„Newton lieferte immer kongeniale Bilder“


Neue Fotografien von Helmut Newton – gibt es die? „Ja“, sagt Matthias Harder, Rektor und Kurator jener Helmut Newton Stiftung. Er muss es wissen, schließlich verbringt er die Hälfte seiner Arbeitszeit in einem schier endlosen Dokumentensammlung. Dieserfalls stößt er immer noch gen unbekannte Bilder – Neben… 17 Jahre nachdem dem Tod des Fotografen. In jener jüngst eröffneten Vorstellung sind von 300 Bildern konzis die Hälfte noch nie ausgestellt worden. Mit genau einem Jahr Verzögerung, damit zu Helmut Newtons 101. Geburtstag, feiert die Helmut Newton Stiftung im Krapfen Museum pro Fotografie diesen Ausnahmefall-Fotografen. Für jedes ntv.de beleuchtet Matthias Harder Facetten Newtons in puncto Trendgespür, Chuzpe, Frauen, Fotografinnen und Vergänglichkeit. Dieserfalls lässt Harder Neben… einiges von sich selbst aufflackern.

ntv.de: Newtons Dokumentensammlung ist so welches wie Ihr Künstlerwerkstatt. Sie kreieren dort neue Ausstellungen, graben nachdem unentdeckten Bildern. Ihr Kernthema dieser Jubiläumsausstellung ist die Modefotografie. Warum dieses Themenkreis?

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Helmut Newton 1971 im Hotel de Passe, Paris (Selbstporträt mit Model)

(Foto: Helmut Newton Foundation)

Matthias Harder: Er hat die Modefotografie revolutioniert wie kaum ein anderer, und er war sein Leben weit in erster Linie Modefotograf. Newton ist gebucht worden, weil er immer neue kongeniale Bilder geliefert hat. Ein spektakuläres Kleid von Pierre Cardin, Yves Saint Laurent oder Karl Lagerfeld muss pro Mode-Zeitschriften getreu in Szene gesetzt werden. Newton hatte die entsprechenden Antennen pro Trends und konnte sie großartig visualisieren.

Welches machte ihn so einzigartig?

Solo, wie er dies Selbstkenntnis jener Frauen seitdem den 1960ern inszeniert hat. Dasjenige war neu. Wie die Models in seinen Modebildern stillstehen, sitzen und wirken, vor allem in jener Zeit, denn noch dies Image einer spießigen Hausfrau in vielen Köpfen verankert war. Dann kommt Newton und fotografiert eine die noch kein Kind geboren hat, die zusammenführen Mann küsst, und sie ist unzweideutig jener aktive Parte. Dasjenige Ganze war ein Zeitschrifteneditorial pro Herrenmode, und dies war pro diesen Kontext ungeheuerlich. Newton lieferte Bilder ab, im Rahmen deren Betrachtung jener eine oder die andere in vergangener Zeit ein kleinster Teil errötete. Von June gibt es dazu den passenden Sine tempore: „He always was a naughty boy …“ (lacht)

Hat er gerne provoziert?

Selbst denke schon. Welche Chuzpe hatte er in seinem Lebenssaft, darüber spricht er ja Neben… in seiner Memoiren.

Newton liebte es, Säumen auszutesten. Seine „Nudes“ lebensgroß gen Papier zu bannen, war radikal neu. Er selbst betonte stets, welche Mächtigkeit Frauen nach sich ziehen. Trotz gibt es immer noch Diskussionen um ein so gut wie frauenfeindliches Portrait, dies er mit diesen nackten Frauen, die nur High Heels tragen, geschaffen hat.

Es ist falsch, Newton nur gen seine Aktbilder zu reduzieren.

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Prada, Monte Carlo 1984

(Foto: Helmut Newton Foundation)

Dasjenige zuteilen Sie mit dieser Vorstellung sehr gut. Trotz: Plakate, die 2020 in Bundeshauptstadt verteilt, ikonische Aufnahmen zu seinem 100. Geburtstag zeigten, wurden beschmiert, zerlumpt und denn sexistisch bezeichnet. Nervt dies nicht?

Nein, die Diskussion bleibt sogar spannend. Newton hat schon in vergangener Zeit manche Frauen mit bestimmten Bildern gereizt. Dieserfalls lotete er moralische Säumen aus oder definierte sie vielleicht sogar neu. In dem Dokumentarfilm „The Bad and the Beautiful“ von Gero von Boehm, jener vergangenes Jahr zu seinem 100. Geburtstag entstand, vernehmen wir Newton sagen: „Ich mache meine Sachen. Was die Leute darüber denken, ist mir völlig schnuppe.“ Kritik perlte an ihm ab, Neben… weil er von seinem Werk ziemlich überzeugt und selbstbewusst war. Qua Stiftungskurator kann ich mit diesen Diskussionen leben, solange die ausgestellten Fotografien im Museum nicht zu Schaden kommen.

Die Vorstellung zum Themenkreis Mode ist herrlich glamourös und lebendig. Kommen wir mal zum Gegenteil: Wie stand Newton zum Tod?

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Dasjenige Themenkreis hat er komplett ausgeblendet. Selbst in späten Interviews hat er höchster gesagt, dass er eine entsprechende Vorsorge getroffen hätte und sein Werk gut untergebracht werden würde. Wenn wir jedoch seine späten Fotografien betrachten, erspähen wir schon dies eine oder andere Abschiedsbild, denn hätte er irgendetwas geahnt …

Wie sehen selbige Fotografien genau aus?

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Elle, Paris 1969

(Foto: Helmut Newton Foundation )

Da tauchen Lilien gen und manche Szenerien werden blutiger Stuhlgang, unheimlicher. Hier in jener Vorstellung ist „Leaving Las Vegas“ pro mich ein solches Symbolbild.

Man sieht eine typischerweise amerikanische Straße, ein fahrbarer Untersatz fährt gen den wolkenverhangenen, sehr düsteren Skyline zu. Helmut Newton hatte 1971 zusammenführen Myokardinfarkt. Er ist in vergangener Zeit dem Tod regelrecht von jener Schmollmund gesprungen. Vertrauen Sie nicht, dass er sich damit auseinandergesetzt hat?

Vielleicht. Ein latente Größe, jener hierfür sprechen würde, ist, dass er rechtzeitig seine Stiftung gen den Weg gebracht hat, in seiner Heimatstadt Bundeshauptstadt, manche Zeit nachdem seiner Retrospektive in jener Neuen Nationalgalerie. Im letzter Monat des Jahres 2003 stellte er mich denn Kurator pro dieses Haus ein. Sechs Wochen später starb er in das nichts gewinnt Angeles nachdem einem Autounfall. Dasjenige war ein Schockmoment pro uns ganz.

Wie ging es Ihnen, denn die Nachricht von dem Unfall kam?

Schlecht. Wir fragten uns natürlich Neben…, ob die Stiftung wie geplant realisiert werden kann. June, seine die noch kein Kind geboren hat, wurde nachdem seinem Tod zur treibenden Macht und unsrige Stiftungspräsidentin.

Denken Sie manchmal weiterführend die eigene Vergänglichkeit nachdem, wissend, dass Newton jetzt schon 17 Jahre tot ist?

Direktor und Kurator der Helmut Newton Stiftung, Dr. Matthias Harder, in der Helmut Newton Retrospektive, 29. Oktober 2021 ©thorstenwulff.jpeg

Rektor und Kurator jener Helmut Newton Stiftung, Dr. Matthias Harder, in jener Helmut Newton Retrospektive

(Foto: Thorsten Wulff)

Mächtigkeit man dies nicht ständig? Selbst habe mal woanders eine Vorstellung weiterführend Blumen kuratiert und dazu ein Buch gemacht. Sofort landet man im Rahmen jener Vanitas-Idee. Es geht doch immer um Vergänglichkeit. Selbst bin Neben… ein großer Fan jener deutschen Schwärmerei (lacht).

Gleichwohl jener Tod von allein beunruhigt Sie nicht?

Nein. (lacht)

Welches bedeutet Newton pro Sie Personal…?

Selbst hatte denn Student meine eigene Dunkelkammer und habe fotografiert. Selbst liebe dies Medium. Helmut Newton spielt jedoch in einer eigenen Spielklasse. Mit seiner herausfordernden Verfahren, gen die Welt zu schauen, hat er uns ganz geprägt. Er war ein Freigeist, und dies gefällt mir sehr. Seine Vergangenheit Neben… heute noch zu erzählen, ist pro mich denn Foto- und Kunsthistoriker großartig.

Hat sich Ihr Hauptaugenmerk weiterführend die Jahrzehnte verschoben?

Natürlich. Am Herkunft habe ich umgesetzt, welches June denn Stiftungspräsidentin vorgegeben hat. Inzwischen mache ich denn Kurator und Rektor in Personalunion dies Sendung nur, und wir zeigen in jeder Gruppenausstellung selbstverständlich Neben… Fotografinnen.

Ist dies nicht ein Zeichen jener Zeit, jetzt Frauen zu zeigen?

Natürlich, gleichwohl verstehen Sie mich nicht falsch, es geht mir nicht um Quote, sondern um Qualität. Dasjenige heißt, wenn wir jetzt mehr Fotografinnen ausstellen, dann muss die Qualität jener ausgewählten Arbeit homolog hoch sein wie Newtons Werk, zusammen gleichwohl Neben… selbst…, sonst wäre es ja wenig aufregend.

Dieserfalls ist doch Newton Ihre harte Währung. Sie sagten, 90 v. H. Ihres Publikums rotieren an jener Kasse wieder um, wenn kein Portrait des Meisterfotografen gezeigt wird. Ist es so simpel?

Vielleicht sind 90 v. H. irgendetwas übertrieben, dies ist eine Zahl, die ich von unseren Mitarbeitern an jener Kasse bekomme; gleichwohl tatsächlich reisen die Menschen aus jener ganzen Welt an, um seine Fotografien hier in Bundeshauptstadt zu sehen. Wir verleihen zudem weltweit komplette Ausstellungen oder größere Werkgruppen. Er ist ein Klassiker jener Fotogeschichte, zusammen so zeitlos-zeitgenössisch – und wir tun unseren Teil dazu, dass er nicht vergessen wird.

Mit Matthias Harder sprach Juliane Rohrleitung

Helmut Newton. Legacy ist solange bis zum 22. Mai 2022 im Museum pro Fotografie/Helmut Newton Stiftung, Jebensstraße 2, 10623 Bundeshauptstadt zu sehen.