Von den 50ern solange bis heute: Wie jener Judenhass zurückkommt


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Ein Trauernder legt an jener Synagoge in Halle Blumen nieder.

(Foto: REUTERS)

Im Deutschland jener Nachkriegsjahre war Judenfeindlichkeit weit verbreitet. Es begann ein jahrzehntelanger Aufarbeitungsprozess. Doch jener Judenhass scheint wieder zurückzukehren.

Es sind Zahlen, die stutzig werden lassen. Wie im Jahr 1952 dies Allensbacher Institut zu Händen Meinungsforschung eine Umfrage zu Judenfeindlichkeit in Deutschland durchführte, war jener industrielle Massenmord an den Juden in Europa durch die Nazis erst sieben Jahre her. Obschon war jener Eindruck des Shoa offenbar schon verblasst. Aufwärts die Frage, ob es “für Deutschland besser wäre, keine Juden im Land zu haben”, antworteten weiland 37 v. H. mit “Ja”, nur 19 mit “Nein” und sozusagen jener Hälfte (44 v. H.) war dies “egal”. Dasjenige ist zweifelsohne heftige Menstruationsblutung her. Doch jener rechtsextreme Terrorattentat in Halle wirft die Frage erneut gen: Wie judenfeindlich ist Deutschland gleichsam?

Welcher Soziologe Werner Bergmann dokumentiert, wie sich Judenfeindlichkeit in den jungen jener Bundesrepublik entwickelt hat. Sein Werk zeigt, dass in jener jungen Bundesrepublik von kurzer Dauer nachher dem Finale des Nazi-Regimes eine antisemitische grundsätzliche Einstellung weit verbreitet war. Wie schier “Ihre Einstellung gegenüber Juden” sei, fragten die Allensbach-Demoskopen 1952. 34 v. H. jener Position beziehen lagen im Sektor “demonstrativ ablehnend” solange bis “gefühlsmäßig ablehnend”. Eine “demonstrativ freundliche” Einstellwert hatten demnach nur 7 v. H.. Eine Wiedergutmachung an Israel lehnten mehr wie die Hälfte ab.

“Es waren besonders die junge, im Nationalsozialismus groß gewordene Generation und die Bildungsschicht, die (…) massiv antijüdische Einstellungen zeigten”, schrieb Bergmann darüber hinaus ebendiese Jahre. Ein “selbstkritischer Dialog” darüber hinaus die antijüdischen Gräuel jener sei “massiv abgelehnt” worden. Positionen, die den Shoa leugneten und relativierten, waren solange bis in die Spitzenpolitik verbreitet. Welcher Bundestagsabgeordnete jener “Deutschen Partei”, Wolfgang Hedler, sagte etwa 1949 in einer Vortrag, man könne “geteilter Meinung” darüber sein, ob die “Judenvernichtung richtige Mittel zur Lösung der Judenfrage” gewesen sei. Die unmittelbaren Nachkriegsjahre sind jener Keimzelle einer schwierigen und langen Modernisierung dessen, welches jahrzehntelanger, unter Umständen jahrhundertelanger Judenfeindlichkeit im Gebiet jener heutigen Bundesrepublik angerichtet hatte.

Linke und NPD in einem Schiff

In den Folgejahren nahm jener in Umfragen ermittelte Judenfeindlichkeit ab. Teile jener Union forderten zwar schon Mittelpunkt jener 50er-Jahre verschmelzen “Schlussstrich” unter die NS-Zeit. Doch immer wieder rückten Ereignisse die deutsche Schuld in den Mittelpunkt jener Debatte, etwa die Veröffentlichung jener Tagebücher von Anne Frank, die Debatte um den KZ- “Nacht und Nebel” von 1955 oder jener aufsehenerregende Prozess gegen den Veranstalter jener Judenvernichtung, Adolf Eichmann, jener 1962 in Israel hingerichtet wurde. Während dieser Jahre führte dies Allensbacher Institut seine Umfragen weiter. 1963 glaubten dann “nur” noch 18 v. H. jener Bundesbürger, es sei besser zu Händen Deutschland, wenn keine Juden im Nationalstaat lebten.

Eine Veränderung in jener Wahrnehmung Israels verursachte laut Bergmann jener Sechstagekrieg 1967, nachher dem Israel wie “siegreiche Militär- und Besatzungsmacht” galt. Kommunistische Staaten und die radikale Linke im Westen hätten eine Wendung zum Antizionismus vollzogen, “der von antisemitischen Tönen nicht frei war”. Einst pro-israelische linke Intellektuelle nahmen zum Teil israelfeindliche Positionen ein und standen plötzlich gen einer Seite mit jener geschichtsrevisionistischen NPD, die in den 60er Jahren in zahlreiche Landesparlamente eingezogen war.

In diesen Jahren ereigneten sich nicht zuletzt die ersten antisemitischen Terrorakte gen deutschem Erde seither dem Finale des Krieges. 1969 wurde die israelische Botschaft in Bonn mit Handgranaten angegriffen. Am Jubiläum jener November-Pogrome 1969 deponierte eine linksradikale Partie eine Brandbombe im jüdischen Gemeindehaus in Hauptstadt von Deutschland-Charlottenburg, die gewiss nicht zündete. Unbekannte Täter legten 1970 ein Feuer im jüdischen Gemeindezentrum in München, wohnhaft bei dem Aushang starben sechs Überlebende des Shoa. C/o jener Geiselnahme israelischer Athleten während jener Olympischen Spiele 1972 durch ein palästinensisches Terrorkommando kamen 17 Menschen ums Leben. 1979 versuchte eine rechtsextreme Partie die Charisma des Films “Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss” zu verhindern, nicht sie Sprengsätze an Sendeanlagen zündete. Einer jener Täter, Peter Naumann, arbeitete Jahrzehnte später zu Händen die NPD-Gruppe im Sächsischen Landtag.

Weniger Judenfeindlichkeit im Osten

Dazu, dass jener Judenfeindlichkeit insgesamt seither den 50er Jahren obwohl zurückging, macht Bergmann “nur zu einem kleinen Teil” ein “Umdenken in der älteren Generation” zuständig. Vielmehr habe die nachwachsende, in jener Bundesrepublik sozialisierte Generation die Vorurteile ihrer Erziehungsberechtigte nicht übernommen. Laut Bergmann ein Trend, “der sich bis heute fortsetzt”. Generations- und Bildungseffekte bewirkten im Unterschied zur NS-Zeit eine Verweigerung antijüdischer Vorurteile. “Je jünger und besser ausgebildet jemand ist, desto häufiger lehnt er diese ab.” Während sich in jener Allensbach-Umfrage 1949 noch mehr wie 25 v. H. jener Unter-30-Jährigen wie “antisemitisch” bezeichneten, beantworteten ebendiese Frage 1987 nur noch rund 5 v. H. jener jüngsten Partie (18-44-Jährige) mit “Ja”.

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C/o einer ersten Erkundigung im wiedervereinten Deutschland, die dies American Jewish Committee 1991 durchführte, zeigte sich, dass antisemitische Vorurteile in Ostdeutschland (vier solange bis sechs v. H.) klar weniger verbreitet waren wie im Westen (12 solange bis 16 v. H.). Die Allgemeine Bevölkerungsumfrage (Allbus) 1996 offenbarte ein ähnliches Portrait. Demnach unterstützten 28 v. H. jener West-Bevölkerung die These, Juden hätten zu viel Kraft gen jener Welt. Im Osten waren es nur 15 v. H.. 48 v. H. jener Westdeutschen antworteten gen die Frage mit “Ja”, die Juden versuchten aus jener Historie des Nationalsozialismus verschmelzen eigenen Vorteil zu ziehen. Im Osten waren es nur 35 v. H.. In den frühen Neunzigerjahren hatte dies Nationalstaat mit einer Woge rechtsextremer Straftaten zu ringen. Zwischen 1990 und 1993 verneunfachte sich die Zahl rassistischer Übergriffe. Gleichermaßen die Zahl antisemitischer Vorfälle stieg in diesen Jahren von 339 gemeldeten Vorfällen gen 1366 im Jahr 1994.

Es deutet nicht wenig darauf hin, dass Judenfeindlichkeit in Deutschland seither jener Jahrtausendwende wieder zunimmt. Laut einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 1998 gaben 21 v. H. jener Befragten an, dass sie jener Meinung sind, Juden hätten “zu viel Einfluss in der Welt”. 2002 fragten Sigmund-Freud-Institut und Uni Leipzig noch einmal. 40 v. H. jener Befragten antworteten, Juden hätten “einen zu großen Einfluss auf das Weltgeschehen”. 65 v. H. bezeichneten demnach Israel wie eine “große Bedrohung für den Frieden in der Welt”. Europaweit ermittelte die Studie wohnhaft bei dieser Frage verschmelzen Zustimmungswert von 59 v. H.. Die polizeilich registrierten antisemitischen Straftaten nach sich ziehen 2006 ein Allzeithoch erreicht, daraufhin fiel die Kurve manche Jahre. 2018 erreichte sie wieder beinahe dies Niveau von 2006. Unter den 1799 Delikten im vergangenen Jahr waren gewiss 69 Gewaltstraftaten – 60 v. H. mehr wie im Vorjahr.

Die Kraft gegen Juden nimmt zu

Die Allensbach-Demoskopen, die Judenfeindlichkeit in Deutschland seither jener Gründung des Staates untersuchen, kommen in ihrer Studie von 2018 zu einem differenzierten Portrait. Von Stimmungen wie in den 50er-Jahren hat sich dies Nationalstaat inzwischen weit fern. Nur noch sechs v. H. Vertrauen schenken, in jener Berichterstattung darüber hinaus Konzentrationslager würde vieles “übertrieben” dargestellt, eine etwa in jener Nachkriegszeit weit verbreitete Legende. Zusammensetzen “Schlussstrich” unter die Nazi-Zeit zu ziehen, fordern jedenfalls noch 45 v. H.. Dieser Zahl ist in den vergangenen Jahren gewiss beständig gesunken: von 66 v. H. im Jahr 1986 darüber hinaus 59 im Jahr 1995 und 54 v. H. im Jahr 2005. Die Studie zeigt gewiss nicht zuletzt, dass nur eine Minderzahl (23 v. H.) glaubt, Judenfeindlichkeit sei ein “großes Problem” in Deutschland. Welcher Löwenanteil glaubt, Judenhass sei ein gen Einzelfälle beschränktes Phänomen.

Welcher These, dass Juden in jener Welt “zu viel Einfluss” hätten, stimmten in jener Allensbach-Studie von 2018 22 v. H. jener Befragten parteiübergreifend zu. Ein, verglichen mit jener Studie jener Sigmund-Freud-Stiftung von 2002, gesunkener Zahl. Wirklich sich dies antisemitische Vorurteil vor allem in einem politischen Repositorium hartnäckig. In jener Anhängerschaft keiner im Bundestag vertretenen politische Kraft lag jener Zahl darüber hinaus 20 v. H.. C/o den Anhängern jener AfD gewiss Vertrauen schenken 55 v. H. an verschmelzen zu großen Kraft jener Juden in jener Welt.

C/o jener Frage nachher dem Ursprung von Judenfeindlichkeit in Betracht kommen die Fakten jedoch kaputt. Laut polizeilicher Statistik waren 1603 jener 1799 Übergriffe gegen Juden oder jüdische Einrichtungen im Jahr 2018 dem rechten Spektrum zuzordnen. C/o jener 2017 von jener Uni Bielefeld angefertigten Studie “Jüdische Perspektiven auf ” gaben Todesopfer von antisemitischen Gewalttaten zu 81 v. H. an, die mutmaßlichen Täter hätten einer “muslimischen Gruppe” angehört. Die Datenbasis von 16 Befragten war wohnhaft bei dieser Untersuchung gewiss sehr lütt. Die Recherche- und Informationsstelle (Rias) in Hauptstadt von Deutschland kommt wiederum zu anderen Zahlen. In ihrem Meldung zu Händen 2018 ist von 1083 Delikten die Vortrag. Nun sei dies politische Spektrum, dem die meisten Taten zugeordnet werden konnte, jener Rechtsextremismus (18 v. H.), gefolgt vom “israelfeindlichen Aktivismus” (neun v. H.).



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