„Russland agiert wie eine erzimperialistische Kolonialmacht“


Osteuropa-Fachmann Sergej Sumlenny hält es zu Gunsten von unwahrscheinlich, dass Russland Kasachstan wieder verlässt. „Die russische Regierung will nicht nur ein paar Truppen entsenden, sie will Kasachstan politisch und wirtschaftlich kontrollieren“, sagt er im Interview mit ntv.de. „Und wahrscheinlich will Moskau auch einzelne Gebiete Kasachstans in die Russische Föderation eingliedern.“

ntv.de: Wie Trigger jener Unruhen in Kasachstan werden gestiegene Treibstoffpreise genannt. War dasjenige jener zentrale Grund?

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Sergej Sumlenny ist Fachmann zu Gunsten von Russland und Osteuropa. Solange bis 2021 leitete er dasjenige Büro jener Heinrich-Böll-Stiftung in Kiew.

(Foto: privat)

Sergej Sumlenny: Die Treibstoffpreise waren nur jener letzte Tropfen, jener dasjenige Fass zum Überschwappen gebracht hat. In vielen Regionen Kasachstans wird Erdgas wie Treibstoff zu Gunsten von Autos verwendet, außerdem zu Gunsten von die Heizung und dasjenige Kochen zuhause. Innerhalb weniger Tage sind die Preise zu Gunsten von Erdgas um 100 solange bis 150 von Hundert explodiert. Dasjenige war zu Gunsten von viele Volk trivial unerträglich. Es gab doch nachrangig Unmut in jener Nation wegen jener Integration Kasachstans in die sogenannte Eurasische Wirtschaftsunion mit Russland. Viele sagen, die Explosion jener Gaspreise habe seinen Grund darin, dass Kasachstan Erdgas nachher Russland exportieren und es von dort wie Flüssiggas zur Monopolpreisen wieder importieren musste.

In Moldawische Republik agiert Russland ganz homolog.

Dasjenige scheint eine Strategie zu sein. Russland agiert wie eine erzimperialistische Kolonialmacht aus dem 19. Jahrhundert, die ihre Kolonien ausbeutet.

Welches ist die Ursache zu Gunsten von die Unzufriedenheit in Kasachstan?

Zunächst einmal, damit man versteht, welches in Kasachstan passiert ist: Dasjenige Nationalstaat hat notdürftig 19 Mio. Einwohner, ist doch so weitläufig, dass es von Südfrankreich solange bis in die Ukraine reicht, wenn man die Karten Europas und Kasachstans übereinanderlegt. Die Proteste fingen im Südwesten an und nach sich ziehen sich in kürzester Zeit im ganzen Nationalstaat ausgebreitet. Wenn Proteste so schnell so breit entstehen, zu tun sein die Gründe sehr tief liegen.

Zuerst ist es die Mangel von jeglicher politischer Ungebundenheit. Dieser ehemalige Staatschef, Nursultan Nasarbajew, hat am 22. sechster Monat des Jahres 1989 damit begonnen, dasjenige Nationalstaat zu regieren, damit zu einer Zeit, wie es die UdSSR noch gab. Er wurde in vergangener Zeit Erster Sekretär jener Kommunistischen politische Kraft von Kasachstan, solange bis vor kurzem war er Staatschef des Landes. Erst vor wenigen Monaten hat er sich selbst zum Oberhaupt des kasachischen Sicherheitsrats ernannt und dasjenige Zunft des Präsidenten seinem Zögling Kassym-Schomart Tokajew transferieren. Dieser ist doch nur ein Marionetten-Staatschef. Um Nasarbajew gibt es in Kasachstan kombinieren regelrechten Personenkult, die Kapitale des Landes wurde in Nur-Sultan umbenannt, seine Familie ist in allen wichtigen Gremien und Funktionen vertreten, in den großen Unternehmen, in den Ministerien, im Sicherheitsapparat – überall. Die Volk waren trivial sauer. Es gibt in Kasachstan weder die Möglichkeit, seinen Unmut zu vermerken, noch kann man Karriere zeugen, wenn man nicht zu Nasarbajews Clan gehört oder Mitglied seiner politische Kraft ist, die den pathetischen Namen „Strahlendes Vaterland“ trägt.

Kasachstan hat die Organisation des Vertrags gut kollektive Sicherheit zu Hilfe gerufen. Welche Rolle hat welche Organisation bisher gespielt?

Es gibt kombinieren schönen Witz gut den Warschauer Pakt, dasjenige sowjetisch dominierte Militärbündnis zur Zeit des Kalten Krieges: Dies sei die einzige militärische Union, die ausschließlich ihre eigenen Mitglieder angreift. Es sieht so aus, dass man dasjenige jetzt nachrangig gut den Vertrag gut kollektive Sicherheit sagen kann. Dieser Vertrag gibt Russland die Möglichkeit, ehemalige Sowjetrepubliken, die Russland wie seine Provinzen wahrnimmt, militärisch von selbst zu schnüren und russische Stützpunkte in diesen Ländern zu unterhalten. Interessanterweise hat dieser Vertrag Armenien im Krieg gegen Aserbaidschan im vergangenen Jahr nicht geholfen. Armenien hatte hinaus Grund des Vertrags um militärische Unterstützung gebeten, welche doch nicht erhalten. Kasachstan dagegen hat welche „Hilfe“ bekommen, obwohl es keiner von äußerlich angegriffen wurde – denn jener Vertrag sieht Unterstützung nur im Sachverhalt einer Aggression von äußerlich vor, nicht im Zusammenhang inneren Unruhen. Dasjenige war wohl nachrangig jener Grund, warum Tokajew sagte, die Proteste würden von Terroristen aus dem Ausland gesteuert. Russland hat dasjenige wie Hinweistext trivial akzeptiert, obwohl es eine offenkundige Lüge ist. Die Schnelligkeit, mit jener Russland seine Truppen geschickt hat, zeigt aus meiner Sicht, dass Moskau schon lange Zeit davon träumte, Soldaten nachher Kasachstan zu senden.

Sie fühlten sich an 2014 erinnert.

meine Wenigkeit war 2014 in Moskau, wie Russland die Ukraine angegriffen hat. Weiland konnte man x-fach die Frage lauschen, welches Nationalstaat wohl nachher jener Ukraine dasjenige nächste sein würde. Z. Hd. Russland gab es zwei Optionen: Weißrussland und Nord-Kasachstan, wo viele ethnische Russen leben – kasachische Staatsbürger, doch aus Sicht jener russischen Regierung sind es Russen. Es war ein offener Traum jener Putin-Regierung, sich welche Länder einzuverleiben. Es sieht so aus, dass Russland sich diesen Traum jetzt gerecht werden will.

Sie vertrauen, Russland will Kasachstan oder einzelne Regionen von Kasachstan nicht nur unter russischen Kraft einfahren, sondern steif annektieren, wie 2014 die Krim?

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meine Wenigkeit glaube, sämtliche Optionen sind ungeschützt. Wir wissen nicht, welches jetzt passiert, wie viel Schwung noch eingesetzt werden wird. Schon jetzt gibt es Dutzende Tote. Die russischen Truppen sind sicher nicht gekommen, um dasjenige Nationalstaat wieder zu verlassen. Aufwärts welche Weise kontrolliert Russland weite Teile Armeniens, dasjenige abtrünnige moldawische Gebiet Transnistrien und andere Teile des Territoriums jener ehemaligen UdSSR. Unklar ist nur, in welcher Form und in welchen Gebieten die russischen Truppen in Kasachstan bleiben werden und welches Russland hierfür bekommen will.

Welches könnte die russische Regierung von Kasachstan fordern?

Die oberste Propagandistin des Kremls, Margarita Simonjan, die Chefin von Russia Today, schrieb in ihrem Weblog ganz ungeschützt, dass Russland Forderungen an Kasachstan habe im Informationsaustausch zu Gunsten von die Entsendung jener Truppen: unter anderem die gleichberechtigte Lehrbuch jener russischen Sprache, die Streichung von Plänen, sich dem Westen anzunähern und die Einhaltung von Wladimir Putin wie „Boss“ – sie benutzte tatsächlich dieses Wort, „Boss“. Die russische Regierung will nicht nur ein paar Truppen senden, sie will Kasachstan politisch und wirtschaftlich kontrollieren. Und wahrscheinlich will Moskau nachrangig einzelne Gebiete Kasachstan in die Russische Föderation eingliedern.

Dieser russische Politologe Fjodor Lukjanow sagte jener Deutschen Verdichter-Vermittlung, jener Militäreinsatz sei ein Kurswechsel im postsowjetischen Raum. Unter dem Vorwand einer Risiko jener staatlichen Sicherheit von äußerlich sei ein Präzedenzfall zu Gunsten von kombinieren Okkupation geschaffen worden. Ist dasjenige ein Kurswechsel?

Dasjenige ist natürlich weder ein Kurswechsel noch ein Präzedenzfall. Schon im Zusammenhang jener russischen Invasion im Donbass und im Zusammenhang jener Annexion jener Krim hat Moskau Lügen gut amerikanische Privatsöldner verbreitet, die vorgeblich in jener Ukraine eingesetzt werden sollten und die eine Risiko zu Gunsten von die lokale Nation und zu Gunsten von Russland seien. Homolog war es 2021 im Zusammenhang den russischen Manövern in Weißrussland, da hieß es, in Polen stünden North Atlantic Treaty Organization-Panzer mit laufenden Motoren, die bereit liegend seien, in Weißrussland einzufallen. Russland bringt seine Truppen immer unter dem Vorwand einer Invasion, die abgewehrt werden müsse, ins Ausland.

Nichtsdestoweniger kommt welche schlimmer Zustand Putin nicht total ungelegen – jetzt, wo er vielfältige Gespräche mit dem Westen führt, etwa gut den Ukraine-Konflikt?

Ja, einerseits ist jener Zeitpunkt zu Gunsten von Putin ungünstig. Kasachstan lenkt ihn von jener Ukraine ab, und dieses Themenkreis wird nachrangig seine Gespräche mit dem Westen lenken. Anderseits kann er nun wunderbar zeigen, wie schnell Russland in jener Stellung ist, seine Luftlandetruppen in eine andere Region zu einfahren und ein riesiges Nationalstaat innerhalb weniger Tage unter Leistungsnachweis zu einfahren. Und synchron kann man natürlich spekulieren, dass Putins Reaktion dem Westen eine Schwäche zeigt.

Inwieweit zeigt Putin in Kasachstan Schwäche?

Kommandeur jener russischen Luftlandetruppen ist Generaloberst Andrej Serdjukow, Putins Mann zu Gunsten von sämtliche Zwecke. Serdjukow war jener Kommandeur jener russischen Truppen in Syrien, er war jener Chef jener Invasionstruppen hinaus jener Krim und er gehörte zu den russischen Kommandeuren im Donbass. Putin setzt ihn immer dort ein, wo es brennt. Wenn jener Oberbefehlshaber nur kombinieren Vier-Sterne-General hat, dem er vertrauen kann, dann hat er ein Problem.

Welches Putin in Kasachstan doch wie immer am meisten hilft, dasjenige ist die Apathie des Westens. Russland hat seine Truppen intrinsisch von zwei Tagen nachher Kasachstan gebracht. Die EU wird wahrscheinlich erst in zwei Monaten entscheiden, ob irgendwelche Personen dort sanktioniert werden. Dasjenige macht Putin triumphierend – nicht Serdjukow, die Menge seiner Transportflugzeuge oder seine Stand-By, internationales Recht zu kleinkriegen.

Sie nach sich ziehen es beschrieben, Russland hat großen Kraft in ehemaligen Sowjetrepubliken, es stützt dasjenige Regime in Syrien und sieht offensichtlich nachrangig die Ukraine wie Teil seines Einflussgebietes an. Ist Russland Welt- oder Regionalmacht?

Russland selbst sieht sich natürlich wie eine globale Mächtigkeit. Nichtsdestoweniger die Frage ist schwergewichtig zu beantworten. Welches macht eine Weltmacht aus? Lichtvoll, Russland ist eine Nuklearmacht. Wer die Möglichkeit hat, kombinieren nuklearen Schlaghose in einer beliebigen Viertel jener Welt auszuführen, kann sich Weltmacht nennen. Russland hat nachrangig Kraft in den wichtigen Regionen jener Welt, in jener EU, in den USA, seitdem kurzer Zeit nachrangig in Alte Welt und in einigen Ländern Südamerikas. Selbst dasjenige macht Russland zur Weltmacht. Wirtschaftlich, kulturell und soziologisch gesehen ist Russland dagegen keine Weltmacht, vielleicht nicht einmal eine Regionalmacht. Russland exportiert keine Autos und keine Flugzeuge, es gibt kein russisches iPhone und keine russischen Computer. Und bedenken Sie, dass wenige russische Haushalte keinen Gasanschluss nach sich ziehen, manche nicht einmal fließend Wasser. Dasjenige ist ein Niveau, dasjenige eine echte Weltmacht nicht bejahen kann. Dasjenige Problem ist, dass Lebensstandard und Aufstiegschancen von gewissen Bevölkerungsgruppen aufgrund des diktatorischen Charakters des russischen Systems trivial unberücksichtigt werden können. meine Wenigkeit würde sagen: Russland ist eine Weltmacht, solange die russischen Truppen bereit liegend sind, in andere Länder einzumarschieren und solange sich westliche Volksvertreter von russischen Gaspipelines korrumpieren lassen.

Mit Sergej Sumlenny sprach Hubertus Volmer