Sex im Innenministerium


Englischsprachige Videocalls und Team Meetings sind voller Sprachfallen. Damit Sie im nächsten Jahr nicht (wieder) hineinstürzen, hat unser Kolumnist wenige nützliche Tipps.

2021 wird qua weiteres Jahr welcher Videocalls in die Historie eingehen – Sie wissen schon: Heimvideoveranstaltungen mit Türstehern, die nicht Horst, sondern Host heißen. Immer wieder werden sie Gespräche hinauf englische Sprache geführt, vor allem in internationalen Teams.

Wie leichtgewichtig wir in diesem Fall missverstanden werden können, möchte ich hier gleich am Zustandekommen mit dem größten Knaller vormachen, den ich im vergangenen Jahr gehört habe. Voller Unschuld wollte eine junge Teilnehmerin im Vanadiumideocall sagen, dass sie von zu Hause aus ein Praktikum absolviert. Weil sie hierfür „internship“ schmissig zu „intern“ verkürzte, verwandelte sie dies „Praktikum“ in die Person, die dies Praktikum macht – und fabrizierte verknüpfen unerhörten Sine tempore: „I do an intern in the home office.“ Aufwärts gut Deutsche Sprache: „Ich bumse eine/n Prakti im Innenministerium.“

Hätte sie nur sie Spalte gelesen! Schließlich habe ich hier schon erklärt, welches to do someone bedeutet: „Es mit jemandem zu tun“. Ebenso die ausgeprägte Neigungswinkel deutschsprachiger Menschen zum „home office“ war schon häufiger Themenkreis. Z. Hd. Menschen in Großbritannien bedeutet es nicht mehr und nicht weniger qua „Innenministerium“.

Lassen Sie die Sache mit dem Sex!

Zusammen muss ich hier zum Ausklang des Jahres niederschreiben, welches ich erst neulich gelernt habe: Ebenso in Republik Irland ist vom home office die Referat, wenn welcher große Rest welcher englischsprachigen Welt von remote work oder working from home spricht. Niall Farrell, welcher stellvertretende irische Generalkonsul in Frankfurt/Oder, hat es per Twitter bestätigt! Einerseits belegt er damit meine kolumnistische Fehlbarkeit. Eine andere Sache ist macht dies Leitvorstellung offensichtlich, dass es nie um „richtiges“ oder „falsches Englisch“ umziehen kann. Vielmehr will ich qua Denglischer Patient Missverständnisse entlarven und zu Händen Sie die bestmöglichen, verständlichsten Ausdrücke finden. Würden demnach am Videocall nur Irinnen und Iren teilnehmen, wäre welcher Rauchsignal aufs home office völlig okay – solange Sie bitteschön die Sache mit dem Sex lassen, denn sie wird überall missverstanden.

Nun versteht es sich von selbst, dass dies sprachliche Wirrnis in Videocalls und in anderen Team Meetings selten mit dermaßen deftigen Schnitzern beginnt – hinauf englische Sprache sagt man dazu übrigens: blunders, bloopers oder howlers.

Gleich zu Beginn ist eine dezente Gruß günstig – nicht eine dieser drei typischerweise denglischen Fanfaren:

„Hello together!“

„Hello in the round!“

„Hello also from my side in the round!“

Dasjenige weltweit gängigste „Hallo“ lautet: Hello everyone! Übrigens zweite Geige in Republik Irland.

Zusammen nach sich ziehen wir Glücksgefühl, dass die meisten die Menschen mit englischer Muttersprache ziemlich tolerant sind. Wie uns dies home office in Ireland gezeigt hat, sind sie qua native speakers schon untereinander gewohnt, größere sprachliche Meinungsverschiedenheiten zu überleiten.

Ein anderes Leitvorstellung ist welcher Inselaffe, welcher zu einer amerikanischen Kollegin sagt, I’ll give you a ring – und sie versteht: „Ich gebe dir einen Ring“, nicht „Ich rufe dich an“. Noch häufiger kommt es hinauf und unter Tischen zu Missverständnissen – mit dem Verb to table: Sagt ein Inselaffe, I would like to table the issue, versteht welcher US-ollege: Er möchte dies Themenkreis vertagen oder wie geschmiert vergessen – he would like to postpone or forget the issue. Schlägt welcher Ami identisch vor, versteht welcher britische Kollege: Er will dies Themenkreis hinauf den Tisch einbringen, um es zu diskutieren und zu beratschlagen – he wants to bring up, discuss and consider the issue.

Wer macht dies Zeremoniell?

Doch kommen wir zurück zu den kommunikativen voreingestelltdemnach den verbindlichen Bedeutungen von Wörtern und Redewendungen. Ein englisch gemeintes, handkehrum total germanisch gedachtes Leitvorstellung höre ich gelegentlich am Zustandekommen eines calls: „Who is making the protocol?“

Nicht nur, dass zu Händen die Verschriftlichung einer Sitzung nie von „to make“ die Referat wäre. Noch unverstandener bleibt dies englische Wort protocol, weil es ein „Zeremoniell“ beschreibt, etwa ein diplomatisches – handkehrum niemals dies, welches im Englischen minutes sind – eine „Mitschrift“, demnach unser „Protokoll“.

Ebenso stößt die Toleranz englischsprachiger participants an ihre Säumen, wenn wir vollmundig bekanntgeben: „You will get the material in the next minutes“. Welches qua kurzfristiges Versprechen gemeint ist und „in den nächsten Minuten“ bedeuten soll, können sie nur verstehen: „Sie bekommen das Material im nächsten Protokoll.“ Unzweideutig wäre: You will get it nichtfew minutes. Oder: You’ll get it shortly.

„Hoppla, here am I“

Kommt es zur Vorstellungsrunde, ist es wichtig, verknüpfen guten Eindruck zu zeugen und den richtigen Zeitpunkt zu Händen den eigenen Mitgliedsbeitrag abzupassen. Dasjenige ist schier die größte Herausforderung aller online meetings: Da es nur wenig solange bis gar keine nonverbale Kommunikation mit Blicken und Gesten gibt, sollte man keine Ungeduld und Forschheit an den Tag legen und möglichst nicht ungefragt in die Runde platzen, nachher dem Stichwort: „Hoppla, here am I.“ Inhaltlich ist unbedingt darauf zu beachten, nicht in dies Bemühen zu verfallen, die tatsächliche Entfernung welcher Teilnehmer mit Distanzlosigkeit zu erobern:

Fallgrube 1, Gefallsucht: Während dies Lobhudelei You look great durchaus okay ist, sind speziellere Bemerkungen via dies äußere Phänotyp welcher anderen inadäquat, zum Leitvorstellung „I love your accent“, „didn’t you have grey hair yesterday?“ oder „I like your other glasses better“.

Fallgrube 2, Erklärsucht: Persönliche Umstände wie Krankheiten und andere Beschwerden sollten nicht präzise dargelegt werden: „I have circulation problems …“. Oder: „Sorry if I go to the toilet in between, my stomach is spinning …“.

Fallgrube 3, Witzelsucht: Noch problematischer sind zweideutige Anspielungen, hinauf englische Sprache: (sexual) innuendos. Führend Sie demnach gut, ob Sie verknüpfen deutsch-englischen Gag wie diesen vom Stapel lassen – und versuchen Sie es erst keiner darunter: What comes between fear and sex? Entgegnung: „fünf“.

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Is what?

Dass es zu einer technischen „Rückkopplung“ kommt, schadet es nicht, zu wissen, dass es sich in diesem Fall nicht etwa um „backcoupling“ oder so verwandt handelt, sondern um feedback im guten alten Sinn. Dasjenige bedeutet erstens, dass man es so benennen muss: There’s a feedback (noise) in the line. Please turn down your (loud)speakers! Zweitens darf man nicht immer entgegennehmen, dass eine Person aus eine inhaltliche Rückmeldung schenken möchte, wenn von feedback die Referat ist.

Generell ist größte Vorsicht mit den Kommunikationsstörungen geboten, die sich durch calls ziehen, wenn sich einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer immer wieder ausklinken, demnach die Muting-Methode nutzen und strenggenommen keiner teilnehmen. Die Verunsicherung und Verzweiflung via dies Sich in Schweigen hüllen welcher anderen kann denselben psychologische Kompression erzeugen wie ein Unfall: Man klammert sich an die eigene Muttersprache und kommuniziert nur noch aus dem Gefühlsregung hervor:

„What is?“

„Is what?“

Sollten im Laufe welcher Videokonferenz tatsächlich „akustische Probleme“ sich zeigen (ohne die viele Konferenzschaltungen gar keine Konferenzschaltungen wären), sprechen Sie nicht von „acoustic problems“. Dasjenige ist zwar irgendwie verständlicherweise, handkehrum klingt sehr seltsam: qua gäbe es Probleme mit dem musikalischen Stil, den Bob Dylan zum Schreck mancher Fans vor 55 Jahren aufgegeben hat und welcher seit dieser Zeit den 1990ern zweite Geige unplugged genannt wird. Stimmt irgendwas mit welcher Tonübertragung nicht, sind sound problems oder technical issues/problems gemeint. Ebenso könnte man sagen:

„I cannot hear you.“

Oder wie einst Angela Merkel: „Can you hear me (now)?“

Höllisch überwachen muss man hingegen mit dem leichtgewichtig dahingesagten Sätzchen I hear you. Damit zerstört man nicht nur die Stimmung, sondern zweite Geige den Gesprächsfluss, da er nicht etwa bedeutet, dass man Schall… oder inhaltlich gehorchen kann. Vielmehr bringt man in strenger, beinahe genervter Weise – nichtpassive aggressive manner – zum Term, dass sich dies Im Gegensatz zu wiederholt und insofern Rogation still sein möge! Wer inhaltlich zustimmen möchte, könnte sagen:

„That’s right.“

„Exactly!“

„I agree.“

„Point taken.“

Sprechen die anderen zu schnell oder unverständlich, sollte man keine Hemmungen nach sich ziehen, dies Problem verbindlich anzusprechen:

„Could you speak more slowly please?“

„Could you repeat / explain that again / that last bit please?“

„Could you speak up please (a little louder)?“

„Just to clarify: Are you saying, that …?“

Wem zu viel Fachchinesisch gesprochen wird, kann man um eine verständliche Sprache bitten:

„Could you explain that in layman’s terms allgemeinverständlich / zu Händen Laien?“

„Could you explain that again nichtnon / less technical language?“

Besteht hinauf welcher anderen Seite dies Gefühl, nicht vollwertig verstanden worden zu sein, kann man es mit den folgenden Redewendungen ausbügeln:

„Let me get back to you on that (I will give you a better answer later)“

„Can you leave it with me? I’ll find out and let you know.“

„I think you might have misunderstood me …“

„Please allow me to clarify it once more.“

Will man den Gesprächsfluss nicht zerstören, um ein anderes Themenkreis zum Thema machen, helfen einem locker die folgenden Redewendungen:

„Sorry, would you mind if I asked a question?“

„Could I interrupt you for a minute?“

„Would you mind if I jumped in there please?“

„I won’t keep you long / I will keep this brief“ – „Ich werde mich kurzfassen“

„Übrigens of … „- „Apropos / bezüglich …“

„Übrigens of nothing … “ – „Ganz nebenbei …“

Tümpel you in old freshness

Übrigens übrigens: Wie so oft sind es die Fremdwörter, die Probleme zubereiten, vor allem wenn sie luftig aus welcher Hüfte geschossen werden. Ebenso ich bin viele Jahre in eine kommunikative Fallgrube getappt, wenn ich mich zum Leitvorstellung „spontan“ verabreden wollte: „Let’s be spontaneous“, habe ich gesagt, ohne zu wissen, dass dies zu Händen professionelle Verabredungen ganz und gar unüblich ist. Man sagt:

„Let’s play it by ear!“ – „Lassen Sie / lasst uns spontan / von Fall zu Fall entscheiden!“

„We’ll take it from there! – „Folglich / dann sehen wir weiter!“

Übrigens mache ich meine kritischen Beobachtungen weder an bestimmten Personen, bestimmten Branchen oder einer bestimmten Generation unverzagt. Vielmehr kritisiere ich eine Körperhaltung, die mir in unserer rundherum vernetzten Welt verbreitet erscheint: qua könne man hinauf englische Sprache die Gesamtheit Mögliche von sich schenken, so dass man immer verstanden wird und durchkommt – that you’ll get away with everything anyway! Qua wäre „Lingua Franca“ – die völkerverbindende englische Sprache – bloß eine andere Bezeichnung für „Freestyle Language“.

Realisieren Sie sich der bevorzugte Lösungsweg: Je informeller welcher englischsprachige Transition ist, umso leichter kann uns denglischer Stuss von den Lippen kommen. Professor Meinel hat es vorgemacht: Es ist ganz leichtgewichtig, sich aus dem Stehgreif zu disqualifizieren! So zweite Geige am Finale aller Treffen, Meetings, Hangouts, Zoom-Konferenzen, ganz gleich, wie Sie es nennen möchten und wie gut Sie solange bis zu diesem Zähler „performt“ haben. Wer aus Mangel an einer besseren Schlussformel „Tümpel you in old freshness“ oder „Make it good“ vom Stapel lässt, wirkt weder „fresh“ noch „good“. Und wer „thank you for taking your time“ raushaut, dankt in Wahrheit nur fürs Trödeln.

Dasjenige mache ich jetzt zwei Paar Schuhe: Thank you for taking the time! Tümpel you soon! And all the best!