“Polarstern” wird tiefgekühlt: Reise ins Kern des Klimawandels


Es ist die größte Nordpolargebiet-Forschungsexpedition aller Zeiten: Jener Eisbrecher “Polarstern” wird tiefgekühlt im Eiskrem ein Jahr weit durch dies Nordpolarmeer driften. Die Forscher an Bord wollen verstehen, welche Rolle die Nordpolargebiet beim Klimawandel spielt. Und sie wissen: Eine zweite Möglichkeit für sie Expedition nach sich ziehen sie nicht.

Nur wenige zwölf Stück Wissenschaftler wohnen an jenem Märztag im norwegischen Ny-Ålesund, einem jener nördlichsten Dörfer jener Welt, denn irgendwas abgelegen im Fjord ein Mann im eiskalten Wasser treibt. Wie von Geisterhand getragen bleibt sein Leib an jener Oberfläche. Jener Mann im Wasser ist jener Potsdamer Atmosphärenforscher Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Ozeanografie (AWI). Qua er vor 27 Jahren zum ersten Mal in dieses Flecken uff Spitzbergen kam, war jener Fjord, in dem er jetzt liegt, noch eine Landschaft aus Eiskrem und Schnee. Oft durchquerte Rex sie mit Skiern oder einem Schneemobil. Doch seitdem etwa zehn Jahren ist jener Fjord nicht mehr zugefroren.

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Expeditionsleiter Markus Rex.

(Foto: Alfred-Wegener-Institut / Esther Horvath (CC-BY 4.0) )

Nachdem ein paar Minuten rudert Markus Rex dann plötzlich mit seinen Armen zum Ufer und schleppt sich an Staat. Begeistert geht er uff die Menschenschar zu, die ihn die ganze Zeit über gebannt beobachtet hat: “Der ist es”, ruft er, “das ist der perfekte Überlebensanzug für unsere Expedition”.

Für dies, welches sie vorhaben, werden sie die beste Ausrüstung erfordern: Wo sie hinwollen, werden die Temperaturen noch viel tiefer, die Winde noch viel stärker sein. Am Abend des 20. September werden sie mit dem Eisbrecher “Polarstern” in Tümpel stechen. Ihr Ziel ist die zentrale Nordpolargebiet. Dort wird dies Schiff ein Jahr weit tiefgekühlt im Eiskrem weiter des Nordpols driften. Rund 100 Menschen aus 17 Nationen werden an Bord sein, ungefähr aufgebraucht zwei Monate wechselt die Crew. Dasjenige Schiff verwandelt sich in eine mobile Polarstation, angetrieben einzeln durch die Naturgewalt des Meereises.

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(Foto: Alfred-Wegener-Institut / Martin Künsting )

 

“Epizentrum der globalen Erwärmung”

“Die Arktis ist das Epizentrum der globalen Erwärmung. Doch leider wissen wir noch nicht besonders gut, was das in der Zukunft für uns bedeuten wird”, sagt Rex. “Das liegt daran, dass wir kaum Beobachtungen aus der zentralen Arktis haben, aus dem Winter sogar fast gar keine.” Rex leitet die Mosaic-Expedition, die zum ersten Mal verdongeln modernen Forschungseisbrecher gleichfalls im Winter in die Nähe des Nordpols bringt. Die Klimaprozesse dort sind ein Puzzleteil, dies den Forschern fehlt, um bessere Prognosen zum globalen Klimawandel zu erstellen. “Was in der Arktis an Klimaveränderungen passiert, bleibt nicht in der Arktis. Sie ist die große Küche auch für unser Wetter in Mitteleuropa”, sagt er.

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Wohin genau die Eisdrift dies Schiff führen wird, ist unvorhersehbar. Eines nichtsdestoweniger steht schon heute starr: Eine vergleichbare Expedition wird es kein zweites Mal verschenken. “Wir sind wahrscheinlich die letzte Generation, die eine ganzjährig von Eis bedeckte Arktis erlebt”, sagt Rex. “Wenn es so weitergeht, können wir in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts im Sommer mit einer Jolle vom Hamburger Hafen aus zum Nordpol segeln und dort eine Flasche Champagner aufmachen.” Wohnhaft bei Segeljollen dürfte es kaum bleiben: Schon heute durchqueren erste Containerschiffe die Nordostpassage uff dem Weg zwischen Europa und Asien. Am Nordpol, an dessen Bezwingung früher reihenweise Menschen gescheitert sind, entsteht ohne Rest durch zwei teilbar eine andere Welt und niemand weiß genau, wie sich die rasante Erwärmung uff dies Umwelt und dies Witterung auswirken wird.

Nicht-Ålesund testet die Menschenschar derweil den Überbau eines gigantischen Zeltes, dies uff jener Expedition verdongeln Fesselballon unterbringen soll. Mit nun ist Verena Mohaupt. Die Physikerin zählt zur Generation von Polarforscherinnen, die den Fjord am Rande des Dorfes nur denn offenes Gewässer Kontakt haben. Wohnhaft bei ihr laufen viele Fäden jener Expeditionslogistik zusammen, zahlreiche Ausrüstungsteile hat sie ausgesucht, außerdem Pläne erstellt, Handbücher geschrieben und Trainings organisiert. “Als ich diesen Job gerade angenommen hatte, traf ich mich mit Markus Rex auf ein Abendessen in Bremerhaven”, erinnert sie sich. “Zum Essen bin ich damals kaum gekommen, stattdessen füllten sich die Seiten meines Blocks.” Begriffe wie Treibstoffdepot und Evakuierungswege notierte sie, außerdem die Namen Fedorov, Makarov, Oden und Xuelong II – so heißen die vier Eisbrecher, die die Expedition versorgen und die Teilnehmer tauschen sollen. Am Finale des Abends war ihr lukulent, dass sie es mit einer logistischen Tanznotation zu tun bekommt, wie sie die zentrale Nordpolargebiet nie zuvor gesehen hat.

Eine Stadt uff dem Eiskrem entsteht

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Rund um die “Polarstern” soll eine kleine Forschungsstadt uff dem Eiskrem entstehen.

(Foto: Alfred-Wegener-Institut / Stephan Schön, Sächsische Zeitung)

Unvorhergesehenes muss sie immer einschließen: “Vieles können wir erst vor Ort entscheiden.” Mit diesem Ort meint sie eine Eisscholle, die zum Ursprung jener Expedition etwa nebst 130 Qualität Ost und 85 Qualität Nord liegen wird. Sowie jener Expeditionsleiter eine Stelle freigibt, an jener sich dies Schiff gefrieren lässt, und jener Schiffer die Maschinen in den Leerlauf stellt, beginnt jener spannendste Teil des Vorhabens. Intrinsisch weniger Tage errichten die Wissenschaftler eine kleine Forschungsstadt uff dem Eiskrem. Es wird ein steter Wettlauf gegen die Zeit, denn schon in Zukunft nachher jener Eintreffen steigt die Sonne kaum noch über den Skyline, solange bis sie schließlich völlig jener Polarnacht weicht. “Während des Aufbaus werden alle mithelfen müssen. Wir bohren dann Löcher, legen Wege an, bauen Zelte auf und verlegen Stromtrassen”, sagt Mohaupt.

Schon heute gibt es eine Wesen Stadtplan, jener vermuten lässt, welches sich uff dem Eiskrem stattfinden wird. In einem Umkreis von mehreren Hundert Metern um dies Schiff sollen Messstationen in die Höhe ragen. Im Winter erstreckt sich sogar eine Piste uff dem Eiskrem, die “Polarstern” wird zum Null für Forschungsflüge. Jener Eisbrecher wird zum Zentrum eines Netzes autonomer Messstationen, die sich solange bis zu 50 Kilometer weit Ergehen.

Jener Bremerhavener Meereisphysiker Marcel Nicolaus hat dies Forschungscamp uff dem Zeichenbrett entworfen. Entscheidend sei eine genaue Gebietsaufteilung, sagt er. “Wenn sich niemand an bestimmte Wege und Bereiche halten würde, hätten wir spätestens im Sommer keine ungenutzte Fläche mehr” – nun ist unberührtes Eiskrem wichtig für die Wissenschaft. Außerdem soll es rund um dies Schiff Bereiche verschenken, die nicht ausgeleuchtet werden, damit Biologen dies Verhalten jener Lebewesen in jener Dunkelheit ungezwungen von Lichtverschmutzung untersuchen können.

Harte Bedingungen pro die Forscher

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Winter am Nordpol – rauer geht es wohl kaum. Im Kontrast dazu die Forscher sind darauf vorbereitet.

(Foto: Alfred-Wegener-Institut/Stefan Hendricks )

Die Arbeitsbedingungen werden streng. Aufgebraucht Teilnehmer nach sich ziehen dafür unter zumindest einigermaßen vergleichbaren Bedingungen trainiert. 60 von ihnen waren zwei Wochen weit uff einem Rundkurs in Suomi – Finale März, wenn am Strand jener Nicht Hailoutu die Temperaturen unter negativ 20 Qualität Celsius purzeln. Dasjenige Sendung folgt einer strengen Routine: Jeden Morgiger Tag nachher dem Frühstück umziehen die Teilnehmer uff dies nahe gelegene Meereis. Wie nebst einem ausgedehnten Zirkeltraining funktionieren sie verschiedene Stationen ab: Schneemobil kutschieren, Eisdicke messen, Eislöcher sägen und Eiskerne ziehen. “Die Teilnehmer haben in Finnland nicht nur eine Menge über die Arbeiten auf dem Eis gelernt”, ist sich Marcel Nicolaus sicher. “Hier hat die Expedition für viele bereits richtig begonnen.” Von dem Moment an sei Mosaic mehr gewesen, denn nur Tabellen, Pläne und E-Mails zu Vorlesung halten.

Die Fragen, denen die Forscher während jener Expedition nachgehen wollen, sind intim miteinander verknüpft. Wie entsteht genau dies Meereis? Welches passiert, wenn die Eisschicht aufreißt und dies vergleichsweise warme Ozeanwasser mit extrem kalter Luft in Verpflichtung kommt? Welches macht die Polarnacht mit dem Umwelt, ehe im Frühjahr explosionsartig neues Leben unter dem Eiskrem entsteht? “Weil wir auf die großen Zusammenhänge schauen, werden wir mit dieser Expedition Antworten auf eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit finden – und zwar, warum die Arktis ein Treiber der Klimaerwärmung ist”, fasst Markus Rex den enormen Anspruch zusammen.

Wenn am 20. September die Expedition losgeht, wird sich zeigen, welches die jahrelange Zubereitung gebracht hat und wie sich ihre Pläne in jener unerbittlichen arktischen Wirklichkeit bewähren. Verena Mohaupt wird uff jener solange bis zum Plakat beladenen “Polarstern” wissen, dass die Ausrüstung – komme, welches wolle – für die nächsten Monate ausreichen muss. Marcel Nicolaus wird wenig später von jener Reling aus sehen, welches dies Eiscamp noch mit seinen ersten Skizzen uff Rechenpapier verbinden hat. Und Markus Rex? Womöglich wird er ins Logbuch schreiben, dass die Menschheit noch nie so nah dran war, die Rätsel jener zentralen Nordpolargebiet zu entschlüsseln.

Weiterlesen: Dieser Ware erschien zuerst uff helmholtz.de.

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