Kein Gedanke an Hummels: Löw nominiert Rudy und Debütant Koch nachher


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Löw greift zurück auf alte Bekannte.

(Foto: imago/Karina Hessland)

Der Bundestrainer hat ein Problem: Für die Länderspiele gegen Argentinien und Estland muss Joachim Löw ungewöhnlich große Umbauten an seinem Kader vornehmen. Er greift zurück auf einen alten Bekannten und nominiert einen Debütanten. Für einen formstarken Weltmeister bleibt die Tür geschlossen.

An Mats Hummels habe er jetzt nicht gedacht, sagt Joachim Löw. Vermutlich gilt das auch für Thomas Müller und Jerome Boateng. Aber nach denen wurde der Bundestrainer nicht gefragt. Nun, sie sind ja auch nicht ganz so formstark wie ihr ehemaliger Mitspieler des FC Bayern und der DFB-Elf. Bedarf für einen Mann mit internationaler Klasse wäre aber tatsächlich gerade vorhanden in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Denn in der Innenverteidigung fallen mit Antonio Rüdiger und Matthias Ginter nun die beiden Spieler , die an der Seite des gesetzten Niklas Süle den zweiten starken Mann geben sollen. Und die sich folglich auch als zentraler Block der neuen “die Mannschaft” einspielen könnten.

Aber die Absagen von Rüdiger und Ginter sind nicht die einzigen, mit denen Löw vor den Länderspielen gegen Argentinien in Dortmund am Mittwoch (20.45 Uhr bei RTL und im Liveticker bei ntv.de) und gegen Estland in Tallinn am Sonntag (ebenfalls 20.45 Uhr und ebenfalls bei RTL und im Liveticker bei ntv.de) umzugehen hat. Zehn Mann fallen für den Test und das folgende EM-Qualifikationsduell aus. “Ich war Sonntag nur am Telefon und habe schlechte Nachrichten bekommen”, sagte Löw bei der Ankunft in Dortmund. “Deshalb müssen wir wahrscheinlich nachnominieren, das wird nicht ausbleiben.” Mit Stürmer Timo Werner und Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan sind für die erste Begegnung auch noch zwei weitere Spieler fraglich. “Timo hat einen grippalen Infekt, da ist auch nicht sicher, ob er Montag oder Dienstag trainieren kann”, sagte Löw. Gündogan habe “ leichte muskuläre Verletzung”. Löw reagierte mit den Nachnominierungen von Sebastian Rudy (Hoffenheim) und Debütant Robin Koch (Freiburg).

“Keine Veranlassung, den Mats zu nominieren”

Der deutsche Kader

Torhüter: Bernd Leno (FC Arsenal), Manuel Neuer (FC Bayern München), Marc-André ter Stegen (FC )
Abwehr: Marcel Halstenberg (RB Leipzig), Lukas Klostermann (RB Leipzig), Niklas Stark (Hertha BSC), Niklas Süle (FC Bayern München), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen)
Mittelfeld: Nadiem Amiri (Bayer Leverkusen), Julian Brandt (Borussia Dortmund), Emre Can (), Serge Gnabry (FC Bayern), Ilkay Gündogan (Manchester City), Kai Havertz (Bayer Leverkusen), Joshua Kimmich (FC Bayern München), Suat Serdar (FC Schalke 04), Marco Reus (Borussia Dortmund)
Angriff: Timo Werner (RB Leipzig), Luca Waldschmidt (SC Freiburg)

Doch trotz der großen personellen Not bleibt der Bundestrainer unnachgiebig bei seinem Umbruchplan. “Ich habe vor einigen Wochen gesagt, dass wir erstmal unseren mit den jungen Spielern gehen. Es gibt jetzt keine Veranlassung, den Mats zu nominieren”, sagte er. Vielmehr will er seinen Weg mit jungen Nachrückern nun noch drastischer als geplant fortführen. Wegen Verletzungen pausieren derzeit auch , Antonio Rüdiger, Leon Goretzka, Kevin Trapp, Nico Schulz, Julian Draxler und Thilo Kehrer. “Ich finde es sehr schade”, sagte Löw. Denn eigentlich sei es schon mit Blick auf die EM-Endrunde 2020 das Ziel gewesen, dass sich die seit dem WM-Debakel 2018 erneuerte Mannschaft richtig einspielen kann. “Jetzt müssen wir immer wieder von vorne beginnen. Das ist natürlich keine gute Voraussetzung. Wir machen das Beste daraus. Ich möchte auch nicht lamentieren. Es ist manchmal auch eine Chance für andere, junge Spieler. Aber es ist im Moment ungewöhnlich hart für uns.”

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Nach der Ausfallserie rücken die erstmals ins A-Team eingeladenen Suat Serdar (Schalke 04) und Nadiem Amiri (Bayer Leverkusen) noch mehr in den Blickpunkt. Löw machte den Neuen – auch der Berliner Niklas Stark und der Freiburger Luca Waldschmidt warten noch auf ihr A-Elf-Debüt – sogar Hoffnungen auf einen sofortigen Einsatz. “Es ist durchaus denkbar”, bemerkte der Bundestrainer. Serdar und Amiri hätten “ja auch schon international in ihren Vereinen und in der U21 gezeigt, dass sie dazu in der Lage sind.”

Auch Argentinien spielt mit jungen Wilden

Die Erwartungshaltung des Trainers bleibt trotz der Umstände unverändert. “Gegen Estland wollen und werden wir gewinnen, unabhängig davon, mit welcher Mannschaft wir auflaufen.” Im Hinspiel gab’s für den Tabellenführer der Gruppe C gegen das Team vom Balitkum einen wuchtigen 8:1-Erfolg. Der Test gegen die Argentinier, in dem Torwart Marc- ter Stegen seine erhoffte Chance erhält, sieht Löw dagegen als “Weiterbildungsgeschichte für unsere Jungen. Da steht das Ergebnis nicht im Vordergrund.” Die zuletzt heftig diskutierte und eskalierte Torwartfrage will Löw nur “kurz nochmal ansprechen”. Aber er betonte auch: “Da gibt es eigentlich nicht mehr viel zu bereden.” In Tallinn spielt Kapitän Manuel Neuer, der die unumstrittene Nummer 1 bleibt.

Der zweimalige Weltmeister Argentinien bietet übrigens eine ähnlich junge Mannschaft auf. Weltstar Lionel Messi ist gesperrt, die Topspieler Sergio Agüero, Angel Di Maria, Mauro Icardi oder Gonzalo Higuain wurden nicht nominiert. Auch die Spieler der Spitzenteams Boca Juniors und River Plate fehlen wegen des Superclasicos in der Copa Libertadores. Angeführt wird das Aufgebot der Gauchos von den Klassestürmern Paulo Dybala (Juventus Turin) und Lautaro Martinez (Inter Mailand). “Sie haben sich wieder in der Weltspitze etabliert und bringen eine gewisse Härte mit”, sagte Löw: “Das wird eine gute Erfahrung für uns.” Verletzte hin oder her.



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