“Übergangsphase eingeleitet”: Warum dasjenige Wetter plötzlich neigen könnte


Die Vergangenheit zeigt: Dies Wetter welcher Muttererde kann sich intrinsisch kurzer Zeit extrem abschrecken oder hinwieder erwärmen. Wie weit die Gefahr eines abrupten Klimaumschwungs derzeit ist und welche Rolle welcher Mensch damit spielt, darüber spricht Sina Löschke mit den Klimaforschern Achim Brauer und Ralf Tiedemann. Sie sind Teil welcher Helmholtz-Klimainitiative REKLIM (Regionale Klimaänderungen), ein Verbund von acht Forschungszentren welcher Helmholtz-Vertrautheit.

Sina Löschke: Hr. Tiedemann, Hr. Brauer: Die Klimageschichte welcher Muttererde hält handfeste Überraschungen parat. Nur im Zuge welcher letzten Eiszeit kam es droben 20 Mal zu einer plötzlichen, dramatischen Erwärmung. Wie schnell ist dasjenige Wetter weiland umgeschlagen und erlebt die Menschheit ohne Rest durch zwei teilbar verschmelzen vergleichbar raschen Wandel?

Ralf Tiedemann: Ein Vergleich des gegenwärtigen Geschehens mit den damaligen Klimaschwankungen ist schwierig, denn die abrupten Klimaumschwünge im Zeitraum vor 10.000 solange bis 50.000 Jahren traten intrinsisch weniger Jahrzehnte gen. Von Klimadaten aus Eiskernen wissen wir, dass in diesen Phasen zum Leitvorstellung die Lufttemperatur droben Grönland intrinsisch von ein solange bis drei Jahrzehnten, ja teilweise sogar intrinsisch von wenigen Jahren, um acht solange bis zehn Klasse Celsius gestiegen ist. Verbleibend Europa waren es vier solange bis fünf Klasse Celsius. Dann vergingen mehrere Jahrhunderte, solange bis sich die Lufthülle wieder gen eiszeitliche Bedingungen abkühlte.

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Achim Brauer: Temperatursprünge dieses Ausmaßes beobachten wir derzeit natürlich nicht. Die Muttererde hat sich in den zurückliegenden 120 Jahren um ein Klasse Celsius erwärmt. Tatsache ist hinwieder im gleichen Sinne, dass die Erwärmung nicht überall gleich ist. In welcher Nordpolargebiet zum Leitvorstellung schreitet sie zweigleisig so schnell voraus wie in welcher restlichen Welt. Solche regionalen Unterschiede sehen wir im gleichen Sinne in den von uns untersuchten Klimadaten welcher Vergangenheit. Im gleichen Sinne wenn wir in Grönland derzeit keinen Temperaturanstieg messen, welcher an die abrupten Klimaschwankungen welcher Vergangenheit heranreicht, so deutet die Klimageschichte jedoch darauf hin, dass mit welcher menschengemachten graduellen globale Erwärmung die Wahrscheinlichkeit plötzlicher Klimaumschwünge steigt.

Dies ist eine ziemlich beunruhigende Semantik: Wie kommen Sie zu dieser Schlussfolgerung?

Achim Brauer: Unser Wissen droben dasjenige Wetter welcher Vergangenheit stammt aus grönländischen Eiskernen sowie aus Sedimentkernen, die wir in verschiedenen Meeresregionen und in Seen Europas gebohrt nach sich ziehen. Darüber hinaus nach sich ziehen wir im gleichen Sinne Jahresringe versteinerter Bäume untersucht. Sie Klimaarchive geben es uns zum Leitvorstellung, die damaligen Temperaturen und Niederschlagsverhältnisse zu rekonstruieren. Zu plötzlichen Klimaumschwüngen kam es demzufolge vor allem in den Übergangsphasen zwischen den Warm- und Kaltzeiten. Sie traten immer dann gen, wenn die Einstrahlung welcher Sonne gen die Muttererde durch Veränderungen welcher orbitalen Variable zu- oder abnahm. Infolgedessen stellten sich dann sukzessiv großräumige Veränderungen ein, die dasjenige Klimasystem destabilisierten und die Wahrscheinlichkeit abrupter Klimaschwankungen erhöhten.

Ralf Tiedemann: Durch den massenhaften Freisetzung von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen nach sich ziehen wir Menschen gen künstliche Weise eine solche Übergangsphase eingeleitet. Dies Wetter wird derzeit immer wärmer, im Zuge dessen instabiler und anfälliger zu Gunsten von abrupte Klimaänderungen.

Welche Faktoren nach sich ziehen denn in welcher Vergangenheit rasche Klimaumschwünge ausgelöst?

Ralf Tiedemann: Meist gab es nicht den verschmelzen Grund, sondern immer eine ganze Kaskade.

Achim Brauer: Wir nach sich ziehen in REKLIM vor allem den plötzlichen Beginn welcher vor etwa 12.700 Jahren auftretenden Kaltphase untersucht. Sie führte in Europa zu fühlbar kälteren Wintern, zog sich droben 1100 Jahre hin und fiel in jene Zeit, denn sich dasjenige Wetter zum Finale welcher letzten Eiszeit sukzessiv erwärmte. Wer oder welches den Kälteeinbruch auslöste, ist solange bis heute nicht klipp und klar geklärt. Wir kommen in unseren Studien jedoch zu dem Ergebnis, dass dasjenige Meereis welcher nördlichen Hemisphäre eine wichtige Rolle gespielt hat. Seine winterliche Größe vom Arktischen Ozean solange bis zum 50. Latitüde Nord, darum solange bis gen die Höhe von Frankfurt/Oder am Main, hat weiland die Zirkulation welcher Luftmassen droben welcher Nordhalbkugel gelenkt. Denn wo Meereis den Ozean trübe, kann dasjenige Wasser seine Wärme nur schlecht an die Lufthülle übergeben.

Ralf Tiedemann: Ein zweiter Umstand, welcher weiland wohlmöglich eine Rolle spielte, war die Veränderung welcher Meeresströme im Nordatlantik, hier vor allem die Erleichterung des Nordatlantikstroms, welcher gemeinhin im gleichen Sinne denn Golfstrom bezeichnet wird. Er bringt heute verschmelzen Majorität jener Wärme in den nördlichen Atlantikraum, die zu Gunsten von dasjenige milde Wetter in Nordeuropa mit zuständig ist. Früher jedoch versiegte dieser Wärmetransport, welches wahrscheinlich welcher Grund zu diesem Zweck war, dass selbige Kaltphase so lange Zeit andauerte.

Dies klingt, denn sei dasjenige Meereis in Sachen Wetter dasjenige Zünglein an welcher Waage?

Ralf Tiedemann: Ja, dasjenige gilt zum verschmelzen zu Gunsten von dasjenige Wetter in Europa, viel mehr hinwieder noch zu Gunsten von die Lüftung des Nordpazifiks. Dazu muss man wissen, dass welcher Pazifische Ozean die größten Sauerstoffminimumzonen im Weltozean beherbergt, die sich im Zuge des Klimawandels noch ausweiten werden, so die Hypothese. Derzeit verhindert eine stabile Schicht aus salzarmem Oberflächenwasser die Umwälzung welcher Wassermassen im Nordpazifik und damit den Zuführung von sauerstoffreichem Wasser von welcher Meeresoberfläche in die Tiefsinn. Die einzige Sauerstoffquelle zu Gunsten von dieses riesige Gebiet ist dasjenige Ochotskische Ozean – ein Randmeer des Nordpazifiks, welches zwischen Kamtschatka, Nippon und dem russischen Gegend liegt. Bildet sich hier im Winter Meereis, steigt welcher Salzgehalt in den darunterliegenden Wassermassen durch dasjenige Ausfällen von Sole und erhoben deren Dichtheit. Die kalten und sauerstoffreichen Wassermassen werden schwerer, sinken ab und fließen aus dem Ochotskischen Ozean in den Nordpazifik, wo sie die Wassermassen in mittleren Tiefen solange bis zum Breitengrad Null hin mit Sauerstoffgas versorgen.

Achim Brauer: Dieser Umstand war in welcher Vergangenheit jedoch nicht welcher Regelfall, wie unsrige REKLIM-Wissenschaft gezeigt hat.

Ralf Tiedemann: Richtig, wenn wir die Zeit etwa 6000 Jahre zurückrollen, dann stellen wir Festtag, dass zu diesem Zeitpunkt die Durchlüftung des Nordpazifiks drastisch reduziert war. Im Ochotskischen Ozean wurde wie geschmiert kein Eiskreme mehr kultiviert. Dem Pazifischen Ozean ist in dieser Winkel im wahrsten Wortsinn die Luft ausgegangen. Sie Fortentwicklung wird sich im Zuge des aktuellen Klimawandels wahrscheinlich wiederholen. Ozeanografische Messungen zeigen schon jetzt, dass welcher Sauerstoffgehalt des Zwischenwassers abnimmt, während seine Temperatur steigt. Es droht ein flächendeckender Sauerstoffmangel mit dramatischen Hinterher gehen zu Gunsten von die Lebensgemeinschaften des Nordpazifiks und am Finale im gleichen Sinne zu Gunsten von die Fischerei.

Schrumpfendes Meereis in welcher Nordpolargebiet, sauerstoffarmes Wasser im Pazifik und ein sich abschwächender Golfstrom: Sie aktuellen Beobachtungen erinnern an die von Ihnen erforschten Klimasprünge in welcher Vergangenheit. Wie genau hinwieder hilft uns dasjenige Wissen droben historische Klimaumschwünge im Umgang mit dem aktuellen ?

Achim Brauer: Zum verschmelzen schärft es unser Vergegenwärtigung, dass es schier zu extrem schnellen Klimaveränderungen kommen kann. Zum anderen nach sich ziehen wir aufgrund unserer Wissenschaft eine genauere Vorstellung davon, welche Wechselwirkungen einsetzen, wenn sich dasjenige Wetter verändert. Wie zum Leitvorstellung werden sich die Erdoberfläche und die Vegetation verändern? Wird es mehr Erosion spendieren oder mehr Extremereignisse? Beantworten gen selbige und andere Fragen leiten wir aus welcher Vergangenheit ab und können so skizzieren, mit welchen Veränderungen wir im Fallgrube abrupter Temperaturänderungen zukünftig rechnen zu tun sein.

Welches erwartet uns im Ernstfall: Können Sie ein Leitvorstellung nennen?

Achim Brauer: Ein plakatives Leitvorstellung stammt aus Norddeutschland. Wir nach sich ziehen herausgefunden, dass in den plötzlichen Erwärmungsphasen vor 11.000 Jahren die Wasserpegel welcher Seen in Norddeutschland acht solange bis neun Meter niedriger waren, denn sie es heutzutage sind. Vielen kommen da vielleicht die Bilder des trockenen Sommers 2018 in den Kopf, denn die Wasserstände derselben Seen um zwei solange bis drei Meter gesunken waren. Unsrige Klimadaten hinwieder liefern gute Anhaltspunkte zu diesem Zweck, dass wir im Fallgrube einer raschen Erwärmung mit noch viel größeren Pegel-Rückgängen rechnen zu tun sein; sehr wahrscheinlich im gleichen Sinne mit starken Vegetationsveränderungen.

Ralf Tiedemann: Wir zu tun sein ehrlicherweise hinwieder im gleichen Sinne sagen, dass man die damaligen Entwicklungen in Europa nicht gerade heraus in die Jetzt transferieren kann. Zwischen unseren Studien beobachten wir naturbelassene Systeme, in denen wir die genannten Veränderungen doch ganz drastisch sehen. Heute jedoch leben wir in einer stark vom Menschen beeinflussten Welt, die noch viel verletzlicher ist – vor allem im Vergleich zu plötzlichen Klimaschwankungen.

Mal ganz gerade heraus gefragt: Wie weit ist denn die Gefahr eines Klimaumschwunges?

Ralf Tiedemann: Vorher welcher Mensch nachhaltig in dasjenige Klimageschehen eingegriffen hat, schwankten die atmosphärischen Kohlendioxid-Konzentrationen zwischen 180 und 280 parts per million (ppm). Dieser Umfeld war die Schwankungsbreite zwischen einer Kalt- und einer Warmzeit und es genügten geringfügige Konzentrationsveränderungen, um große Temperatursprünge auszulösen. Heute liegen wir im Rahmen etwa 410 ppm. Dies heißt, wir nach sich ziehen die Treibhausgaskonzentration intrinsisch sehr kurzer Zeit rasant steigen lassen und gen unserem Weg eventuell im gleichen Sinne schon Schwellenwerte im Klimasystem überschritten, von denen wir noch weder noch wissen, wo sie schier liegen. Die Frage des Wie und Zu welchem Zeitpunkt lässt sich deswegen nicht beantworten.

Können Sie denn mit Ihrer Forschungsarbeit zu Gunsten von mehr Glaube sorgen?

Achim Brauer: Wir nach sich ziehen in zehn Jahren REKLIM wirklich große methodische Fortschritte gemacht. Wir sind zum Leitvorstellung jetzt in welcher Standpunkt, die verschiedenen Klimaarchive aus Grönland und Europa gen dasjenige Jahr genau zu synchronisieren. Dazu nutzen wir feinste Aschespuren von Vulkanausbrüchen gen Island, die wir in allen Klimaarchiven finden. Sie helfen uns wie Datumsanzeiger, die Proben genau zu Datum schätzen, sodass wir nur zeitgleich entstandene Ablagerungen oder Eisproben miteinander vergleichen. Aufwärts selbige Weise können wir den Zustand verschiedener Klimakomponenten zu einem bestimmten Zeitpunkt untersuchen. Wie warm war es weiland? Wie zirkulierten die Meeresströmungen und wie wanderten die Luftmassen? Sie drängenden Fragen können wir nun in Zusammenhang stehen mit.

Gab es im Rahmen ersten Vergleichen verschiedener Klimaarchive denn schon überraschende Ergebnisse?

Achim Brauer: Mich hat beeindruckt, dass die abrupte Kühlung vor 12.700 Jahren in den grönländischen Eiskernen schon 170 Jahre früher zu wiedererkennen ist denn in den Sedimentablagerungen aus Europa. Damit bestätigt sich ein Probe, welches wir im gleichen Sinne heute sehen. Klimaveränderungen treten zuerst in den Polarregionen gen und sind erst mit einigen Jahrzehnten Verzögerung im gleichen Sinne in den mittleren Breiten zu spüren. Unter Zuhilfenahme von unserer Klimadaten können wir jetzt nicht nur die regionalen Unterschiede vergangener Klimawechsel charakterisieren. Wir sind im gleichen Sinne in welcher Standpunkt, nachzuvollziehen, in welchem Zeitmaß sich welcher Wandel droben die Nordhalbkugel ausbreitete.

Ralf Tiedemann: Ein ebenso aufschlussreiches Probe nach sich ziehen wir entdeckt, denn wir die rekonstruierten Temperaturdaten aus dem Nordpazifik und dem Nordatlantik miteinander verglichen nach sich ziehen. Demnach werden Klimasignale aus dem grönländischen Nordatlantik in den nordpazifischen Raum transferieren. Wenn sich zum Leitvorstellung die Umwälzbewegung welcher Wassermassen im Nordatlantik verstärkte, wurde im Nordpazifik weniger Zwischenwasser produziert und umgekehrt.

Achim Brauer: Wir wissen heute, abrupte Klimaveränderungen wirkten droben den gesamten Globus, hinwieder nicht überall gleich. Die Wirkungen waren nicht einmal zeitgleich. Sie unterschieden sich in ihren Amplituden und Ausprägungen und waren somit in jeder Region voneinander abweichend. In den nächsten Jahren wird es drum umziehen, selbige regionalen Auswirkungen noch detaillierter zu untersuchen.

Dies Interview von Sina Löschke mit Achim Brauer und Ralf Tiedemann erschien zuerst im Jubiläumsmagazin des Helmholtz-Verbunds Regionale Klimaveränderungen (REKLIM).



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