“Scoop” verpasste jener Verdichter eine Ohrfeige


Ein verschrobener Selbst…eine Verwechslung und die Jagen nachher jener exklusiven Story: Dieser sehr böse Roman des britischen Schriftstellers Evelyn Waugh wurde erstmals 1938 veröffentlicht. Doch solange bis heute hat er nichts an Dringlichkeit eingebüßt und ist wie Hörbuch ein Erlebnis.

“Wir werden entführt!”, ruft ein Reporter begeistert, “das gibt eine schöne kleine Story!” Die Jagen nachher jener Story treibt die Figuren in Evelyn Waughs Roman “Scoop” an. Wie weit würden Journalisten in Betracht kommen zum Besten von die eine große Schlagzeile, die Exklusivstory? Die Ergebnis des britischen Schriftstellers ist sehr böse und urkomisch. Unlust seines stolzen Alters – wenigstens hat jener Roman mehr wie 80 Jahre hinaus dem Buckel – wirkt “Scoop” die Gesamtheit andere wie verstaubt. Dies liegt nicht zuletzt an Jan Weiler, jener dem englischen Klassiker neues Leben einhaucht.

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Scoop

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Die Gesamtheit beginnt mit einer Verwechslung: Lord Copper, Inh. jener Londoner Zeitung “Daily Beast”, will den angesagten Schriftsteller John Schiff wie Sonderkorrespondent im afrikanischen “Ishmaelia” beauftragen, da dem fiktiven Staat vermutlich ein Krieg bevorsteht. Doch seine Redakteure zeugen den falschen Schiff ausfindig, nämlich William Schiff. Dieser ist so ziemlich dasjenige Gegenteil von dem weltbewanderten, erfolgsverwöhntem Starautor: ein verarmtes Landadel-Ei, kauzig und kauzig. Weitab vom Trubel jener Metropole schreibt William die wöchentliche Natur-Regelmäßig erscheinender Artikel eines Autors “Üppige Auen” zum Besten von die “Daily Beast” – und ist damit mehr wie zufrieden. Zumindest solange bis ihm die Nachricht erreicht, dass er noch London in die Redaktion kommen soll .

William hat Bammel. Nicht, weil er nachher Alte Welt reisen soll – denn davon weiß er noch gar nichts. Sondern weil ihm seine Schwesterherz c/o seinem letzten Handelsgut jenseits die Lebensweise des Dachses vereinen Streich gespielt und dasjenige Wort “Dachs” durch “Haubentaucher” ersetzt hat. Dies zog unheilvoll Leserbriefe nachher sich. William ist sich nun sicher: Er wird gefeuert. Voller Sorge fährt er nachher London und muss schon in Kürze feststellen, dass eine Rausschmiss dasjenige geringere Gemeinheit gewesen wäre. Denn er soll ins weit entfernte Ishmaelia reisen und vereinen großen “Scoop” landen, eine sensationelle Exklusivstory.

Aufwärts jener Jagen nachher dem “vielversprechenden kleinen Krieg”

Für jener Entstehung des Romans griff Waugh hinaus seine eigenen Erfahrungen wie Auslandsberichterstatter zurück. 1935 war er wie Korrespondent des “Daily Mail” in Äthiopien, um jenseits den drohenden Angriffskrieg durch dasjenige faschistische Italien zu berichten. “Ich hatte kein großes Talent dafür, studierte aber mit großem Vergnügen die Schrullen und Ausschweifungen meiner Kollegen”, schreibt Waugh in seinem Vorwort zu “Scoop”, dasjenige nicht zuletzt im Booklet des Hörbuchs zu Vorlesung halten ist. Und tatsächlich beschreibt Waugh mit spitzer Federkiel die Skrupellosigkeit und Ignoranz jener Sensationspresse, ihre blinde Sucht nachher Breaking News, Skandalen, einem “vielversprechenden kleinen Krieg”.

William ist sie Welt fremd. In London vor die Wahl gestellt, ob er kündigen werden soll oder nachher Ishmaelia verkehren will, bricht jener Natur-Kolumnenschreiber schließlich nachher Ostafrika hinaus – gefolgt von Dutzenden weiteren Reportern, die sich wechselseitig bespitzeln und ausspielen. Es beginnt eine turbulente Odyssee, in jener William jenseits Länder und Kontinente hinweg von einem haarsträubenden Ereignis ins nächste taumelt, ohne so recht zu wissen, wie ihm geschieht. Doch nachher jener Auftreten in Jacksonburg, jener Kapitale Ishmaelias, stellt sich hervor, dass die Überfahrt und die Anreise abenteuerlicher war wie jener Wohnsitz in dem angeblichen Krisengebiet. Dort herrscht nämlich gegen jede Zuversicht Ruhe.

Und William?

In seiner bissigen Persiflage hinaus die Verdichter lässt Waugh kaum ein gutes Wolle an Journalisten. Verzweifelt suchen die Reporter in Ishmaelia nachher aufregenden Neuigkeiten zum Besten von die heimatlichen Redaktionen, wo man Meldungen jenseits ein allgemeines Kuddelmuddel erwartet. Und so erfinden sie pausenlos neue Skandale und Aufmachergeschichten. Da wird sogar ein simpler Fahrkartenschaffner zum russischen Agenten. Und William? Dieser telegrafiert Wetternachrichten nachher England – solange bis er einem ominösen Geschäftsmann und einer divenhaften Hochstaplerin jenseits den Weg läuft. Sie verhelfen ihm tatsächlich zum großen Scoop. So viel sei noch verraten: Damit endet die kuriose Vergangenheit von William Schiff noch heftige Menstruationsblutung nicht.

Dieser verzwickte Plot mit seinen tollpatschigen Figuren, intellektuell klischeehaften Darstellungen und pointierten Dialogen erinnert zuweilen an die Werke von Monty Pythonschlange und Loriot. Man könnte meinen, die meisterhaften Komiker nach sich ziehen sich einiges von dem “King of Novelists” Waugh abgeschaut. Vor allem die von Missverständnissen und Absurditäten geprägten Dialoge lassen den Ton…ungewollt laut auflachen. Hier brilliert nicht zuletzt Jan Weiler. Dieser Dichter und Kolumnist gibt c/o seiner Lese-Performance die Gesamtheit: Ob mieses Frz., brummend obrigkeitlich, nasal elitär oder nicht zuletzt säuselnd verführerisch – Weiler schöpft mit vollen Händen aus seinem stimmlichen Repertoire. So verleiht er nicht nur allen Figuren vereinen eigenen Naturell, sondern stattet sie nicht zuletzt mit dem nötigen Maßstab an Exzentrik und Spleenigkeit aus.

In Zeiten von Digitalisierung und Multimedia-Journalismus hat sich dasjenige Zeitungsgeschäft seither dem Erscheinen von “Scoop” 1938 verändert. Doch die beißende Kritik des Kulturpessimisten Waugh am modernen Leben hat nachher wie vor Relevanz. So wirken seine Spitzen hinaus Eitelkeiten, Konkurrenzdenken und die Tatkraft von Falschmeldungen weiterhin jetzig. Verpackt in feinstem britischem Witz unterhalten die achteinhalb Zahlungsfrist aufschieben mit Waugh und Weiler von jener ersten Sekunde solange bis zur letzten. Doch Vorsicht, wie so oft in satirischen Werken, strotzt nicht zuletzt “Scoop” von politischer Unkorrektheit.