Wenn deutsche Pipelines Erdgas verlieren


In den eigenen vier Wänden werden Lecks geschlossen, in jener Energiewirtschaft in Besitz sein von sie zum guten Ton: Die Krauts Umwelthilfe (DUH) und die Clean Air Task Force weisen in einer gemeinsamen Untersuchung an mindestens 15 Pipeline-Anlagen in Deutschland Leckagen nachdem, aus denen Erdgas und somit selbst Sumpfgas in die Lufthülle strömt. Ein doppeltes Problem: Jeder verlorene Kubikmeter Gas macht Deutschland abhängiger von Russland. Taktgesteuert ist Sumpfgas dasjenige „kleinere“, nichtsdestoweniger selbst potentere jener beiden bekanntesten Klimagase. Selten unerfreulich sind die undichten Röhren selbst insoweit, weil sie im Kampf gegen den Klimawandel zu den sogenannten „Low hanging fruits“ in Besitz sein von: Maßnahmen, die gerade wie geschmiert und günstig umgesetzt werden könnten, wie Sascha Erdboden im „Klima-Labor“ von ntv erklärt. Jener Energieexperte von jener DUH erzählt im Interview selbst, warum die meisten Pipeline-Betreiber ihre Leckagen nur widerwillig schließen. Die deutschen Behörden sind keine Hilfe, denn sie verlassen sich hinauf ein Regelwerk, dasjenige die Industrie selbst verfasst hat und publik nicht einsehbar ist.

ntv: Verzocken wir durch Sumpfgas-Leckagen unser kostbares Erdgas?

Sascha Erdboden: Hinauf jeden Kern. Wir nach sich ziehen ja weltweit ein Riesenproblem mit Sumpfgas. Die Internationale Energieagentur (Internationale Energieagentur) sagt, dass die Emissionen 70 von Hundert höher sind qua angegeben oder fiktional. Deutschland trägt seinen Teil dazu im Kontext.

Weil wir überall Lecks in den Leitungen nach sich ziehen oder wo strömt dasjenige aus?

So sieht es zumindest aus. Wir wissen, dass die Methanemissionen extrinsisch Deutschlands, mithin hinauf dem Weg zu uns, höher sind qua in Deutschland. Daher unsrige Messungen zeigen, dass wir an vielen Standorten ebenfalls Erdgas verlieren.

Und wo sind ebendiese Lecks? In jener Pipeline? In den Heizungsrohren? In Gaskraftwerken?

Dies ist eine gute Frage, wir können leider nicht überall hinschauen. Wir nach sich ziehen Verdichterstationen untersucht. Die sind Teil jener Pipeline-System, in denen dasjenige Erdgas hinauf dem Weg zu uns verdichtet, mithin quasi „beschleunigt“ wird. Strecke dort gibt es viele Emissionen, weil Gas wie geschmiert so aus jener Not-Entlüftungsanlage austritt.

Und dasjenige bemerkt niemand? Strecke jetzt ist Erdgas ja unglaublich wertvoll. Irgendjemandem muss doch Aufmerksamkeit auf sich ziehen, dass dort ständig irgendetwas verloren geht.

Jene Frage nach sich ziehen wir uns selbst gestellt. Und den Behörden und teilweise den Unternehmen. Daher dasjenige Gas ist ja, wie wir aufgebraucht wissen, unsichtbar. Ohne Spezialgerät bemerkt man dasjenige im Zweifelsfall nicht.

Daher wird denn nicht sichergestellt, dass die Leitungen luftdicht sind?

Neben… dasjenige sollen wir die Betreiber jener Anlagen fragen. Dies wird sicherlich im Kontext jener Konstruktion überprüft, nichtsdestoweniger es kann immer sein, dass ein Ventil überbeansprucht wird, kaputtgeht oder irgendwelche Teile oder Schrauben nicht richtig verbaut werden. Wenn man dasjenige nicht regelmäßig kontrolliert, treten solche Leckagen hinauf.

Nach sich ziehen Sie im Kontext den Betreibern mal gefragt, welches die dazu sagen? Sie qua DUH nach sich ziehen ja im Kontext einer gemeinsamen Untersuchung mit jener Clean Air Task Force „signifikante Methan-Emissionen an Erdgas-Anlagen an 15 Standorten in Deutschland“ entdeckt.

Richtig. Wir nach sich ziehen uns eine Spezialkamera genommen, eine Infrarotkamera. Die kann man hinauf zusammenführen Schornstein urteilen und dasjenige Sumpfgas visuell zeugen. Wir nach sich ziehen Videos aufgenommen, Messungen durchgeführt und die Behörden, die zu Händen ebendiese Anlagen zuständig sind, informiert und teilweise selbst die Betreiber. Die Behörden wussten davon nichts, weil sie selbst nicht gemessen nach sich ziehen. Die Betreiber nach sich ziehen ebendiese Leckagen, die wir gefunden nach sich ziehen, selbst nicht gemeldet.

Und wie sind Sie darauf gekommen, dass dasjenige schier ein Problem sein könnte?

Viele Unterrichts… dem Einsatzfeld legen nahe, dass es Probleme mit dem Fracking-Gas aus den USA gibt, mit Russland oder selbst Reich der Mitte. Zu Händen uns war naheliegend, sich wie geschmiert mal die deutsche Unterbau anzuschauen und zu fragen: Nach sich ziehen wir vor unserer innerbetrieblich vielleicht selbst ein Problem? Deutschland kommt ja immer so ein kleinster Teil qua Saubermann rüber. Dies wollten wir kontrollieren.

Können Sie sagen, wie weit dasjenige Problem ist? Wie viel Sumpfgas in jener Luft herumschwirrt?

Nicht ganz genau. Jene Kamera, die wir benutzen, kann eine Sache nicht: quantifizieren. Wir nach sich ziehen uns nichtsdestoweniger zum Vorzeigebeispiel eine Verdichterstation in Brandenburg angeguckt, in Mallnow. Dies ist am Übergangspunkt von Polen nachdem Deutschland. Anschließend nach sich ziehen wir den Betreiber dieser Leitweglenkung, Gascade, angesprochen: Wir nach sich ziehen im Kontext euch im Distanz von mehreren Monaten mehrmals gemessen und Emissionen festgestellt. Die nach sich ziehen uns gesagt, wie weit die sind, ungefähr zehn Kubikmeter Erdgas pro Stunde.

Dies ist relativ gesehen nicht viel, weil ebendiese System viel, viel größer ist. Dies ist zumindest dasjenige Begründung jener Industrie: Dies sind Kleinstmengen. Deswegen ist dasjenige selbst kein Unfall, den man melden muss. Daher wenn man dasjenige von jener ersten Messung hochrechnet zur zweiten, die wir acht Monate später gemacht nach sich ziehen, reden wir von etwa 3000 Tonnen Kohlenstoffdioxid-Äquivalenten. Dies entspricht ungefähr 1000 Flügen von Deutschland nachdem New York. Dies ist schon signifikant, oder?

Können Sie dasjenige einmal einordnen, wie weit dasjenige Problem in jener Gasindustrie ist im Vergleich zu Kühen und jener Landwirtschaft?

In Deutschland ist die Landwirtschaft hinauf jeden Kern jener größte Emittent. Die Energiewirtschaft liefert sich zusammenführen Wettlauf mit jener Abfallwirtschaft, die spielt selbst zusammenführen signifikanten Parte. So verwandt sieht es in Europa aus. Jener Unterschied zur Landwirtschaft ist nichtsdestoweniger, dass es sich im Kontext jener Reduzierung von Sumpfgas-Emissionen in jener Energiewirtschaft um die sogenannten „Low hanging fruits“ handelt, mithin Sachen, die man wie geschmiert umtopfen könnte. Dies wird selbst von jener EU-Kommission oder jener Internationalen Energieagentur betont: Dies sind die Zeug, die jetzt angegangen werden könnten, um die globalen Emissionen spürbar zu reduzieren. Dies wiederum würde uns extrem helfen, weil Sumpfgas 83 Mal klimaschädlicher ist qua Kohlenstoffdioxid. Wenn wir den Freisetzung schnell reduzieren, nach sich ziehen wir vielleicht ein kleinster Teil mehr Zeit, um andere Sachen umzusetzen.

Und ebendiese Lecks wären wie geschmiert zu stopfen?

Teilweise. Zum Vorzeigebeispiel ist es so, dass in ganz vielen Ländern in Europa, nichtsdestoweniger selbst weltweit, im Kontext Wartungsarbeiten dasjenige Gas, dasjenige sich in jener betroffenen Untertagebauwerk befindet, wie geschmiert in die Lufthülle geschasst wird. Die Firmen verdeutlichen dann, dass sie es heruntersetzen, weil sie sonst eine weitere Untertagebauwerk oder eine Sorte Umleitung konstruieren müssten. Dies sollen wir zensurieren. Es sei denn, es gibt zusammenführen Notsituation, wo dasjenige Gas unbedingt abgelassen werden muss.

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Man sollte ja in jener aktuellen Situation meinen, dass die Betreiber dieser Anlagen nachdem jedem Undicht suchen, weil sie jede Tonne Erdgas, die eingespart wird, anschließend teuer verkaufen können.

Förmlich schon. Im Kontext Gascade wurde ebendiese Leckage behoben, nichtsdestoweniger man hat uns selbst gesagt, dass zu diesem Zweck die komplette System abgestellt und extra Personal getilgt werden musste. Dies war mithin vermutlich teuer und kostenintensiv. Daher wenn auch es so war, ist dasjenige – salopp gesagt – nicht unser Problem: Wer Erdgas transportiert und damit Geld verdient, ist selbst zu diesem Zweck zuständig, dass dasjenige solide gemacht wird. Die andere Vermutung ist, dass dasjenige Geschäftslokal selbst mit Leckagen so profitabel ist, dass sich die Prüfung jener Leitungen wie geschmiert nicht lohnt. Dass man sich sagt: Wir nach sich ziehen dasjenige immer so gemacht und trotzdem Geld bekommen.

Vertrauen Sie, dass dasjenige Undicht selbst ohne Ihren Zeiger geschlossen worden wäre?

Wo finde ich dasjenige Wetterlage-Laboratorium?

Dies Wetterlage-Laboratorium finden Sie im Kontext ntv und überall, wo es Podcasts gibt: Audio Now, Apple Podcasts, Amazon Music, Google Podcasts, Spotify, RSS-Feed

Wir vermuten, dass dasjenige immer so weitergegangen wäre. Dies ist selbst ein Problem, es gibt keine Verpflichtungen, sich die Leitungen mit einer Methankamera anzuschauen. Und solange ebendiese Firmen solche Kameras nicht nach sich ziehen, können sie die Leckagen weder noch erspähen, wenn auch sie die System untersuchen.

Wie kann es denn sein, dass dasjenige in Deutschland so stark unbemerkt abläuft?

Dies liegt an den Regelwerken und jener Gesetzeslage. Wir nach sich ziehen ein Gutachten in Auftrag gegeben, um dasjenige Energiewirtschaftsgesetz und die sogenannte Gas-Hochdruck-Leitungs-Verordnung zu untersuchen. Jene Verordnungen säubern, wie solche technischen Anlagen, die Erdgas verarbeiten oder transportieren, in Deutschland reguliert werden. Dies Kuriose daran ist, dass dasjenige technische Regelwerk des „Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches“, des DVGW, dort Gebrauch findet. Im DVGW sitzen Industrie- und Erdgasunternehmen, die ebendiese Anlagen teilweise betreiben und besitzen. Dieses Regelwerk, hinauf dasjenige jener Gesetzgeber verweist, nach sich ziehen sie selbst geschrieben. Dies ist die sogenannte technische Selbstverwaltung. Es kostet selbst Geld und ist publik nicht einsehbar. Jener Gesetzgeber geht davon aus, dass Sumpfgas-Leckagen mit diesem Regelwerk effizient reduziert werden. Unsrige Untersuchungen zeigen, dass dasjenige offensichtlich nicht jener Kern ist.

Die EU plant derzeit eine neue Regulierung, um ebendiese Lecks zu reduzieren. Welches halten Sie davon? Kann man dasjenige mit Regulierung lockern?

Hinauf jeden Kern. Dies muss man selbst mit Regulierung lockern, weil die Selbstverpflichtung jener Industrie ja offensichtlich gescheitert ist. Die Pläne jener EU-Kommission sind schon sehr sinnvoll, selbst wenn wir uns wünschen, dass die Prüfzyklen enger und strenger sind qua bisher geplant. Dies größte Problem ist nichtsdestoweniger tatsächlich dasjenige Ausland: Wir bekommen dasjenige meiste Erdgas immer noch aus Russland und jetzt verstärkt wieder aus den USA. In einer sanieren Welt müssten selbst die ihre Leckagen untersuchen, nichtsdestoweniger dasjenige wird halt oft nicht gemacht. Dann ist die Frage, ob wir dasjenige ignorieren oder ob wir dort ebenfalls hinauf Kontrollen drängen sollten.

Wodurch im Kontext so einem Undicht in Sibirien natürlich die Frage aufkommt, wer jener richtige Verbindungsperson wäre und wie man ihn oder sie erreicht.

Total. Wir nach sich ziehen jetzt dasjenige zweite Jahr in Folge eine Sumpfgas-Umfrage im Kontext großen europäischen Firmen gemacht. Dieses Mal nach sich ziehen wir selbst Unternehmen einbezogen, die schon stark hinauf dem europäischen Markt tätig sind, zum Vorzeigebeispiel Gazprom. Da nach sich ziehen wir dieses Problem: Wen fragt man? Wer sind die Verbindungsperson? Dies ist vielleicht ein weiteres Vorzeichen, warum wir uns so schnell wie möglich von fossiler Leistungsfähigkeit unabhängig zeugen sollten. Wir können ausländische Produzenten kaum dazu verpflichten, bestimmte Standards einzuhalten.

Langfristig wollen wir ja weg vom Gas, nichtsdestoweniger es würde sich wahrscheinlich trotzdem lohnen, ebendiese Lecks zu schließen?

Zum Anderen. Jeder eingesparte Kubikmeter Gas ist wichtig und trägt zur Limitierung jener Klimakatastrophe im Kontext. Daher es reicht nicht, wenn die Firmen sagen, dass sie ihre Leckagen solange bis 2030 um soundso viel reduzieren wollen. Dies muss immer verbunden sein mit jener Zusage, aus dem Gasgeschäft auszusteigen. Dies ist jetzt die Wirklichkeit. Seit dieser Zeit Werden vierter Monat des Jahres wissen wir von jener US-amerikanischen Wetter- und Ozeanografiebehörde , dass wir 2021 dasjenige zweite Mal in Folge den stärksten Klimax jener Sumpfgas-Konzentration in jener Lufthülle schier hatten.

Wie reagieren die Firmen denn hinauf Ihre Anfragen?

Jener Löwenanteil antwortet weder noch. Im vergangenen Jahr nach sich ziehen nur 2 von 19 Unternehmen unseren Fragenkatalog ausgefüllt. Sieben oder acht weitere nach sich ziehen uns eine Mail mit ihrem Nachhaltigkeitsbericht geschickt. Dies sieht man selbst beim Erdgas-Ausstieg: Es gibt maximal eine Firma, im Kontext jener wir glaubwürdig sagen können: Okay, die scheinen sich hinauf einem guten Weg zu entscheiden. Ganz anderen betreiben Maßnahmen wie Off-Setting und kaufen irgendwo Wälder, meistens irgendwo im globalen Süden, und emittieren wie geschmiert weiter. Dies sind Scheinlösungen, weil sie dasjenige bestehende Problem nicht beheben.

Wer stellt sich gerade schräg?

Da sollen Sie ein kleinster Teil warten, solange bis wir den neuen Methanbericht veröffentlichen. Daher wir können sagen, wen wir diesjährig befragt nach sich ziehen: Shell, EnBW, Vattenfall, RWE, Wintershall Dea – ganz viele Firmen, die man sozusagen gut kennt. Dazu ein paar größere Stadtwerke aus Spreeathen und München. Vattenfall hat zum Vorzeigebeispiel geantwortet. Wintershall Dea selbst, nichtsdestoweniger vermutlich ungefähr, weil wir schon eine große Kampagne gegen sie pendeln. Dann gibt es noch Firmen wie Örsted, die im Kontext jener Reduzierung des Gasgeschäfts am weitesten entfernt sind und gute Argumente herbringen.

Mit Sascha Erdboden sprachen Clara Pfeffer und Christian Herrmann. Dies Gespräch ist zur besseren Verständlichkeit zensiert und geglättet worden.

Wetterlage-Laboratorium von ntv

Welches hilft gegen den Klimawandel? Wetterlage-Laboratorium ist jener ntv-Podcast, in dem Clara Pfeffer und Christian Herrmann Ideen und Behauptungen prüfen, die toll tönen, es nichtsdestoweniger selten sind. Klimaneutrale Unternehmen? Gelogen. Klimakiller Kuh? Missverständlich. Bewalden? Verschärft Probleme. Kohlenstoffdioxid-Preise zu Händen Verbraucher? Unausweichlich.

Dies Wetterlage-Laboratorium – jeden vierter Tag der Woche eine halbe Stunde, die informiert, aufräumt und Spaß macht. Im Kontext ntv und überall, wo es Podcasts gibt: Audio Now, Apple Podcasts, Amazon Music, Google Podcasts, Spotify, RSS-Feed