Vor Schäuble liegen vier Jahre Hinterbank


Fast wie wollte Wolfgang Schäuble weitere vier Jahre Staatsoberhaupt des Bundestags sein. Die Niederlage jener Union hat seinen Plan zunichte gemacht. An diesem zweiter Tag der Woche eröffnet jener 79-Jährige die konstituierende Sitzung des Parlaments.

Welches immer man von jener scheidenden Bundeskanzlerin hält, die Kunst jener galanten Gemeinheit beherrscht sie. „Ich glaube, dass Wolfgang Schäuble auf ein sehr erfülltes politisches Leben zurückblickt“, sagt Angela Merkel jener „Süddeutschen Zeitung“ in einem am Freitag erschienenen Interview aufwärts die Frage, ob jener bisherige Bundestagspräsident zusammensetzen besseren Lebewohl verdient hätte. „Ich habe von ihm einiges gelernt, unter anderem den Spruch: respice finem – bedenke das Ende.“

Schäubles Lebewohl aus jener Politik beginnt, wenn jener neue Bundestag an diesem zweiter Tag der Woche um 11.00 Uhr zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommt. Eröffnen wird er die Sitzung selbst, in seiner Rolle wie Alterspräsident. Seit dieser Zeit 49 Jahren gehört er dem Bundestag an. Schäuble ist damit nicht nur jener dienstälteste Abgeordnete im aktuellen Bundestag, sondern jener deutschen Parlamentsgeschichte; schon 2017 hatte er den sozialdemokratischen Urvater August Bebel überholt, dessen Rekord noch aus jener Zeit des Kaiserreichs stammte.

Respice finem, die Kanzlerin hatte schon vor neun Jahren in einer Referat zu seinem 70. Geburtstag darauf hingewiesen, ist einer von Schäubles Lieblingssprüchen. Ihre aktuelle Notiz wird man wohl so verstehen die Erlaubnis haben, dass sie den Sine tempore beherzigt hat. Denn Merkel wird nur noch so Menorrhagie im Aufgabe bleiben, solange bis ein neuer Kanzler gewählt ist, dann ist Schluss für jedes sie. Schäuble dagegen will weitermachen. Vor ihm liegen vier Jahre Hinterbank.

Nun war es für jedes den Badenser seither 1972 politisch weitestgehend immer himmelwärts oder doch wenigstens irgendwie weitergegangen. 1981 wurde er parlamentarischer Geschäftsführer jener Unionsfraktion, 1984 Kanzleramtschef unter Helmut Kohl, 1989 Bundesinnenminister – wie solcher handelte er den Einigungsvertrag mit jener Sowjetische Besatzungszone aus. 1991 wurde Schäuble Fraktionschef, 1998 Konservative-Vorsitzender – von diesen Ämtern trat er 2000 zurück, nachdem er erlauben musste, 100.000 D-Mark in bloß wie illegale Parteispende entgegengenommen zu nach sich ziehen. Nachdem jener Rückkehr jener Union in die Regierung im Jahr 2005 wurde Schäuble erneut Minister für Inneres, 2009 Bundesfinanzminister und 2017 schließlich Bundestagspräsident. Darüber hinaus war er im Laufe jener Jahre für jedes unterschiedliche weitere Ämter im Gespräch, wie Regierender Rathauschef von Hauptstadt von Deutschland, wie Kanzler, Bundespräsident und EU-Kommissär.

„Meine Loyalität stand nie in Frage“

Helmut Kohl, mit dem Schäuble sich in jener Spendenaffäre überwarf, rief ihn 1997 zu seinem Nachfolger wie Kanzler aus, trat dann nunmehr selbst noch einmal an und verlor. Angela Merkel wird nachgesagt, Schäuble 2004 wie Bundespräsident verhindert zu nach sich ziehen. Dies führte zu Unstimmigkeiten, nunmehr nicht zum Moor: „Ich habe mich nie dazu geäußert, ich werde es auch weiterhin nicht tun. Das ist auch besser so“, sagte Schäuble weiland jener „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Merkel und er hätten „ein Verhältnis gegenseitigen Respekts“, sagte Schäuble Jahre später im Interview mit ntv. „Wir wissen, dass wir sehr unterschiedlich sind, aber wir wissen jeweils, was wir am andern haben.“

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In den Jahren von Merkels Kanzlerschaft war Schäuble einer jener mächtigsten Männer des Landes. In jener Euro-Krisis gab es für jedes ihn aufwärts Konservative-Parteitagen stehende Ovationen, wenn er sprach, bekamen Delegierte leuchtende Augen. Wenngleich konnte er sich mit seinem harten Rennbahn gegen Griechenland nicht durchsetzen – ein Ausscheiden, gar zusammensetzen Rauswurf Griechenlands aus dem Euro wollte die Kanzlerin nicht riskieren. Von kurzer Dauer folglich, 2015 in jener Flüchtlingskrise, kursierte dasjenige Gerücht, Schäuble könne Merkel wie „Übergangskanzler“ ablösen. Für jedes solche Ränke war Schäuble gewiss nicht zu nach sich ziehen. Er habe unter zwei Kanzlern gedient, unter Kohl und Merkel, sagte Schäuble einmal. „Und meine Loyalität zum Regierungschef war niemals in Frage gestellt.“

Wie Merkel 2018 ihren Retirade vom Aufgabe jener Konservative-Vorsitzenden ankündigte, war Schäuble schon Parlamentspräsident, stand folglich nicht mehr in den Diensten jener Kanzlerin. Vielleicht fiel es ihm insofern leichter, nicht ihre Wunschnachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer zu unterstützen, sondern Friedrich Merz, Merkels alten Widersacher. Ende Sicht des Merkel-Lagers war seine offene Positionierung wiewohl ein Dammbruch. Schon vorher war Schäuble erkennbar aufwärts Entfernung gegangen. „Sie ist nicht mehr so unbestritten, wie sie über drei Legislaturperioden oder über zweieinhalb Legislaturperioden gewesen ist“, hatte er von kurzer Dauer vor Merkels Rückzugsankündigung gesagt.

„Wir gewinnen sowieso“

Genutzt hat Merz die Unterstützung durch Schäuble doch nicht, 2018 nicht und zwei Jahre später ebenso wenig, wie jener Sauerländer noch einmal für jedes den Konservative-Vorsitz kandidierte und erneut unterlag, dieses Mal gegen Armin Laschet. Trimester später, im vierter Monat des Jahres 2021, drängte Schäuble den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten, sich die Kanzlerkandidatur nicht von CSU-Chef Markus Söder nehmen zu lassen. „Wenn wir uns Söder beugen, dann ist unsere CDU tot“, sagte er dem „Welt“-Journalisten Robin Alexander zufolge während des Machtkampfes jener beiden Schwesterparteivorsitzenden. Nachdem stand erstens die Befürchtung, jener Bayer werde die Union von einer politische Kraft zu einem Fanclub umformen, zu einer „Liste Söder“, wie Sebastian Von kurzer Dauer dasjenige in Ostmark mit jener ÖVP gemacht hat. Zweitens sind Schäuble und die CSU schon länger in wechselseitiger Feindseligkeit verbunden. Und schließlich ging Schäuble von jener Vermutung aus: „Wir gewinnen sowieso.“

Dass Schäuble sich wie Strippenzieher gewissermaßen selbst um eine weitere Amtszeit an jener Spitze des Bundestags gebracht hat, non… er Laschet wie Kanzlerkandidat durchgesetzte, wäre zwar eine gute Pointe. Doch Laschet zufolge entspricht dies nicht jener Wahrheit. „Er war es nicht, der diese Kanzlerkandidatur geschrieben hat.“ Sicher ist, dass Schäuble für jener nun geplanten Neuaufstellung jener Konservative keine größere Rolle mehr spielen wird. Vor zwei Wochen kündigte er an, er stehe für jedes eine Kandidatur für jedes den Bundesvorstand nicht zur Verfügung.

Unter jener konstituierenden Sitzung des Bundestags wird Schäuble noch einmal eine große Referat im Parlament halten, dieses Recht steht dem Alterspräsidenten zu. „Ich werde sagen, was ich am Beginn der Legislaturperiode für notwendig halte“, sagte er jener vom Bundestag herausgegebenen Zeitung „Das Parlament“. Versteckte Spitzen gegen Merkel enthält dieses Interview übrigens nicht. Wenigstens: Wenn sie weg ist, wird er noch da sein.