Wäre es klüger, zwischen Atomkraft zu bleiben?


Die Zeit drängt. Deutschland hat sich beim Kampf gegen den Klimawandel viel vorgenommen und will den Emission von Kohlendioxid massiv senken. Wäre es da nicht klug, den Kohlenstoffdioxid-armen Strom aus Atomkraftwerken problemlos weiter zu nutzen?

Deutschland muss spornstreichs Kohlenstoffdioxid zusammenstreichen – jedenfalls, wenn dasjenige Nation die Ziele glücken möchte, die von welcher Bundesregierung beschlossen wurden. So soll die viertgrößte Volkswirtschaft welcher Muttererde in schon kurz neun Jahren, im Jahr 2030, 55 von Hundert weniger Treibhausgase qua im Jahr 1990 produzieren. Die Stromproduktion ist in Deutschland welcher größte Einzelposten hinauf dieser Kohlenstoffdioxid-Zeche. Wäre es da nicht klug, eine vorhandene Technologie weiter zu nutzen, die vergleichsweise wenig Treibhausgase freisetzt? Wäre es nicht vernünftig, die deutschen weiterlaufen zu lassen, um die Klimaziele zu glücken?

Ja, wenn schon Atomkraftwerke produzieren Treibhausgase. Durch den Rückbau des Brennstoffs Uran, den Bauwerk welcher Meiler und die Produktion welcher Baustoffe purzeln zwischen deutschen Kernkraftwerken rund 31 Gramm Kohlenstoffdioxid pro kWh produzierten Strom an, rechnete dasjenige Öko-Institut schon 2007 vor. Notizblock Kohlenstoff des Atommeiler in Grundremmingen, dasjenige Finale des kommenden Jahres abgeschaltet werden soll, und rund 11 Milliarden Kilowattstunden Strom bereitstellt, ist demnach pro etwa 350.000 Tonnen Kohlendioxid zuständig. Doch im Vergleich mit anderen fossilen Energieträgern ist welcher Emission minimal: Dasjenige Braunkohlekraftwerk Neurath am Niederrhein etwa produziert mit 31 Milliarden Kilowattstunden Strom drei Mal so viel Strom – dagegen verursacht mit rund 32 Mio. Tonnen Kohlenstoffdioxid in etwa dasjenige neunzigfache welcher Emissionen.

Außerdem nach sich ziehen die sechs verbliebenen deutschen AKWs ihre ursprünglich geplante Spielzeit von 40 Jahren noch nicht erreicht. Sie sind zwischen 31 und 35 Jahren betagt, könnten danach theoretisch darüber hinaus dasjenige Jahr 2022 hinaus noch weiter betrieben werden. Dann sollen die sechs verbliebenen Meiler gewissermaßen vom Netzwerk möglich sein. Konzis 14 von Hundert des deutschen Strombedarfs werden derzeit von Kernkraftwerken matt, so gut wie 20 von Hundert von Braunkohlekraftwerken. Warum danach nicht hinauf die Schnelle die “schmutzigen” Kohlemeiler inaktivieren und die “sauberen” Atomkraftwerke zugunsten welcher Kohlenstoffdioxid-Ergebnis weiterlaufen lassen? Rechnerisch könnten die sechs AKWs die Braunkohlekraftwerke Neurath und Niederaußem locker ersetzen – deren Emissionen zusammengerechnet sind vergleichbar mit denen ganzer Staaten wie Bulgarien oder Republik Irland.

Niederlande planen solange bis zu zehn neue Meiler

Punktuell gibt es in Deutschland immer wieder Forderungen, könne vereinen Mitgliedsbeitrag zu einer Kohlenstoffdioxid-ärmeren Energieerzeugung leisten. Entstehen des Jahres tauchte ein Positionspapier welcher Union hinauf, in dem “kleine, modulare Reaktoren” qua “mögliche Variante für eine CO2-freie Energieproduktion” geprüft werden sollten. Im warme Jahreszeit gab es Proteste vor deutschen Kernkraftwerken – pro deren Weiterbetrieb. Mit welcher AfD sitzt eine politische Kraft im Bundestag, die den Atomausstieg komplett rückabwickeln möchte und wenn schon Spitzenpolitiker nach sich ziehen sich pro die Technologie extrem. So sagte Sachsens Premierminister Michael Kretschmer Entstehen des Jahres, er halte vereinen Wiedereinstieg Deutschlands in die Atomkraft pro möglich – sie könne gegen den Klimawandel helfen. Für jedes Bombe sorgte wenn schon VW AG-Chef Herbert Diess im vergangenen Jahr, qua er sich publik pro Atomkraft positionierte: “Ich würde erwägen, den Atomausstieg infrage zu stellen, ja, vor allem weil wir noch nicht über ausreichend regenerative Energiequellen verfügen”, sagte welcher VW-Manager weiland welcher “Zeit”.

Wiewohl extrinsisch welcher deutschen Säumen scheint Atomkraft vor dem Hintergrund des Klimawandels wieder eine neue Wichtigkeit zu bekommen. In den Niederlanden prüft die Regierung von Premierminister Mark Rutte den Wiedereinstieg im großen Stil. Im Gespräch ist welcher Neubau von drei solange bis zehn Reaktoren. Polen arbeitet an einer neuen Energiestrategie, in welcher solange bis zu sechs Meiler vorgesehen sind. In Suomi, Französische Republik und Großbritannien sind neue AKWs im Bauwerk. In VR China, Indien und Russland sind zum Teil Dutzende neue Kraftwerke geplant. Zudem wird in mehreren Staaten an Reaktoren welcher sogenannten “vierten Generation” geforscht, deren Abfallprodukte schon nachdem einigen hundert Jahren ungefährlicher sein sollen qua in welcher Natur vorkommendes Uran-Erz.

In Deutschland jedoch wird die Debatte aus guten Gründen nur punktuell geführt. Die Argumente sowohl gegen eine Laufzeitverlängerung qua wenn schon gegen den Wiedereinstieg sind geradezu bildschön. Und dasjenige Warten hinauf den Wunderreaktor ist notfalls vergebens.

“Ein Ausstieg aus dem Ausstieg ist aus vielen Gründen fast unmöglich”, sagt Christoph Podewils von welcher Expertenrunde Agora , “und das betrifft vor allem die langfristige Planung der Energiekonzerne, die sich seit Jahren auf den Ausstieg eingestellt haben.” Er glaubt, dass es vereinen “gigantischen Aufschrei” nach sich ziehen würde, wenn die Meiler doch noch länger am Netzwerk bleiben sollten – “und zwar nicht nur von Seiten der Atomkraftgegner, sondern vor allem von den Akteuren, die sich in diesem Markt bewegen.”

“Eine Laufzeitverlängerung ist für uns keine Option”

Die Reaktionen welcher Kraftwerksbetreiber etwa hinauf die Pro-Atomkraft-Proteste Finale September waren tatsächlich merklich. Darauf angesprochen sagte etwa Guido Knott, Chef von Preussen Elektra, welcher Atomsparte von Eon, dem “Handelsblatt”: “Wir akzeptieren diese politische Entscheidung, die von einer breiten Mehrheit getragen wurde.” Sein Unternehmen bereite sich schon lange Zeit hinauf den Rückbau vor. Zwei Anlagen seien so gut wie vollwertig zerlumpt, in anderen liefe welcher Rückbau hinauf Hochtouren und die drei noch laufenden Kraftwerke würden seit dieser Zeit langem hinauf den Rückbau vorbereitet, ließ er wissen. “Eine Laufzeitverlängerung ist für uns keine Option.” Die Stimmung zwischen den übrigen Betreibern RWE, EnBW und Vattenfall dürfte aus folgenden Gründen verwandt sein.

Nachdem welcher Bundestag am 30. Monat der Sommersonnenwende 2011 – rund Trimester nachdem welcher Katastrophe von Fukushima – den vorzeitigen Ausstieg aus welcher Kernkraft mit überwältigender Mehrheit von 513 Ja- gegen 79 Nein-Stimmen beschlossen hatte, wehrten sich die Unternehmen zwar gegen dasjenige schnelle Basta. Doch in diesem Fall ging es vor allem um eine milliardenschwere Erstattung, die ihnen letztlich wenn schon zugesprochen wurde. Und es ging um die Frage, wie Rückbau und Endlagerung organisiert werden sollten. In vergangener Zeit entledigten sich die vier Unternehmen einer unangenehmen Verpflichtung. Zwar verpflichteten sie sich, 24 Milliarden Euro pro den Atomfonds aufzubringen. Damit war dasjenige Themenbereich dann jedoch erledigt. Mit welcher Suche nachdem einem passenden Endlager und allen damit verbundenen Fragen nach sich ziehen sie nichts mehr zu tun. Warum sollten die vier Konzerne dasjenige Risiko eingehen, ebendiese Einigung nachdem einer möglichen Laufzeitverlängerung neu verhandeln zu zu tun sein?

Und warum folgt Deutschland nicht dem Prozedur anderer europäischer Staaten und erwägt zumindest den Bauwerk neuer Atomkraftwerke? Weil es schwierig ist, wenn schon hierfür rationale Argumente zu finden. “Die Umsetzungszeiträume bei Atomkraftwerken betragen in Europa 10 bis 20 Jahre. Das heißt, ein Kraftwerk, das wir heute beginnen zu planen, wäre 2040 am Netz”, sagt Podewils von welcher Expertenrunde Agora. Jener Kohlenstoffdioxid-arme Strom aus diesen Anlagen käme danach zu tardiv, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. “Hinzu kommen schwer oder nicht zu beantwortende Fragen: Wer will so ein Kraftwerk in seiner Gemeinde stehen haben? Was machen wir mit dem Atommüll?” Wiewohl im globalen Skala hält er dasjenige Potenzial einer Atomkraft-Renaissance pro restriktiv. “Um die Klimaerhitzung zu verhindern, müssten zudem sehr viele Kraftwerke gebaut werden. Kernenergie macht derzeit einen Anteil von weniger als fünf Prozent am weltweiten Energiemix aus. Um die CO2-Emissionen fossiler Kraftwerke damit zu vermeiden, wären also gigantisch viele Neubauten von Kernkraftwerken notwendig.”

Den Optimismus wegen welcher Neubauten in anderen europäischen Staaten teilt er nicht. “Die beiden Kraftwerke, die in Frankreich und Finnland gebaut werden, sind jeweils viele Jahre im Verzug”, sagt Podewils. Die Kostenübersteigerung zwischen beiden Projekten sei merklich schlimmer qua z. B. beim Skandal-Flughafen BER. “Wenn die beiden Reaktoren fertig sind, wird man sich dort vermutlich fragen, ob man derartige Projekte noch einmal beginnen soll.” In Großbritannien hat sich welcher Planer des Neubaus in Wales aus dem Projekt zurückgezogen – offiziell mit welcher Bekräftigung, dass wegen Corona dasjenige Investitionsklima zu zögernd geworden sei. “Aber auch beim Bau von Hinkley Point C war es nur mit massivem politischen Anreizen möglich, Unternehmen zu finden, die bauen. Jede Kilowattstunde wird deshalb etwa mit dem Doppelten des gegenwärtigen Marktpreises gefördert. In Europa war es gar nicht möglich, eine Finanzierung zu finden. Deswegen sind die Chinesen mit an Bord.” Und damit ist er beim nächsten wichtigen Zähler: den Wert.

Atomstrom ist nicht günstig

Menorrhagie galt Atomkraft vor allem qua günstig. Betrachtet man nur die Wert pro den Treibstoff und die fixen und variablen laufende Kosten welcher Kraftwerke, ist dasjenige wenn schon richtig. So lassen sich sogenannte Stromgestehungskosten von etwa fünf solange bis zehn Cent pro kWh errechnen. Doch aus Akteure hinauf dem Energiemarkt dürften sich inzwischen darüber hinaus die gewaltigen Folgekosten nuklearer und fossiler Energieerzeugung im Klaren sein. Die sind zwischen Kohle hoch und zwischen Atomkraft gigantisch: Jener Rückbau welcher Kraftwerke, die Entsorgung von strahlendem Werkstoff, die Endlagersuche – all dasjenige verschlingt Unsummen.Krauts Behörden und Forschungsinstitute rechnen deswegen zwischen Atomstrom mit solange bis zu 34 Cent pro kWh – mit Distanz welcher höchste Preis aller Energieformen.

“Es ist auch aus Sicht der Energiekonzerne vielversprechender auf Wind- und Solarkraft zu setzen, denn diese Anlagen lassen sich sehr schnell errichten und sie liefern Strom konkurrenzlos günstig”, sagt Podewils. Wiewohl in anderen Ländern wachsen die Kapazitäten welcher Erneuerbaren teilweise rasant. In welcher chinesischen Provinz Qinghai ist Entstehen zehnter Monat des Jahres ein Solarpark mit einer Leistung von 2,2 Gigawatt ans Netzwerk gegangen. Dasjenige entspricht welcher Leistung von mehr qua zwei Atomkraftwerken. Daneben steht ein Energiespeicher mit einer Leistung von rund 200 Megawatt. Die Bauzeit betrug kurz ein Jahr und welcher Strom wird pro umgerechnet ungefähr 4 Cent pro kWh verkauft. In Portugal ist ein Solarkraftwerk in Planung, zwischen dem welcher Strom nur gut 1 Cent kosten soll. “Mit Erneuerbaren Energien lässt sich klimafreundlicher Strom aber viel schneller bereitstellen und deutlich günstiger erzeugen. Sie sind daher die vielversprechendere Alternative.”

Obschon steht Deutschland in Form von welcher Energiewende noch vor vielen unbeantworteten Fragen. Die Stahlindustrie etwa, die hierzulande pro rund ein Drittel aller industriellen Emissionen zuständig ist, rechnet damit, dass eine Kohlenstoffdioxid-neutrale Stahlproduktion solange bis 2050 “technisch erreicht werden kann” – so steht es in einem Positionspapier welcher Wirtschaftsvereinigung Stahl aus dem vergangenen Jahr. Für jedes die hierfür nötigen rund 130 Terawattstunden Strom, rechnet welcher Verein vor, müssten in Deutschland etwa 12.000 zusätzliche welcher großen 5-Megawatt-Windkraftanlagen installiert werden. Dasjenige ist noch einmal eine deutliche Steigerung des Bestands von derzeit kurz 30.000 Anlagen.

Ungeklärt ist außerdem weiterhin, wie die Saft aus dem windigen Norden dorthin transportiert werden soll, wo sie gewünscht wird. Gleiches gilt pro die großen Photovoltaik-Anlagen. Jener Ausdehnung welcher Stromtrassen stockt seit dieser Zeit Jahren. Vor allem in welcher Industrie gibt es zudem Zweifel, ob die Versorgungssicherheit wenn schon gewährleistet ist, wenn kein Wind weht und die Sonne einmal nicht scheint. Hinaus ebendiese und viele andere Fragen gibt es bisher keine lückenlosen Entgegnen. Sicher ist dagegen, dass Atomkraft in Deutschland nicht in diesem Fall helfen wird, dasjenige Problem zu lockern.