“Scholz war ja richtig lebendig”


Nachher dem zweiten Aufeinandertreffen jener Kandidatin und Kandidaten fürs Kanzleramt einüben sich die Gäste von Anne Will an einer Verortung des Gesehenen. In jener Talkrunde geht es dann nicht nur um die Inhalte des Triells, sondern selbst die Vitalfunktionen von Olaf Scholz.

Mit Talkshows ist es wie mit Triellen. So richtig einfahren sie beiderartig nichts zu Händen die politische Willensbildung. Die Überzeugungen jener Zuschauenden werden durch sie kaum ins Wanken gebracht. Die Präferenzen jener Wählerinnen und Wähler zusammenziehen sich lieber. Die Talkgäste beziehungsweise Diskutanten in Bewegung setzen sich nicht aufeinander zu, sondern vertreten vehement ihre Einstellungen und Argumente. Wer am Finale überzeugender ist, liegt im Ophthalmos des Betrachters.

Und so fasst es die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch selbst in einem lapidaren Sine tempore zum Entstehen jener Sendung von Anne Will am Sonntagabend zusammen: TV-Trielle ändern an jener Gesamtsituation “nicht so viel”. Widerwille dessen ist jener Schlagabtausch zwischen Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz sendungsfüllender Inhalt. Neben jener Einschätzung jener Politprofis darf in diesem Zusammenhang natürlich nicht die Einschätzung des Wahlvolks fehlen.

Die Chefredakteurin des Westdeutscher Rundfunk-Fernsehens, Ellen Ehni, präsentiert erste Zwischen- und dann finale Umfrageergebnisse zu dem Triell von Das Erste und Zweites Deutsches Fernsehen. Von kurzer Dauer zusammengefasst, fanden die rund 1500 befragten Zuschauerinnen und Zuschauer Grünen-Kandidatin Baerbock am sympathischsten. Sie strahlte zudem die größte Tatkraft aus. Sozialdemokrat Scholz überzeugte dagegen in Sachen Kompetenz und Glaubwürdigkeit. Welcher Gesamtsieg geht, wie selbst schon im ersten TV-Triell unter RTL, an den Finanzminister. Die Schwarzen-Chef Laschet hat in allen Kategorien dasjenige Nachsehen.

Robin Alexander, stellvertretender Chefredakteur jener Zeitung “Die Welt”, analysiert wenig frappierend, dass Laschet glaube, er könne die Wahl denn Person nicht mehr profitieren. “Die Leute haben sich kein gutes Bild von ihm gemacht. Aber er glaubt, das noch für seine Partei gewinnen zu können.” So sei selbst dasjenige kürzlich vorgestellte “Zukunftsteam” jener Erkenntnis geschuldet, dass Laschet alleinig nicht durchkomme. Sein anfängliches Ziel, zusammensetzen defensiven Wahlkampf ohne Polarisierung zu betreiben, sei nicht aufgegangen. Jetzt gehe es doch um Polarisierung, etwa in Sachen Linke, meint Alexander.

Dreyer kann nur noch mit den Augen rollen

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Laschets Parteikollege und Gesundheitsminister

(Foto: NDR/Wolfgang Borrs)

Die Distanzierung von jener Linkspartei denn potenzielle Koalitionspartnerin greift selbst Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gen. Im Streitfrage zur im Prinzip ausgeschlossenen Zusammenarbeit mit jener AfD, gehe es unter jener Linken um inhaltliche Meinungsverschiedenheiten, wie jener Protest jener North Atlantic Treaty Organization. Denn inhaltliche Pfähle rammt Spahn die inwendig Sicherheit, zusammensetzen innovationsgetriebenen Schutz des Klimas und eine Wirtschaftspolitik mit niedrigen Steuern in den Studioboden. Zusätzlich seinen GroKo-Partner sagt er: “Wenn wir genau hinschauen, ist Olaf Scholz auch das Feigenblatt für eine linke , die eine ganz andere Politik will als die, die er gelegentlich verkörpert.” Dasjenige fange mit jener Schuldenunion in jener an, gehe darüber hinaus höhere Steuern und ende mit Polizisten, die nicht geschützt, sondern unter Generalverdacht gestellt würden.

Denn Vertreterin jener Sozialdemokratische Partei Österreichs ist nicht etwa Saskia Esken geladen (die neben jener politische Kraft vorsitzt, wovon sich dann selbst noch Jens Spahn erinnern kann), sondern die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer. Streckenweise führt sie mit dem Gesundheitsminister dasjenige Zweikampf Scholz versus Laschet in jener Talkrunde fort. Da werden sich Halbwahrheiten, Vergangenheitsversessenheit und die beschriebenen linken Umtriebe vorgeworfen.

Weiter  Wieder eingefangen

Angesprochen gen die Performance ihres Kandidaten freut sich Dreyer, dass sich Scholz von den Attacken Laschets nicht aus jener Ruhe hat einfahren lassen. Etwa denn die Razzia des Finanzministeriums zur Sprache kommt. Denn es um Detailfragen zu den Skandalen, die Scholz Beiheften, geht (Warburg-Kreditanstalt, Cum-Ex…), kann Dreyer nur noch mit den Augen rollen. Man könne sich stundenlang am politischen Gegner ablaufen lassen, sagt sie noch. Dass sei nur nie ihr Vorgehen gewesen.

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Malu Dreyer, SPD-Politikerin und Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, neben Robin Alexander, stellvertretender Chefredakteur jener Zeitung “Die Welt”.

(Foto: NDR/Wolfgang Borrs)

Warum hakt sich Baerbock unter derartigen Streitfragen nicht ein und greift die Regierungsparteien mehr an, will Will von Katrin Göring-Eckardt wissen. Es gehe drum, welches erledigt werden müsse und verschiedenartig gemacht werden könne, entgegnet die Fraktionsvorsitzende jener Grünen im Bundestag. Den Vorwurf von jener Moderatorin und des Journalisten Alexander, die Grünen bedienten nur ihr Klientel, wenn Baerbock Themen wie den Klimawandel und Rassismus betont, sieht Göring-Eckardt schon so gut wie denn Beleidigung an. Dies seien keine Spezialthemen zu Händen manche wenige, sondern beträfen ganz Deutschland. “Wir sind jetzt wirklich an einer Zeitenwende”, so die Grüne. “Wir können nicht mehr sagen: ‘Wir machen das, wie wir das schon immer gemacht haben.’ Sondern jetzt ist der Moment, wo man sagen muss: ‘Nee, dieser Satz gilt nicht mehr.'”

“Er lebt”

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Ellen Ehni, Chefredakteurin des Westdeutscher Rundfunk-Fernsehens,, präsentiert die Blitzumfrage nachdem dem Triell.

(Foto: NDR/Wolfgang Borrs)

Welcher vor einigen Monaten noch gültige Sine tempore, die Grünen sind die Hauptgegner jener Union, gilt ebenso nicht mehr, bilanziert Politikwissenschaftlerin Münch. Dasjenige ist durchaus ein Problem zu Händen die Die Schwarzen/CSU, weil es in Sachen Themensetzung und Mobilisierung jener Anhängerschaft gegen eine von Scholz repräsentierte SPD unlängst schwieriger sei. Noch-Kanzlerin Angela Merkel habe eine Sozialdemokratisierung jener Politik betrieben. Im Zuge dessen sei es kein Wunder, dass die Wähler, die deswegen jener Union ihre Votum gaben, zur SPD oder woanders hin wechselten. Dreyer sieht sich in jener Sendung trotz dessen oder ohne Rest durch zwei teilbar deswegen genötigt, noch einmal zu exponieren: “Natürlich ist Olaf Scholz Olaf Scholz und nicht Angela Merkel.”

Münch derweil, die mit ihren zum Teil schonungslosen Analysen ein Lichtblick an diesem späten Sonntagabend ist, gibt schon zu Beginn jener 60 Minuten Triell-Schätzung ein klares Statement ab. “Ich fand Frau Baerbock – auch schon beim ersten Triell – ausgesprochen überzeugend.” Sie ließ demnach die beiden Herren sich aneinander schubbern und lenkte den Blick in die Zukunft, um dann darüber hinaus ihre Kontrahenten zu sagen, sie stritten darüber hinaus die Vergangenheit. Und Streitlustigkeit per se wirke weniger sympathisch.

Laschet, jener hinsichtlich jener jüngsten und Erwartungen aus jener Union in den Angriffsmodus geschaltet hat, tat Scholz mehr noch unbewusst zusammensetzen Lieben. Er habe ihn herausgefordert und aus jener Reserve gelockt. “Er war ja richtig lebendig”, resümiert Münch. Natürlich sei Scholz selbst sonst lebendig, schiebt sie nachdem. “Er lebt”, kommentiert Will. Ungeachtet im Regelfall sei jener Sozialdemokrat “nicht so überbordend”, sagt die Wissenschaftlerin. Spahn beschreibt den Live-Entertainment von Scholz so: “Die Ohrenfarbe hat sich der Krawattenfarbe angenähert.” Wie Laschet war jener SPD-Mann in einem dunkelblauen Anzug erschienen – mit weinroter Krawatte.