Oldschool oder Comeback?: Nachtzüge könnten Wiedergeburt erleben


Reisen mit dem Nachtzug werden qua klimafreundliche Auswahlmöglichkeit zum Billigflieger immer beliebter. Doch ausgenommen von den österreichischen Nightjets ist dasjenige europäische Nachtzug-Angebot noch eigentlich spärlich. Wovon liegt dasjenige und können Nachtzug-Fans aufwärts bessere Zeiten wünschen?

Mit dieser Fahrbahn zu wegfahren, war z. Hd. Florian nachhaltig Zeit selbstverständlich. In den Urlaub fuhr er schepp durchs Nation, um seinen Vater zu kommen oder mit Freunden in die Niederlande ans Ozean, einmal reiste er mit seiner Freundin per Nachtzug von Bundeshauptstadt nachher Paris. “Das hat ewig gedauert, war aber toll!” Jener Höhepunkt war eine Schulfahrt in die Ukraine, mit dem Zug aufwärts die Krim. “Wir haben zwei Tage im Zug gewohnt und geschlafen, konnten zwischendurch aussteigen und sind dem Ziel langsam nähergekommen. Ein Riesen-Abenteuer”, erinnert er sich. “Die Fahrt war fast das Beste an der ganzen Klassenfahrt.”

Wenn Florian vom Bahnfahren spricht, klingt dasjenige nachher Sehnsucht nach Vergangenheit und Schwärmerei. Die -Wirklichkeit sieht heute ganz unterschiedlich aus. Billigflieger nach sich ziehen die Fahrbahn aufwärts dieser mittleren Weite zwischen den europäischen Metropolen längst abgelöst. Jener letzte Nachtzug zwischen Bundeshauptstadt und Paris fuhr 2014, von kurzer Dauer nachher Florians Urlaub. “Das fand ich damals richtig schade”, erinnert er sich. Zwei Jahre später stellte die Fahrbahn ihr Nachtzuggeschäft aus wirtschaftlichen Gründen ganz ein.

“Ein schwerer Fehler”

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Enge Wagen, klapprige Einlagern, zu sechst im Eisenbahnabteil: Maßlos viel Komfort gab es in den jahrzehntealten Liegewagen dieser DB nicht.

(Foto: dpa)

Zum Besten von den ehemaligen Grünen-Volksvertreter Michael Cramer war dasjenige ein “schwerer Fehler”. Er hat im Pfannkuchen Parlament und im Europaparlament 30 Jahre weit Verkehrspolitik gemacht und ärgert sich gut unfairen Wettbewerb: “Auf jedem Streckenkilometer in Europa gibt es für jede Lokomotive eine Maut, den Trassenpreis. Der Luftverkehr dagegen zahlt keine Kerosinsteuer und keine Mehrwertsteuer.”

In Folge dessen sei die Fahrbahn unterm Strich immer im Nachteil: “Eine Bahnfahrt von Berlin nach Brüssel dauert dreimal so lang und ist dreimal so teuer und der Staat kassiert noch Mehrwertsteuer. Beim Flieger sagt derselbe Staat: Fliegen muss billig bleiben, das Geld will ich nicht. So zwingen wir die Leute in den Flieger, obwohl er umweltschädlich ist.”

Cramer fordert ein Umdenken: “Wir brauchen eine Mobilitätswende”. Damit ist er nicht zurückgezogen, in Zeiten von “Flugscham” und Fridays For Future wird die Fahrbahn qua klimafreundliches Verkehrsmittel attraktiver. Dasjenige geht so weit, dass dieser Autokonzern VW am Pfannkuchen Zentralbahnhof zu diesem Zweck wirbt, mit dem Zug zur Firmenzentrale nachher Wolfsburg zu verkehren. Und die niederländische Fluglinie KLM bittet ihre Kunden, “verantwortungsvoll” zu segeln und zu dominant: “Könnten Sie alternativ die Bahn nehmen?”

“Umwelt-Reisende” wollen nicht segeln

Die Verkehrsforscherin Enrica Papa von dieser britischen Westminster-Universität schreibt im Online-Magazin “The Conversation” von einer neuen Typologie von Reisenden. “Environmental traveller” lebten so umweltbewusst wie möglich und dasjenige bedeutet genauso, möglichst selten zu segeln. Florian findet sich in dieser Erklärung wieder: “Fliegen ist für mich eigentlich gar nicht mehr drin. Vielleicht noch einmal im Jahr, aber dann mit schlechtem Gewissen.”

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Dasjenige Problem ist: Selbst welche “Umwelt-Reisenden” nehmen am Finale trotzdem oft dasjenige Flugzeug, schreibt Papa. Es geht gleichmäßig schneller und ist billiger. Cramer kennt die Argumente, lässt sie doch nur ungern gelten. Denn schließlich seien die Fahrtzeiten dieser Nachtzüge extra so getaktet, dass man nicht mitten in dieser Nacht am Ziel ankommt und ausschlafen kann.

Beiläufig dasjenige Preis-Beleg weiß er zu entkräften: “Wenn ich morgens um 10 Uhr in Wien einen Termin habe, dann müsste ich entweder am Abend vorher anreisen oder um 6 aufstehen, um den Flieger zu kriegen und dann noch vom Flughafen in die Stadt fahren”, rechnet er vor. “Wenn ich mich aber Abends in den Nachtzug setze, kann ich lesen, gut zu Abend essen, schlafen und frühstücken, bin dann rechtzeitig da und habe die Kosten für Hotel und Flughafentransfer gespart.”

Klingt einleuchtend, ist doch laut einer Studie dieser Universität Delft z. Hd. viele Geschäftsreisende trotzdem keine Vorkaufsrecht, 40 von Hundert dieser Befragten würden nicht aufwärts dasjenige Flugzeug verzichten. Potenzial und steigende Nachfrage sehen die niederländischen Forscher vor allem im Freizeitbereich.

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Nightjets sind profitabel

Doch sogar wenn immer mehr Menschen mit dieser Fahrbahn wegfahren wollen: Dasjenige Angebot ist kaum. Wer heute Europa aufwärts Schienen sachkundig will, muss sich an die Österreichischen Bundesbahnen halten. Die ÖBB betreiben dasjenige größte europäische Nachtzugnetz, mit Verbindungen von Hamburg solange bis nachher Rom, von Düsseldorf solange bis nachher Warschau. Zuletzt wurde die Vernetzung Wien – Hauptstadt von Belgien nachher 16 Jahren wieder in Firma genommen, Wien – Hauptstadt der Niederlande soll solange bis zum Jahresende gehorchen.

Zum Besten von die ÖBB sind die Nightjets ein Gelingen: Sie generieren so gut wie ein Fünftel des Umsatzes im Fernverkehr, die Fahrgastzahlen steigen seitdem Jahren, gut eineinhalb Mio. Kunden zählten die ÖBB 2019. Ein Nischengeschäft mit Wachstumsmöglichkeiten, in dasjenige die Homo austriacus investieren. 13 neue Züge sind bestellt, ab 2022 sollen sie “auf Schiene sein”.

Neue Züge könnten die Nachfrage weiter intensivieren. Denn in den teilweise jahrzehntealten Schlafwagen muss man aufwärts Komfort oft verzichten. Liberale-Verkehrspolitiker Oliver Luksic ist überzeugt: “Gerade im gehobenen Segment ist Komfort für Reisende ausschlaggebend und der Nachtzug mit Schlafwagen eine attraktive Alternative zum Flugzeug.”

LunaLiner ist ein Traum z. Hd. Fahrbahn-Fans

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Ein Traum z. Hd. Fahrbahn-Fans: Dasjenige Netzwerk des LunaLiners.

(Foto: Fahrbahn z. Hd. Nicht mehr da)

Um dasjenige Nachtzugangebot attraktiver zu zeugen, sind doch vor allem mehr Verbindungen zeitkritisch nötig – z. Hd. ein Streckennetz, dasjenige die Idee dieser europäischen Integration erfahrbar macht. Wie so ein Nachtzugsystem aussehen könnte, hat dasjenige Liga “Bahn für Alle” schon 2016 mit dem LunaLiner gezeigt. Jener ist ein Traum z. Hd. allesamt Eisenbahn-Freunde, mit Verbindungen schepp durch Europa, einem gemeinsamen Fahrplansystem und einheitlichen Rühmen. Wirklichkeit wird dieser LunaLiner doch wohl nie werden.

Ein gemeinsames EU-Projekt scheitert vor allem am Unwillen dieser Mitgliedstaaten, sagt Michael Cramer: “Gegen die nationalen Bahngesellschaften ist die EU machtlos. Für Investitionen gibt es eine Kofinanzierung der EU. Aber wenn ein Land sagt, das finanzieren wir nicht, kann die EU das gar nicht durchsetzen.”

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Die DB setzt aufwärts Zusammenarbeit mit den ÖBB – eigene Nachtzüge sind nicht geplant.

(Foto: picture alliance / Wegscheider/Ö)

Mindestens tut sich aufwärts nationaler Flachland langsam welches: Jener “Guardian” schreibt, dass die schwedische Bahngesellschaft Statens Järnväga (SJ) z. Hd. 2022 oder 2023 eine Vernetzung zwischen Köln und dem südschwedischen Malmö plant. Die Strecke Stockholm – Hamburg sei ebenfalls eine Vorkaufsrecht, außerdem Verbindungen nachher Hauptstadt von Belgien, Basel, Bundeshauptstadt und Frankfurt/Oder sowie in die britische Kapitale London.

Von dort rollt jetzt genauso wieder ein Nachtzug nachher Schottland, dieser “Caledonian Sleeper” verbindet die Stadt an dieser Themse mit Glasgow, Aberdeen und Edinburgh, 150 Mio. Pfund hat die schottische Bahngesellschaft ScotRail in neue Züge investiert. Beiläufig die Schweizerischen Bundesbahnen (Schweizerische Bundesbahnen) denken darüber nachher, wieder mehr Nachtzüge rollen zu lassen.

Ein Zeichen setzen

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Im Rahmen dieser Deutschen Fahrbahn übt man sich derweil in Zurückhaltung. Verkehrsminister Stadel ist zwar “prinzipiell offen” z. Hd. vereinen Wiedereinstieg ins Nachtzuggeschäft. Eigene Züge wird die DB doch aufwärts absehbare Zeit wohl nicht betreiben, sie setzt wegen des “schlechten Kosten-Nutzen-Verhältnisses” eigentlich aufwärts eine Zusammenarbeit mit den Österreichern und eine Unterstützung etwa mit Personal, Lokführern oder Triebzug.

Michael Cramer ärgert dasjenige, er wünscht sich Subventionen, Investitionen und mehr politischen Willen: “Es ist doch auch ein Zeichen! Jetzt reden alle über Klimaschutz, aber die machen nichts”, ruft er aufgebracht. “Wenn ich den Nachtzug attraktiv und günstig mache und das Fliegen wenigstens so teuer, wie es wirklich ist, dann wären die Passagierzahlen ruckzuck verdoppelt.”

Mehr Verbindungen und attraktive Preise, dasjenige steht genauso aufwärts Florians Reise-Wunschzettel ganz oben. “Mit dem Zug nach Schweden fände ich auf jeden Fall spannend!” Gen die Krauts Fahrbahn kann er da nicht zählen, “aber immerhin gibt es ja die ÖBB”, sagt er schulterzuckend. Die nächste Reise ist jedenfalls schon geplant: Im Mai fährt er von Bundeshauptstadt nachher Wien, vereinen Kumpel kommen. Natürlich mit dem Nachtzug.



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