Krauts jubeln und trauern: Kugelstoßer übertrumpfen sich phänomenal


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Joe Kovacs stößt einen Zentimeter weiter als seine Konkurrenten – .

(Foto: dpa)

Die Kugelstoßer liefern sich bei der Leichtathletik-WM einen irren Kampf. Für die einzige deutsche Medaille des Tages sorgt Konstanze Klosterhalfen ihrem Wahnsinnslauf. Ihr nacheifern werden am letzten Wettkampftag Überfliegerin Malaika Mihambo sowie die Speerwerfer.

Konstanze Klosterhalfen feierte ausgelassen den größten Erfolg ihrer Karriere, Thomas Röhler erlebte dagegen einen der bittersten Momente seiner Laufbahn: Während Klosterhalfen ungeachtet der Aufregung um die “Affäre Alberto Salazar” zu Bronze stürmte und die vierte deutsche Medaille in Doha bejubelte, war der vom ersten WM-Edelmetall für den Speerwurf-Olympiasieger und Europameister bereits in der Qualifikation beendet.

Obwohl es auch der EM-Zweite Andreas Hofmann nicht ins Finale am Sonntag schaffte, dürfen die deutschen Leichtathleten am letzten Tag auf einen goldenen Abschluss der WM hoffen. Sowohl Speer-Titelverteidiger Johannes Vetter als auch Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo lieferten starke Generalproben ab und zogen als beste Athleten ihrer Qualifikationen in ihre Finals ein. Die ersatzgeschwächte deutsche Sprintstaffel lief zudem in ihrem Finale auf Platz fünf.

Irre Kugelstoß-Konkurrenz

Klosterhalfens Teamkollegin vom Nike Oregon-Project Sifan Hassan aus den Niederlanden lief in - und Meisterschaftsrekord von 3:51,95 Minuten nach dem Sieg über 10.000 Meter auch über 1500 Meter zu Gold. Ohnehin gab es eine ganze Reihe von außergewöhnlichen Leistungen zu bestaunen. Im Kugelstoßen siegte Joe Kovacs (USA) mit unglaublichen 22,91 Meter in einer Zentimeterentscheidung vor seinem Landsmann Ryan Crouser und dem Neuseeländer Tomas Walsh, die beide 22,90 Meter stießen. Dreisprung-Weltmeisterin Yulimar Rojas (Venezuela) verpasste zudem den Weltrekord nur um 13 Zentimeter.

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Mihambo meistert die Qualifikation souverän.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der 26-Jährige Vetter hatte zuvor bereits mit seinem ersten Wurf in der Qualifikation die beste Weite von 89,35 Meter erzielt und blieb damit klar über den für die Medaillenentscheidung geforderten 84,00 Meter. Auch Julian Weber erreichte in der ersten Qualifikationsgruppe mit nur einem Wurf und 84,29 Meter das Finale. Röhler und Hofmann kamen dagegen nie in den Wettbewerb. Letztlich blieben ihnen nur die Plätze 20 (Hofmann) und 23 (Röhler). “Wir suchen keine Ausreden: Das ist nicht schön”, sagte Röhler in der ARD: “Man hätte einfach besser werfen müssen.”

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Mihambo voll auf Kurs

Im Weitsprung brauchte Mihambo die als Jahresbeste nach Doha reiste, wie Vetter nur einen Versuch. 6,98 Meter bedeuteten die direkte Qualifikation für das Finale der besten Zwölf. Dabei verschenkte sie beim Absprung sogar noch mehr als 20 Zentimeter, war aber dennoch beste Starterin.

Das verletzungsgeplagte deutsche Quartett mit Vize-Europameisterin Gina Lückenkemper, Lisa Marie Kwayie, Yasmin Kwadwo, Jessica-Bianca Wessolly zeigte sich im Vergleich zum Vorlauf verbessert und belegte in 42,48 Sekunden Platz fünf. Das deutsche Team hatte auch im Finale auf die deutsche Doppel-Meisterin Tatjana Pinto (Knieverletzung) verzichten müssen. Die ehemalige Hürden-Europameisterin Cindy Roleder zeigte sich stark. Mit Saisonbestleistung von 12,76 Sekunden zog sie souverän ins Halbfinale am Sonntag (18.02 Uhr/MESZ) ein.



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