“Ungesunde Globalisierung zurückbauen”


Dasjenige Coronavirus hat die deutsche infiziert. Die Konjunkturprognosen trüben sich ein. Bedingungsloses Zunahme und ungezügelter Verbrauch kommen an ihre Säumen, wenn die Gesundheit den Tempo vorgibt. So weiter wirtschaften wie bisher, sei gefährlich, sagt Reinhard Loske. Im Gespräch mit ntv.de erklärt dieser Nachhaltigkeitsprofessor, warum wir vordringlich ein neues Wirtschaftsmodell nötig haben und welche Rolle “Glokalisierung” hierbei spielt.

ntv.de: Wie sieht die deutsche Wirtschaft nachher dieser Corona-Zwangslage aus?

Reinhard Loske: Im Voraus man via eine Wirtschaft nachher Corona spricht, sollte man erstmal darauf schauen, welches wir aus dieser Corona-Zwangslage gelernt nach sich ziehen. Drei Punkte sind da pro mich insbesondere relevant: Zum vereinen ist offenkundig geworden, wie verletzbar unsrige globalisierten und komplexen Lieferketten sind. Und wie Störungen dieser Lieferketten zu Engpässen und zu irrationalen Verbraucherreaktionen wie Hamsterkäufen münden können. Die zweite Lehre ist, dass die Menschen sich in solchen Krisensituationen, wie wir sie jetzt erleben, stärker fragen, welches sie wirklich nötig haben und welches wirklich wichtig pro sie ist.

Da wird natürlich schon fühlbar, dass Dauershopping, Hypermobilität oder gleichermaßen die einseitige Ausrichtung uff Erwerbsstreben nicht zu den essenziellen Dingen des Lebens in Besitz sein von. Die dritte und pro mich ganz wichtige Lehre aus dieser Zwangslage ist, dass fühlbar geworden ist, wie wichtig dasjenige Laufen dieser öffentlichen Unterbau und die sogenannte Sorgearbeit pro unsrige Seilschaft sind. Unter Sorgearbeit hinfallen Kinderbetreuung, Langzeitpflege und Schulaufgabe, die sich im Bruttoinlandsprodukt quasi weder noch widerspiegelt, dessen ungeachtet unglaublich relevant ist. Unter öffentliche Unterbau hinfallen dasjenige Gesundheits- und Bildungssystem, dasjenige Leistungsabgabe-, Verkehrs- und Wassersystem, nicht zuletzt gleichermaßen die Kommunikation. Dasjenige sind die drei wichtigsten Lehren, die ich pro die Reorganisation dieser Wirtschaft sehe.

In welche Situation hat die Corona-Zwangslage die deutsche Wirtschaft denn gebracht?

Die Corona-Zwangslage, wie gleichermaßen die Witterung-Zwangslage, hat uns in eine Situation gebracht, die uns in hohem Metrik verletzlich macht. Uff dieser negativen Seite dieser Waage liegen natürlich Gimmick wie Freiheits- und Kontaktbeschränkungen. Uff dieser positiven Seite dagegen liegen Solidaritätserfahrungen und Erfahrungen damit, sich mehr uff dasjenige Wesentliche zu verdichten, und eine größere Wertschätzung von elementaren Dingen. Jene Zwangslage zeigt nicht zuletzt uff, dass unsrige Wirtschaft uff Grundprinzipien fußt, die weder noch gut pro unsrige Seilschaft sind.

Sie sprechen die Grundprinzipien dieser Wirtschaft an. Dazu gehört vor allem gleichermaßen Zunahme. Wie soll es damit nachher dieser Corona-Zwangslage weitergehen?

Dieses blinde “Weiter so” führt vor dem Hintergrund dieser ökologischen Zwangslage ohne wenn und aber in den Schlund. Es ändert sich sowieso irgendetwas, sehr viel sogar und sehr grundlegend. Die Frage ist nur, ob wir den Anspruch nach sich ziehen, dasjenige Notwendige im Rahmen unserer Möglichkeiten selbst zu gestalten – oder ob wir gezwungen werden, Gimmick zu verändern, dann im Zweifelsfall dessen ungeachtet sehr schmutzig mit enormen Konflikten. Selbst bin überzeugt, wir nötig haben eine Rhenium-Regionalisierung und eine De-Liberalisierung des Welthandels von Wirtschaftskreisläufen.

Welches heißt dasjenige konkret?

Es wird zu einer Verzögerung und einer Schaffung von Pufferkapazitäten kommen sollen. Denn wenn man was auch immer uff Nahtstelle näht, ist man pro Krisen sehr labil. Solche Gimmick wie Just-in-time-Produktionen, die vollständige Streichung von Lagerhaltung oder die Verbreitung dieser Bezugsquellen von Waren via den ganzen Globus, dasjenige wird an Einfluss verlieren. Wir nach sich ziehen uns in dieser Vergangenheit zu subjektiv nachher Kriterien wie Kosteneffizienz, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstumsorientierung in Linie gebracht und dasjenige hat uns viele elementare Gimmick vergessen lassen. Es fängt wohnhaft bei den Naturgrenzen an, die wir wissenschaftlich passieren und geht solange bis zu dem Zähler, dass wir Selbstgestaltungsfähigkeiten verloren nach sich ziehen, weil wir uns so stark außenabhängig gemacht nach sich ziehen. Theoretisch gesprochen: Ökonomisierung und einseitige Effizienzausrichtung in Betracht kommen zu Lasten von Resilienz und Eigenständigkeit.

Vertrauen Sie, dass pro vereinen wirtschaftlichen Wandel gleichermaßen mehr Kraft des Staates nötig ist?

Lukulent ist: Wir nötig haben eine handlungswillige Politik, wir nötig haben vereinen handlungsfähigen Staat, dessen ungeachtet wir nötig haben gleichermaßen eine transformationswillige und -fähige Wirtschaft. Dasjenige ökonomische System muss robuster werden und die Vorstellung, es könne wieder schnell in den Status vor Corona zurückgehen, ist irrsinnig. Dass unser Wirtschaftsminister Peter Altmaier so tut und viele andere so tun, denn würden wir schnellstmöglich wieder in die Situation vor Corona zurückzukommen, dasjenige ist vollkommen illusorisch. Wir können uns nicht uff eine “Nach-Corona-Ökonomie”, sondern sollen uns uff eine “Mit-Corona-Ökonomie” setzen. Die Frage, die mich da wissensdurstig, ist, ob , Robustheit und Ökologie wieder vergessen werden von dieser Politik.

Es gibt Indizien dazu, dass die Gimmick, die jetzt wirtschaftspolitisch anstehen, nämlich Rhenium-Regionalisierung, De-Liberalisierung des Welthandels und Verzögerung und damit eine Verbesserung dieser Robustheit des ökonomischen Gesamtsystems, gleichermaßen aus einer Nachhaltigkeitsperspektive sinnvoll sind. Damit dasjenige nicht wieder zurückgeht in eine falsche Vorstellung von Nationalstaatlichkeit und wirtschaftliche Unabhängigkeit, braucht man vereinen strategischen Vorgehen, den ich “Glokalisierung” nenne. “Glokalisierung” ist ein Kunstwort aus Liberalisierung des Welthandels und Lokalisierung. Es geht da um die Idee, dass Wirtschaft primär regional vernetzt laufen, dessen ungeachtet trotzdem multinational verbunden sein soll. Wir werden damit jetzt nicht zurückkommen in vereinen Status, wo dieser Nationalstaat dasjenige Vermessung aller Gimmick ist, sondern die Einfluss dieser innerregionalen Produktionsverflechtungen wachsen wird. Dasjenige ist keine Abkehr von dieser internationalen Handlungsebene, die nötig haben wir pro Schutz des Klimas, fairen Handel und regulierte Finanzmärkte, dessen ungeachtet eine stärkere Gewichtung dieser Region und ein Zurückschrauben einer völlig überzogenen Liberalisierung des Welthandels.

Welches bewegt Unternehmer in Zukunft denn schier, ihre Produktionen regionaler anzusetzen?

Zur Person

Reinhard Loske ist Professor pro Nachhaltigkeit und Staatsoberhaupt an dieser Cusanus Hochschule pro Gesellschaftsgestaltung in Bernkastel-Kues.

Welcher entscheidende Gedanke ist, dass wir heute ein Vermessung an internationaler Arbeitsteilung nach sich ziehen, dasjenige schon nicht mehr heilsam ist. Wir sollen solche ungesunde Liberalisierung des Welthandels zurückbauen. Wir werden eine Prosperität von Maßnahmen aus sozialpolitischen und Klimaschutzgründen nötig haben, damit die Subvention dieser internationalen Arbeitsteilung aufhört. Konkret sollen wir dazu sorgen, dass internationaler Flugreise- und Schiffsverkehr sinnvoll Kohlendioxid-Steuern zahlt. Dann nötig haben wir ein Lieferkettengesetz, dasjenige sicherstellt, dass nachher menschenrechtlichen, sozialen und ökologischen Standards gewirtschaftet wird. Und nicht zuletzt nötig haben wir vereinen Typus von Unternehmerinnen und Unternehmern, die sich gleichermaßen in gesellschaftlicher Verantwortung sehen. Zusammen gilt: Ebenfalls wenn schon manche Unternehmen beim Themenkreis Nachhaltigkeit vorangehen – vor allem ist die Politik gefordert, Rahmenbedingungen pro die Wirtschaft zu setzen.

Sie sagen, die Politik muss Rahmenbedingungen setzen. Welche Maßnahmen schweben Ihnen da noch vor?

Aufgrund des Klimawandels müsste jetzt sehr viel in die Bereiche Umstrukturierung dieser Nation-, Holz- und Wasserwirtschaft fließen. Da wird ja oft so getan, denn wäre dasjenige nur ein ganz Vorleger Teil am Bruttoinlandsprodukt, dessen ungeachtet es ist ein sehr zentraler Modul unserer Existenz. Jene Bereiche werden ganz und gar verkannt, sind dessen ungeachtet in höchstem Metrik umbaubedürftig. Eine andere Sache, die wirtschaftspolitisch immer wichtiger wird, ist dasjenige World Wide Web. Insbesondere gegenwärtig durch Homeoffice, Videokonferenzen und Cobalt. sehen wir, dass dasjenige World Wide Web eine Basisinfrastruktur pro die Seilschaft ist. Deswegen glaube ich, dass es jetzt sehr wichtig ist, in Europa wettbewerbsrechtlich sicherzustellen, dass es nicht zu neuen Monopolisierungstendenzen kommt.

Es geht drum, dass die Politik dazu sorgt, dass wir nachher dieser Zwangslage nicht noch abhängiger von einzelnen Unternehmen und Digitalmonopolen wie Google, Facebook und Cobalt. sind. Wenn man sagt, die Digitalisierung ist wichtig und wird immer wichtiger im Zuge einer nachhaltigen Wirtschaft, dann muss man diesen Rubrik so regulieren, dass die Digitalmonopole gleichermaßen in ihrer Marktmacht eingeschränkt werden, solange bis hin zur Frage dieser Steuerpolitik. Und nicht zuletzt: Die Digitalisierung selbst muss sich an Zielen wie Energieeinsparung, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft konfigurieren. Sonst wird sie selbst zu einem gigantischen Umweltproblem.

Sie schreiben in Ihren Publikationen von einem neuen Generationenvertrag, den wir zur Pandemiebekämpfung nötig haben. Welches genau verstehen Sie darunter?

Dasjenige Wichtigste am Generationenvertrag ist zunächst mal, dass wir den nachfolgenden Generationen bekömmliche Lebensbedingungen vermachen. Damit gemeint sind die natürlichen Lebensgrundlagen wie Böden, Wasser, Luft, Witterung und so weiter. Dasjenige ganz und gar Wichtigste an einem neuen Generationenvertrag ist dasjenige Themenkreis Nachhaltigkeit und daraus leiten sich dann die konkreten politischen Fragestellungen ab. Danach, wenn schon nicht hohem Metrik Verdanken zur Bekämpfung dieser Corona-Zwangslage aufgenommen werden wie beim deutschen und europäischen Konjunkturpaket, dann muss dasjenige gleichermaßen in zukunftsfähige Bereiche fließen und nicht den blanken Verbrauch stimulieren.

Sie mitteilen gleichermaßen Kritik an Hochschulen, die nur selten nachhaltige Wirtschaftsmodelle in ihrer Lehre einbeziehen. Wie müsste sich denn die ökonomische Entwicklung dahingehend verändern?

Die ökonomische Entwicklung muss sich uff vielerlei Weise ändern. Sie ist heute quasi eine Monokultur. Wir sollen die Vielfalt in dieser ökonomischen Ideengeschichte und in dieser ökonomischen Historie gleichermaßen in dieser Lehre zeigen. Dasjenige ist heute nicht dieser Kern. Somit sollen wir weg von dieser rein formalisierten, mathematisierten Modellökonomie. Die hat mit dieser Wirklichkeit nur wenig zu tun. Neben den konventionellen Modellen nötig haben wir die Postwachstumsökonomie, ökologische Wirtschaft, die Gemeinwohlökonomie oder die Wirtschaft dieser Gemeinschaftsgüter und wir nötig haben vereinen neuen Praxisbezug. Dasjenige heißt: Wir nötig haben eine Volkswirtschaftslehre, die sich viel mehr an gesellschaftlichen Problemlagen und Herausforderungen orientiert und die Wirtschaft denn Zwischenmenschlich- und Gesellschaftswissenschaft begreift. Selbst finde es interessant, dass die Studierenden ohne Rest durch zwei teilbar gleichermaßen dasjenige nachfragen.

Sehen Sie da gleichermaßen jeden Einzelnen in dieser Pflicht, nachhaltiger zu wirtschaften?

Die Stand-By, sich in Bereichen wie Mobilität, Leistungsabgabe und Ernährungsweise nachhaltiger auszurichten und gleichermaßen höhere Preise pro gute Produkte in Kauf zu nehmen, ist wichtig. Vor allem bringt sie uns ins Handeln. Nichtsdestotrotz prinzipiell ist es die Preisgabe dieser Politik, die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass es uff den Märkten nachhaltige Produkte gibt. Dasjenige heißt, dass nachhaltige, artgerechte Landwirtschaft betrieben wird und dass gleichermaßen Restriktionen gesetzt werden beim Grundwasserschutz, beim Bodenschutz und wohnhaft bei dieser Tierhaltung und so weiter. Man braucht natürlich die Pioniere, die in dieser Nische lancieren, dessen ungeachtet am Finale muss die Politik den Rahmen setzen, damit sich in dieser Dicke irgendetwas ändert. Es hat sich in dieser Seilschaft gleichermaßen ein gewisser Wertewandel treu. Dasjenige sieht man nicht zuletzt daran, dass es mit dem neuen Konjunkturpaket nicht mehr möglich war, solche sinnlosen Abwrackprämien pro voll funktionsfähige Selbst…die wir 2008 und 2009 hatten, in diesem Jahr zu wiederholen.

Mit Reinhard Loske sprach Laura Maria Weber.