Taktik oder Notruf: Warum meckern Krauts so viel?


Erst ist es zu kalt, dann zu sehr warm. Offenbar ist welcher Krauts nie zufrieden. In diesem Fall geht es ihm im internationalen Vergleich doch praktisch ganz gut. Dieser Hamburger Psychologe Michael Thiel hat dieses Phänomen zusammen mit seiner Kollegin Annika Lohstroh unter die Lupe genommen und die Ergebnisse in dem Buch “Deutschland, einig Jammerland! Warum uns Nörgeln nach vorne bringt” zusammengetragen. Im Interview mit n-tv.de. erklärt er, warum die Deutschen oft und offensichtlich gerne meckern – und ob dasjenige gut oder schlecht ist.

Den Deutschen geht es wirtschaftlich gut und sogar welcher internationale Glücksatlas beweist: Sozusagen sind die Deutschen ein recht zufriedenes Volk. Warum wird hierzulande dann so viel gejammert?

Die Deutschen sind im Vergleich zu anderen Nationen ein sehr besorgtes Volk. Sie fragen sich immer, ob sie die Gesamtheit hinkriegen. Ob sie den Job langfristig behalten, ob sie es schaffen mit dem Geld. Es herrscht ein so gut wie graues, angstvolles und unzufriedenes Lebensgefühl vor.

Woher kommt jene latente Unzufriedenheit?

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Michael Thiel ist 59 Jahre altbacken und arbeitet wie Psychologe in Hamburg. Zudem ist er Trainer und tritt im In die Röhre schauen wie Fachkraft uff.

(Foto: imago/Future Image)

Zu diesem Zweck gibt es tiefe historische Wurzeln. Wenn man in welcher Historie zurückblickt, dann ist da dasjenige preußische Obrigkeitsdenken, dasjenige sekundär heute noch in uns verankert ist. Die preußischen Tugenden Kontakt haben vor allem Unterwerfung und weniger Spontanität und Optimismus. Die Deutschen nehmen die Gedöns nicht gerne selbst in die Hand, sondern versuchen jemanden zu finden, dem sie die Verantwortung überreichen können. Deswegen konnte Hitler letztendlich an die Potenz kommen: Die Deutschen sahen mit ihrer Sehnsucht nachher Sicherheit in ihm den vermeintlichen Retter. Außerdem gibt es den Terminus technicus welcher “German Angst”. Dies bedeutet: Die Deutschen stapeln gerne tief. Schon früher nach sich ziehen sie, wenn sie Pille gespielt nach sich ziehen, gesagt: “Ob wir es schaffen mit der Weltmeisterschaft?” Nach steckt eine gewisse Strategie, die sekundär in welcher Wirtschaft praktiziert wird: Die anderen erst mal durch Tiefstapeln in Sicherheit wiegen und so tun, wie ob man nicht so viel draufhat. Im entscheidenden Moment zeigt man dann, welches man wirklich kann, um so den Lorbeeren zu verbuchen.

Ist Jammern schier irgendwas Schlechtes oder hilft es sekundär?

Jammern eigentlich ist erst mal eine Emotion. Eine Unmutsbezeugung. Wenn uns zu kalt oder zu warm ist, dann fangen wir an zu jammern. Dies ist automatisiert. Wir signalisieren damit unserem Im Unterschied zu zum Leitvorstellung: Mach’ doch mal dasjenige Fenster uff. Jammern ist hier eine Modus Kommunikationsmittel mit latenter Aufforderung. Nebensächlich wenn Leckermaul Sorgen hat und deswegen jammert, ist dies ein Symbol. Dieser Mensch möchte indirekt sagen: “Ich brauch’ mal deine Hilfe. Ich schaffe das Leben gerade nicht alleine und brauche deswegen dein Ohr oder deine Unterstützung.” Dieses Appellnörgeln ist trotzdem nur eine Form des Jammerns.

Dies heißt, es gibt noch andere Gießen?

Es gibt dann ja sekundär noch dasjenige Solidaritätsjammern. Wenn Sie im Fahrstuhl zum Leitvorstellung sagen: “Ach Mensch, das Wetter ist heute wieder so schlecht”, nach sich ziehen Sie sofort Kontakt. Dies solidarische Nörgeln funktioniert sekundär uff einer Party beim Bekanntschaftenmachen. Wenn Sie zu jemandem sagen, den Sie nicht Kontakt haben: “Die Musik ist wirklich laut, oder?”, dann nach sich ziehen Sie gleich verschmelzen Eisbrecher. Nebensächlich dasjenige ist trotzdem noch kein Jammern in seiner schlimmsten Form. Richtig gefährlich ist welcher Taktik-Jammerer.

Wie jammert denn welcher Taktik-Jammerer?

Dieser treibt wie im Job sein Unwesen. Nebensächlich hier ein Leitvorstellung: Ihr Kollege jammert schon den ganzen Tag, dass er so viel zu tun hat und abends doch praktisch zu einem Geburtstag möchte. Er nörgelt so stark, solange bis Sie sagen: “Komm’, gib’ mal rüber, ich mach’ das.” Und dann sitzen Sie da und schieben Überstunden, während welcher Kollege schon uff dem Geburtstag feiert. Oder Sie umziehen zu Ihrem Chef und sagen, Sie wollen mehr Geld. Und welcher Chef sagt: “Ach, wir haben so viele Einbrüche und es ist alles so unsicher geworden, wir können uns das im Moment leider nicht leisten.” Dies ist strategisches Jammern, um irgendwas zu hinhauen. Nämlich, Ihnen keine Gehaltserhöhung einzuräumen. Eine Form welcher Zugriff, die psychologisch und sittlich so gut wie kritisch ist. Eine direkte Aussprache ist wesentlich besser, wie indirekt jemanden zu verschleiern. Dieses unterschwellige Rummeckern, dasjenige kann man sekundär nicht ignorieren. Irgendwann fragt man nachher: “Was ist los mit dir?” Und dasjenige ist welcher Türöffner und dann hat welcher Jammerer Sie am Pferdefuß. Und klagt Ihnen ständig sein Schmerz. Vor strategischen Jammerern muss man sich mithin in Achter nehmen.

Warum sind sie so gefährlich?

Taktik-Jammerer sind Energieräuber. Die kosten unglaublich viel Macht. Sie sind außerdem sehr egozentrisch. Ihr Gewinsel dreht sich ja nur um sie selbst. Stellen Sie sich vor, Sie treffen unter welcher Arbeit uff verschmelzen Dauernörgler. Dem erzählen Sie, dass Sie die Aufgaben in Ihrem Job mögen und gut mit welcher Geschäftsleitung zu Rande kommen. Und welcher Dauernörgler sagt dann: “Was? Du kannst mit diesen Leuten? Das ist doch unterirdisch!” Und lässt ab da keine Gelegenheit aus, Sie zu kritisieren, Ihren Job zu bekritteln und die Geschäftsführung schlechtzumachen. Dieser Taktik-Jammerer arbeitet strapazierfähig und mit vielen kleinen scharfen Spitzen. Langfristig werden Sie ganz unterschwellig nicht mehr die Leistung und die Freude nach sich ziehen, die Sie heute nach sich ziehen und die Ihnen momentan hilft, Ihre Aufgaben zu trennen.

Welches muss ich tun, damit ich nicht zum Dauernörgler werde?

Erstens: Man sollte sich zunächst fragen: Wie sieht mein Leben aus? Beschwere ich mich ständig? Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass man früher oder später beim Psychologen oder Psychiater landet, wenn man ständig nörgelt, weil dies zu einer negativen Gedankenspirale führt. Es gibt hierfür die Diagnose welcher Jammer-Wirtschaftskrise. Natürlich gibt es immer mal Momente im Leben, wo irgendwas nicht gut läuft. Da muss man dann durch, da darf man sekundär mal ein kleinster Teil jammern. Zweitens: Man sollte sich von Nörglern fernhalten. Nörgeln ist wie eine ansteckende Krankheit und kann mich mit runterziehen.
Drittens: Damit die Psyche heilsam bleibt, sollte man sekundär seinen Leib heilsam halten. Sich mithin heilsam ernähren, verschmelzen guten Freundeskreis pflegen, Menschen um sich herum nach sich ziehen, die zu Händen verschmelzen da sind. Freunde vertreten verschmelzen sicheren Port in Zeiten, wenn es mal nicht so gut läuft. Und viertens: Man kann ein Glückstagebuch zur Folge haben. Dies heißt, man schreibt ausschließlich uff, welches am Tag gut läuft, so dass man die Hinblick nicht unverlangt nur uff die negativen Gedöns lenkt, sondern uff die positiven. So kann man sekundär herausfinden, welches man mag und womit es einem gut geht. Hier in Hamburg unterstützen meine Kollegin und ich eine Initiative, die versucht, dasjenige Schulfach Hochgefühl an einer Schulhaus zu etablieren.

Kinder sollen in Hamburg in welcher Schulhaus in Hochgefühl unterrichtet werden?

Ja, hierbei geht es vor allem drum, Kinder zu hinhauen, die aus so gut wie zwischenmenschlich schwachen Familien kommen, die mithin oftmals nicht viel zu lachen nach sich ziehen. Kinder, die um ihre Existenz ringen sollen. Wohnhaft bei diesen Kindern ist es wichtig, ihnen so eine Modus Widerstandskraft zu schenken. Sie sollen montags schriftlich festhalten, welches am Wochenende gut war. Wir stellen ihnen Fragen wie: Welche Momente sind wertvoll zu Händen dich? Wo kannst du auftanken? Dies Prinzip funktioniert unter Erwachsenen gleichermaßen: Zeugen Sie sich eine Glücksliste, uff welcher Gedöns stillstehen, die Ihnen Spaß zeugen. Die kann man sekundär an den Kühlschrank hängen, damit man sie Tag für Tag sieht. Dies hört sich ein kleinster Teil Dessertbanane an, kann trotzdem wirklich sehr hilfreich sein.

Zurück zum deutschen Gemecker: Hat sich dasjenige in welcher Historie verändert? Meckern wir heutzutage mehr wie vor 50 oder vor 20 Jahren?

Die Muffensausen vor dem Existenziellen gibt es praktisch von jeher in Deutschland. Obwohl die Fakten zum Hochgefühl heute divergent aussehen, schließlich geht es uns wirtschaftlich gut. Die Muffensausen, dass einem irgendwas weggenommen wird oder man ohne Job wird, kommt trotzdem sehr zig-mal vor. Nebensächlich unter jungen Leuten. Natürlich wird manchmal sekundär zu Recht gejammert, wie zum Leitvorstellung beim Themenkreis Umweltverschmutzung. Dies ist eine durchaus realistische Muffensausen. Da sagen mittlerweile viele junge Volk: So kann es nicht weitergehen. In diesem Sachverhalt hat Jammern verschmelzen Sinn, viele junge Volk werden ja mittlerweile unter “Fridays for future” umtriebig.

Sie sprachen nun so gut wie darüber hinaus junge Menschen. Welches beschäftigt denn Menschen, die um die 60 sind?

Wohnhaft bei ihnen stillstehen die Fragen im Mittelpunkt: Wie kriege ich mein Leben im am Lebensabend hin? Schaffe ich dasjenige mit meiner Rente? Muss ich Abstriche zeugen? Dies sind richtig existenzielle Ängste, die da hochkommen. Die zum Teil sekundär realistisch sind, Stichwort Altersarmut. Die Menschen nach sich ziehen Muffensausen, ob sie ihre Wohnung halten können. Manche bekommen beim Blick uff ihre Rentenbescheinigung verschmelzen Schreck und dasjenige zu Recht. Jene Muffensausen macht unzufrieden und nörgelig.

Ist dasjenige tatsächlich eine deutsche Rahmenbedingung oder nörgeln unsrige europäischen Nachbarn genauso?

Da muss ich mehr oder weniger uff Klischees zurückgreifen. Wenn sich ein temperamentvoller Spanier beschwert, hört sich dasjenige schon divergent an wie beim wortkargeren Skandinavier. Da ist dann die Frage: Wie geht man in welcher Nation mit welcher Emotion um? In Italien und Spanien ist von welcher Kultur und von welcher Erziehung her ein lautstarkes Jammern und Beschweren normal und vollkommen in Systematik. Wenn ein Schwede oder Norweger sauer ist, dann denkt man wie Deutscher, welcher regt sich ja kaum uff, trotzdem er sendet nur andere Signale. Jammern wird erlernt. Dies ist kulturspezifisches Verhalten. Wer wie Kind in Spanien aufwächst, ist es so gut wie gewohnt, dass sich sekundär mal lautstark gefetzt wird und zurückschauend liegt man sich dann in den Armen und die Gesamtheit ist wieder gut. In Deutschland steht so gut wie Dauerjammern und schlechte Laune verteilen im Vordergrund, zurückschauend liegt sich in der Tat niemand in den Armen. Und ehe Norweger oder Schweden – egal ob positiv oder negativ – ausflippen, muss schon viel vorbeigehen. Im Norden geht es so gut wie ruhiger zu.

Zugegeben andere Nationen meckern doch charakteristisch sekundär. Wie geht denn Meckern uff Schwedisch, englische Sprache oder Spanisch?

In südlichen Ländern, denen es wirtschaftlich oft nicht so gut geht wie uns Deutschen, nach sich ziehen die Menschen mehr mit Umweltkatastrophen und hoher Erwerbslosigkeit zu ringen. Widerwille allem ist eine Leichtigkeit verbreitet. Die Menschen dort scheinen sich zu sagen: Ja, die Notlage ist da, trotzdem welches soll’s, wir kriegen dasjenige schon irgendwie hin. Wir versuchen trotzdem, dasjenige Beste daraus zu zeugen. Wohnhaft bei den Deutschen dagegen scheint nur zu Weltmeisterschaften eine weitverbreitete Leichtigkeit zu regieren. Es sieht so aus, wie ob sie offiziell verordnetet werden muss. Dieses Phänomen ist rein kulturspezifisch zu verdeutlichen.

Daher verordnen Sie uns ein kleinster Teil mehr Leichtigkeit?

Ganzheitlich. Dies tut welcher Psyche gut. Und welches welcher Psyche gut tut, bekommt sekundär dem Leib gut. Und wir Psychologen nach sich ziehen schon genug zu tun. Wir sollen nicht noch mehr mit Jammer-Depressionen zu tun nach sich ziehen. Dies Leben macht schlicht und ergreifend viel mehr Spaß, wenn Sie fröhlicher und kontaktfreudiger uff Menschen zugehen. Sie werden so viel jammerfreie Erlebnisse nach sich ziehen. Und dann kommen Sie am Finale des Tages nachher Hause und sagen: Ach, dasjenige war trotzdem ein schöner Tag. Selbst habe interessante Volk kennengelernt, habe ein kleinster Teil geschnackt – wie wir hier im Norden sagen – dasjenige war interessant und schön. Selbst kann trotzdem sekundär nachher Hause umziehen und sagen: Och, dasjenige war die Gesamtheit so mies und es waren aus schlecht drauf. Wenn Sie mit einem Lächeln und positiv uff Menschen zugehen, werden Sie wahrnehmen: Jene Menschen kommen sekundär positiv uff Sie zurück.

Mit Michael Thiel sprach Kira Pieper



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