Möller ist neuer Nachwuchs-Chef: „Sonnenkönig“ Bobic setzt Willen durch


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Andy Möller hat einen neuen Job – als Nachwuchs-Chef bei Eintracht Frankfurt.

(Foto: imago/Hartenfelser)

Ex-Fußball-Nationalspieler Andreas Möller kehrt zurück zu seinem früheren Verein Eintracht Frankfurt, er wird neuer Nachwuchs-Chef beim Bundesligisten. Damit setzt Sportdirektor Fredi Bobic seinen Willen durch. Von den Fans wird er dafür angefeindet.

Der 85-malige Nationalspieler Andreas Möller ist neuer Nachwuchs-Chef beim Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Der Welt- und Europameister leitet künftig Nachwuchs-Leistungszentrum der Hessen und ist Nachfolger von Armin Kraaz. Das gab die Eintracht bekannt. Der einstige Italien-Legionär von Juventus Turin war lange Jahre Profi der Eintracht.

Möller erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022 und nimmt seine Tätigkeit mit sofortiger Wirkung auf. „Insbesondere der Förderung der individuellen spielerischen Qualität des Eintracht-Nachwuchses will ich mich verstärkt zuwenden“, sagte der ehemalige Dortmunder und Schalker.

„Wer gegen Möller ist, ist gegen mich“

Die Personalie Möller hatte allerdings zuletzt zu einem Konflikt bei den Riederwäldern mit Teilen der Fanszene geführt. Die Ankündigung von Sportvorstand Fredi Bobic, Möller mit der Aufgabe zu betrauen, hatte zu heftigem Widerstand der Eintracht-Ultras geführt. „Ihre Meinung interessiert mich nicht“, hatte Bobic kürzlich bei einem Fußball-Kongress der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ in Richtung der Kritiker beschieden und dabei unmissverständlich klar gemacht: „Wer gegen Möller ist, ist auch gegen mich.“

Die Reaktion der Fans fiel ebenso scharf aus. „Erfolg hin oder her: Mit welchem Recht maßt sich Fredi Bobic an, die Kritik an der Personalie Möller mit seinem persönlichen Schicksal zu verbinden?“, hieß es in einer Stellungnahme der Fan-Organisation „Nordwestkurven-Rat“: „ klingt gleichzeitig nach Gutsherrenart eines Sonnenkönigs, aber auch wie ein beleidigtes, bockiges Kind.“ In jedem Fall zeige sich „eine seltsame Vorstellung von Demokratie in einem Fußballverein“.

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„Nein zu Möller“

Die Ultras der Eintracht hatten bereits beim ersten Gruppenspiel der Europa League gegen den FC Arsenal lautstark ein „Nein zu Möller“ eingefordert. Ihr Vorwurf: Der gebürtige Frankfurter sei seit dem Start seiner Profikarriere bei der Eintracht 1985 mehrfach durch „Lügen und gebrochene Absprachen“ aufgefallen. Seine Verpflichtung als Koordinator für die Jugendabteilung sei allein deshalb „ein absolutes No-go“.

Auch Möllers vermeintlich letzte öffentliche Äußerung bezüglich des Klubs, damals vor dem Pokalfinale 2017 und als Manager beim verhassten Lokalrivalen Kickers Offenbach, wird dem früheren Nationalspieler von den SGE-Fans nachgetragen. „Zur Eintracht habe ich keine Verbindung, mit Frankfurt habe ich nichts zu tun“, hatte der Europameister von 1996 damals im Interview mit den „Ruhrnachrichten“ erklärt – und überdies Finalgegner Borussia Dortmund als seine „fußballerische Heimat“ bezeichnet.

Möller hospitierte bei Simeone, Hitzfeld, Rangnick

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Fredi Bobic ist zufrieden mit dem Deal.

(Foto: dpa)

Bobic erklärte nach der Verpflichtung Möllers: „Andy, der im Besitz der Fußballlehrerlizenz ist, hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Hospitationen absolviert und sich stetig weiterentwickelt. hat uns gezeigt, dass er einen großen inneren Antrieb für die Sache hat. Aus all diesen Gründen haben wir uns nach Gesprächen mit weiteren Kandidaten für ihn entschieden.“

In den vergangenen Jahren hatte Möller bei namhaften Trainern wie Diego Simeone, Ottmar Hitzfeld und Ralf Rangnick hospitiert. Möller hatte außerdem zwischen 2015 und 2017 als Co-Trainer von Bernd Storck bei der ungarischen Nationalmannschaft gearbeitet. In diesem Zeitraum war er auch für die Betreuung der ungarischen U17 und U19 verantwortlich und hatte die Aufgabe, neue Strukturen im Nachwuchsbereich, dem Scoutingsystem und der Trainerausbildung zu schaffen.

Möller wurde als Jugendspieler von den Hessen ausgebildet und gewann mit den A-Junioren 1985 die letzte deutsche Meisterschaft. Er absolvierte insgesamt 136 Bundesligaspiele für Frankfurt und erzielte dabei 41 Tore.



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