Männer leiden still: “Na, ihr Pussies?”


Denn Mann Mittelpunkt 40 hat man es nicht leichtgewichtig – weder im Job noch zu Hause in jener Familie. Jan Weilers Kommissär Kühn weiß dies und er tut irgendwas dagegen, liest verdongeln Männlichkeitsratgeber, macht Schonkost, hat Hunger, ist gereizt. Lippe, Muschi!

Ein Mann leidet leise. Dasjenige liegt in den Genen. Früher, wie er noch Mammuts gejagt und so z. Hd. dies Überleben jener ganzen Volksstamm gesorgt hat, hätte jener leiseste, weinerliche Laut tödlich sein können. Beim ersten Niesen ist aus diesem Grund Vorsicht geboten. Die Frauen verstehen dies nicht, sofort wird spöttisch dies Wort “Männergrippe” in den Mund genommen. Welcher leise leidende Mann bleibt unter den Fakten: Er greift zum Fieberthermometer, steckt es sich unter den Obere Extremität, wartet und hält jener die noch kein Kind geboren hat dann triumphierend die rote 40 entgegen. Es sind jedoch nur 37,8 Stufe, jener Blickwinkel hat irgendwas verfälscht. Egal, dies leise Leyden geht weiter.

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Jan Weiler: Schriftsteller und Kolumnist.

(Foto: Tibor Bozi)

Sogar Martin Kühn leidet leise und z. Hd. sich. Er ist Kommissär in , verheiratet, Vater zweier Kinder und Mittelpunkt 40. Sein Kaup-Index liegt irgendwas obig jener Normalnorm, sein Blick gen dies Wesentliche wird von einem Magen gehandicapt. Seine Kondition war früher besser in Schuss, ebenso sein Leib. Und da gibt es ja noch dies Problem mit seiner Vorsteherdrüse. Irgendetwas ist da, jener Amtsarzt hat Kühn zum Proktologen geschickt, wo er jedoch nie aufgetaucht ist. Warum sekundär? Dasjenige ändert doch nichts: Er ist immer noch jener Mann, jener seine die noch kein Kind geboren hat einmal betrogen hat, dessen Gehalt hinten und vorne nicht reicht und in dessen Stapelspeicher eine chemische Sprengsatz tickt, die sein noch weder noch übermäßig altes, fremdfinanziertes Eigenheim gen jener Weberhöhe in München wertlos macht. Schlimme Sache dies.

“Ho, ho, hu – Du geiler Typ!”

Demnach greift er zu einem Männlichkeitsratgeber irgendeines unbekannten belgischen Autors. Obwohl, so unbekannt ist jener weder noch mehr, denn sein Buch steht in Deutschland gen den Bestsellerlisten und wird in den Zeitungen und im TV hoch und runter diskutiert. Kühn liest es heimlich, sekundär wegen jener darin enthaltenen Schonkost und den täglichen Tipps: “Ho, ho, hu – du geiler Typ!” Welche Worte dem morgendlichen Spiegelbild entgegengeschleudert – und jener Tag kann nur ein guter werden.

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Kühn hat Hunger: Roman

*Datenschutz

Sind wirklich so trivial gestrickt und so transparent? Welcher Männlichkeitsratgeber macht es vertrauen: vorerst Null-Schonkost. Nur Wasser mit irgendwas Ingwer. Tagelang. Genau, da wird Mann hungrig. Kühn sekundär. Seine Familie, seine Arbeitskollegen, seine Mitmenschen um ihn herum bekommen dies sekundär zu spüren: Ist eine die noch kein Kind geboren hat, die ihre Tage und nicht gut geschlafen hat, schon eine tickende Zeitbombe, ist ein Mann, jener hungert und sein abendliches Feierabendbier ungeöffnet stillstehen lassen muss, mindestens dies Gleiche. Kühn muss jedoch verdongeln Mord aufklären: Eine junge die noch kein Kind geboren hat wurde tot in einer Sickergrube einer Baustelle gefunden. Sie hatte ihr Leben noch vor sich – im Kontroverse zu Kühn, wie er selbst manchmal denkt.

Gefühle raus lassen!

Demnach weiter im Männlichkeitsratgeber: Leicht mal ins Büro umziehen und rufen: “Na, ihr Pussies?!” Guter Tipp, denkt Kühn, dem vor allem sein Kollege Steierer weidlich gen den Sack geht, denn sie zweierlei buhlen um verdongeln Posten eine Geschoss höher und spürbar besser getilgt. Wenn Kühn diesen Job kriegt, dann könnten sich seine Probleme in Luft auflösen. Nicht leer, jedoch so wenige. Nunmehr wir sind hier ja nicht unter “Wünsch dir was”, sondern unter Jan Weilers drittem Kühn-Roman “Kühn hat Hunger”.

Mann Mann Mann

“Du bist Sparta! Du trägst Sandalen! Ab morgen erscheinst du in Sandalen zum Anzug! Leg die Füße auf den Konferenztisch! Und wenn dich jemand kritisiert, dann gibst du mit dem groben Keil zurück: Klappe, Muschi! Sowas darf man sagen, wenn man ein Mann ist. Auch zu Männern übrigens. Trau dich! Die Wirkung wird dich überraschen. Ebenfalls überraschend: Du kannst auch im Winter Sandalen tragen. Mit dicken Socken ist das überhaupt kein Problem. Und wenn du dich mal langweilst mit dem Outfit, kannst du variieren: Es gibt nämlich auch sehr gute Badelatschen! Aber hier hat meine Toleranz natürliche Grenzen: Badelatschen immer, aber Flipflops nie. Nie. Nie!”

Kühn hat Hunger gen dies Leben. Aufwärts sein altes Leben: Aufwärts ein Motorrad, spontane Spitztouren, Festivalbesuche, Rockmusik. Früher war halt doch was auch immer besser: Seine Kinder sahen in ihm noch eine Respektsperson. Seine die noch kein Kind geboren hat liebte ihn und er liebte sie. Gut, dies ist förmlich immer noch so. Für beiden. Vielleicht sollte er ihr dies mal wieder sagen? Wie sehr er sie doch noch immer liebt, selbst nachher rund 20 Jahren Ehe? Ja, dies sollte er. Nunmehr welches sagt jener Männlichkeitsratgeber dazu? Mann sein, den Macker raushängen lassen, Entscheidungen trivial treffen und nicht etwa Kompromisse diskutieren. “Du bist der Mann!”

Leise leiden – und darüber reden!

Kühn entscheidet sich unähnlich. Zugegebenermaßen erst sehr tardiv – jedoch just noch nicht zu tardiv. Er lässt den Männlichkeitsratgeber Männlichkeitsratgeber sein, welches gut so ist, denn es war kein Belgier, jener ihn verfasst hat, sondern eine aus Frauen bestehende niederländische Comedy-Truppe. Irgendwie hat es Kühn schon geahnt. So viril wie zu seinen Vadders Zeiten ist die Welt schon tief nicht mehr. Gut so, denkt Kühn.

Welcher Mann hat sich weiterentwickelt. Probleme mit sich selbst umfassen? Zu welchem Zweck hat Mann denn die noch kein Kind geboren hat und Kinder?! Zu welchem Zweck heißt es denn: in guten wie in schlechten Zeiten? Probleme zum Thema machen, miteinander reden, diskutieren – dies macht jener Mann von heute. Nunmehr leise leiden ist irgendwie immer noch schön.



Quelle