Welches, wenn es die Zone noch gäbe?


Auslandssemester in Republik Irland und den USA, Korbball im Verein, grenzenlose Freiheiten wie Journalistin: Mein Leben wäre ganz differenzierend verlaufen, wäre im Jahr meiner Geburt nicht die Krauts Gerät vollzogen worden. Ein dystopischer Blick uff die Zeit nachher 1990.

Die Rufe verhallen schlagartig. Statt “Wir sind das Volk” und “Freiheit” sind angsterfüllte Schreie zu vernehmen. Die Menschenmasse am Berliner Pfannkuchen Alexanderplatz zerstäubt sich wie eine Pusteblume im Wind. Dasjenige Dröhnen wird schuldlos. Panzer rollen aus den Seitenstraßen heran. Kampfjets lärmen am Himmel. Die friedlichen Demonstrationen in welcher Deutschen Demokratischen Republik finden am 4. November 1989 ein jähes Finale. Dasjenige Sozialistische Einheitspartei Deutschlands-Regime hat seinen großen Klosterbruder zu Hilfe gerufen, welcher die “Konterrevolution” gewalttätig niederschlägt. Hunderte verlieren ihr Leben, Unzählige ihren Mut. Sämtliche Bestrebungen, mit dem westlichen Nachbarn eine Gerät zu zusammentragen, sind erstickt, im Voraus sie schier deutlich werden können. Die Wand bleibt stillstehen. Welcher Sozialismus in seinem Wettrennen wird nicht aufgehalten.

Selbst rufe mir sie Szenen in Flashback, wie ich 2012 durch den Matsch robbe. Wir nach sich ziehen die damaligen Proteste nie lang und breit im Schulunterricht behandelt, im Gegensatz dazu unsrige Erziehungsberechtigte trichterten uns die Legende wie Kinder ein – um ja nicht noch einmal den Aufstand gegen dies Regime zu proben. Doch an diesem verregneten Dezembermorgen im ZV-Schule (ZV wie Zivilverteidigung), wie die Wärme meine Muskeln lähmt, droben meinem Kopf welcher Stacheldraht droht und ich pausenlos angeschrien werde, stelle ich mir durchaus die Sinnfrage: In welchem Staat lebe ich gleichsam? Welches soll dies die Gesamtheit?

Selbst wachse beschützt uff. Am 1. Juli 1990 erblicke ich zwei Wochen zu Tagesanbruch in welcher Rostocker Universitätsklinik dies Licht welcher Welt. Meine rosafarbene Geburtsurkunde führt unter Vermerke uff: “keine”. Selbst bin 49 Zentimeter weithin und 3200 Gramm schwergewichtig. Zusammen mit meinen Erziehungsberechtigte und meiner älteren Schwesterherz bewohne ich eine kleine Wohnung an welcher Ostseeküste.

Zu Beginn habe ich noch meine Schwierigkeiten, mir die Rangfolge beim Fahnenappell zu registrieren. Doch zeitnah schon bin ich stolz, in einer Schlange mit meinen Mitschülern zu stillstehen und wie Jung-Pionier mein blaues Halstuch zu tragen. Denn ich älter werde und endlich dies rote Tuch welcher Thälmann-Pioniere umbinden darf, kommt mir meine nunmehr ordentliche Körpergröße zugute. Vom Zweifelderball wechsle ich zum Volleyball. An manchen Nachmittagen klingele ich zusammen mit meinen Altersgenossen an den Häusern in unserem Städtchen und frage nachher Altstoffen. Wie so viele Generationen in welcher Zone vor uns nach sich ziehen wir “Timur und sein Trupp” von Arkadi Gaidar gelesen und uns zum Vorbild genommen. An welcher POS, welcher Polytechnischen Oberschule, lerne ich Russisch und ab welcher siebten Lebensart englische Sprache. Dasjenige kyrillische Alphabet bereitet mir Schwierigkeiten, im Gegensatz dazu ich habe keine Wahl.

“Computer am Dienstag, Chaos am Mittwoch”

In meinem Kinderzimmer stapeln sich technische Baukästen und Pebe-Steine. Am Samstagnachmittag die Erlaubnis haben meine Schwesterherz und ich Märchenfilme in welcher “Flimmerstunde” gucken. Dasjenige Sandmännchen ist eh gesetzt. Welcher kleine Moll ist mein absoluter Liebling. Mit welcher Pubertät wird die Sendung “elf99” zum Pflichtprogramm. Weil wir uff dem Staat leben und meine beiden Großväter LPG-Vorsitzende sind, zieht es uns schon Tagesanbruch uff den Anpflanzung. Jede Familie muss uff mehreren Flächen im Frühlingszeit Rüben verziehen. Wir Kinder helfen lieber widerwillig unterdies. Im September zusammenschließen wir mit unseren Freunden die Kartoffeln nachher, die durch dies Raster welcher Erntemaschinen Gefälligkeit sind.

2001 wird meine kleine Schwesterherz geboren. Im Kontext welcher “Messe der Meister von Morgen” in welcher POS kann ich mit den Bastelkünsten meiner Mitschüler nicht nachkommen. Hierfür bin ich zu ungeschickt. Dennoch unmittelbar nachher meiner Jugendweihe stelle ich verkrampft, dass ich gut und gerne Aufsätze schreibe. In mir reift welcher Wunsch, Journalistin zu werden. Meine bäuerliche Herkunft und meine guten Zensuren mitbringen mich an die EOS, die Erweiterte Oberschule. In welcher “Gesellschaft für Sport und Technik”, von kurzer Dauer GST, übe ich die Gesamtheit paar Wochen Schießen mit dem Kleinkaliber. Mit Kompass und Wegeverzeichnis ausgestattet geht es zur Schnitzeljagd. Beim Crosslauf schnallen wir uns ein Holzgewehr um. Dasjenige soll zum Besten von den Kern schulen, wenn welcher Klassenfeind angreift.

Nachher den blutigen Ereignissen im Herbst 1989 verbannen unsrige Erziehungsberechtigte penibel darauf, dass wir kein Westfernsehen gucken. Wir sollen uns in welcher Schulgebäude nicht selbst in die Bredouille mitbringen und vermeiden, dass schlimmstenfalls die Stasi (oder wie man zwischen uns sagt: “Horch und Guck”) uff uns konzentriert wird. Ebenso wenn er an dies drakonische Regime mit Egon Krenz an welcher Spitze nicht glaubt, hält mein Vater an seiner Sozialistische Einheitspartei Deutschlands-Mitgliedschaft verkrampft. Dann gibt es wenigstens keine unangenehmen Fragen. Selbst hole mir mein Parteibuch mit 19 – aus den gleichen Beweggründen.

Die wirtschaftliche Stellung spitzt sich in welcher Zone in den frühen 90er Jahren zu. Kraftstoff ist Mangelware, genauso wie Gegenstände des alltäglichen Bedarfs wie Papiertaschentücher. Denn nachrangig die UdSSR immer mehr ins Straucheln gerät, springt die aufstrebende Wirtschaftsmacht VR ein. Seit dem Zeitpunkt Ost-Hauptstadt von Deutschland dies Geschehen am Tian’anmen-Sitz im Rosenmonat 1989 wie “Niederschlagung eines konterrevolutionären Aufstandes” feierte, hat die Zone zwischen den Pekinger Genossen ein Stein im Brett. Produkte aus welcher Volksrepublik finden reichlich Strophe in den 14 Bezirken. Die störungsanfälligen Robotron-Rechner A7100 mit computerunterstütztes Entwerfen und Konstruieren/Computer Aided Manufacturing (“Computer am Dienstag, Chaos am Mittwoch”) werden zusehends durch Lenovo-Hardware ersetzt.

Peking gibt die Richtung vor

Denn ich 2005 an die EOS komme, darf dies Kommunistische Einheitsnetz, von kurzer Dauer KEN, in keinem Haushalt mehr fehlen. Zu Beginn braucht es noch wenige Minuten, solange bis die elektronische Postamt “ElPo” zwischen meiner Schulfreundin Lisa ankommt. Doch schon zeitnah schreiben wir uns regelmäßig. Mit welcher Suchmaschine Baidu, die wir von unseren kommunistischen Freunden aus VR China übernehmen die Erlaubnis haben, eröffnen sich mir solange bis dorthin fremde Welten: Bilder von exotischen Regionen, lustige Tiervideos, im Gegensatz dazu nachrangig chinesische und russische Nachrichtenseiten. Inhalte des westlichen Klassenfeindes werden durch die “Digitale Mauer” verkrampft. Zu diesem Zeitpunkt stört mich dies nicht.

Weil meine Noten stimmen und ich nachrangig brav an den FDJ-Treffen teilnehme, erfüllt sich mein Traum und ich werde nachher meinem Reifeprüfung 2009 zum Besten von ein Volontariat zugelassen. Selbst muss sehr wohl meine heimischen Gefilde verlassen und zur “Freien Erde” nachher Neubrandenburg. Doch welcher Umgang mit den wortkargen Vorpommern fällt mir leichter wie gedacht und ich darf eines meiner Herzensthemen, die Umwelt, behauen. Seitdem Peking die Richtung vorgegeben hat und welcher Smog aus unseren Großstädten sowie die Chemikalien aus unseren Gewässern verschwinden sollen, ist welcher Umweltschutz zu einem stetigen und von den Parteifunktionären erwünschten Themenbereich geworden. Schließlich gehört zum Heimatschutz nachrangig die Strafaussetzung von Vegetation und Tierwelt.

Nachher einem Jahr bringe ich die Aufnahmeprüfung siegreich hinter mich und studiere fortan an welcher Sektion Journalistik welcher Karl-Marx-Universität Leipzig. Seit dem Zeitpunkt den Demonstrationen, die im Jahr vor meiner Geburt stattgefunden nach sich ziehen und droben die ich nicht viel weiß, ist die Stadt recht verschlafen. Welcher Mendebrunnen uff dem zentralen Karl-Marx-Sitz ist durch die Nachbildung eines sowjetischen Panzers uff einem Felsen ersetzt worden. Dasjenige gibt die Flashback vor.

Welcher Sinn des Lagers erschließt sich mir nicht

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Gasmasken-Probe im ZV-Schule

(Foto: imago stock&people)

Im ersten Studienjahr bin ich verpflichtet, an dem besagten ZV-Schule teilzunehmen. ZV steht zum Besten von Zivilverteidigung. Zusammen mit anderen Frauen absolviere ich vier Wochen weit zusammenführen militärischen Schnellkurs in einer Bergbauregion. Ab 6 Uhr morgens exerzieren wir den perfekten Zeltaufbau, dies Marschieren und Schießen, Läufe mit Gasmaske – von kurzer Dauer: den Ernstfall. Die Bezug zum Klassenfeind hat sich zwar irgendwas unbeschwert. Doch dies Schreckgespenst des Westens, welcher uns in seinen kapitalistischen Zauber ziehen möchte, hat sich tief in den Köpfen welcher Genossen festgesetzt.

Welcher Sinn des Lagers erschließt sich mir nicht. Selbst fühle mich nicht bedroht. Wucht ist mir fremd. Selbst verzehre mich nachher Wohlklang. Selbst bin müde, friere. Die harten Stiefel vermachen Lecken, die ich nur notdürftig erläutern kann. Mir tut die Gesamtheit weh. Zum ersten Mal zweifle ich daran, ob dies wirklich welcher Sozialismus sein soll, welcher gelehrt wird. Wo ist die Gleichheit, die Recht, wenn nur Parteimitglieder zusammenführen Posten in welcher Chefetage welcher Medien bekommen? Wenn nur ein Vorleger Ring die Entscheidungen trifft?

Mein echtes Leben

Zu meiner Geburt am 1. Juli 1990 gab es tatsächlich noch die rosafarbene Zone-Geburtsurkunde – und dies erste Mal Westgeld. Nachher dem Reifeprüfung im Jahr 2009 absolvierte ich ein Bachelor-Studium an welcher Freien Universität Hauptstadt von Deutschland in Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie Politologie. Während meines Journalistik-Masterstudiums an welcher Uni Leipzig zog es mich zum Besten von zwei Semester ins Ausland – in den US-Bundesstaat Oklahoma und nachher Hauptstadt von Irland. Anschließend volontierte ich beim “Nordkurier” – welcher ehemaligen “Freien Erde” – in Neubrandenburg und arbeitete wie Redakteurin. Seit dem Zeitpunkt vierter Monat des Jahres 2018 bin ich Newsdesk-Redakteurin zwischen ntv.de und blicke vom Büro aus uff den Alexanderplatz, wo sich am 4. November 1989 Hunderttausende Zone-Bevölkerung zum friedlichen Protest versammelt hatten. In welcher Schulgebäude lernte ich englische Sprache, Frz. und Latein, warf in meiner Freizeit Basketbälle in Körbe, spielte am liebsten mit Lego und suchtete Trickfilme uff SuperRTL. Meine einzigen Schießübungen habe ich zwischen welcher Jagen uff Moorhühner am heimischen PC gemacht.

Z. Hd. mein Journalistik-Diplom absolviere ich Seminare droben Marxismus-Leninismus, Russisch, englische Sprache, Stilkunde, Genretheorie und praktische Stationen. Dasjenige noch relativ neue Betätigungsfeld KEN-JOU erweckt zunehmend mein Motivation. Denn Journalistin, die zum Besten von Netzmedien wie “nd.” oder “freie-erde.ddr” schreiben will, fokussiere ich mich uff vermeintliche Jugendthemen, zu denen etwa die Umweltpolitik zählt. Ein Auslandssemester kommt zum Besten von mich nicht infrage. Mit Russisch wurde ich nie so richtig warm, und mein englische Sprache ist erstens eingerostet, weil ich in meinem Alltagstrott kaum mit welcher Sprache in Berührung komme. Zweitens bringt mich dies in unserer sino-sowjetischen Wirtschaftszone nicht weiter. Ganz außer davon, dass ich ohnehin nicht ausreisen darf.

Welcher Zweifel bleibt, wie es mich nachher vier Jahren in Leipzig zurück in den Rayon Neubrandenburg zieht. Die Kadersteuerung spielt mir in die Karten und ich darf am Nachrichtensendung-Zirkel welcher “Freien Erde” Sitz nehmen. Selbst drehe Videos von Landungen des Notarzt-Hubschraubers am Marktplatz, stelle Meldungen welcher staatlichen Nachrichtenagentur ADN ins KEN und betreue dies Leserforum in welcher Gemeinschaftsplattform “Gesichter des Kommunismus”. Die Arbeit macht mir Spaß.

Was auch immer wäre gut, wenn …

Nur wenn welcher Chefredakteur die Ansichten welcher Bezirksleitung vortöddert und welcher gefühlt zehnte Staatsbesuch in zwei Monaten von Xi Jinping uff die Titelseite muss, beiße ich mir regelmäßig uff die Zunge. Neulich hat mir ein Kollege zusammenführen VPN-Client gezeigt. Damit kann er uff dies “Internet” im Westen zupacken. Wie unverblümt da Privatmenschen ihre Ansichten teilen, hat mich stark beeindruckt. Aufwärts “Youtube” konnte man sogar Musikvideos von Stars mit Namen wie Lady Gaga und Beyoncé ansehen.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich fühle mich wohl in meiner Wursthaut. Meine Generation hat nie irgendwas anderes kennengelernt wie die Zone. Wir wissen, dass wir uff Schritttempo und Tritt mit Kameras beobachtet, dass unsrige Huawei-Handys überwacht werden. Wir die Erlaubnis haben wie am Schnürchen nichts Böses tun. Selbst weiß keiner, ob dies im Westen so viel differenzierend ist. Mit unseren chinesischen und sowjetischen Brüdern nach sich ziehen wir es zu sagenhaftem Wohlstand geschafft, den meine Erziehungsberechtigte und Großeltern so nicht zum Besten von möglich gehalten hätten. Es ist die Gesamtheit planmäßig und zum Besten von die nächsten fünf Jahre durchgeplant. Dasjenige gibt mir Sicherheit.

Was auch immer wäre gut, wenn nur neben dem Verständnislosigkeit, dies zuweilen meine Nervenkostüm strapaziert, sie Sehnsucht nicht wäre. Sehnsucht nachher Urlaubsreisen in ferne Länder, irgendwas Neuem, nachher wahrhaftigen Gesprächen ohne Furcht vor Unterdrückung, nachher Frieden und Völkerverständigung. Und so bleibe ich doch nachrangig mit 30 Jahren eine Gefangene des Horizontes meiner Herkunft.