Mut hat viele Gesichter, sehr viele


Stolzieren durch (Babylon) Hauptstadt von Deutschland, ein kurze Reise ins Gelsenkirchener Barock, in die Welt dieser Soldaten oder in die dieser Musik und immer Mut. Mut, den eigenen Weg zu in Betracht kommen. Wir nach sich ziehen zu Händen Sie ein Bücherpaket geschnürt, da ist eindeutig noch die eine oder andere Geschenkidee hierbei.

„Tante Martl“ von Ursula März

Tanten sind oft weibliche Wesen ohne „eigene“ Familie, wie so sagt, hingegen mit festem Spielfeld im Familienkosmos. Gut ihre eigene Tante hat nun die Literaturkritikerin Ursula März verschmelzen Roman geschrieben. Ihre Tante Martl war Lehrerin, unverheiratet, keine Kinder. Verbrachte ihr gesamtes Leben in ihrem Elternhaus in einer westpfälzischen Kleinstadt. Materiell unabhängig, weltmännisch, schon in den 1950er-Jahren mit eigenem Automobil und Führerschein hat sich Martl nie von den dominanten Erziehungsberechtigte, später den ebenso dominanten Schwestern trennen können. Ist immer in dieser Rolle des hilfreichen Hausgeistes geblieben. Diesem Rätsel spürt März in ihrem Roman nachdem. Sicher, „Tante Martl“ ist wiewohl ein Darstellung dieser damaligen Zeit. 1925 geboren, war Martl nicht die einzige die noch kein Kind geboren hat, die unverheiratet geblieben ist. Dazu passt dies burschikose Skizze, dies früher selbstständigen Frauen angedichtet wurde. Zwischen Martl kommt noch die zu Händen sie kränkende Familienanekdote dazu, dass ihr Vater sie, geknickt reichlich die dritte Tochter, im Standesamt erstmal denn Junge eintragen ließ. Martl wurde deswegen, wie man heute sagen würde, ihr Leben weit nicht selten weiblich gelesen.

Mit vielen liebevollen Einzelheiten, vom pfälzischen Mundart dieser Tante, reichlich dies bevorzugte TV-Sendung (bloß kein Thomas Gottschalk) solange bis hin zur Wohnungseinrichtung (frappant modern im Vergleich zum Gelsenkirchener Barock dieser Schwestern), zeichnet die Publizistin März ein deutsches Gesellschaftsporträt aus den Jahrzehnten nachdem dem Weltkrieg. Die Familienkonstellationen sind jedoch zeitlos. Wer in einer großen Familie lebt, kann von verfestigten Rollenmustern ein Song singen. Vom Neid zwischen Geschwistern. Und wiewohl heute gibt es in jeder Generation dies eine Kind, dies sich den archaisch werdenden, vielleicht pflegebedürftigen Erziehungsberechtigte stärker verpflichtet fühlt. Untergeordnet heute noch ist dieses Kind meist weiblich, gilt denn belastbarer. Dieser noch fehlende Teil dieser Emanzipation ist nicht Kleinstadt, nicht Vergangenheit. (sla)

„Mitte“ von Volker Kutscher, illustriert von Qat Menschik

Jener Skribent Volker Kutscher und die Illustratorin Qat Menschik nach sich ziehen sich erneut zusammengetan und dem „Babylon Berlin“-Kosmos um Kommissär Gereon Rath und Charlotte Ritter nachdem „Moabit“ ein weiteres grafisches Kleinod hinzugefügt. Diesmal in einer irgendetwas anderen literarischen Form: Die Paradigma besteht nur aus Briefen – solange bis uff drei zwischen Polizei und Gestapo sämtliche geschrieben von Fritze Thormann, dem 15-jährigen Pflegesohn von Charlotte „Charly“ und Gereon Rath.

Wir sind mittlerweile im Herbst und Winter 1936, die Handlung schließt unmittelbar an die Olympischen Spiele in Hauptstadt von Deutschland und den anerkennen Rath-Kriminalroman namens „Olympia“ an. Friedrich „Fritze“ Thormann nennt sich jetzt Friedrich Hutzke und empfängt die Korrespondenz nur postlagernd – er ist ebenso untergetaucht und lebt mit falscher Identität wie Hannah Singer, jetzt Hannelore Schneider, dieser er nachdem Breslau schreibt. Sie, weil sie Jüdin ist und „vor fast vier Jahren aus der Irrenanstalt ausgerissen“ – er, weil wiewohl er abgehauen ist, von seinen letzten Pflegeeltern. Zudem sucht die Gestapo nachdem ihm, weil er irgendetwas gesehen hat, welches er nicht hätte sehen die Erlaubnis haben … Seine anderen Korrespondenz in Betracht kommen an Charly, ebenfalls postlagernd, in Hauptstadt von Deutschland. Oder ist sie in Prag?

Dass man immer nur seinen Teil des Briefwechsels zu Vorlesung halten bekommt, erhoben die Tonus. Zudem ist dies kleine, feine Büchlein ausnehmend schön anzusehen und anzufassen – wie nicht unähnlich zu erwarten, gehört es doch zur Schlange dieser „Lieblingsbücher“ von Qat Menschik, die dieser Krapfen Galiani-Verlagshaus herausbringt und zu Händen die Kutscher die Paradigma zu „Mitte“ uff Menschiks Wunsch hin extra geschrieben hat. Sie illustriert nicht nur die Handlung, sondern erschafft mit ihren Grafiken eine ganz eigene Welt, lässt verschmelzen in die Lufthülle dieser Vergangenheit und ihrer Zeit stippen. Wie sie beiderartig multipel in Interviews sagten, könnte man den Buchtitel wiewohl genau so „mittig“ verstehen: Es wird nachdem „Moabit“ und nun „Mitte“ deswegen offenbar noch ein drittes Werk in dem Format verschenken, uff dies sich die Kutscher-Menschik-Rath-Fangemeinde freuen kann. (abe)

„Siegerin“ von Yishai Sarid

„Ich habe auch einige Zivilisten behandelt, aber ihre kleinen Probleme haben mich gelangweilt. Ich konnte nur mit Mühe das Gähnen unterdrücken.“ (Zitat aus: Siegerin)

Abigail ist Militär-Expertin zu Händen die Seelenkunde des Tötens und tatsächlich schon im zivilen Ruhestand. Doch dem Ruf des Generalstabschefs kann sie nicht widerstehen. Er will, dass sie dieser Truppe hilft, Kriege zu profitieren – zu Lande, im Rahmen Bodengefechten, von Mann zu Mann. Denn dies Staat habe zu feinsinnige Kinder, versäumt, sie zum Töten zu erziehen.

„Sie leben am Smartphone, die reale Welt existiert für sie fast nicht mehr. Manchmal denke ich, wir müssten ihnen erst mal beibringen, ein Huhn zu schlachten oder jemanden das Nasenbein einzuschlagen, ehe wir von ihnen erwarten, Menschen zu töten.“ (Zitat aus: Siegerin)

Die Jungen stärken und den Veteranen helfen, die Gespenster zu verjagen, die sie jemandem nachsetzen. Dasjenige ist Abigails Welt. Eine die noch kein Kind geboren hat, die studiert, wie sich die Truppen tödlicher zeugen lassen und die ihren verheirateten Brigadekommandeur, den späteren Generalstabschef, verführt, weil sie sich ein Kind von ihm wünscht. Eine Schraubenmutter, die ihrem Sohn vermittelt hat, dass sie nur die Mutigen und Harten schätzt. Nur einer stellt sie infrage: ihr alter, todkranker Vater, Psychologe dieser alten Schulgebäude. Z. Hd. ihn ist Abigail keine Therapeutin, sondern eine Magd dieser Mächtigkeit.

Die Bücher des israelischen Selbst…Yishai Sarid sind schmale Bände, seine Sprache konzentriert und die Themen schmerzhaft. In „Monster“ geht er in dies Judenvernichtung-Trauma rein, in „Limassol“ stellt er die Verhörmethoden des israelischen Geheimdienstes infrage, in „Siegerin“ die Trauerspiel, dass dies Staat seine Kinder Generation um Generation dieser Militär opfert. Seine Kunst besteht darin, nicht mit dem Finger uff andere zu zeigen. Er beschreibt lichtvoll und sachlich, welches er sieht, und überlässt es dem Leser, sich zu fragen, ob die Welt so sein sollte. So wie man Sarids genial geschriebenen Bücher nicht mehr aus dieser Hand legen kann, kann man sich diesen Fragen nicht mehr entziehen. (sla)

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„Ciao“ von Johanna Adorján

Dass die Welt sich wiewohl immer weiterdrehen muss. Im Prinzip war doch zu Händen Hans Benedek die Gesamtheit perfekt, so wie es war. Hervorhebung uff war. Feuilletonist im Rahmen einer bedeutenden Krapfen Zeitung, mittags Schnitzel und Espresso im „Einstein“, ab und an uff Firmenkosten nachdem Schwimmen-Schwimmen ins Hotel, kleine Affären inklusive. Daher nun werden ihm die Spesenabrechnungen um die Ohren gehauen, ein jüngerer Kollege hat nicht nur lackierte Fingernägel und lebt polyamourös, sondern ist wiewohl noch uff diesem Instagram so siegreich mit seinen Plattitüden, dass daraus ein Publikumserfolg wird. Und dann sind da noch selbige jungen, feministischen, lauten Frauen wie selbige Xandi Lochner. Da wollen wir doch noch mal sehen, wer da aus wem Kapital schlägt.

Die Journalistin und Selbst… Johanna Adorján hat mit „Ciao“ verschmelzen herrlichen, luftig leichten Roman reichlich eine aussterbende Geschlecht geschrieben: den alten, weißen Mann in dieser Medienbranche. Liebevoll begleitet sie ihren Protagonisten durch die Verwirrungen, die die neue Welt, ach welches, die schon ein unvorteilhaftes Foto im Rahmen ihm auslöst. Er ist nicht einzig, hingegen unähnlich denn im Rahmen dem alternden Moderator, dessen Charme uff einmal nichts anderes denn sexuelle Sekkatur ist, hat Hans Benedek notfalls noch eine kleine Risiko uff Gesundung. Untergeordnet, wenn sich seine die noch kein Kind geboren hat schon lange Zeit mehr zu Händen Yoga denn zu Händen seine Affären wissensdurstig und es im Rahmen dieser Arbeit weder noch gut läuft. Nun ja. Vielleicht ist seine Zeit doch schon vorbei.

„Ciao“ passt perfekt zu einem oder zwei Cappuccinos am guten alten Kurfürstendamm. Es sei denn, man muss so laut lachen, wenn dieser alternde Moderator seine Sicht dieser Pipapo preisgibt. Oder man gerät ohne Rest durch zwei teilbar an Stellen wie die, wo Adorján dies Krapfen Mausgrau beschreibt. So im Kontroverse zum Pariser oder Londoner Mausgrau. Da muss man doch zweimal Vorlesung halten. Dann weiter. Und dann nochmal zurückblättern, weil es so schön beschrieben ist. (soe)

„Ich will“ von Rainer Zitelmann

Sie wahrnehmen sich bestens: heilsam, in Form, vollwertig. Unverwundbar. Dasjenige ist wiewohl gut so, denn sonst liefen wir sämtliche ja ständig mit Ängsten durch die Welt. Dass wir nicht unverwundbar sind, wissen wir natürlich, wenige spüren es am eigenen Leib. Von Geburt an oder erst später, durch verschmelzen Unfall, eine Krankheit. Rainer Zitelmann nennt uns in „Ich will“ Beispiele. Beispiele, die Erfolgsgeschichten sind, obwohl sie die Gesamtheit andere denn siegreich tönen. Zunächst.

Denn sind Menschen wie Ray Charles, Stevie Wonder oder Andrea Bocelli weniger siegreich denn andere, „bloß“ weil sie blind sind? Konnte Frida Kahlo ihre Kunstwerke schaffen, obwohl oder weil sie stets unter Weh tun litt, die die Hölle gewesen sein zu tun sein? Oder weder noch? Sollen wir Mitleid nach sich ziehen mit Galerist Johann König, Schauspieler Michael J. Fox oder dem Genie Stephen Hawking? Sämtliche nach sich ziehen oder hatten Behinderungen unterschiedlichster Betriebsart, während sind sie unglaublich siegreich. Können wir, die manchmal nur mir dem falschen Quadratlatsche aufstehen und schon morgens den Tag in die Tonne treten wollen, von diesen Menschen lernen? Zitelmann sagt: ja, dies können wir.

Nach sich ziehen Sie den Streifen „Blind Date mit dem Leben“ gesehen? Dasjenige ist nicht eine x-beliebige deutsche Romcom, dies ist die wahre Vergangenheit von Saliya Kahawatte, dieser mit einem schweren Augenfehler zur Welt kam und Stück zu Händen Stück erblindete. Dargestellt von Kostja Ullmann erzählt dieser Streifen die Vergangenheit eines jungen Mannes, dieser sich von „Du wirst es nicht schaffen“-Eine Behauptung aufstellen niemals von seinen Zielen ausreden ließ, sondern selbige im Gegenteil mit besonderer Schwung verfolgte. Untergeordnet seine Vergangenheit ist in diesem Buch zu finden. Linie im Moment, wo wir sämtliche müde sind und dieser schlechten Nachrichtensendung und Einschränkungen überdrüssig, ist „Ich will“ von Rainer Zitelmann ein Beweggrund. (soe)

„Der Rest ist Mut“ von Manfred Maurenbrecher

Schon gleich zu Beginn seines Buches „Der Rest ist Mut“ macht Manfred Maurenbrecher, einer dieser einflussreichsten und wahrscheinlich unterschätztesten deutschen Musiker Deutschlands, dem Leser Mut: „Wir stützten uns, ein wenig weltirre beide. Musik war für uns das verlockende Leben, aber Meg würde Erzieherin werden, ich Lehrer. Das glaubten wir zwar beide nicht und hofften auf andere Verläufe, aber wir duckten uns auch unter das Diktat. (…) Was soll bloß aus uns werden?“ Dasjenige kennt man, wenn man zurückblickt, dass man dies zeugen sollte, welches die Erziehungsberechtigte sagen, hingegen irgendetwas zeugen wollte, welches die Welt verändert. Und oft fand man dann verschmelzen Kompromiss, mit dem sämtliche leben können. Viele Mädchen wechselten die Kleidung, nachdem sie ihr Zuhause verlassen hatten, ab dieser nächsten Straßenecke waren sie im Minirock unterwegs – Maurenbrecher tarnte sich mit Bürgerlichkeit, „ein bisschen vor den anderen und mehr noch vor mir selbst.“

Ganz vieles kann man aus dem Buch Maurenbrechers zu Händen sich ziehen, Neues erspähen, sich erinnern und sagen, ach ja, stimmt ja, früher, Spliff und Jim Rakete und „Schernobel“ (Tschernobyl), keine Handys, immer suchend unterwegs, nebenbei studierend, promovierend – dies gab Karma-Punkte im Rahmen dieser Schwiegermutter. In vergangener Zeit nannte man dies noch nicht so, Karma, man machte wie geschmiert irgendetwas, um zu Gefälligkeit. Nicht immer hat er Gefälligkeit, dieser Manfred, und nun einmal wiewohl nicht so, dass er ein Superstar geworden wäre mit seiner Musik, die er wiewohl viel zu Händen andere schrieb – Katja Ebstein, Klaus Position oder Herman van Veen. Daher jetzt die 80er-Jahre-Memoiren – so darf man „Und der Rest ist Mut“ durchaus verstehen -, die müssten ihn in den Literatenhimmel schleudern. Schon Finale dieser 80er schrieb dies Stadtmagazin „Zitty“ reichlich ein anderes Buch von Maurenbrecher: „Dieses gewiss kleine Buch hat etwas, was der jungen deutschen Literatur im Allgemeinen fehlt. Es zeugt von tiefempfundener Selbstironie.“ Dem ist nichts hinzuzufügen: Maurenbrecher schreibt, wiewohl mit reichlich 70, voll jung und selbstironisch. (soe)