Wie dasjenige Ibiza-Video noch unterhaltsamer wird



Universum aus traurigen Deppen

Wie dasjenige Ibiza-Video noch unterhaltsamer wird

Welches soll man aus dem völlig irren Ibiza-Video noch zeugen? Sky bastelt mit „Die Ibiza-Affäre“ eine temporeiche Miniserie zwischen „Ocean’s Eleven“ und „Die Unbestechlichen“. Z. Hd. Piefkes manchmal schwergewichtig verständlicherweise, wohl immer unterhaltsam.

Es war von jeher schwergewichtig zu sagen, welches unterhaltsamer ist: dasjenige echte Ostmark, oder doch die Kunstfigur Ostmark, die die Deutschen aus den Liedern von Falco Kontakt haben, aus Elfriede Jelineks Theaterstücken oder dem Wiener „Tatort“.

Die vergangenen Wochen waren ein klarer Zähler pro dasjenige real existierende Nationalstaat – welcher Sonnenkanzler Sebastian Von kurzer Dauer musste zurücktreten, weil sein Team Umfragen frisiert und gegen Steuergeld im grindigsten Revolverblatt welcher Nation platziert hat, dasjenige dann allen Ernstes nicht zuletzt noch „Österreich“ heißt. Darauf müssten Drehbuchschreiber erstmal kommen. Dies Burgtheater, dasjenige Nationalheiligtum welcher Kulturszene, hat an diesem Wochenende dasjenige Naheliegende gemacht, und die Chatnachrichten welcher machtgeilen „Prätorianer“ des Bundeskanzlers leicht vorgelesen, im Originaldokument. Wenn die Wirklichkeit absurder ist qua jede Satire, bleibt manchmal vor wenigen Momenten nur noch dasjenige Protokoll.

Die Macher welcher Sky-Miniserie „Die Ibiza-Affäre“ wählen kombinieren anderen Verfahren, dankenswerterweise: Sieben Zahlungsfrist aufschieben weit Heinz-Christian Strache uff seinem Wodka-Red-Bull-Trip zwischen Korruptionsfantasien und Polit-Tratsch zuzuschauen, dasjenige würde selbst dem härtesten Innenpolitik-Aficionado irgendwann zu fad. Deswegen beleuchtet Regisseur Christoph Schier die Historie hinterm wohl berühmtesten Homevideo Österreichs und bastelt daraus kombinieren temporeichen Literaturform-Potpourri irgendwo zwischen „Ocean’s Eleven“ und „Die Unbestechlichen“ im Wiener Szene.

„Des is‘ a super Chance“

261199033.jpg

Natürlich spielen die Gespräche mit welcher Russin Alyona Makarov (Anna Gorshkova, l.) nicht zuletzt in welcher Serie eine gewichtige Rolle.

(Foto: picture alliance/dpa/Wolfram&B Television/epa film/Sky)

„Zu wahr, um erfunden zu sein“, mit diesem Slogan bewirbt Sky die Eigenproduktion, und tatsächlich hält sich die Serie an die wahren Begebenheiten, so vertraut: Jener Wiener Anwalt Rami Mirfakhrai (David A. Hamade) erhält zusätzlich den persönlicher Fahrer von Heinz-Christian Strache (Andreas Lust) belastendes Werkstoff gegen den Chef welcher Rechtsaußen-Politische Kraft. Es geht vor allem um eine Tasche voller Bargeld, vermutlich Straches Beitrag an einer Zehn-Mio.-Euro-Schmiergeldzahlung ukrainischer Oligarchen pro ein Parlamentsmandat eines FPÖ-Hinterbänklers. Die Polizei lehnt eine Kronzeugenregelung pro den persönlicher Fahrer ab, dasjenige Werkstoff landet im Giftschrank des Anwalts. Solange bis er den schmierigen Julian Hessenthaler trifft, eine Paraderolle pro Nicholas Ofczarek, welcher den Detektiv qua Borderliner anlegt, mal verlorener Trunkenbold, mal nüchterner Zyniker, immer irgendwie undurchsichtig.

Verbinden planen sie, Strache zu Sachverhalt zu mitbringen, Hessenthaler wanzt sich zu diesem Zweck an dessen Helfer Johann Gudenus heran. Schon früher mit im Spiel: Die angebliche reiche Russin, Deckname Alyona Makarov (Anna Gorshkova), die sich vielleicht pro ein Jagdgrundstück welcher Familie Gudenus neugierig. Gudenus fasst Vertrauen und organisiert schließlich dasjenige Treffen uff Ibiza, wohin sich dasjenige Geschehen erst in welcher dritten von vier Hören verlagert. Gudenus trifft nachher seinem Chef ein, welcher sich am Strand massieren lässt und so gar keine Lust uff ein Treffen hat, solange bis Gudenus ihm ins Gewissen redet: „Des is‘ a super Chance, die will groß investieren, net nur privat. Die will bei der ‚Krone‘ einsteigen.“ Strache reißt die Augen uff, willigt ein. Für den Fall welcher Zuschauer nicht mitbekommen nach sich ziehen sollte, welches da ohne Rest durch teilbar passiert ist, hilft Regisseur Schier mit ein paar Bildern von einer Mouse nachher, die um eine Fallgrube herumscharwenzelt – und zack: zugeschnappt.

Weiter  Wunderwaffe mRNA?: Hightech-Vakzin soll Corona bezwingen

Dies Video qua Selbstverteidigung?

Schier streut öfters solche Montagen ein, in denen etwa ein Puppentheater Heinz-Christian Straches Exkurs zusätzlich die österreichische Parteienfinanzierung erklärt. Qua narrative Instanz fungiert Detektiv Hessenthaler, welcher dasjenige Publikum unverhohlen anspricht und mit Hintergrundinfos versorgt, aus seinem Versteck in Rumänien hervor, wohin er vor dem Haftbefehl wegen Drogenhandels geflüchtet ist. So wird nicht zuletzt offensichtlich, wessen Historie dasjenige ist: Die Drehbuchautoren nach sich ziehen sich im Wesentlichen pro die Version von Mirfakhrai und Hessenthaler kategorisch, die dasjenige Ibiza-Video im echten Leben qua „zivilgesellschaftliches Projekt“ verstanden wissen wollen.

So lassen sie den Anwalt Mirfakhrai verbinden mit seiner iranisch-stämmigen Familie zuschauen, wie an Wahlabenden welcher blaue FPÖ-Holm immer weiter klettert und die Muffe sich breitmacht im Raum: Sollen wir aus in Zukunft weg aus Ostmark? Strache wird zur Gefahr, dasjenige Video zu einer Modus Selbstverteidigung. Wenn schon Hessenthaler entdeckt den Aktivisten in sich, kein speziell glaubwürdiger Twist, wohl gut pro den Plot, welcher ungehemmt voranschreiten kann. Sie Serie will letztlich unterhalten, misst man sie daran, ist sie gelungen.

Ursprünglich wollten Mirfakhrai und Hessenthaler wohl Geld sehen, nicht zuletzt qua sie dasjenige Video schlussendlich den Journalisten von „Süddeutscher Zeitung“ und „Spiegel“ aufschwätzen, weil die Wiener Politszene dasjenige Werkstoff nicht einmal mit spitzen Fingern anpacken will. Wenn schon dieses Detail stimmt übrigens: Wichtige Konsulent welcher großen Parteien wussten zumindest in den Grundzügen Mitteilung, solange bis heute hält sich dasjenige Gerücht, ohne Rest durch zwei teilbar die ÖVP von Sebastian Von kurzer Dauer sei sehr gut im Bilde gewesen darüber, dass von Strache kompromittierendes Werkstoff existiert.

Fehleinschätzungen und Megalomanie

213664191.jpg

Jener „echte“ Heinz-Christian Strache wurde im August wegen Bestechung in Ostmark zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Widerwille aller Bemühungen, die Zuschauer durch dasjenige Labyrinth welcher Wiener Politszene zu lotsen: Strecke in den ersten Hören dürfte es deutschen Zuschauern schwergewichtig plumpsen, die Figuren einzuordnen, die dann nicht zuletzt noch österreichischen Kulturdialekt sprechen. Lukulent im Vorteil dagegen, wer seinen Grundkurs Österreichisches Deutsch triumphierend absolviert hat, und nicht zuletzt eine solide Vorbildung in Sachen Wiener Innenpolitik ist von Vorteil – erst dann kann man nicht zuletzt wirklich ermessen, wie fabelhaft etwa Julian Looman den arglosen Gudenus trifft, welcher Strache den ganzen Schlamassel erst eingebrockt hat.

Gar besteht dasjenige halbe Ibiza-Universum aus traurigen Deppen, zum Scheitern verurteilt an ihren Fehleinschätzungen und ihrem Megalomanie. Allen vorwärts Strache, welcher sich im Rausch in Allmachtsphantasien hineinsteigert, welcher harmlose Anwalt Mirfakhrai, völlig verfehlt in welcher Halbwelt, und natürlich Hessenthaler, Wagehals ohne Plan. Sie aus wahrnehmen sich wohl in den Hinterzimmer, im Halbdunkel, in den großartig schummrigen Bilder von Kameramann Thomas Wolfram. Kiennast. Sowie es hell wird, sowie man genau sieht, welches sie tun, zeugen sie sich lächerlich. So wie in welcher echten Politik vor wenigen Momenten.

„Die Ibiza-Affäre“ wird am 21. zehnter Monat des Jahres (Hören 1&2) und am 28. zehnter Monat des Jahres (Hören 3&4) uff Sky Atlantic ausgestrahlt.