Wie die Atombombe in die Welt kam


Denn am 6. August 1945 durch eine Atombombe zerstört wird, beginnt ein neues Zeitalter. Wie aus physikalischen Theorien welche Massenvernichtungswaffe entstehen kann, zeichnet dieser Comicstrip “Die Bombe” minutiös nachher und macht mit kleinen Finessen dies Horrortrip begreifbar.

Die Aioi-Kommandostand in Hiroshima weist eine architektonische Eigentümlichkeit uff: Ihr Grundriss ist T-förmig. Schluss dieser Luft ist dies Bauwerk mittig dieser Stadt insoweit gut zu wiedererkennen – heute, ungeachtet genauso weiland, vor 75 Jahren. Die Mannschaft des US-Kampfbombers “Enola Gay” nutzte die Kommandostand insoweit qua Zielpunkt zu Händen den Abwurf dieser ersten Atombombe am 6. August 1945, die um 8.16 Uhr und zwei Sekunden Ortszeit 600 Meter verbleibend dieser Stadt explodierte.

Schätzungen zufolge starben solange bis zu 150.000 Menschen am Tag des Abwurfs sowie in den folgenden Wochen und Monaten. Viele starben sofort, manche verdampften geradezu, übrig blieb mitunter nur ein durch den starken Lichtblitz verursachter Schlagschatten an dieser Wand. Andere starben zusammenführen quälenden Tod aufgrund dieser hohen Strahlendosis. Solange bis heute leiden Menschen an den Spätfolgen, etwa an Krebs.

S. 417.jpg

Die Atombombe verursacht ein Inferno in Hiroshima – nur wenige Gebäude halten dem Feuersturm stand, darunter dieser damalige Sine tempore dieser Industrie- und Handelskammer, dieser heute ein Mahnmal ist.

(Foto: Carlsen Verlagshaus Hamburg 2020)

“Little Boy” (Vorleger Junge) hieß welche Sprengsatz, deren Sprengkraft 12.500 Tonnen TNT entsprach – ein makabrer Name zu Händen eine völlig neue Dimension dieser Kriegsführung. Dasjenige Flugzeug, dies sie abwarf, wurde nachher dieser Schraubenmutter des Piloten geheißen. Und entgegen den ausdrücklichen Befehligen wurde dieser Atomsprengsatz erst in dieser Luft scharf gemacht, um eine versehentliche Explosion beim Start uff dem US-Stützpunkt Tinian im Pazifik zu vermeiden.

Oft sind es solche Finessen, die Ereignisse erst greifbar zeugen. Zumal wenn es um historische Momente wie in Hiroshima geht, deren Auswirkungen die menschliche Vorstellungskraft gleichsam übersteigen. Dieser Comicstrip “Die Bombe” (Leseprobe) versucht genau dies: aus einer großen Neutralleiter an Werkstoff, aus großen und kleinen Ereignissen eine minutiöse Historie dieser Atombombe zu rekonstruieren, von den theoretischen Grundlagen solange bis zum Abwurf verbleibend Hiroshima. Leider ist dies Ergebnis zwiespältig.

Komplexe Historie, Reichtum an Werkstoff

Denn Klammerzeichen dient dem gewichtigen 450-Seiten-Werk eine Wahlstimme – es ist dies Uran selbst, dies sich im Buch immer wieder zu Wort meldet. Leider ist dieser Kunstgriff, dieser eine Erzählerstimme ersetzen soll, völlig fehl am Platze. Denn dies Uran stellt sich hier qua unheilvolles Horrortrip dar: “Ich bin das lohende Höllenfeuer. Ich bin der Schock. Ich bin der Schöpfer des Nichts”, wird dem Metall beim Blick verbleibend dies zerstörte Hiroshima sozusagen in den Mund gelegt. Hiermit ist Uran ein natürliches Metall, strahlend zwar, ungeachtet zu nichts vorherbestimmt. Fortentwicklung und Hinterlegung dieser Sprengsatz werden so geradezu verharmlost. Denn es waren Menschen, die uff Grundlage dieser Eigenschaften des Urans ganz intellektuell die solange bis dorthin verheerendste Waffe bauten.

Solche Historie mit ihren wissenschaftlichen, politischen, militärischen und moralischen Aspekten ist überaus komplex. Die Selbst… Alcante und Laurent-Frédéric Bollée bemühen sich wenngleich, daraus eine stringente Graphic Novel zu gießen. Sie können die Balance jedoch nicht immer halten. So nimmt logischerweise dies US-amerikanische Manhattan-Projekt, dies die ersten Atombomben baute, den weitaus größten Sitz ein. Andere Aspekte, etwa dies Scheitern dieser deutschen Bemühungen um eine Atombombe, werden dagegen bestenfalls angerissen. Zu von kurzer Dauer kommt genauso die Opferperspektive. Dasjenige Leben in Hiroshima vor und nachher dem Atombombenabwurf wird skizzenhaft qua einer fiktiven Familie abgehandelt – viel besser ist da die Manga-Warteschlange “Barfuß durch Hiroshima”. Dieser zweite Atombombeneinsatz in am 9. August 1945 ist den Selbst… dann ohne Rest durch zwei teilbar mal eine halbe Seite wert. Leidig ist zudem, dass in dieser deutschen Übersetzung dieser damalige US-Außenminister James Fluor. Byrnes permanent Staatssekretär genannt wird. Dasjenige entspricht zwar seiner amerikanischen Bezeichnung qua Secretary of State, ungeachtet keinesfalls seiner Prozedur.

Zeichner Denis Rodier liefert dazu nüchterne, den sachlichen Ton unterstreichende Schwarz-Weiß-Zeichnungen, die stellenweise dialoglastig geraten. Eindrucksvolle, im Gedächtnis bleibende Momente gelingen ihm dann, wenn er die Seitenarchitektur aufbricht, uff einzelne Panel verzichtet und die Bilder zu Händen sich sprechen lässt. Dasjenige gilt vor allem zu Händen die Darstellung dieser Verheerungen, die die Atombombe in Hiroshima anrichtet. Rodier nutzt hier einzelne Symbole – eine verkohlte Uhr, ein brennendes Dreirad – um den Schrecken begreifbar zu zeugen.

Vier-Sterne-General gegen Wissenschaftler

5_Die Bombe_© Editions Glénat 2020 by Alcante, LF Bollée & Denis Rodier © der deutschen Ausgabe Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2020.jpg

US-Staatschef Harry Truman feiert den Abwurf dieser Hiroshima-Sprengsatz an Bord eines Kriegsschiffs, er ist ohne Rest durch zwei teilbar uff dem Rückweg von dieser Potsdamer Kongress.

(Foto: Carlsen Verlagshaus Hamburg 2020)

Gleichwohl erzählerisch hat “Die Bombe” starke Momente. Vor allem dann, wenn sich die Handlung uff einzelne Personen konzentriert, von denen manche in Vergessenheit geraten sind. Etwa Leó Szilárd. Dieser in Ungarn geborene und in Deutschland lehrende Physiker floh vor den Nazis nachher Großbritannien, später in die . Seine Idee dieser nuklearen Kettenreaktion bildet dies Unterbau, uff dem entstehen konnten. Er war es, dieser aufgrund der Tatsache dieser Erfolge deutscher Forscher den Schreiben Albert Einsteins an US-Staatschef Franklin Delano Roosevelt initiierte, mit dem die Fortentwicklung einer US-Atombombe erst in Gangart kam. Szilárd arbeitete am Manhattan-Projekt mit, baute zusammen mit Enrico Fermi den ersten funktionierenden Atomreaktor, wandte sich dann ungeachtet scharf gegen den Hinterlegung dieser fertigen Atombombe. Seine Bemühungen, darunter eine Petition führender Wissenschaftler, kamen jedoch zu tardiv.

Denn es gab andere, die Gefängnis und Abwurf dieser Sprengsatz vehement vorantrieben, darunter Vier-Sterne-General Leslie R. Groves, dieser Leitweglenkungdes Manhattan-Projekts. Sein kompromissloser Hinterlegung gilt heute qua mitentscheidend zu diesem Zweck, dass die Atombombe relativ schnell fertig wurde. Später rechtfertigte er den Abwurf damit, unzähligen US-Soldaten im Krieg gegen Land der aufgehenden Sonne dies Leben gerettet zu nach sich ziehen – ein solange bis heute umstrittenes Beweis. Dieser Comicstrip stellt den Militär qua egozentrisch und herrisch dar. Schluss seinen Auseinandersetzungen etwa mit Szilárd, den Groves wegen dessen zunehmend pazifistischer Stagnation beaufsichtigen ließ, zieht dies Buch vor allem in dieser zweiten Hälfte zusammenführen Gutteil seiner handelnde Dichtung.

ANZEIGE

Die Sprengsatz – 75 Jahre Hiroshima: Die Fortentwicklung dieser Atombombe

*Datenschutz

Man kann dem Comicstrip ungeachtet genauso dankbar sein, uff jene Menschen hinzuweisen, die im Grunde zu den ersten Opfern dieser Atombombe in Besitz sein von. Etwa den 1890 geborenen Ebb Cade, zusammenführen einfachen Bauarbeiter uff dem Terrain des Manhattan-Projekts. Nachher einem Autounfall injizierten ihm Ärzte ohne sein Wissen oder seine Einwilligung Plutonium, wie im Folgenden noch etlichen anderen Patienten – um die Wirkung von Strahlung uff den menschlichen Leib zu sondieren.

Es sind solche Menschen, solche Finessen, die zeigen, wie komplex und umstritten die Fortentwicklung dieser Atombombe war und heute noch ist. Wie aus wissenschaftlicher Wissbegierde bitterer Trocken wurde, aus physikalischen Theorien die zerstörerischste Waffe ihrer Zeit. 75 Jahre nachher den ersten Atombombenabwürfen mag die T-förmige Aioi-Kommandostand in Hiroshima wieder stillstehen. Verknüpfen Ausweg aus dieser Gefahr durch Atomwaffen hat die Welt ungeachtet noch nicht gefunden.