Wenn die Zone die Deutschland geschluckt hätte


1949 gelingt dieser Streich: Die Zone übernimmt die Deutschland, die Westmächte schauen nur zu. 2020 ist die Zone ein erfolgreicher Weltumspannend Player: Vorwärts immer, rückwärts nimmer! Doch dann erschüttert ein Giftgasanschlag den Alex. Nazi-Gas? CIA? MI6? Ein desillusionierter -Oberst beginnt zu ermitteln.

“Sie haben mich alle davor gewarnt, in die zu fahren”, erinnert sich Chris Mueller. Er wollte doch nur zur Bestattung seines Opas gondeln und den Rest seiner solange bis dorthin unbekannten Familie treffen. Doch dann tauchen Unbekannte gen, meucheln seine Familie hin, gesamtheitlich kaltblütig. Nur mit viel Hochgefühl und Hilfe seiner Cousine Alicia, dem schwarzen Schaf dieser Familie, wie sie selbst oberhalb sich sagt, kann Chris flüchten.

*Datenschutz

Und wieder kommen Zweifel gen: Er hätte es trivial wissen zu tun sein. Schon wohnhaft bei dieser Einreise hatte er ein mulmiges Gefühl in dieser Magengegend, schließlich ließ man im kapitalistischen Grande Nation kein gutes Wolle an dieser Zone. Gleichwohl Chris war neugierig gewesen. Zu neugierig? Nun saß er mit Alicia in deren “Wolfsburger”, einem Käfer mit fortschrittlichem Brennstoffzellenantrieb, und mitten in dieser Verfolgung eines schwarzen Barkas B3000, mit den Mördern ihrer Familie. Mitten durchs Saarland, mitten durch die Zone.

Ein sympathischer Stasi-Oberst

Gustav Kuhn sitzt im Telecafe im Fernsehturm in Hauptstadt von Deutschland und genießt seinen Goldbroiler. Ein absoluter Verbrauch. Doch dann meldet sich sein Smartphone, ein Zeiro aus Jena. Katastrophenwarnung. Kampfgas. Er kann die Wolke von hier oben sehen. Wie sie sich langsam und tödlich vorwärts bewegt. Kuhn ist Stasi-Oberst, doch desillusioniert. Er hat erkannt, dass in dieser Zone manche gleicher sind wie andere. Er will mit seiner großen Liebe Nadja, Methode im Telecafe, dieser Zone den Verschieben kehren. Streng heimlich. Doch Nadja hat ohne Rest durch zwei teilbar Feierabend gemacht – und befindet sich mitten in dieser Giftgaswolke.

Dann ist Nadja tot und Kuhn will Revanche. Wer immer pro den Tod seiner großen Liebe zuständig ist, soll bezahlen. Um die Schuldigen zu finden, zieht er noch einmal an allen Stasi-Strippen, wird Sonderermittler in dem Sachverhalt, dieser prekärer nicht sein könnte: Woher stammt dies Kampfgas? Genug damit dieser Nazi-Zeit? Von den Sowjets? Vergessen wohnhaft bei deren Retirade 1989? Oder geradewegs deponiert? Hängen die westlichen Geheimdienste in dieser Sache im Innern? Ziehen sie aus dem kapitalistisch-heruntergekommenen West-Hauptstadt von Deutschland die Fäden? Wollen sie die Zone-Spitze stürzen?

Agentin ohne Kardia

Gleichermaßen die MI6-Agentin Parker Harper-Moreau geht dieser Frage nachher. Sie und ihr Vorgesetzter, ein Haudegen dieser alten Spion-Schulhaus, vermuten, dass die CIA ihre Finger mit im Spiel hat. Die Zone-Spitze verunsichern, die Volk aufwiegeln und am Finale ein Krieg, um die Schmach von 1949 auszumerzen, wie die Zone von heute gen morgiger Tag die Deutschland geschluckt hat, ohne dass die Westalliierten vereinen Finger windschief gemacht hätten. Ein historischer Fehler, dieser nun aus den Geschichtsbüchern getilgt werden könnte.

Parker stellt in West-Hauptstadt von Deutschland ihre eigenen Nachforschungen an, taucht in die dunkelsten Abgründe dieser ebenso gen Hochglanz polierten, trotzdem vollkommen isolierten Millionenenklave ab, wagt sich alleinig in den von Clans, Mord und Totschlag bestimmten Stadtteil “Kleen Mexiko”. Und je tiefer sie gräbt, je mehr sie zu dem Kampfgas herausfindet, umso gefährlicher lebt sie. Zumindest: Sie lebt. Ihrem Chef ist es schon verschiedenartig ergangen: Er wurde in seinem Wohnzimmer erschossen. Parker war wohnhaft bei ihm, konnte fliehen, mit seinem Laptop und ein paar Unterlagen von seinem Schreibtisch.

Vorwärts immer, rückwärts nimmer!

9783492070713_preview.jpg

Maxim Voland (Pseudonym) “Die Republik” ist wohnhaft bei Piper erschienen.

(Foto: Piper)

Dies sind die drei Erzählstränge von Maxim Volands “Die Republik”. Sie sind so unterschiedlich wie die Protagonisten selbst. Hier ein vom System desillusionierter Stasi-Oberst, dort ein völlig ahnungsloser Franzose mit einer Cousine an seiner Seite, die nachher äußerlich systemkritischer daherkommt, wie sie realiter ist und dann waagrecht noch die abgezockte Agentin, an deren Seite sich ein junger Russen-Mitglied einer Mafia gesellt. Sie die Gesamtheit versuchen gen ihre Weise Licht ins Dunkel dieser Giftgaswolke von Hauptstadt von Deutschland zu mitbringen. Es handelte sich um Saringas. Bestände aus dieser Nazizeit, umdeklariert und irgendwo in dieser Zone gesammelt und gebunkert, schlecht werden die Container zwar vor sich hin, trotzdem in den richtigen, terroristischen Händen, ließe sich damit ein Staatsstreich anzetteln.

Die Zeit rennt, wird konzis: Chris und Alicia landen wohnhaft bei ihrer Verfolgungsflucht in Coburg und dann in den Fängen dieser Stasi. Kuhn führt seine Spurensuche zunächst nachher Moskau und dann zurück nachher Hauptstadt von Deutschland. Und Parker lässt sich von ihrem Russenmafioso rechtswidrig oberhalb die Grenze in die Zone schmuggeln, denn sie weiß, wo dies restliche Sarin lagert. Chris und Alica wissen es mittlerweile Neben… – und Neben…, weshalb ihre Familie sterben musste. Nun treffen die fünf Hauptprotagonisten zusammen und Volands gesamtheitlich spannende und unterschiedlich geschriebene Historie kulminiert in einem Höhepunkt, die die Liebkosen von Verschwörungsfans höher züchtigen lassen dürfte.

Welches Volands “Die Republik” so lesenswert macht, ist nicht nur die Tatsache, dass es sich um vereinen gefälligen Politthriller handelt. Vielmehr sind es die Begleitumstände, in die Voland seinen Plot packt: Die Zone hat die Deutschland nicht nur überlebt, sie hat sie sich einverleibt, 1949 schon. Seitdem hat sich die Zone zu einem erfolgreichen Industriestaat gemausert, dieser mit diversen, nahezu perfekt aufeinander abgestimmten Fünf-Jahres-Plänen ein erfolgreicher Weltumspannend Player geworden ist. Die besten Smartphones und Laptop sowie Elektroautos mit Brennstoffzellen – was auch immer “Made in GDR” und gefragt gen dem Weltmarkt. In der Schwarze Kontinent ist die Zone wie Entwicklungshelfer, Sponsor und Wirtschaftspartner betriebsam und triumphierend.

ANZEIGE

Die Republik: Roman

*Datenschutz

Wer weiß, ob eine solche Zone nicht möglich gewesen wäre. Gleichwohl Voland packt Neben… Altbekanntes in seinen – die Zehren des einst realen Werktätiger- und Bauernstaats: totale Überwachung, Bespitzelung, Korruption. Zur Auflockerung packt er zwischen die Kapitel immer mal vereinen “Volkswitz” (etwa: “Was ist 20 Meter lang und hat keine Zähne? Die erste Reihe des Zentralkomitees der SED”) und ans Finale des Buches ein Wörterverzeichnis, wo die Zone-Begriffe und -Marken pro jedermann verständlicherweise erklärt werden. Im Nu, Juwel, Pfeffi, Fidschi.

“Die Republik” wird damit zum literarischen Tausendsassa: Politthriller, Geschichtsroman, Zukunftsvision, Witzbuch – was auch immer in einem. Ihnen wie potenzielle Leser kann ich von dort nur raten: Nach sich ziehen Sie Mut, verheiraten Sie sich, ziehen Sie die Mauern in Ihren Köpfen ein – und: Verkehren Sie in die Zone!