Ich kann beim besten Willen keinen Antisemitismus erkennen.“