“Zeitlupen-Pandemie gefährlicher als Covid-19”


Seitdem einigen Jahren bemühen sich , die Antibiotika-Verschreibungen einzudämmen. Damit sollen weitere Resistenzen verhindert werden. Im Corona-Jahr 2020 gingen sie tatsächlich zurück. Welches bedeutet dies?

Qua die zweite Corona-Woge den Weltkugel überspülte, veröffentlichte die Welternährungsorganisation (UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft) Mittelpunkt November eine Warnung, die es in sich hatte. Sie verwies hinaus “eine Zeitlupen-Pandemie mit erheblichen langfristigen Bedrohungen für die globale öffentliche Gesundheit und Ernährungssicherheit”, die “sogar gefährlicher als Covid-19” sein könnte. Gemeint war in dem Statement die stetig wachsende Resistenz von Bakterien gegensätzlich Antibiotika. öfters sie verschrieben werden, umso häufiger werden die Keime unempfindlich. Die Pharmaindustrie kommt kaum noch nachträglich, ständig neue Varianten zu kreieren, um die Erreger wirksam zu bekämpfen.

Nachdem Datensammlung jener WHO, die wie die UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft an die Vereinten Nationen angebunden ist, sterben schon jedes Jahr weltweit 700.000 Menschen an von Bakterien ausgelösten Infektionen, gegen die ein Antiinfektivum nichts mehr einrichten kann. In geht die Wissenschaft von einigen Tausend Toten per anno aus, notfalls sind es solange bis zu 20.000. Eine Trendumkehr ist nicht in Sicht. Mediziner und Forscher befürchten vielmehr dies Gegenteil.

Ihre Befürchtung: Es könnte schlimm kommen, dass Blutvergiftungen wieder Menschen hinraffen, wie es im vorindustriellen Zeitalter Tretmühle war. “Wenn die Antibiotikaresistenz nicht unter Kontrolle gebracht wird, könnte die nächste Pandemie, mit der wir konfrontiert sind, bakteriell und viel tödlicher sein”, erklärt die stellvertretende FOA-Generaldirektorin, die Portugiesin Maria Helena Semedo. Wer hat Schuld an jener Entwicklungsprozess? In jedem Kasus: jener Mensch.

Antibiotika in jener Massentierhaltung

Die Massentierhaltung – vor allem von Geflügel – steht im Verdächtigung, durch dies ständige Verabreichen von Antibiotika in jener Pfosten die Entstehung gefährlicher Superkeime zu Vorschub leisten. Züchter zeigen sich seitdem einigen Jahren durchaus problembewusst. Jener Zentralverband jener Deutschen Geflügelwirtschaft sagte jener Bundesregierung vereinigen “verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika” zu und wird wohl hinaus Colistin in Ställen verzichten. Womit die -Kommission ohnehin ein Verbot prüft.

Colistin gehört zu den sogenannten Reserveantibiotika. Sie heißen so, weil sie in jener Humanmedizin nur im Notsituation eingesetzt werden. Im November 2015 entdeckten Forscher, wie Bakterien die Gegebenheit jener Colistin-Resistenz an andere Erreger weitergeben können. Verbandspräsident Friedrich-Otto Ripke erklärte, die Geflügelzüchter wollten “aktiv” vereinigen Gebühr zu einer Minimierung jener Resistenzen leisten, non… sie die Version von “Antibiotika und insbesondere Reserveantibiotika deutlich weiter reduzieren”, etwa durch Verwendung alternativer Mittel und neuer Verfahren.

Unnötige Antibiotika-Therapien

Ein anderer Vorwurf richtet sich gegen die Ärzteschaft, Antibiotika viel zu oft und unnötigerweise zu verschreiben. US-amerikanische Forscher kamen in Untersuchungen zu dem Schluss, dass zwischen einem Viertel und 43 von Hundert Verordnungen ausgestellt wurden, obwohl die zu behandelnde nicht exakt diagnostiziert worden war oder keinen bakteriellen Hintergrund hatte. Vielfach wurden und werden – dies gilt mit Sicherheit nicht nur z. Hd. die USA, sondern die westliche Welt insgesamt – Husten oder Erkältungen mit Antibiotika behandelt.

Zusammensetzen Tabelle darauf, dass wiewohl in Deutschland derlei Arzneimittel sinnlos verordnet werden, erbrachte eine Statistik jener Techniker Krankenkasse (TK). Während jener ersten Corona-Woge wurden so wenig Antibiotika verschrieben wie seitdem 20 Jahren nicht mehr. Die Zahl jener Rezepte ging jener TK zufolge im vierter Monat des Jahres und Mai 2020 im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres um 43 von Hundert zurück.

Dies dürfte damit zu tun nach sich ziehen, dass sich viele Staatsbürger aus Bedrohungsgefühl vor Covid-19 besser schützten, daher die AHA-Reglementieren einhielten, im Gegensatz dazu wiewohl weder noch erst zum Weißkittel gingen – Krankenschreibungen wegen Atemwegsinfekten sanken ebenfalls klar. Die Krankenkassen halten sich mit Schuldzuweisungen an die Ärzteschaft unübersehbar zurück. “Man kann sagen, dass die AHA-Regeln dazu beigetragen haben, dass weniger Infekterkrankungen als in den vergangenen Jahren aufgetreten sind”, erklärt eine Sprecherin jener Kassenärztlichen Vereinigung Bundeshauptstadt. In der Regel könne davon ausgegangen werden, dass Antibiotika in den Praxen in der Regel verantwortungsvoll verordnet werde.

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Sie verweist hinaus ein 2017 gestartetes Kurs mit dem sperrigen Namen “Resistenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegsinfektionen”, von kurzer Dauer RESIST, an dem sich Krankenkassen und andere Akteure des Gesundheitswesens beteiligen. Erklärtes Ziel ist es, den Pfand jener Mittel wohnhaft bei Atemwegsinfekten in jener ambulanten Versorgung “zu optimieren”. Erreicht werden soll dies durch gezielte Fortbildungen von Ärzten sowie mehr und bessere Informationen z. Hd. Kranke. Dies hat mit einem Problem zu tun, hinaus dies die TK verweist: “Es kommt vor, dass Patienten ein entsprechendes Rezept erwarten.” Da könnte, so dies Vorhaben, Aufschluss zu einem Umdenken resultieren.

Aufschluss von Ärzten und Patienten

Nachdem Datensammlung jener RESIST-Organisatoren zeigte die Kampagne Wirkung. Während im Winter 2016/2017 noch 29 von Hundert jener Gast von innerbetrieblichKinder- und HNO-Ärzten mit akuten Atemwegsinfekten ein Antiinfektivum verschrieben bekamen, waren es in jener kalten Saison 2018/2019 noch 24 von Hundert. Schon deutet die Entwicklungsprozess wiewohl darauf hin, dass die Deutschen wegen jedem Zipperlein zum Weißkittel rennen. Zweite Geige sind die Kassen wohnhaft bei jener Priorisierung vorsichtig. Die TK erklärt, die Datenansammlung zeigten, dass klar weniger Versicherte während jener weltweite Seuche in eine Realität gegangen seien. “Dies hat dazu geführt, dass es auch weniger Verschreibungen gab.” Den Qualität jener Beschwerden bilde die Statistik jedoch nicht ab. “Dies lässt sich nur vermuten.”

Zusammen mit Winfried Mark, Professor an jener Uniklinik Freiburg und Mitglied jener Antibiotika-Sektion jener Deutschen Vereinigung z. Hd. Infektiologie, klingt dies schon deutlicher. Er sagt zu jener Frage, ob die Zahlen jener TK den Rückschluss zuließen, dass Mediziner in Praxen zu schnell Antibiotika verschrieben: “Tatsächlich kann man dies so interpretieren. Auch aus anderen Beobachtungen wissen wir, dass ein Teil der Ärzte noch übermäßig Antibiotika bei unkomplizierten Atemwegsinfektionen verordnet.” Nötig sei, Praxen, die überdurchschnittlich verschrieben, schonungslos anzusprechen. “Hier könnte man mehr gezielte Schulung fordern und anbieten.” Jene Mediziner bräuchten eine direkte Rückmeldung und ein konkretes Angebot, wie sie ihre Verschreibungen kontrollieren und sich eventuell korrigieren könnten.

Doch jener Infektiologe nimmt wiewohl die Staatsbürger in die Pflicht, die entsprechende Rezepte geradezu verlangen. Sinnvoll sei, hinaus beiden Seiten z. Hd. ein Wahrnehmung z. Hd. Antibiotika-Anwendungen zu sorgen. Mit anderen Worten: Dies sollte nicht nur Sache jener Mediziner sein.

Hinaus die Frage, ob mehr Staatsbürger in jener weltweite Seuche hinaus bewährte Hausmittel wie heiße Bäder setzten, statt gleich zum Weißkittel zu rennen, antwortete jener Professor: “Vermutlich ja – in dieser Covid-19-Saison hat man wohl mehr als bisher auf Hausmittel zurückgegriffen und vielfach ohne Antibiotika seine Erkältung auskurieren können.” Welches nicht heißen soll, hinaus den Visite beim Hausarzt zu verzichten. Jener sei sehr wohl die richtige Postanschrift, um zu läutern, ob nicht doch Antibiotika vonnöten sei. “Man sollte nicht medizinischen Sachverstand und ärztliche Erfahrung ungenutzt lassen, wenn Unsicherheit besteht.”