Seeed melden sich zurück: Zu Händen die Lebenden und die Toten


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Seeed Berlin melden sich mit ihrem Album “Bam Bam” lautstark zurück.

(Foto: imago/Martin Müller)

“Bam Bam” ertönt es aus der Hauptstadt! Die Masse jubelt, auch wenn das oder andere Herz noch blutet. Ja, Seeed sind endlich wieder mit einem neuen Studioalbum am Start. Da springt man sogar im Himmel vor Freude im Dreieck.

Ramba Zamba auf der Tanzfläche, Festbeleuchtung im Schlafzimmer und sentimentale Grüße in Richtung Himmelszelt: Nach siebenjähriger Studio-Funkstille und dem tragischen Tod von Sänger Demba Nabé pendelt die langersehnte Seeed-Rückkehr in Form des Comeback-Albums “Bam Bam” gekonnt zwischen Licht und Schatten.

Auf der einen Seite versprühen die beiden Masterminds Pierre Baigorry alias Peter Fox und Frank A. Dellé mitsamt ihrer im Background umherhüpfenden Bläser-Community unheimlich viel Lebensfreude, Frohsinn und Partyzauber.

“Hey, Money macht frei!”

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“Geb’ es aus, shopp’ allerlei – Ey, ja, ich geb’ es zu, Money macht frei”, trällert Peter Fox mit dickem Silikonbauch und blinkender Rolex im Videoclip zur aktuellen Single “Geld”. Während Diener und Butler die Krise kriegen und das SEK vor den Toren der Protzvilla die Sturm-Taktik bespricht, tanzen die Song-Verantwortlichen den Kapitalismuskritik-Dancehall-Blues.

Gemeinsam mit Salsa 359 hüpfen Seeed über die Tanzflächen der Nation (“Love & Courvoisier”). Und nachdem im Haus von Peter Fox alle willkommen geheißen wurden (“Komm in mein Haus”) laden der Heimherr und die Spaßtüten von Deichkind zur großen Lightshow-Schlafzimmer-Sause (“Lass das Licht an”).

Meister der Wandelbarkeit

Ja, es blubbert, pumpt und wabert mal wieder ordentlich wenn die Berliner Dancehall-Könige an den Reglern drehen. Auf der anderen Seite präsentieren sich Seeed im Frühherbst 2019 aber auch als Meister der Wandelbarkeit. Eben noch musikalisch in der Karibik unterwegs, zieht es die Verantwortlichen plötzlich zurück in die Hood. Dort steht bereits Rapperin Nura Gewehr bei Fuß und lässt ihren Partner , was sie von ihm hält: nämlich nichts (“Sie ist geladen”).

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Nura ist genervt und Kumpel Trettmann “Immer bei dir”. Satte Hip Hop Beats machen Platz für sphärisches Gefiepe und blubbernde Space-Sounds. Alles geht. Alles passt. Vielleicht noch eine Stufe tiefer? Na klar, kein Problem.

Demba macht das Licht aus

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BAM BAM

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Die erste Single “Ticket” erinnert schon seit Wochen an die viel zu kurze Erdenzeit von Co-Frontmann und Freigeist Demba Nabé. Mit dem abschließenden “What A Day” gehen Peter Fox und Co noch einen Schritt weiter. Umgeben von einer intensiven Schlagzeug-Streicher-Melange geleitet die Band ihren verstorbenen Kollegen und Freund noch einmal zurück ins Rampenlicht.

Demba singt. Es geht um Sterne und die Magie eines schönen Tages. Ein aufwühlender Abschluss. Und während Demba seinen letzten musikalischen Gruß versendet, sitzt das Seeed-Team bereits im Nightliner. Schließlich steht eine imposante Arena-Tour an. Gut, dass man auch ein imposantes Album mit im Gepäck .



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