Total verliebt in Norbert Röttgen


Die Union verliert mit Angela Merkel hinauf dem Kanzlerthron dasjenige, welches welcher SPD zum Wahlsieg verhalf: eine digitale Denkkultur. Wenn sie jetzt kombinieren neuen Vorsitzenden wählt, gibt es insofern nur kombinieren guten Kandidaten: den George Clooney aus Meckenheim.

Während Leckermäulchen die letzten Fackelwachskleckse vom Spielfeld vor dem Bendlerblock kratzt, wird dasjenige Unfassbare zur Vertrauen: In Zukunft ist Angela Merkel nicht mehr Bundeskanzlerin. Stattdessen wird Olaf Scholz die Geschicke des Landes resultieren und ihre politische Kraft sich neu sortieren. Dort ist es spürbar stiller geworden: Tilman Kuban schenkte dem Machtmenschen weiße Turnschuh, um ihr zu zeigen, dass er jetzt den Zeitgeist welcher Nullerjahre versteht. Merkel guckte, wie hätte ihr die Katze eine tote Schwarzdrossel hinauf den Lichtung gelegt.

Die politische Kraft sortiert sich. Extrem höflich, im gegenseitigen Respekt, man ist nett zueinander – die Befürchtung schweißt zusammen. Emotionale Aufgewühltheit führt ja zu allen möglichen Effekten. Die Seelenkunde zum Muster behauptet, dass Menschen sich in Lagen großer Gefahr leichter ineinander verlieben. Insofern ist es womöglich verzeihlich, dass ich in welcher Hochphase welcher vierten Covid-19-Woge komplett verliebt bin. Und zwar in Norbert Röttgen. Er, nur er muss jetzt sofort Vorsitzender welcher Union werden!

Welche Liebe kommt unerwartet, zweite Geige zu Händen mich. Röttgen, dasjenige war doch welcher, dem man solange bis heute nachträgt, dass er eine Wahl verbaselt hat. Folglich versagte er, den ich gleich noch zu Händen seine Kommunikation loben muss, horribile dictu in einer Talkrunde: Blöderweise, meinte Röttgen, entscheide ja welcher Wähler droben den Wahlresultat. Wie bitte sehr? „Bedauerlicherweise“?

Norbert, Crissy und Koalas

Doch was auch immer ist verziehen. Selbst bin nicht vordergründig: Zuständig zu Händen meine romantische Erhitzung ist nicht dasjenige Grübchen, nicht etwa die lasziven Fotos, die welcher Kandidat von sich zeugen ließ. Im Anzug hinauf den Stufen im Regierungsviertel lümmeln, Slipper knöchelfrei, die Miene irgendetwas streng: So blickt Röttgen zweite Geige seinen Barista an, wenn welcher wieder ein schlechtes Herzchen in den Cappuccino gemalt hat. Untergeordnet Fotos mit Hündchen Crissy oder Röttgens Koalabären-Kink rührten mich kaum.

Nein, Norbert – ich geh mal zu Norbert droben – hat mich hinauf andere Weise verzaubert: Er denkt digital, jedenfalls ein kleinster Teil. Digitales Denken ist mehr, wie sich ein schickes Ringlicht droben die Laptop-Kamera zu stellen, zweite Geige wenn schon mit diesem Wenigstens-Schritttempo Norbert die Union-interne Wettbewerb eine Weile hinter sich ließ.

Es ist ein in Deutschland verbreiteter Irrtum, Digitalisierung bedeute, dasjenige Faxgerät aus dem Fenster zu werfen und stattdessen endlich E-Mails zu versenden. Technologie ist insofern überschätzt, dasjenige ist erforscht. Es geht um die Menschen. Dies MIT hat zusammen mit welcher Unternehmensberatung Deloitte 16000 Unternehmen befragt und Faktoren gefunden, die digitale von nicht digitalen Unternehmen unterscheiden (aufgeschrieben in dem Werk „The Technology Fallacy: How People Are the Real Key to Digital Transformation“).

Laschet, die F4-Taste welcher Union

Zu den vielen Faktoren in Besitz sein von flache Hierarchien, ein vernetztes Unternehmen. Man hört nicht unbedingt hinauf dasjenige, welches welcher Chef vorgibt. In Microsoft Outlook etwa ist die Tastenkombination Strg + Fluor unähnlich wie in allen anderen denkbaren Programmen nicht dasjenige Sigel zu Händen „Finden/Suchen“, sondern zu Händen „Weiterleiten“. Zum Suchen muss man da F4 knuddeln. Warum? Weil ein Betatester dasjenige so wollte und welcher Betatester dummerweise „Bill Gates“ hieß. Niemand sagte in vergangener Zeit, „Bill, hör mal, das ist schön und gut, aber wir machen es wie jeder andere normale Mensch auf diesem Erdball“.

Armin Laschet war insofern die F4-Taste welcher Union: Dysfunktional und von oben durchgedrückt, wider besseres Wissen. Die Union erinnert zweite Geige klitzekleines bisschen an Kodak: Dies Foto-Imperium entwickelte den ersten digitalen Fotosensor und hätte die Welt erobern können. Doch die Chefs sicherten tunlichst dasjenige brummende Einheitlich-Kaufhaus, statt hinauf die technologische Disruption zu setzen – zwischenzeitlich war dasjenige Unternehmen insolvent. Welche Chefs fanden ihre Entsprechung in den Herren Schäuble und Bouffier in welcher alten, sehr alten Union.

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Aufgrund ihrer digitalen Kultur hat die SPD den Kanzlerkampf zu Händen sich entschlossen – und zwar schon im Jahr 2017. In vergangener Zeit erkor die politische Kraft den Digitalpolitiker Lars Klingbeil zum Generalsekretär, welcher wird nächste Woche Vorsitzender neben welcher Digitalpolitikerin (!) Saskia Esken. Martin Schulz lobte in vergangener Zeit, Klingbeil sei welcher richtige Mann zu Händen kommende Debatten. Doch welcher politische Vorteil entstand nicht durch Fachkenntnis beim Breitbandausbau und ähnlichen Schnarch-Themen. Klingbeil kannte sich in welcher digitalen Kultur aus. Er verhinderte, dass die politische Kraft weiterhin steinalt aussah. Oll wie die Union etwa, wie sie vom Youtuber Rezo wochenlang durch die Medienöffentlichkeit gepeitscht wurde und hilflos war, keine Replik fand – außer einem Philipp-Amthor-Video, dasjenige welcher politische Kraft solange bis heute zu peinlich zum Veröffentlichen ist.

Wie Merkel welcher Union Twitter beibrachte

Klingbeil engagierte im vierter Monat des Jahres 2019 die Digital-Kommunikationsfachfrau Carline Mohr. Sie war wesentlich zuständig zu Händen eine schnelle, manchmal witzige Online-Kampagne welcher SPD. Klingbeil traute sich zweite Geige welches im Kontext den Plakaten, setzte hinauf unschmeichelhafte, doch laute Optik. Untergeordnet die digitale Fehlerkultur – fail weitestgehend, learn weitestgehend – adoptierte Olaf Scholz: Wie die SPD wegen einer Negativkampagne gegen kombinieren Laschet-Vertrauten auffiel, korrigierte sie blitzartig. Die Union brauchte demgegenüber Tage, um die oft verrutschte Kommunikation ihres Kandidaten geradezurücken. Digital sein heißt schnell sein.

Nun verliert die Union ihre letzte große Nerdin, Angela Merkel. Übrig die Kanzlerin erzählt man sich vielerlei Anekdoten im Zusammenhang mit Youtubern, Mobiltelefonen und Technikmessen. Gleichwohl keine zeichnet sie so prägnant wie stiller Digitalkopf wie selbige: Während sich manche wenige Union-Volksvertreter hinauf Twitter mit variierendem Talent zum Obst welcher Woche machten, knöpfte sich die Kanzlerin eines Tages leichtgewichtig entnervt die eigene Gruppe vor. Ihre Ungeduld war ihr anzumerken. Technologiefreudigkeit gehört zum Kanon des Konservatismus, man adaptiert vielleicht irgendetwas später, doch dazu professionell. Davon war in welcher Union in jenen Tagen doch nichts zu mitbekommen. Merkel ließ sich nie dazu bequatschen, soziale Medien selbst zu nutzen – doch sie erklärte an jenem Tag den eigenen technologisch abgehängten Leuten Twitter.

Instagram statt Tagesschau und Frankfurter Allgemeine Zeitung

Welches uns zu meinem Norbert bringt. Norbert räumt ein (Fehlerkultur!), dass er nicht wie ein Fisch im digitalen Wasser schwimmt – doch er lässt es sich exemplifizieren, „von Zwanzigjährigen“, wie er kürzlich beichtete. C/o seinem ersten Anlauf hinauf den Vorsitz hatte er eine optisch ansprechende und ungewohnt unpeinliche Kampagne hinauf die Beine gestellt. Seine Fans nannten sich die #Roettgang – dasjenige ist in Union-Koordinaten schon recht scherzhaft.

Norbert kokettiert mit seinem Clooney-Image, etwa wenn er Espresso schlürft, und zeigt sich beim Papier-Korbball im Büro – Selbstironie, dasjenige kennt man sonst im besten Fall von welcher Kanzlerin. „Wir müssen mit den jungen Leuten dort reden, wo sie selber reden, in den sozialen Medien“, mahnte er kürzlich in welcher „Townhall“ welcher Union. „Tagesschau und FAZ sind super, aber nicht von jungen Leuten besucht.“ Röttgen stemmte sich Tagesanbruch gegen die Beteiligung des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei beim Oberbau des 5G-Datennetzes, weil er dasjenige Themenkreis nicht scheut, Transatlantiker ist und, na ja, sich damit an Merkel rächen konnte.

Welche digitalkulturellen Qualitäten nach sich ziehen Friedrich Merz und Helge Braun nicht zu eröffnen. Sie fremdeln mit welcher neuen Öffentlichkeit, in ihren Adern fließen keine Nullen und Einsen. Ihnen fehlt die Gangart, welcher Komik, dasjenige kulturelle Ringlicht. Im Gegenteil: Merz will Politikern die Handys wegnehmen – klingt nicht nachher Technologieenthusiasmus, flachen Hierarchien und Eigenverantwortung.

Vielleicht gehört es zu Merkels schwersten Fehlern, dass sie Röttgen nachher dessen NRW-Niederlage feuerte. Gleichwohl die Parteimutter ist weg – die Union kann jetzt noch klüger sein wie sie: Und Röttgen samt Crissy, Koala und Ringlicht an ihre Spitze hochstellen. What else?