„Wir müssen auch an Fleischkonsum und Biokraftstoffe ran“


Dieser Krieg in welcher Ukraine gezwungen eine lebenswichtige Versorgungsader, die Ukraine und Russland sind Agrarsupermächte. Nicht nur Europa wird dasjenige zu spüren bekommen, sagt Sebastian Lakner von welcher Universität Rostock ntv.de. Schätzungsweise 103 Tage kann die Weltbevölkerung sich aus Lagerbeständen von Korn und Mais ernähren. Welches passiert daraufhin? „Diesen Teil der Krise sollten wir sehr ernst nehmen“, warnt welcher Agrarökonom. Um die Versorgung welcher Menschen mit Mais, Korn und Raps zu sichern, empfiehlt er vorrangig, den Fleischexport und die Beimischung von Biokraftstoffen in Otto-Kraftstoff infrage zu stellen.

ntv.de: Die Sorge vor einer Welternährungskrise geht um. Führt welcher Ukraine-Krieg qua Nächstes in eine globale Hungersnot?

Sebastian Lakner: Die Position ist feierlich, doch nicht völlig zwecklos, würde ich sagen. In den vergangenen 10 solange bis 15 Jahren hat sich die Ukraine zu einem signifikanten Lieferanten von Agrarprodukten gen dem Weltmarkt entwickelt. Die Ukraine hatte im Getreidebereich 2021/22 vereinigen Weltmarktanteil von 14 v. H.. Damit ist sie neben Russland, Kanada und den USA einer welcher wichtigsten Lieferanten. Während welcher Verhältnis von Russland schwankt, war die Ukraine immer eine sichere Kreditanstalt – solange bis zum Krieg. Dieser Krieg wirkt sich gen die Produktion, doch selbst gen die Unterbau aus, sodass die Exportmengen wahrscheinlich wegbrechen werden.

Jenseits welche Agrarprodukte sprechen wir konkret?

Die Ukraine ist durch ihre Schwarzerde-Böden eine sehr fruchtbare Region. C/o den Herbstbestellungen geht es neben Gerste und Weizen selbst um Winterraps, welcher wichtiger Grundbestandteil zu Händen Öle ist. Die Sommerbestellungen zu Händen Sommergetreide, Mais und Sonnenblumen zeugen vereinigen kleineren Verhältnis aus, sind doch selbst von Wichtigkeit. Trotzdem die Bestellungen müssten im März und vierter Monat des Jahres stattfinden. In einer kriegerischen Clinch wie jetzt ist daran nicht zu denken. Dieser Krieg ist ein Verbrechen an welcher Zivilbevölkerung, doch er ist selbst ein Unglück zu Händen die gesamte ukrainische Landwirtschaft.

Welches wissen wir oberhalb die aktuelle Position vor Ort?

Im Moment können die Bauern weder düngen noch Pflanzenschutz realisieren. Den Betrieben fehlt welcher Treibstoff, weil die Bauern ihn entweder an die Streitkräfte weiterleiten oder er verbrannt wird, damit er den Russen nicht in die Hände fällt. Dasjenige führt dazu, dass die Betriebe nicht funktionieren können. Dasjenige ist tragisch. Dasjenige Exportgeschäft ist zudem stark von Unterbau hörig. Dasjenige russische Militär zerstört doch spezifisch Brücken und Straßen. Kollege beschrieb die Position kürzlich mit den Worten, er wäre happy, wenn die Ukraine am Finale des Jahres so rauskomme, dass sie sich noch selbst versorgen kann.

Gibt es noch Lagerhaltung vor Ort, die gen den Abtransport wartet und unter Umständen qua Puffer zu Händen die eigene Nation herhalten könnte?

Von welcher letzten Ernte im Spätsommer gibt es die tatsächlich noch. Es handelt sich um Mais-Lagerbestände, die in den Schwarzmeer-Häfen Odessa oder Mykolajiw liegen. Dort blockieren die Russen den Seeweg. Theoretisch gibt es noch Hoffnung, dasjenige oberhalb den Landweg – oberhalb Rumänien und die Donaustrom – abzutransportieren, dasjenige wäre jedoch teurer.

Welche Rolle spielt Russland qua Exporteur von Agrarprodukten zu Händen den Weltmarkt?

Russland hat mehr Landressourcen, doch nicht ganz so viele gute Standorte wie die Ukraine. Trotzdem liegt welcher Weltmarktanteil wohnhaft bei Korn 2021/22 selbst wohnhaft bei circa 10 v. H.. Dieser Verhältnis von Kasachstan beträgt 7,3 v. H..

Dieser Teil ist nicht sanktioniert, bleibt dem Weltmarkt damit erhalten …

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Sebastian Lakner, Professor zu Händen Agrarökonomie an welcher Universität Rostock

Hier wird es in welcher Tat kompliziert: Es gibt Stimmen, die den Wegfall welcher Exportmenge Russlands gleich mit einpreisen. Wenn wir die Ukraine, Russland und Kasachstan zusammenzählen, sind wir wohnhaft bei 25 v. H. Weltmarktanteil wohnhaft bei Korn und Mais. meine Wenigkeit wäre doch zurückhaltend, welches den Exportanteil Russlands angeht. Denn wohnhaft bei den Swift-Sanktionen sind momentan medizinische Produkte und Agrargüter ausgenommen. Zwar ist es so, dass Agrarhändler in westlichen Industriestaaten dicke Luft mit welcher US-Regierung droht, wenn sie mit Russland handeln. Etablierte Händler werden Russland-Geschäfte in Folge dessen meiden. Trotzdem es gibt zahlreiche Länder, die die Sanktionen nicht mittragen und Händler, die keine Geschäfte mit den USA oder welcher EU zeugen, hier könnten russische Exporte gekauft werden. Selbige müssten dann oberhalb den Landweg oder dasjenige Kaspische Ozean in Betracht kommen, dasjenige wäre teurer. Insofern kann man eine endgültige Zeche noch nicht öffnen. Wir sollen die Position genau beobachten. Nebensächlich hier hängt viel davon ab, wie stark welcher Krieg dauert.

Wie wird sich die Versorgungskrise gen Europa und speziell gen Deutschland auswirken?

Im Grunde muss man zwei Utensilien sagen: In vielen Bereichen welcher EU sind wir zunächst Selbstversorger. In Deutschland liegen wir im Getreidebereich wohnhaft bei einem Selbstversorgungsgrad von irgendetwas oberhalb 100 v. H.. Dasjenige Gleiche gilt selbst zu Händen andere EU-Staaten. Beim Schweinefleisch liegen wir in welcher EU sogar wohnhaft bei 130 v. H.. Dasjenige heißt, die Fleischindustrie exportiert recht triumphierend, welches in welcher aktuellen Situation zum Problem wird. Linie wohnhaft bei den Futtermitteln drückt im Moment welcher Schuh. Hier geht es in welcher Debatte mehr um die Versorgung mit preiswerten Futtermitteln und weniger um die Gefahr einer Welternährungskrise, doch Letzteres sollte uns Sorge zeugen. Da gibt es in Folge dessen eine gewisse Schieflage in welcher Debatte. Hier und da wird es in welcher EU Engpässe schenken, doch Europa ist insgesamt wohlhabend genug, sodass es nicht zu einer Versorgungskrise kommt. Gleichwohl könnten Haushalte mit niedrigen Einkommen aufgrund welcher steigenden Lebensmittelpreise unter Pressung geraten, welches jedoch oberhalb die Sozialpolitik abgefedert werden kann.

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Welche Länder wird die Versorgungskrise denn am schlimmsten treffen?

Die Ukraine hat in den vergangenen Jahren viel an den Nahen Osten, an die Maghrebstaaten- und ostafrikanische Staaten wie Eritrea und Äthiopien geliefert. Dasjenige Welternährungsprogramm ist ebenfalls aus welcher Ukraine beliefert worden. Selbige Länder sind – zwei Paar qua die EU – extrem importabhängig. Dasjenige ist welcher Teil welcher Notlage, den wir sehr feierlich nehmen sollten und wo wir schauen sollten, welche Optionen wir nach sich ziehen.

Wie hoch sind die weltweiten Reserven, von denen Menschen zehren könnten?

Es gibt Lagerbestände in welcher EU. Dasjenige sind wohnhaft bei Weizen zum Muster 65 v. H. welcher fehlenden Exportmenge welcher Ukraine. Es gibt doch selbst in anderen Ländern Lagerbestände. Wir wissen jedoch nicht genau, wie viel davon mobilisierbar sind.

Und wie stark reichen dann solche Vorräte?

Die globalen Vorrat zu Händen Korn und Mais werden insgesamt gen 28,4 v. H. des Verbrauchs geschätzt. Unähnlich formuliert würde dasjenige bedeuten, dass wir die Weltbevölkerung 103 Tage aus den vorhandenen Beständen ernähren könnten. Selbige Zahlen sind jedoch Schätzungen des US-Agrarministeriums und wenig verlässlich, da wir die Lagerbestände zum Muster in Volksrepublik China nicht nachprüfen können. Die Lagerbestände können die Notlage irgendetwas abpuffern, doch dasjenige für sich wird nicht reichen, insofern erfordern wir eine Reaktionen gen Angebotsseite.

Damit sind wir wohnhaft bei den Steuerungsmechanismen welcher Politik. Welches gibt es zu Händen Lösungen?

Die Industriestaaten leisten es sich im Zeitpunkt immer noch, dass wir dem Otto-Kraftstoff Biokraftstoffe beimischen. Technologisch und energiepolitisch ist dasjenige kein Zukunftsmodell, weil wir mittelfristig aus dieser Modus welcher Verbrennung aussteigen. Dasjenige löst unsrige Energieprobleme nicht. Wir sprechen hier oberhalb wirklich substanzielle Mengen. In den USA wird die Hälfte welcher Maisernte zu Händen Bioethanol verwendet, selbst in welcher EU werden Weizen oder Zuckerrüben zu Händen Bioethanol verwendet. Man könnte die Beimischungspflicht zeitnah aussetzt und damit gewisse Mengen an Getreiden zurückgewinnen. Wir sollen insgesamt an vielen Enden „zusammenkratzen“, um gen die fehlenden Mengen zu kommen. Es ist die Verzicht welcher Ministerien, sich international zu koordinieren und Maßnahmen zu ergreifen.

Übrigens zusammenkratzen. Es gibt selbst laute Forderungen, zu diesem Zweck Umweltauflagen gen den Prüfstand zu stellen oder weitgehend zurückzufahren …

Dasjenige hat welcher Bauernverband nicht erst in den letzten Wochen, sondern immer wieder gefordert. Ab 2023 gilt es Verpflichtung, vier v. H. des Ackerlandes aus Umwelt- und Klimaschutzgründen stillzulegen. Dasjenige ist zunächst aus umweltpolitischer Sicht eine sinnvolle Maßregel, die jedoch zu Händen die Ernte 2022 keine Rolle spielt. Dasjenige Problem ist doch: Man kann gen diesen Flächen so nicht produzieren. Es ist durchaus nicht ausgeschlossen, dass die EU wohnhaft bei dieser Brache-Verpflichtung 2023 nur mit 2,5 v. H. einsteigt und erst schrittweise erhoben. Trotzdem dazu muss man selbst wissen: Selbige Bracheflächen – heutig sind es EU-weit circa 2 v. H. – sind nicht die besten Standorte, gen denen keineswegs überall Qualitätsweizen produziert werden kann. Die Bracheflächen werden die Gesamtkrise keineswegs für sich losmachen und welcher Verzicht gen Brachflächen hat ökologische Folgekosten. Neben welcher Ukraine-Notlage in Betracht kommen die Wetterlage- und Biodiversitätskrisen unvermindert weiter, wir nehmen sie nur ohne Rest durch zwei teilbar nicht wahr. So gesehen wäre es in Folge dessen ziemlich von kurzer Dauer gesprungen. Dieser Bauernverband hat gute Verbindungen zu den Futtermittelerzeugern. Man argumentiert mit Ernährungskrise, meint doch den Zufuhr mit preiswerten Futtermitteln. Selbige Begründung ist nicht redlich und selbst nicht sachorientiert.

Zu welchem Zeitpunkt sollte die Politik denn beginnen, Maßnahmen zu ergreifen?

In Hauptstadt von Deutschland und Hauptstadt von Belgien werden Debatten schon seither einigen Tagen geführt, doch leider gibt es eine Parallele zur Corona-Notlage: Wir diskutieren nicht die richtigen Maßnahmen. Dasjenige Hauptthema in Hauptstadt von Belgien ist genau solche vom Bauernverband geforderte Beendigung von Umweltmaßnahmen. Trotzdem dasjenige löst nicht die Nachfrageprobleme am Weltmarkt. Welches wir diskutieren sollten, ist, ob es sinnvoll ist, dass wir in dieser Situation qua Verbindung unseren Fleischkonsum und unsrige Fleischexporte so aufrechterhalten wollen und ob wir uns fragwürdige Beimischungspflichten beim Otto-Kraftstoff welcher Nahrungsmittelknappheit leisten können. Wir können immer noch im Mai oder Juno die temporäre Freigabe welcher Brachen determinieren. Es kann nicht drum in Betracht kommen, die Agrarumweltpolitik in der Regel infrage zu stellen, sondern wie wir die fehlenden Exportmenge welcher Ukraine ersetzen.

Mit Sebastian Lakner sprach Diana Dittmer.