Ronja von Rönne rechnet mit Depressionen ab



„Ende in Sicht“

Ronja von Rönne rechnet mit Depressionen ab

Zwei Frauen, die sterben wollen. Ein ältere, eine junge. Beiderlei nach sich ziehen ihre Gründe und möglich sein aufwärts eine gemeinsame Reise. Nichtsdestotrotz dasjenige ist nicht dasjenige Überzeugendste an Ronja von Rönnes Roman „Ende in Sicht“. Es ist vielmehr die Selbst… selbst.

Eine nicht wirklich sympathische, ältere Nullipara hat keinen Geißbock mehr aufwärts ihr Leben und will diesem ein Finale setzen. Ein junges Mädchen kommt ebenfalls nicht lukulent. Die eine fällt welcher anderen regelrecht vor die Füße – ein Roadtrip à la „Thelma & Louise“ beginnt, nur nicht mit so schönen Protagonistinnen. Und ein Toyboy wie Brad Pitt kommt ebenfalls nicht vor in Ronja von Rönnes „Ende in Sicht“. Na toll.

Jetzt mal ehrlich – jeder nach sich ziehen sich schon überschlagen, wie geil dieses Buch ist. In einer Verfahren Vorwort Gags machen Onkel Benjamin (von Stuckrad-Barre) und Onkel Martin (Suter): „Wenn Ronja von Rönne mal wieder sterben will, ruft sie entweder mich (demnach Stucki, Anm. d. Red.) an – oder sie schreibt ein großartiges Buch. Jetzt habe ich schon länger nichts von ihr gehört.“ Ey! „Das wollte ich doch sagen“, antwortet darauf Suter. Und von Rönne widmet dieses Buch dann ebenfalls einem gewissen Martin, ohne den sie dasjenige Buch nie angefangen hätte, und einem Ben, ohne den sie dasjenige Buch nie beendet hätte. Dies ist die Gesamtheit schön. Und obwohl einem beiderartig Protagonistinnen im Buch wirklich nicht sympathisch sind (okay, gegen Finale, da kommt Wärme aufwärts) und man/ frau (oder bzw.: ich) kaum Identifikationsmomente findet, macht dasjenige nichts.

Denn Ronja von Rönne erzählt so phantastisch rotzig, wenn ich dasjenige mal ganz liebevoll tantig gemeint sagen darf, dass dasjenige vollkommen egal ist, ob ich mich da nun identifizieren kann oder nicht. Zu 85 v. H. ist dasjenige Buch super. Im Kontext den restlichen 15 v. H. die Erlaubnis haben sich die Lesenden hier und da an den Kopf fassen, zu traditionsverbunden ist die Sprache an welcher verschmelzen, zu provokant neudeutsch an welcher anderen, hingegen dasjenige macht – wie schon gesagt- schier nichts, denn dasjenige Buch liest sich in ein solange bis drei Verrutschen rasant durch, und dasjenige ist doch, welches zählt: Es liest sich weg. Man lacht, man weint. Man bleibt neugierig.

Schonungslos und hilfreich

Rat und Nothilfe im Kontext Suizid-Gefahr und Depressionen

Dies Wichtigste ist hingegen sowieso nicht dasjenige, welches im Buch steht, sondern dasjenige, welches drumherum im Leben welcher Selbst… so geschieht. Vielleicht wegen des Buchs. Vielleicht ebenfalls sowieso, hingegen man hat dasjenige Gefühl, dass sie Gimmick an und für sich ranlässt und Gimmick aus sich rauslässt, die so vor dem Buch vielleicht nicht geklappt hätten. Zumindest dasjenige, welches sie rauslässt, und dasjenige ist sehr viel. Sie ist depressiv, sagt sie selbst, und berichtet ungeschützt darüber. Nicht, ohne zuzugeben, dass ihr dasjenige schwerfällt.

„Als diese Fotos gemacht wurden, vor einigen Wochen, für ein Interview, klang das ‚mir geht’s gut‘ schon nicht mehr ganz glaubwürdig. Dass es schon lange kaum noch ging, sahen erst andere, und viel zu spät auch ich. Verwundern tut mich das eigentlich nicht. Und während ich noch Interviews über Depressionen gegeben habe, abgeklärter Tonfall, bloß nicht weinerlich, habe ich gleichzeitig auf den Anruf aus der Klinik gewartet. Dann den Anruf und einen Platz bekommen. Termine für dich nächsten sechs Wochen abgesagt. Jetzt bin ich hier, eine Weile schon, und das ist mehr als ok. (…) so ist dies der zweite Klinik-Post in meinem Leben. Bitter. In der Phase, wo das Buch endlich draußen ist, bin ich drinnen.“

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Dies ist verdammt mutig, dasjenige ist verdammt nötig, es so zu schreiben. Es ist hilfreich, zum Besten von andere, glaube ich. meine Wenigkeit finde es mutig, reichlich Depressionen zu schreiben, seine eigenen. Man wünschte, es wäre nicht wahr, hingegen es ist wahr. Und wie damit umgehen, wenn nicht ehrlich? Wirklich, Hut ab, ich dachte immer, ich könnte nur so richtigen Respekt vor Älteren nach sich ziehen, demnach m Sinne von Lerneffekt und so, hingegen dasjenige stimmt nicht, und dasjenige ist wirklich gut so!

Weiter lässt von Rönne wissen: „Diesmal versuche ich die Klinik nicht als Endstation, sondern Startpunkt zu sehen. Und scheitere verlässlich daran. Aber: Ärztinnen gut, Mitpatientinnen zauberhaft, und anders ging es nicht. Ich hatte lang überlegt, ob ich das mit euch teile, aber ich fordere die ganze Zeit einen offenen Umgang mit Depression, konsequenterweise sollte ich den dann auch selbst leben.“ Hut ab! Denn große Bammel hat dieses Buch begleitet, beim Schreiben und ehrlich gesagt ebenfalls jetzt noch, so von kurzer Dauer vor Veröffentlichung, sagt sie.

„Fucking lächerliche“ Schwermut

meine Wenigkeit lobe hier jetzt viel, hingegen ich hasse es eh, Verrisse zu schreiben, und ich will ebenfalls keine Inhaltangabe des Buches wiedergeben. Vorlesung halten Sie es oder lassen Sie es, I don’t care, dasjenige Buch verkauft sich eh wie warme Semmeln. Dies Wunderbare an Ronja von Rönne ist, dass ich weitestgehend nichts selbst schreiben muss, obwohl ich reichlich sie schreibe. Denn sie schreibt so schön und so interessant, dass es naseweis wäre, sich darüber zu erheben.

In ihrem „Sudelheft“ schreibt sie: „Das eklige an der Depression ist, wie wenig originell sie ist. Im Bett liegen. Weinen. Auf irgendwas treten. Nicht mehr weinen können. Anrufe ignorieren. Kolumnen absagen. Selbstmordmethoden googlen, Tavor, zwei halbgare Anrufe bei Psychiatern, die nie zurück rufen. Ich weiß, ich weiß, das klingt alles wieder zu zynisch, zu sarkastisch, zu wenig nach dem bewährten „meine Wenigkeit bin eine Betroffene“ – Geständnis-Duktus. Dabei ist die Depression ganz genauso fucking lächerlich und sarkastisch wie ich gerade. (…) Krönchen richten, Bussi, weiter geht’s, bloß nicht aufgeben, ihr Süßen. Die Depressionen sind viel zu viele viel zu laute Stimmen. Das hier sind meine.“

Welches soll ich sagen? Sie hat recht. Toll.