Uli Hoeneß tritt ab: Dies Mastermind zieht sich zurück


Nachher 40 Jahren tritt Uli Hoeneß beim FC ins zweite Pimmelmann zurück: Dieser Übervater kandidiert nicht mehr denn Vorsitzender. Z. Hd. den Rekordmeister ist dasjenige eine Zäsur. Gleichwohl ebenso eine Risiko, sich unwiderruflich von seinem Patriarchen zu emanzipieren, den zuletzt sogar treue Fans kritisierten.

Uff die Frage, ob dieser FC Hollywood ohne Uli Hoeneß gar vorstellbar ist, hätten vermutlich sehr viele Menschen sehr lange Zeit Zeit mit einem entschiedenen Nein geantwortet. Zu wichtig, ja, unverzichtbar war dieser heute 67-Jährige pro den Klub, dessen Stiege zum hierzulande unangefochtenen Branchenführer in sportlicher wie in wirtschaftlicher Hinsicht untrennbar mit ihm verbunden ist. Uli Hoeneß war 40 Jahre weit nicht weniger denn dieser Mastermind des FC Bayern. “Er ist der Visionär, er den Riecher, er holt das Geld rein”, wie es Ottmar Hitzfeld einmal formulierte, dieser Trainer jener legendären Team um Oliver Schute, Stefan Effenberg und Giovane Elber, die 2001 nachdem 25 Jahren wieder die Trophäe pro die Champions League nachdem München holte.

Hoeneß war dieser Übervater des Rekordmeisters, niemand verkörperte dasjenige Vereinsmotto “Mia san mia” so idealtypisch wie er. Er war nicht nur dieser knallhart kalkulierende Manager, dieser aus einem verschuldeten und kriselnden Verein den Krösus dieser Spielklasse und zusammensetzen florierenden Fußballkonzern machte, nicht nur dieser Patriarch, dieser es mit jedem aufnahm und den FC Bayern wortreich gegen nicht mehr da eingebildeten und tatsächlichen Gegner verteidigte, und ebenso nicht nur dieser Lautsprecher, dieser mit markigen Worten und rotem Kopf polarisierte. Sondern ebenso dieser größte Fan seines Vereins, dieser mit einem Bayern-Schal erst hinauf dieser Finanzinstitut und später hinauf dieser Tribüne mitfieberte, im Kontext Toren euphorisch jubelte und nachdem überzeugenden Triumphal sein strahlte wie ein Kind unter dem Weihnachtsbaum.

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Ein Knorpelschaden zwang Hoeneß 1979 zum Karriereende. Im selben Jahr wurde er Manager beim FC Bayern.

(Foto: imago images/Fred Joch)

Während Uli Hoeneß‘ Zeit denn Manager, dieser er 1979 mit ohne Rest durch zwei teilbar einmal 27 Jahren wurde, und seit dieser Zeit 2009 denn Vorsitzender ist dieser FC Bayern zu einem Klub dieser Superlative geworden, mit Titeln am Fließband und Rekordumsätzen, die zuletzt im Kontext einer Dreiviertelmilliarde Euro lagen. Kein anderer Verein in konnte ebenso nur ungefähr hinauf Dauer mit den Münchnern Schritt halten, weder sportlich noch pekuniär. Wichtig war Hoeneß in diesem Fall stets, dass dieser Klub monetär hinauf einem soliden Grundstein steht und seine Unabhängigkeit bewahrt. Er wirkte selbst nie denn Schenkender oder Mäzen wie etwa ein Silvio Berlusconi beim AC Mailand, und die sogenannten strategischen Partnerschaften mit großen deutschen Konzernen führten unter seiner Präsidium zwar zu einem immensen Kapitalstrom, trotzdem nicht dazu, dass dieser FC Bayern mehr denn ein Viertel seiner Anteile verkaufte.

Hoeneß war dasjenige Visionäre unauffindbar

In den vergangenen Jahren ist Uli Hoeneß wirklich “das Visionäre abhanden gekommen”, wie Günter Stummelig in einem Interview des Blogs Miasanrot festgehalten hat. Er ist Chefreporter Sportart beim “Münchner Merkur” und hat verbinden mit Patrick Strasser vor fünf Jahren eine Hoeneß-Vita vorgelegt. Die Zeit habe Hoeneß überholt, so Stummelig, “in vielem ist er zu weit weg von der Moderne”. Tatsächlich mutet es tradiert an, dieser langjährige Manager z. B. so gut wie schon trotzig äußert, noch nie dasjenige WWW genutzt zu nach sich ziehen. Sogar seine rustikalen Sprüche und Auftritte wirken mittlerweile wie aus dieser Zeit vergöttern. Ein emotionaler Telefongespräch wie etwa dieser in dieser Sendung “Doppelpass” am vergangenen Sonntag sorgt heute nicht mehr pro eine Diskussion, sondern nur noch pro Verwunderung und Fremdscham.

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2003 beim Retterspiel pro den FC St. Pauli.

Ebendiese Fortgang ist erstaunlich, denn lange Zeit war Uli Hoeneß seiner Zeit vorne. Dieser Spiel um das runde Leder genügte ihm denn Betätigungsfeld nicht, er äußerte sich immer wieder ebenso publik zu gesellschaftspolitischen und ökonomischen Fragen, provozierte in diesem Fall gerne, rieb sich und eckte klar an. Taktgesteuert trieb er die Professionalisierung des Fußballs vorwärts, nicht ohne in diesem Fall Aktivitäten zu entstehen, die dem Image des kaltherzigen Kalkulierers merklich widersprachen, wie etwa dasjenige Benefizspiel beim FC St. Pauli oder sein Kaution pro Spieler, denen es sanitär, mental oder pekuniär nicht gut ging, wie etwa Sebastian Deisler oder Lars Lunde. Dies hatte Verfolgen: Hoeneß wurde zunehmend nicht mehr nur denn arroganter Patron wahrgenommen, dieser kein Mitleid mit seinen Erzfeinden wie Willi Lemke oder kennt, sondern ebenso denn Kümmerer, dieser ein Kardia pro Schwächere hat.

Zum Moralapostel taugte er nicht mehr

Im Jahr 2000 wurde er zum “Unternehmer des Jahres” gekürt, später fragte dieser “Spiegel” gar: “Taugt er als Vorbild für ein ganzes Land?” Mit seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu einer Haftstrafe hatte sich jene Vorbildrolle erledigt, trotzdem während Hoeneß‘ Zeit im Kerker wurde ebenso noch irgendwas anderes erkennbar: Dieser Klub war nicht mehr von seinem Patriarchen unselbständig, sondern hatte sich von einem irgendwas zu weit geratenen Familienunternehmen zum modernen, agierenden Fußballkonzern gewandelt. Uli Hoeneß hatte jene Fortgang zwar entscheidend angeschoben und befördert, doch denn er in Haft war, wurde ebenso merklich, dass dieser FC Hollywood ohne ihn keineswegs ideen- und führungslos ist.

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Die Bayern hatten 2013 erstmals dasjenige Triple gewonnen und anschließend mit Pep Guardiola den wohl begehrtesten Trainer dieser Welt nachdem München holen können. Die Kommunikation dieser Bosse nachdem lateral übernahm neben dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge vor allem Sportvorstand Matthias Sammer, den Hoeneß nachdem dem verlorenen “Finale dahoam” in dieser Champions League 2012 denn Nachfolger des blassen Sportdirektors Christian Nerlinger installiert hatte. Sportlich lief es rund pro die Münchner, wirtschaftlich weiterhin ebenfalls, synchron trat dieser Klub bescheidener hinauf, leiser, sympathischer. Potenz und Verantwortung waren zwar schon lange Zeit vor Hoeneß’ Haft hinauf mehr Schultern verteilt worden, trotzdem durch seine Dominanz hatte Uli Hoeneß dasjenige Wirken des Klubs und dasjenige öffentliche Gemälde davon wiewohl lukulent eindeutig. Nun verschwand er fürs Erste von dieser Bildfläche – und plötzlich merkte man: Es geht ebenso ohne ihn, und dasjenige sogar ziemlich gut.

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Dies Münchner Landgericht verurteilte Hoeneß wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 28,5 Mio. Euro zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Nachher einem halben Jahr wurde er Freigänger und kam nachdem dieser Hälfte dieser Zeit unbewohnt.

(Foto: imago/Sven Simon)

Uli Hoeneß selbst dagegen “glaubte, der Verein würde ohne ihn kaputtgehen”, wie Biograf Günter Stummelig sagt. Im November 2016 wurde Hoeneß zum Präsidenten wiedergewählt, doch sein Image war nachhaltig schadhaft. Einer, dieser wegen Steuerhinterziehung hinter Gittern saß, taugt nicht mehr zum Moralapostel. Doch Hoeneß mochte dasjenige nicht recht hineinsehen. Seine Auftritte wurden rein, wütender, trotziger, und dasjenige umso mehr, je stärker man den Kopf oben ihn schüttelte, oben seine teilweise so gut wie schon beleidigenden Äußerungen etwa oben Mesut Özil und den Ex-Bayern-Spieler Juan Bernat oder oben seine in Form und Inhalt fragwürdigen Statements zu Bundestrainer Joachim Löw oder den Kontrahenten von Manuel Neuer im Treffer dieser Nationalmannschaft, Marc-André ter Stegen.

Sein Vorbild wirkte identitätsstiftend

“Er scheint im Gefängnis ein härterer Mensch geworden zu sein”, vermutet Günter Stummelig oben Hoeneß. “Vielleicht ist Verbitterung geblieben darüber, wie sein Leben sich gewendet hat.” Zumal Teile dieser Öffentlichkeit und dieser Medien nachdem Hoeneß‘ Rückkehr ins Präsidentenamt beim FC Bayern nicht einmal mehr mit Empörung auf manche seiner Äußerungen reagierten, sondern auf eine Art und Weise, die früher undenkbar gewesen wäre: Hoeneß wurde stellenweise nicht mehr ernst genommen, gar mitleidig belächelt. Selbst unter den Bayernfans bröckelte sein Denkmal: Auf der Hauptversammlung des Jahres 2018 gab es erstmals vehemente Kritik an ihm, vor allem vonseiten eines jungen Mannes, der seine Rede mit den Worten schloss: “Der FC Bayern ist keine One-Man-Show.” Dafür gab es viel Beifall, für Hoeneß dagegen Pfiffe. Ein Novum, ja, ein Tabubruch. Als Uli Hoeneß im Mai 2014, nach seiner Verurteilung, auf einer Mitgliederversammlung eine emotionale Abschiedsrede mit den Worten “Das war’s noch nicht” beschloss, war er noch minutenlang gefeiert worden.

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Wohnhaft bei dieser Jahreshauptversammlung 2018 musste sich Hoeneß nicht nur Kritik, sondern ebenso Pfiffe vernehmen.

(Foto: imago/MIS)

Mit einer Reaktion wie vor einem Jahr muss Uli Hoeneß heute Abend wohl nicht rechnen, wenn er nachdem vier Jahrzehnten an vorderster Vorderseite nun ins zweite Pimmelmann tritt. Die Mitglieder werden ihm vermutlich zusammensetzen versöhnlichen Absendung mit viel Beifall zubereiten. Gespannt sein darf man, ob und wie dieser Klub jenes Vorbild fortführt, pro dasjenige Hoeneß stand und dasjenige stark hinauf ihn zugeschnitten war: die Einnahme dieser meisten wichtigen Funktionen mit ehemaligen Bayern-Spielern. Dies wirkte stets identitätsstiftend und familiär, es hat den FC Bayern zu einem Verein werden lassen, pro den viele Spieler mehr sind denn austauschbares Personal – und dieser umgekehrt ebenso pro seine Akteure mehr ist denn bloß ein Firmeninhaber unter . Dieser Nächste, dieser sich hier einreiht, wird Oliver Schute sein, dieser Finale 2021 dasjenige Behörde von Vorstandschef Rummenigge übernehmen soll.

Im deutschen Spiel um das runde Leder hat vermutlich nie der gerne Süßigkeiten isst stärker polarisiert denn Uli Hoeneß, so gesehen verlieren viele Kritiker nachdem seinem Retirade nun ebenso ein Feindbild – und dieser FC Bayern den Architekten seines Erfolgs, seinen Patriarchen und denjenigen, dieser jahrzehntelang kontinuierlich sein Gesicht war. Im Hintergrund wird Hoeneß zwar weiter mitmischen und seine Kontakte spielen lassen, ganz sicher wird er sich ebenso weiterhin zu Wort melden. Gleichwohl die erste Geige werden nun unwiderruflich andere spielen. Z. Hd. den deutschen Rekordmeister ist dasjenige, wenn man Hoeneß‘ Reputationsverlust dieser vergangenen Jahre bedenkt, gewiss nicht nur eine schlechte Nachricht.



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