Vorlesung halten im Lockdown: Wenn Pediküre zur Liebeserklärung wird


Noch lautet dasjenige Stichwort in Corona-Zeiten: Wir bleiben zu innerbetrieblichNur welches tun, wenn sämtliche Schubladen säuberlich, welcher Galerie bepflanzt und die Behelfsmasken genäht sind? Vorlesung halten natürlich! Wir nach sich ziehen für jedes Sie drei Romane zusammengetragen – gut vergessene Bergleute, gut Marzahn und die Füße seiner Bewohner und gut Kinder, die im Angstsystem welcher Zeugen Jehovas wachsen.

“Michel, räche uns an der Zeche”

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Am Tag davor: Roman

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Die schwarze Heer Frankreichs. Dies Volk aus dem Magen welcher Erdung. Seinen Geschichten, seinen Qualen, seinen seltenen Freuden will Michel Flavent ein Monument setzen. Zum Besten von seinen Ordensbruder, für jedes Joseph, Jojo, mit dem schönen Großer-Ordensbruder-Lachen, welcher sich gegen Vaters Scholle und für jedes die Kohle kategorisch hatte. Zum Besten von den Stolz und die Muffensausen welcher Bergleute und für jedes deren Tod. Denn wie dasjenige Nationalstaat Lebewohl von welcher Kohle nahm, vergaß es, Lebewohl von seinen Bergleuten zu nehmen.

“Am Tag davor” wurde in Französische Republik vor allem für jedes die einfühlsame Eröffnung in die Sprache und Welt welcher Bergleute gefeiert. Doch dank welcher Übersetzung von Brigitte Große können zweitrangig deutsche Leser die kleinen Pochjungen und ihr Hasenbrot kennenlernen. Mitfühlen, wenn welcher Schacht ein letztes Mal sacht verfüllt wird. Fest werden, wenn ihnen lukulent wird, dass welcher Tag vor dem großen Grubenunglück 1974 differenzierend war, wie in Michels Flashback. Sorj Chalandon ist nicht nur Romancier, sondern zweitrangig Journalist und berichtete gut 30 Jahre weit aus dem Nahen Osten und Alte Welt. “Am Tag davor” ist schon welcher achte seiner Romane, die uff Germanisch erschienen sind und wird ihm garantiert zweitrangig neue Fans bescheren. (sla)

Liebeserklärung an Hauptstadt von Deutschland-Marzahn

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Marzahn, mon amour: Geschichten einer Fußpflegerin

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Mausgrau, trist, eintönig, gesichtslos: Jener Berliner Ballen Neubauviertel-Stadtteil Marzahn hat verdongeln eigentlich schlechten Ruf. Dies könnte man zweitrangig gut die Arbeit in welcher Pediküre sagen – anderen die Nägel schneiden und die Hornhaut abhobeln, welcher Gedanke ist wohl den meisten unschön. Die Selbst… Katja Oskamp hat gut zweitens ein Buch geschrieben, “Marzahn, mon amour: Geschichten einer Fußpflegerin” – eine Liebeserklärung sowohl an den Stadtteil wie zweitrangig an seine Bewohner, insbesondere die, die ihr ihre Füße anvertrauen.

Da ist welcher ehemalige Parteifunktionär, welcher ihr eine “äroudische Ausstrahlung” bescheinigt und ihr wiederholt (ineffektiv) Geschlechtsverkehr anbietet. Die altes Weib liebenswürdige Frau von Stand, die sich wie Kind am Kriegsende uff welcher Winkelzug mit ollen Bakelit-Schuhen die Füße ruiniert hat. Die uralte Schraubenmutter Noll mit den zu großen Kleidern und dem zu großen Kandare, die so gut wie nichts mehr hört und sieht, handkehrum die Fußmassage mit “Schöööön! Wunderschön!” genießt. Oder welcher ungepflegte Sozialfall mit Betreuerinnen, welcher den Pediküre-Preis (22 Euro) zu hoch findet, handkehrum “zahlt ja Vater Staat”.

Denn sie Mittelpunkt 40 war, ging es im Leben welcher Schriftstellerin und Dramaturgin Oskamp nicht so richtig weiter – Kind erwachsen, Mann leiden, Buch von den Verlagen abgelehnt. Dementsprechend schulte sie kurzerhand um, erlernte dasjenige Handwerk welcher Pediküre und fängt im Kosmetikstudio einer Freundin an zu funktionieren. Und sie tut dasjenige mit voller Leidenschaft und Geschenk für jedes jeden einzelnen Menschen – und für jedes jeden einzelnen Standvorrichtung. Sowohl gut Marzahn wie zweitrangig gut ihre Kundschaft schreibt Oskamp so warmherzig, dass einem dasjenige Pumpe aufgeht. Jedes Paar Füße eine Vergangenheit. Absolute Leseempfehlung – und ein wunderbares Buch zum Verschenken. (abe)

“Kein Teil der Welt”

Esther und Sulamith leben “in der Wahrheit”, wie es im Rahmen ihnen heißt, und sind sich sicher, dass welcher Weltuntergang von kurzer Dauer bevorsteht. Ob sie ihn überleben? Dies wissen sie nicht. Hinwieder “alles, was wir taten, alles, was wir dachten, floss wie in der Schule in eine Art Endnote, eine Bewertung unseres Lebens ein und entschied darüber, ob wir es wert waren, im Paradies zu leben oder nicht.” Denn die beiden Mädchen sind Zeuginnen Jehovas – und Protagonistinnen in dem Roman “Kein Teil der Welt” von Stefanie de Velasco.

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Kein Teil welcher Welt: Roman

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Jener Buchtitel bringt dasjenige Selbstverständnis welcher umstrittenen Glaubensgemeinschaft uff den Zähler. Zu Menschen “aus der Welt” die Erlaubnis haben Esther und Sulamith kaum Kontakt nach sich ziehen. Sie Vertrauen schenken, dass uff welcher Erdung Satan regiert und sogar Pumuckl gefährlich ist. An Klassenfahrten, Krippenspielen und Karneval nehmen sie nicht teil, Geburtstag und Weihnachten wird nicht gefeiert. Jehova entschieden ihr Leben. Um im Rahmen ihm Pluspunkte zu vereinen, sitzen die zwei stundenlang beim Bibelstudium und klingeln wie Missionarinnen an den Haustüren fremder Menschen.

Dann kommt die Pubertät und Sulamith beginnt zu zweifeln. Sie mag sich nicht mehr mit einem Bibelzitat oder verdongeln “Jehova will das nicht” zum Sich bedeckt halten mitbringen lassen und ein Leben in welcher Warteschleife münden, dasjenige nur uff “Harmagedon”, die vielleicht kommende Endzeitschlacht, in Linie gebracht ist. Denn sie sich in verdongeln “Weltjungen” verliebt, passiert irgendetwas Schreckliches, dasjenige zweitrangig Esther in eine tiefe Glaubenskrise stürzt.

De Velasco weiß, wovon sie schreibt: Die 42-Jährige lebte selbst in einer Familie von Zeugen Jehovas und kehrte welcher Glaubensgruppe vor etwa 25 Jahren den Umstellen. Um davon zu erzählen, wie welcher Routine von Zeugen-Jehovas-Kinder aussieht, wählt de Velasco die Vielschichtigkeit literarischer Texte und damit eine Möglichkeit, dasjenige praktisch Unsagbare nicht plädieren zu zu tun sein, sondern es “zeigen” zu können. Eindrücklich beschreibt sie, in welches für jedes einem System welcher Muffensausen Esther und Sulamith wachsen und wie sie zwischen dem Gefühl von Auserwähltsein und Außenseitertum zerrissen werden. De Velasco bietet ihren Leserinnen und Lesern verdongeln beklemmenden Blick in ein Paralleluniversum, dasjenige einzeln welcher Union und doch mitten unter uns existiert. (kse)



Quelle