Warum Erdogan wieder zum Überfall ausholt


Die Inflation im Staat und eine erstarkte Opposition stürzen den türkischen Präsidenten in die größte Zwangslage seiner jüngeren Amtszeit. Prompt setzt Erdogan wieder hinaus nationalistische Töne gegen den Westen. Nunmehr dieses Mal dürfte ihm dasjenige wenig helfen.

Strich noch gut gegangen. Welcher türkische Vorsitzender Recep Tayyip Erdogan hat seine Drohung gegen den Westen am Finale nicht wahrgemacht. Die Missionschef zehn westlicher Nationen mussten, divergent wie zunächst angekündigt, dasjenige Staat nicht verlassen.

Noch ist unklar, ob es sich um eine Kurzschlussreaktion des Präsidenten handelte oder ob Erdogan wirklich die volle Konfrontation mit dem Westen wollte, wie er die Diplomaten vergangenes Wochenende zu „unwillkommenen Personen“ erklärte. Wahrscheinlich ist, dass hinter den Kulissen nachher einem gesichtswahrenden Ausweg gesucht wurde – und zwar vor allem zum Besten von die Türkei. Denn die Zeiten, in denen jener Staatschef mit Stimmungsmache gegen den Westen innerpolitisch weitläufig punktete, sind vorbei. Zu tief sitzen die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme im Staat.

„Was glaubt ihr, wo ihr hier seid?“, hatte Erdogan den Diplomaten vor einer Woche im Rahmen einer wuchtigen Referat in jener Stadt Eskisehir zugerufen. Und ausgeholt: „Das hier ist die Türkei, die Türkei!“ Zünder war eine Solidaritätsbekundung jener Missionschef mit dem seither vier Jahren inhaftierten türkischen Kulturmäzen Osman Kavala. Qua die Gesandten wenig später hinaus Deeskalation setzten und sich zur Wiener Konvention bekannten, die vorschreibt, sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Gastlandes einzumischen, interpretierte Erdogan dies wie Triumph. Die Missionschef hätten „einen Rückzieher gemacht“ und „werden in Zukunft vorsichtiger sein“, sagte er Ursprung jener Woche.

Die alten Manöver

Welcher Vorstoß des Präsidenten war drastisch, vor allem im Gegensatz dazu ein altbekanntes Manöver. Zu welchem Zeitpunkt immer Erdogan in jener Vergangenheit unter Pressung geriet, warf jener islamisch-konservative Volksvertreter dem Westen vor, hinaus die Türkei wie Entwicklungsgesellschaft herabzublicken. Sein Ziel war stets, ein nationalistisches Feuerwerk in jener Nation auszulösen, wie etwa im vierter Monat des Jahres 2017, wie Erdogan Deutschland und die Niederlande mit Nazi-Vergleichen beschimpfte. Vorausgegangen war ein Streit um Wahlkampfauftritte türkischer Volksvertreter in jener EU. Welcher Streit zahlte sich zum Besten von Erdogan aus: Er gewann dasjenige umstrittene Verfassungsreferendum und führte dasjenige hinaus ihn zugeschnittene Präsidialsystem ein.

Und heute? Unterhält man sich in Istanbul mit Friseuren, Barbesitzern und Taxifahrern, entsteht kaum jener Eindruck, dass jener Vorsitzender mit einem solchen alten Trick den Löwenanteil jener Nation erneut so wie am Schnürchen hinaus seine Seite ziehen kann. Zudem ist die Türkei gut eineinhalb Jahre vor jener nächsten Präsidentschafts- und Parlamentswahl so unselbständig vom Ausland wie tief nicht. Vornehmlich Staaten wie die USA, Deutschland und die Niederlande sind wichtige Finanz- und Vertragspartner; dass Erdogan unbedingt jenen Ländern mit jener Identifizierung ihrer Missionschef drohte, wirkt verirrt.

Schlechte Wahlumfragen potenzieren Pressung hinaus Präsidenten

Vielmehr dürfte jener Vorstoß des Präsidenten so gesehen ein strammer Reflexreaktion darauf gewesen sein, dass sich unter vielen Türkinnen und Türken ernste Zweifel breit zeugen, ob jener Vorsitzender dasjenige Staat noch in die Spur einfahren kann. Dass ihm taktgesteuert ein breites Oppositionsbündnis im Nacken sitzt, dasjenige es so noch nie zuvor in jener Türkei gab, macht es zum Besten von Erdogan noch schwieriger. Und so schielen nicht wenige Publikum schon hinaus vorgezogene Neuwahlen.

Es sind vor allem die schlechten Umfragewerte, die Erdogan schwach wirken lassen. Dies Wahlbündnis zwischen jener Regierungspartei AKP und jener ultranationalistischen MHP kommt nur noch hinaus rund 40 v. H.. Welcher jüngsten Erhebung des Forschungsinstituts Metropoll zufolge fliegen mindestens genauso viele Wählerstimmen hinaus ein Oppositionsbündnis, dasjenige von jener säkularen Mittelpunkt-Sinister-Politische Kraft CHP angeführt wird. Hinzukommen die Stimmen jener pro-kurdischen und Erdogan kritischen HDP, die zuletzt im Rahmen Wahlen gut 10 v. H. holte.

Vornehmlich die CHP und die konservativ-nationalistische Iyi-Politische Kraft nutzen öffentliche Auftritte geschickt aus, um den Präsidenten mit sensiblen Themen wie steigenden Mieten, teuren Lebensmitteln und Schwung gegen Frauen zu verzahnen. Damit schrecken sie nachrangig vor Stimmungsmache gegen die Mio. Flüchtlinge im Staat nicht zurück.

Meinungsumfragen sind in jener Türkei mit Vorsicht zu betrachten, doch sie verdeutlichen, dass Erdogan ohne Rest durch zwei teilbar von jener absoluten Mehrheit so weit fern ist wie seither Jahren nicht. Dies ist zum Besten von den erfolgsverwöhnten Präsidenten gefährlich, weil sich dasjenige Oppositionsbündnis mit jener HDP hinaus verknüpfen gemeinsamen Kandidaten einigen und ins Rennen gegen Erdogan schicken könnte. So war schon jener CHP-Shootingstar Ekrem Imamoglu im Rahmen den Kommunalwahlen 2019 Oberbürgermeister von Istanbul geworden.

Türkische Lira sackt ab – Importe werden teurer

Die zum Besten von Erdogan schlechten Umfragewerte die Erlaubnis haben nicht darüber hinwegtäuschen, dass er weiterhin im Alleingang regiert und geschätzt 90 v. H. jener Medien kontrolliert. Doch die Zahlen sind nicht unbegründet. Die Hinterher gehen jener verheerenden Inflation nach sich ziehen längst die armen und konservativen Türken erreicht, Erdogans Kernwählerschaft. Seither Jahresbeginn ist die Währung im Vergleich zu dem Dollar um 24 v. H. in jemanden verliebt sein. Nun wird ein Euro zum Besten von mehr wie 11 Lira gewechselt. Zum Vergleich: Im zehnter Monat des Jahres 2017 lag jener Richtung noch im Rahmen unter 4,50 Lira. Dies ist zum Besten von ein von Importen abhängiges Staat belastend.

Weiter  "Das ist ein reines Ablenkungsmanöver"

Die Wirtschaft wuchs im zweiten Jahresquartal zwar um kräftige 21,7 v. H. an, doch die mikroökonomischen Hinterher gehen sind überall visuell. Im September stiegen die Verbraucherpreise zum Jahresvormonat nachher offiziellen Informationen um 19,58 v. H. an. Otto-Kraftstoff, Fleisch, Tomaten – im Gegensatz dazu nachrangig Zwiebeln, Auberginen, Strom, Gas, Tierfutter, Dung, Maschinenteile, Elektrogeräte: In jener Türkei hat sich so gut wie was auch immer progressiv verteuert. Lebensmittelpreise stiegen mit rund 29 v. H. namentlich stark an.

„Es gibt keine günstigen Lebensmittel in der Türkei“

Dies ist viel, zu viel, sagt Ali Carkoglu im Rahmen einem Gespräch in Istanbul. Welcher Wahlforscher und Professor an jener privaten Istanbuler Koc-Universität hebt hervor, dass man in jener Türkei schon seither Finale 2015 von einer problematischen Wirtschaftslage sprechen könne. Nun bekomme sie nachrangig die Nation kräftig zu spüren. „Neulich war ich in der Stadt Canakkale. Ein Straßenverkäufer wollte tatsächlich neun Lira für ein Kilogramm Tomaten, also genauso viel wie hier in der Metropole Istanbul. Egal wo, es gibt derzeit keine günstigen Lebensmittel in der Türkei.“ Welcher Wahlforscher hebt hervor, es seien solche Preise, die den Flugsteig jener nächsten Wahlen mitentscheiden würden.

Welches die Inflation jener Lira angeht, dürfte Erdogans Kraft hinaus die türkische Zentralbank nicht geholfen nach sich ziehen. Welcher Staatschef übte in den vergangenen Jahren multipel Pressung hinaus die Zentralbank aus und setzte die Senkung jener Leitzinsen durch – obwohl Experten zufolge genau dasjenige Gegenteil getan werden müsste. Dass jener Vorsitzender schon drei Gouverneure entließ, die es wagten, die Leitzinspolitik jener Zentralbank mehr nachher jener allgemeinen ökonomischen Theorie statt nachher jener des Präsidenten auszurichteten, kam im Rahmen ausländischen Investoren nicht gut an.

Publikum vertrauen, dass die Regierung ein herausragendes Ereignis braucht, um ihre Popularität zu potenzieren und die Richtung jener Umfragen zu rotieren. Innerpolitisch könnte Erdogan von jener Drohung gegen die Missionschef nicht dauerhaft profitiert nach sich ziehen. Langfristig sitzt jener Vorsitzender in diesem Zusammenhang im Gegensatz dazu nicht am längeren Hebel: Je mehr Spannungen die Türkei mit dem Ausland hat, umso mehr scheint die Lira abzusacken. Neue Militärintervention im Ausland, eine Vorkaufsrecht die sich Erdogan stets ungeschützt hält, dürften in diesem Zusammenhang wenig helfen.

Vornehmlich Spannungen mit Washington entpuppten sich zuletzt wie kostspielig zum Besten von die türkische Regierung. Nachdem einem Streit mit Ex-Vorsitzender Donald Trump stürzte die Landeswährung schon einmal ab, nachher dem Kauf russischer Raketenabwehrsysteme schloss Washington Hauptstadt der Türkei aus dem Entwicklungsprogramm einer neuer Generation von US-Kampfjets aus. Welcher amtierende US-Vorsitzender Joe Biden hält wenig von Erdogan, darauf deutet sein bisher Umgang mit ihm hin. Es ist unwahrscheinlich, dass Biden im Fallgrube eines Streits wie erster nachgeben wird.

Generation Z ist kein Fan jener AKP

Wahlforscher Carkoglu sieht neben jener Inflation noch ein weiteres Themenkreis, welches zum Besten von dasjenige Umfragetief jener Regierung zuständig ist: die Beschäftigungslosigkeit. 23 v. H. jener Unter-25-Jährigen im Staat sind offiziell erwerbslos. Zähle man diejenigen hinzu, die die Hoffnung hinaus Arbeit aufgegeben hätten und weder noch mehr suchten, sei die Situation noch schlimmer.

„Ich gehe davon aus, dass 40 bis 50 Prozent der Türken unter 25 Jahre de facto arbeitslos sind“, sagt Carkoglu. Weil die Türkei hoch eine namentlich junge Nation verfügt, spricht jener Forscher diesem Merkmal eine hohe Signifikanz zu. „Bei der nächsten Wahl dürfen 4,5 bis 5 Millionen Menschen zum ersten Mal wählen. Das sind fast zehn Prozent der gesamten Wählerschaft. Im Moment deutet wenig darauf hin, dass diese Generation ihre Stimmen mehrheitlich der AKP geben wird. Die Partei bietet dieser Generation nichts.“ Carkoglu rechnet im Frühling oder Winter 2022 mit vorgezogenen Neuwahlen.

Erdogan kontert Kritik mit Basketballspiel hinaus Youtube

Zuletzt kamen nachrangig Diskussionen um die Gesundheit des 67-jährigen Präsidenten hinaus. Erdogan wirkte im Rahmen öffentlichen Auftritten häufiger müde. Im warme Jahreszeit nickte er im Rahmen einer Vortrag im In die Röhre schauen sogar ein. Wiewohl, sein Wille, an jener Mächtigkeit zu bleiben, ist zweifellos ungebrochen.

Dass die Politmaschinerie hinter jener AKP noch geölt ist, zeigte sich Ursprung des Monats. Erdogan konterte Diskussionen um seine Gesundheit mit einem ungewöhnlichen Youtube-Video. Zu sehen ist jener Vorsitzender darin hinaus einem Sportplatz beim Basketballspielen. „Ich bemühe mich, drei Tage die Woche Sport zu machen“, erklärte jener Vorsitzender dazu. Sein Team gewann dasjenige Match mit 50:24. Topscorer mit 27 Punkten: Erdogan.