“Ostdeutsche sensibler bei Veränderungen”


gilt wie jener psychologisch fundierteste Kenner jener Ostdeutschen. 30 Jahre nachher jener Wiedervereinigung schaut er aufwärts seine eigene Historie zurück und sieht Deutschland in einer Gesellschaftskrise.

ntv.de: Welcher Titel Ihres neuen Buches ist “Das gespaltene Land”. Meinen Sie damit noch eine Trennung in Ost- und Westdeutschland?

Hans-Joachim Maaz: Ja, unter ferner liefen. Schluss meiner Sicht ist dies Staat weiterhin oder unter ferner liefen erneut in West- und Ostdeutschland gespalten. Es gab ja ebendiese Hochgefühl mit jener Wende und jener Hoffnung jener Sowjetzone-Volk, dass jetzt die Gesamtheit besser wird – mehr Volksherrschaft, bessere Konsummöglichkeiten, Reisefreiheit. Gewiss dies hat nicht so stark angehalten. Es gab dann doch eine spürbare Ernüchterung. Zum Besten von viele Menschen sind ebendiese Hoffnungen nicht aufgegangen. Gewiss z. Hd. im besonderen wichtig halte ich, dass selbst Menschen, denen es merklich besser ging, nicht zufriedener wurden. Sie leiden an den westlichen Lebenszwängen.

Welches meinen Sie mit westlichen Lebenszwängen?

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Dasjenige gespaltene Staat: Ein Psychogramm

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Im Osten war man gut gemeinsam nachdenken, sich unterzuordnen, sich ins Verbands… einzupassen, sich zurückzuhalten und nicht zu ungelegen zu sein. Im Westen muss man laut sein, sich darstellen und verkaufen können. Dasjenige sind zwei sehr unterschiedliche Sozialisationen. Dasjenige ist jener Grund, warum es ebendiese Spannungen und ein Verständnislosigkeit zwischen Ost und West gab. Gewiss inzwischen erleben wir eine umfassendere gesellschaftliche Problematik, für jener die bisherige Verbrauch- und Wachstumsgesellschaft des Westens eine kritische Grenze erreicht hat. Dasjenige zeigt sich an jener Finanz- oder Klimakrise oder an jener Migrationsproblematik. In dieser schlimmer Zustand gibt es jetzt neue Gegensätze.

Welche Gegensätze sind dies aus Ihrer Sicht?

Menschen zu tun sein sich an gesellschaftliche Verhältnisse zuschneiden, unter ferner liefen gegen ihr eigenes Wollen und Vermögen. Dasjenige führt oft dazu, dass sie gestresst und unzufrieden sind oder sich entfremdet verhalten zu tun sein. Die bisherigen gesellschaftlichen Erfolge wurden durch solche Anpassungen erreicht. Wenn z. Hd. eine zunehmende Zahl von Menschen die soziale Sicherheit nicht mehr gegeben ist, jener Wohlstand und die Konsummöglichkeiten, dann sind sie geängstigt und verunsichert. Dann werden die persönlichen Ängste wieder aktiviert, die durch Kompensierung befriedet waren. Dasjenige ist aus psychotherapeutischer Sicht jener Grund z. Hd. die Spaltung, nicht nur zwischen Ost und West, sondern unter ferner liefen Antik und Jung, Mann und Nullipara, Stadt und Staat, Migrationsfeinde und -freunde oder Coronamaßnahmenbefürworter und -gegner.

Wie definieren Sie an dieser Stelle Spaltung?

Spaltung ist eine Reduzierung des kritischen Nachdenkens. Es ist ein primitiver seelischer Abwehrmechanismus, für dem es nur schwarz oder weiß gibt. Meine Wenigkeit beobachte, dass ebendiese Spaltungen immer feindseliger werden. Dasjenige ist z. Hd. mich Wort einer seelischen Verteidigung. Man möchte zusammenführen Schuldigen finden. Dann wird jener eigene Verhältnis an einem falschen Leben und jener Notwendigkeit, sich verändern zu zu tun sein, erträglicher.

Nehmen denn Ost- und Westdeutsche in dieser Gesellschaftskrise verschiedene Positionen ein?

Wenn wir davon zur Neige gehen, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann, nach sich ziehen die Ostdeutschen damit Erlebnis. Sie wissen, wie es ist, wenn man sich zuschneiden muss und ebendiese Einstellung plötzlich sinnlos wird. Dasjenige ist eine bittere und schmerzliche Erlebnis, freilich unter ferner liefen eine, die hilft, bestimmte Zeug kritischer zu sehen. Und die nach sich ziehen die Westdeutschen nicht. Die Ostdeutschen sind freilich mit dieser Erlebnis leicht sensibler und allergischer im Unterschied zu gesellschaftlichen Entwicklungen oder unter ferner liefen politischer Vortäuschung oder falschen medialen Darstellungen. Die Kritik, die aus dem Osten kommt, hat damit viel zu tun – dass man den Medien und Politikern nicht mehr traut. Dasjenige Kontakt haben . Somit ist die Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen stärker wie im Westen. Dass es Pegida gibt und eine höhere Zustimmung z. Hd. die AfD, dies erkläre ich mir damit. Dasjenige ist nicht wichtig politisch gedacht, sondern wie Gesellschaftskritik.

Sie sprechen von unvereinbaren Polen, einem Entweder Oder, die meisten Menschen sind freilich vielmehr im Sowohl-Denn-Selbst unterwegs.

Meine Wenigkeit finde unter ferner liefen, dass ein gutes demokratisches Leben immer “Sowohl Als Auch” ist. Dasjenige ist die gesündere Variante, und dies gibt es immer noch. Es nach sich ziehen gerade immer beiderartig Seiten Recht, es gibt nicht die eindeutige objektive Wahrheit. Es ist ja die Grundlage einer Volksherrschaft, dass man Zeug so oder so sehen kann. Meine Wenigkeit beobachte freilich, dass dies “Sowohl als Auch” zunehmend zu einem “Entweder Oder” wird. Dasjenige ist die Spaltung, jener psychosozial primitive Abwehrvorgang oder die gestörtere Positur. Damit nehmen die Feindseligkeiten in jener Interessenverband zu.

Wie kann man dies ändern?

Welches wir nötig haben, ist, dass wir leer Positionen zu Wort kommen lassen und ein wirklich kritischer Disput möglich wird. Dasjenige wird immer weniger. Stattdessen wächst die Tendenz zu sagen, dies sind die ganz Bösen, mit denen reden wir nicht. Wenn in einer Interessenverband auffällige Individualist- und Extrempositionen entstehen, dann bringt Diskreditierung nichts. Dasjenige sind Symptomträger einer gesellschaftlichen Fortgang. Da muss man sich fragen, warum es mehr Kriminelle, Extremisten oder Gewalttäter gibt.

Intrinsisch jener pluralistischen Meinungsmanipulation werden ja ebendiese verschiedenen Positionen durchaus diskutiert. Wie kann man dies Gegenseitig-Zuhören unter ferner liefen im therapeutischen Sinne besser geben?

Meine Wenigkeit bin da anderer Meinung. Wenn sich heute Leckermaul merklich gegen Wanderung ausspricht, dann hat er es wesentlich schwerer, wird mehr kritisiert und abgewertet, wie Leckermaul, jener z. Hd. Wanderung ist. Es wäre wünschenswert, wenn es so wäre, dass leer Positionen diskutiert würden. Somit fürchte ich, dass sich die Verhältnisse zuspitzen, dass immer mehr Meinungen, die andere nicht wahrnehmen wollen, ausgesperrt oder diffamiert werden.

Sie rufen dazu aufwärts, dies eigene Leben ungelegen zu beziffern, statt vermeintlich Schuldige zu suchen. Welches sehen Sie unterdies z. Hd. Defizite?

Meine Wenigkeit glaube, für jener Betrachtung des Nationalsozialismus und jener Sowjetzone kommt die individuelle Beteiligung zu von kurzer Dauer. Solche Systeme sind nicht nur vorstellbar durch eine auffällige, pathologische Elite, sondern nur durch ein stützendes Mitläufersystem. Meine Wenigkeit verwende hierfür den Fachterminus jener Normopathie und meine, dass irgendetwas Gestörtes z. Hd. normal gehalten wird, wenn eine Mehrheit ebendiese Meinung vertritt. Dasjenige hat irgendetwas mit dem menschlichen Grundbedürfnis zu tun, zu einer Schar dazuzugehören. So entsteht die Gefahr, dass man unter ferner liefen einer kollektiv falschen Meinung anhängt. Dasjenige Kontakt haben wir aus dem Nationalsozialismus und aus dem Sowjetzone-Sozialismus. Meine Wenigkeit erkenne dies unter ferner liefen in dieser aus meiner Sicht narzisstischen Interessenverband. Wichtig ist, aufwärts sich und aufwärts seinen eigenen Verhältnis zu schauen. Welches ist meine Schuld, wo bin ich Todesopfer, freilich unter ferner liefen Täter einer gesellschaftlichen Fehlentwicklung? Dasjenige geschieht nicht genug.

Steht 30 Jahre nachher jener Wiedervereinigung mehr persönliche Weiterentwicklung an, damit sich die Interessenverband weiterentwickeln kann?

Dasjenige wäre mein Wunsch. Meine Wenigkeit sehe Zusammenhänge mit jener Fortgang des Kindes. In den ersten Lebensjahren wird die Persönlichkeit geprägt, die dann z. Hd. ein Leben weiterwirkt. Somit ist es die beste Kapitalaufwand, wenn man z. Hd. die beste Frühbetreuung von Kindern sorgt. Dann bekommt man emotional sichere, stabilere, friedfertigere Menschen, wie wenn man die Kinder schlecht behandelt. Es wäre gut, wenn und Wirtschaft dies mehr berücksichtigen würden. Strecke gibt es die Tendenz, sehr rasch eine Fremdbetreuung zu favorisieren. Dasjenige sehe ich und viele meiner Kollegen ungelegen, Krippe vom ersten solange bis dritten Lebensjahr vielmehr nein, Kindergarten vielmehr ja. Dazu gehört freilich ökonomische und psychologische Unterstützung.

Sie werben sehr z. Hd. dies Zuhören, warum?

Oftmals ist es so, dass man nur darauf wartet, solange bis man die Stelle findet, an jener man sein Begründung festmachen kann. Dasjenige ist kein gutes Zuhören. Zum Besten von meine Arbeit ist dies aktive Zuhören wichtig. Mir sagt Leckermaul irgendetwas, freilich ich höre nur dies, welches ich wahrnehmen kann und will. Dasjenige ist mitunter sehr verzerrend zu dem, welches gesagt wird. Folglich versuche ich zu formulieren, welches ich verstanden habe und frage, ob dies richtig ist. Eventuell wird dies bestätigt oder präzisiert. So wird unter ferner liefen dies Gemeinte mit verstanden. Dasjenige könnte schon in jener Schulgebäude vorbereitet werden. Dasjenige wünschte ich mir unter ferner liefen in jener Interessenverband und unter ferner liefen im Bundestag.

Volksvertreter würden vielleicht begründen, dass zur politischen Krach eine gewisse Zuspitzung dazugehört. Schließt sich dies aus?

Entscheidend ist die grundsätzliche Einstellung. Wenn ich immer davon ausgehe, ich muss den Gegner fertigmachen, zehren und unbedingt meine Status durchsetzen, dann halte ich dies z. Hd. schädlich z. Hd. dies soziale Auskommen. Dasjenige ist keine Verständigung. Die Schroffheit einer Semantik sollte in den Inhalten Leben. Dazu muss man sich Plackerei spendieren, die vertretenen Inhalte gut zu substantiieren. Eine Beschimpfung des Gegners ist dies Gegenteil von dem, welches gutes Zuhören bedeutet. Selbst da gibt es wieder Parallelen zu Erziehungsberechtigte-Kind-Beziehungen. Wir empfehlen unter ferner liefen da immer Meine Wenigkeit-Botschaften statt Du-Botschaften, folglich zu sagen: Meine Wenigkeit empfinde dies so und nicht Du bist so. Die Meine Wenigkeit-Botschaft hält die Bezug lebendig, die Du-Botschaft belastet sie.

Sie selbst schauen unter ferner liefen aufwärts 30 Jahre im wiedervereinigten Deutschland zurück. Wie fällt Ihr persönliches Fazit aus?

Meine Wenigkeit habe sehr unter den Sowjetzone-Verhältnissen gelitten, weil ich mich da nicht einordnen wollte. Meine Wenigkeit bin dann für jener Religionsgemeinschaft untergeschlüpft und war dort sehr zufrieden, weil ich da ungebunden funktionieren konnte. Meine Wenigkeit war begeistert oberhalb den Zusammenbruch jener Sowjetzone und war unter ferner liefen quirlig für den Demonstrationen. Dann habe ich die neuen Verhältnisse genossen und unter ferner liefen professionell neue Möglichkeiten gefunden. Dasjenige war die Gesamtheit positiv. In den letzten Jahren bin ich niedergeschlagen oberhalb die Fortgang in ganz Deutschland. Ob dies für jener kindlichen Frühbetreuung ist oder für den demokratischen Defiziten, die ich sehe, dies entsetzt mich. In jener Sowjetzone gab es eine starke politisch-ideologische Hörigkeit, heute gibt es eine starke und zunehmend unter ferner liefen moralische Hörigkeit. Schluss meiner Sicht steht in beiden Fällen wie Resultat ein unsicherer und abhängiger Mensch. Dasjenige bleibt mein Themenbereich. Meine Wenigkeit unterscheide zwischen äußerer und innerer Volksherrschaft. Es fehlt aus meiner Sicht die innerseelische Verankerung demokratischen Erlebens für vielen Menschen, und dies gefährdet demokratische Verhältnisse.

Mit Hans-Joachim Maaz sprach Solveig Flüsschen.