Käßmann empört sich reichlich Lindners Trauung



„Kirchen-Inhalte offenbar egal“

Käßmann empört sich reichlich Lindners Trauung

Wer kein Kirchenmitglied ist, sollte gleichwohl nicht kirchlich heiraten, findet Margot Käßmann. Die Trauung von Finanzminister Lindner und Journalistin Lehfeldt hat in den Augen dieser Theologin ein „Promi-Bonus-Geschmäckle“. Sowohl mit dem Hochzeitspaar qua gleichwohl mit dieser Religionsgemeinschaft geht sie strikt ins Gerichtshof.

In dieser Debatte um die kirchliche Trauung von Finanzminister Christian Lindner und Journalistin Franca Lehfeldt hat sich gleichwohl Margot Käßmann scharf zu Wort gemeldet. „Sylt, viel Prominenz, Champagner – und eine Kirche. Wofür die Kirche inhaltlich steht, ist dabei offenbar egal“, schreibt die evangelische Theologin in dieser „Bild“-Zeitung. „Das ist empörend, denn es hat ein Promi-Bonus-Geschmäckle.“

Die frühere Ratsvorsitzende dieser Evangelischen Religionsgemeinschaft in Deutschland kritisiert: „Hier ging es nicht um christlichen Inhalt, sondern um eine Kulisse. Dazu aber sollte sich unsere Kirche nicht hergeben.“

Lindner und Lehfeldt sollen zweierlei aus dieser Religionsgemeinschaft ausgetreten sein. Normal ist gleichwohl in dieser Nordkirche, dass zumindest einer dieser beiden Partner Mitglied in dieser Evangelischen Religionsgemeinschaft sein muss. Wirklich hat die Synode 2020 beschlossen, „ein Kasualgottesdienst kann auch gefeiert werden, wenn Menschen, die nicht Kirchenmitglieder sind, danach fragen“. Denn Kasualien bezeichnet die Evangelische Religionsgemeinschaft Gottesdienste, die aus Anlass wichtiger Stationen im Leben von Menschen gefeiert werden: Taufe, Konfirmation, Trauung und Bestattung.

Käßmann hingegen findet: „Es ist richtig, dass mindestens ein Ehepartner Kirchenmitglied sein muss, damit eine kirchliche Trauung stattfinden kann. Gibt es da eine Rechtslücke, sollte die schnellstmöglich geschlossen werden. Sonst degradieren wir unsere traditionellen Räume, in denen Christen Gott die Ehre geben, zu billigen Eventlocations.“

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Unter anderen hatte gleichwohl dieser evangelische Ethikprofessor Mathias Wirth die Hochzeit kritisiert. Er sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dies sei eine „wenig sozial- und moralsensitive Luxus-Trauung eines Ministers, der zeitgleich die Hartz-IV-Sätze für Langzeitarbeitslose kürzen will“.