Vor einem Jahr stürzte Sulaiman vom Flugzeug in den Tod


Nachher jener Machtübernahme jener Taliban in Kabul vor einem Jahr versuchen Tausende, dasjenige Staat zu verlassen. Unter ihnen ist nachrangig jener 21-jährige Sulaiman. In jener Hoffnung hinauf ein besseres Leben klammert er sich an ein US-Transportflugzeug – und stirbt.

Die ganze Schrecklichkeit des Augenblicks ist in einem kurzen Video festgehalten: ein strahlend blauer Himmel mit einem kleinen dunklen Zähler, jener sich schnell in Richtung Grund bewegt. Genug damit dem oberen Bildrand verschwindet ein amerikanisches Kohlenstoff17-Transportflugzeug. Welcher kleine Zähler ist Sulaiman, jener am 16. August 2021 sein Elternhaus mit jener Hoffnung hinauf ein besseres Leben verließ und später von ebenjenem Flugzeug aus in den Tod stürzte. Sulaiman wurde zum Symbol des Abzugs jener westlichen Truppen aus Afghanistan, dem Katastrophe jener Räumung. Sein Portrait ging um die Welt. Er wurde 21 Jahre betagt. Während seines gesamten Lebens bekämpften westliche Militärs in seinem Heimatland die Taliban.

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Eine jener letzten Aufnahmen zeigt Sulaiman (r.) mit seinem Kollege Mohib (l.) hinauf dem Flughafen von Kabul.

(Foto: ntv)

Um Sulaimans Historie zu verstehen und seine Beweggründe zu rekonstruieren, verkehren wir nachdem Arzan Gheymat, zusammenführen bitterarmen Stadtteil am östlichen Rand von Kabul. Zu diesem Zeitpunkt ist seitdem Sulaimans Tod ein halbes Jahr vergangen, jener stickige afghanische warme Jahreszeit ist einem bitterkalten Winter gewichen. Die Straßen sind teilweise noch mit Schnee trübe, in den Abwassergräben quillt jener Plastikmüll verbleibend. Dasjenige Haus jener Familie liegt unweit jener Magistrale. Sulaimans 23 Jahre alter Gebrüder Yusuf und sein bester Kollege Mohib warten schon hinauf uns. In jener Umgebung ist die Familie seitdem dem Unglück sehr traut, viele Anwohner kommen nun ebenfalls hinauf die Straße und umringen uns. Sie wünschen hinauf Hilfsgüter oder Geld. „Wir wissen, dass viele Menschen versuchen, von der ganzen Sache zu profitieren, zum Beispiel um Hilfsgelder zu bekommen“, sagt Yusuf.

Die Hinsicht, die wir wachrufen, ist Yusuf und Mohib unliebsam, sie bitten uns aufs Grundstück. Durch eine rostige Blechtüre hineingehen wir den matschigen Hof. In jener Zentrum befindet sich ein Vorleger Brunnen, Hühner scharren hinter einem improvisierten Zaun. Eine offene Toilette befindet sich an einer Lehmwand in jener keilförmiges Stück, im Grund gibt es nur ein Loch, dasjenige die Exkremente nachdem unter freiem Himmel hinauf die Straße leitet.

Sulaimans Schraubenmutter Noriah empfängt uns, während des gesamten Gesprächs behält sie ihre Burka hinauf. Dasjenige Haus ist sehr stummelig, zwei Zimmer für jedes sieben Personen. „Sulaiman war unser einziger Brotverdiener. Er hat uns alle versorgt.“ Sein Tod ist eine wirtschaftliche Katastrophe für jedes die Familie. Die letzten Monate hat die Familie nur durch Spenden überlebt.

TV-Tipp

Wie hat sich Afghanistan seitdem jener Machtübernahme jener Taliban verändert? Wie geht es den Menschen, vor allem den Frauen und Mädchen, unter jener Meisterschaft jener radikalen Islamisten? RTL/ntv-Reporterin Liv von Boetticher hat dasjenige Staat zusammen mit ihrem Team mehrere Monate bereist. Die Dokumentation „60 Tage Frauenhass – eine Reporterin bei den Taliban“ läuft am 23. August um 22.35 Uhr im Rahmen RTL und am 24. August im Rahmen ntv.

Während Noriah spricht, setzt sich ihr zweitjüngster Sohn Elham zu ihr. Welcher 13-Jährige ist schwergewichtig an Leukämie erkrankt, in seinem linken Obere Extremität steckt eine Nadel, in seiner rechten Hand hält er ein Gerät, dasjenige verbleibend die Zufuhr regelmäßig Medikamente in seine Venen pumpt. 15.000 Dollar würde eine lebensrettende Therapie kosten, sie wäre nur in Pakistan oder jener Türkei möglich. „Sulaiman hat Saft und Prepaid-Karten auf dem Markt verkauft, aber er hat nicht genug verdient, um mit dem Geld auch Medikamente für Elham zu kaufen.“ Irgendwann habe er nur noch die Möglichkeit gesehen, im Ausland Währungs… verdienen, erzählt seine Schraubenmutter. Die beiden stritten oft darüber, denn Noriah wollte hinauf keinen Kern, dass er sie und seine Schwestern und Brüder verlässt. „Mein Ehemann ist Opium-süchtig und lebt die meiste Zeit in Kabul auf der Straße.“ Die erwachsenen Söhne im intern nach sich ziehen, ist für jedes Noriah und ihre Töchter nachrangig ein Schutzmechanismus gegen ihren unberechenbaren Ehemann.

„Es gab Gerüchte, dass die Amerikaner jeden mitnehmen“

Dann kommt jener August 2021. Die Taliban überrennen dasjenige Staat, Kabul wird am 15. August eingenommen. In jener Kapitale bricht Kuddelmuddel aus, eilig mitbringen die Botschaften ihre Mitwirkender außer Landes. Vor dem Flughafen versammeln sich immer mehr Menschen, die Afghanistan so schnell wie möglich verlassen wollen. Und Sulaimans Ungeduld wächst. Noriahs Wählerstimme wird leiser, wie sie vom letzten Tag im Leben ihres Sohnes erzählt. „Ich habe ihn am 16. August sehr früh am Morgen für das Morgengebet geweckt. Es war so gegen vier Uhr. Danach wollte er sich eigentlich wieder zum Schlafen hinlegen, aber ein Freund rief ihn an, dass er zum Flughafen kommen solle.“

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Dieser Kollege ist Mohib, jener jetzt im Türrahmen steht und dem Gespräch zuhört. Er wirkt unglücklich und fühlt sich offenkundig schuldig. „Es gab Gerüchte, dass die Amerikaner jeden mitnehmen, der das Land verlassen will“, sagt er. Die beiden jungen Männer Kontakt haben sich schon ihr ganzes Leben, sie vertrauen gegenseitig. „Ich sagte ihm: Komm, lass uns gehen. Lass es uns versuchen.“

Sulaiman bittet seine Schraubenmutter um Erlaubnisschein, dennoch sie will ihn nicht ziehen lassen. „Er bettelte und bettelte“, erzählt Noriah. Unter dem gewebten Gitternetz ihrer blauen Burka sind vage Tränen zu wiedererkennen. „Irgendwann stimmte ich zu.“ Yusuf und Elham sitzen schweigend daneben. „Dann machte er sich auf den Weg zum Flughafen.“

Qua Yusuf an diesem Tag aufwacht, ist Sulaiman schon weg. Er ruft seinen Gebrüder an und Sulaiman sagt ihm, dass er sich seinen Reisepass nehmen und nachrangig zum Flughafen kommen solle. „Eigentlich habe ich das Gerücht, dass jeder ausreisen darf, nicht geglaubt. Aber ich bin trotzdem hingefahren. Sulaiman klang so glücklich und sehr sicher, dass alles klappen würde.“

„Da waren doch so viele Menschen“

Am Hamid Karzai Sonderlandeplatz eskaliert zu diesem Zeitpunkt die Situation: Verzweifelte Menschen stürmen die Terminals und verschaffen sich schließlich Zugang zum Rollfeld. „Um uns herum herrschte absolutes Chaos. Immer mehr Menschen kamen, darunter auch Frauen und Kinder“, erzählt Mohib. Die Kohlenstoff17 steht mehrere hundert Meter weit hinauf dem militärischen Teil des Flughafens. „Neben dem Flugzeug waren amerikanische Soldaten. Sie schossen auf uns, als wir versuchten, uns zu nähern.“ Mohib hält non…und zögert. Er hat ein Video gemacht, dasjenige selbige letzten gemeinsamen Minuten zeigt. Sulaiman wirkt darauf fidel. Sein feuerrotes afghanisches Gewand sticht aus jener Menschenmasse hervor. Seine Frohsinn und Aufbruchsstimmung zu tun sein kontagiös gewesen sein. „Plötzlich drehte sich Sulaiman zu mir um und sagte: Mohib, du bist verheiratet. Du kannst Afghanistan nicht verlassen. Aber ich werde gehen.“ Dann verliert Mohib seinen Kollege in jener Menschenmenge aus den Augen. Dasjenige Flugzeug rollt langsam verbleibend dasjenige Rollfeld, umringt von hunderten Menschen. „Keiner dachte, dass es abheben würde. Da waren doch so viele Menschen.“

Etwa zu diesem Zeitpunkt kommt nachrangig Yusuf am Flughafen an. Er versucht, seinen Gebrüder verbleibend dasjenige Telefon zu klappen. Doch niemand nimmt ab. Er versucht es wieder und wieder. Irgendwann geht doch Leckermaul ran – es ist jener Inh. des Hauses, durch dessen Kuppel Sulaiman gestürzt ist. Dasjenige Handy hat den Einschlag unbeschadet überstanden.

Yusuf und Mohib nehmen uns mit in dasjenige Wohngebiet, dasjenige stracks ans Rollfeld grenzt. Die Straßen sind nicht asphaltiert, hinauf einem Müllberg am Straßenrand sucht eine kleine Schwarm Ziegen nachdem essbaren Resten. Die meisten Häuser sind aus Ziegelton, einfachste afghanische Bauweise. Vor einem einstöckigen Gebäude bleiben die beiden jungen Männer stillstehen. Die Bewohner von früher sind von kurzer Dauer nachdem dem Unglück ausgezogen, die neuen Bewohner nach sich ziehen dasjenige Kuppel repariert. Jenseits unsrige Köpfe rauscht in diesem Moment jener tägliche KamAir-Flugreise von Kabul nachdem Dubai. Wir profitieren zusammenführen Eindruck, aus welcher Höhe Sulaiman in jemanden verliebt sein sein dürfte. Männer aus jener Umgebung kommen dazu, sie nach sich ziehen Videos gemacht: vom kaputten Kuppel, von Sulaimans Leib, jener zwischen Ziegelton, Holz und Strohresten liegt. Sein Gesicht ist von einer dicken Staubschicht trübe, dennoch dasjenige feuerrote Gewand ist lukulent zu wiedererkennen. Yusuf starrt hinauf dasjenige kleine Lehmhaus. Sein Gesicht ist versteinert. „Nicht die Angst vor den Taliban hat meinen Bruder getötet. Es war die Hoffnung auf ein besseres Leben.“